Kanako Otsuji

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kanako Otsuji bei einer Wahlkampfveranstaltung 2007

Kanako Otsuji (jap. 尾辻 かな子[1], Otsuji Kanako; * 16. Dezember 1974 in der Präfektur Nara) ist eine japanische Politikerin der Demokratischen Partei und LGBT-Aktivistin. 2013 war sie für mehrere Wochen Abgeordnete im Sangiin, dem Oberhaus des nationalen Parlaments.

Otsuji wurde in Nara geboren, stammt aber aus Hannan in der Präfektur Ōsaka. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Kōbe, danach begann sie zunächst ein Studium der Forstwissenschaft an der Universität Kōchi, das sie jedoch ohne Abschluss beendete. Nach einem zweijährigen Sprachstudienaufenthalt an der Universität Seoul nahm sie ein Studium an der Fakultät für Handel der Dōshisha-Universität auf, das sie 2001 abschloss.

Otsuji wurde April 2003 als Unabhängige in das Präfekturparlament von Ōsaka gewählt. Im August 2005 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Coming Out: Jibun Rashisa o Mitsukeru Tabi (カミングアウト~自分らしさを見つける旅, Kamingu auto - Jibun rashisa o mitsukeru tabi, dt. „Coming-Out: Reise auf der Suche nach dem eigenen Ich“) und hatte damit ihr öffentliches Coming out einen Tag vor der Tokyo Pride Parade, früher bekannt als Tokyo Lesbian & Gay Parade, an der sie teilnahm. Otsuji ist damit die erste öffentlich homosexuelle Politikerin Japans. Im Präfekturparlament setzte sie sich für die Rechte Homosexueller ein.

Bei den Wahlen April 2007 verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur für das Präfekturparlament und versuchte stattdessen im Juli bei der Sangiin-Wahl in das japanische Oberhaus gewählt zu werden. Otsuji kandierte hierbei auf der Liste der Demokratischen Partei Japans. Es gelang ihr jedoch nicht ein Mandat zu erringen[2], da sie mit gut 38.000 Stimmen nur den 29. Platz auf der Verhältniswahlliste erzielen konnte – der Demokratischen Partei standen 20 Listenmandate zu.[3] Im Mai 2013 zog sie als Nachrücker für Kunihiko Muroi für die verbleibende Amtszeit bis zur Sangiin-Wahl 2013 im Juli 2013 ins Sangiin ein.[4] Bei der Wahl 2013 kandidierte sie nicht für eine Wiederwahl.

Im Juni 2005 sorgte Otsuji für Landesweites Aufsehen als sie ihre langjährige Partnerin Maki Kimura heiratete. Da es in Japan jedoch keine gesetzlichen Regelungen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften gibt, wird diese Zeremonie von Seiten der Behörden nicht als legal anerkannt.

Otsuji war Mitglied von Niji to Midori, einer ehemaligen japanischen grünen Partei, die inzwischen Teil von Midori no Mirai („Grüne Zukunft“) wurde.

Bei der Shūgiin-Wahl 2012 kandidierte Otsuji im 5. Wahlkreis Ōsaka für die Nachfolge des Demokraten Tetsuo Inami, unterlag aber Tōru Kunishige (Kōmeitō mit LDP- und Ishin-Unterstützung) und landete mit rund 46.000 Stimmen – weniger als 23 % – noch hinter dem kommunistischen Kandidaten Kazumasa Seto auf dem dritten Platz.[5] Mit ihrem Wahlkreisergebnis erreichte sie den 23. Platz auf der Verhältniswahlliste der Demokratischen Partei im Block Kinki und verfehlte damit auch ein Verhältniswahlmandat – die Demokratische Partei gewann in Kinki nur 12 % der Verhältniswahlstimmen und damit nur drei der 29 Verhältniswahlmandate.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanako Otsuji – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die korrekte, in Standardschriftarten oft nicht dargestellte Schreibung verwendet die Variante des Shinnyō, nicht , siehe Sangiin: Korrekte Schreibungen von Abgeordnetennamen (議員氏名の正確な表記)
  2. http://www.reuters.com/article/topNews/idUST26591220070730
  3. Yomiuri Shimbun: Sangiin-Verhältniswahlergebnis Demokratische Partei 2007
  4. 尾辻氏が繰り上げ当選=参院. In: Jiji Tsūshin. 23. Mai 2013, abgerufen am 23. Mai 2013 (japanisch).
  5. Yomiuri Shimbun: Shūgiin-Wahlergebnis 2012, Wahlkreis Ōsaka 5
  6. Yomiuri Shimbun: Shūgiin-Wahlergebnis 2012, Block Kinki, Demokratische Partei