Karaman (Stadt)

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Karaman
Wappen fehlt
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Karaman (Stadt) (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Karaman
Koordinaten: 37° 11′ N, 33° 13′ O37.18194444444433.218055555556Koordinaten: 37° 10′ 55″ N, 33° 13′ 5″ O
Einwohner: 144.178[1] (2013)
Telefonvorwahl: (+90) 338
Postleitzahl: 70000
Kfz-Kennzeichen: 70
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Ertuğrul Çalışkan (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Karaman
Einwohner: 177.685[1] (2013)
Fläche: 3.686 km²
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²

Karaman, früher Larende, Laranda, hethitisch vielleicht Landa, ist eine türkische Stadt in Kleinasien und hat 144.178 Einwohner (2013). Sie ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Karaman, war früher jedoch an Konya gebunden. Die Stadt liegt an der D715 zwischen Konya und Silifke.

Geschichte[Bearbeiten]

Zitadelle von Karaman

Während der oströmischen Herrschaft galt die Stadt als wichtige Garnisonsstadt gegen die islamischen Expansionszüge. 1165 eroberten die Seldschuken die Stadt, die ihnen durch den Dritten Kreuzzug und die damit einhergehende kurze Phase des Königreich Kleinarmenien wieder entrissen wurde. 1211 wurde sie erneut eingenommen. Die Stadt wurde seitens Kılıç Arslan IV. den Karamaniden als Dank für ihre Expansionszüge überlassen. Die Stadt nahm zu Ehren dieser Dynastie den Namen Karaman an und wurde ab 1256 bis in das 14. Jahrhundert als Hauptstadt des Fürstentums genutzt. 1397 nahm der osmanische Sultan Bayezid I. die Stadt ein, wurde jedoch von Tamerlans Streitmacht so erheblich geschwächt, dass den Karamaniden die Rückeroberung gelang. 1466 wurde Larende von den Osmanen erobert und nach ein paar Jahren das Karamaniden-Beylik endgültig zerschlagen.[2] Nach der osmanischen Eroberung folgte eine Phase des ökonomischen Niederganges, die jedoch mit der Eroberung Zyperns seitens der Osmanen wieder endete, da Karaman günstig positioniert in der Nähe der Seidenstraße und nahe dem Hafen in Silifke lag.

1935 wurde die Stadt mit dem Bau eines Elektrizitätswerkes an das Stromnetz angeschlossen. Am 15. Juni 1989 wurde die Stadt, die vorher zur Provinz Konya gehörte, zur Hauptstadt der gleichnamigen neuen Provinz des Landes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Yunus-Emre-Camii, dem ältesten Bau aus der Karamanidenperiode (1349), soll sich das Grab von Yunus Emre (um 1280 bis 1321) befinden.[3] Im Westen der Stadt liegt die seldschukische Zitadelle von Karaman.

Es gibt mehrere Höhlen innerhalb des Stadtbezirks, die besucht werden können, unter anderem die incesu- und die manazan-Höhle. Daneben gibt es ein Museum für Archäologie (von dem Neolithikum bis zur Neuzeit).

Sonstiges[Bearbeiten]

Die KFZ-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit der Ziffer 70.

Söhne und Töchter (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ömer Dinçer (* 1956), türkischer Politiker
  • Lütfi Elvan (* 1962), türkischer Politiker und Minister für Verkehr,Kommunikation und Maritime Angelegenheiten.
  • Fadime Örgü (* 1968), Politikerin der Niederlande
  • Giray Kaçar (* 1985), Fußballspieler

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karaman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 6. April 2014
  2. Wolfgang Dorn: "Türkei, Zentralanatolien: zwischen Phrygien, Ankara und Kappadokien", DuMont Reiseverlag, 2006, S.256
  3. Türkei Städteführer: Karaman

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Karamanlı - aus Karaman stammende türkischsprachige orthodoxe Christen
  • Karaman - ein Fürstentum