Karl-Heine-Kanal

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Links zwischen den Bäumen der Beginn des Karl-Heine-Kanals (Einmündung in die Weiße Elster)
Abzweig des Karl-Heine-Kanals von der Weißen Elster
Die Riverboat-Bühne über dem Karl-Heine-Kanal
Der Karl-Heine-Bogen über den Karl-Heine-Kanal
Westende des Karl-Heine-Kanals vor der Luisenbrücke kurz vor dem Lindenauer Hafen

Der Karl-Heine-Kanal ist ein 2600 Meter langer künstlicher Wasserlauf im Westen der Stadt Leipzig. Er wird von 15 Brücken überspannt und ist mit kleinen Booten befahrbar. Als denkmalpflegerische Sachgesamtheit „Kanal, Uferbefestigungen sowie Brücken“ ist der Kanal ein Leipziger Kulturdenkmal.

Brücken[Bearbeiten]

Folgende Brücken überqueren den Karl-Heine-Kanal (beginnend mit der Einmündung in die Weiße Elster):

  1. Nonnenbrücke (Straßenbrücke der Nonnenstraße)
  2. Gleisbrücke P VIII (Gleisbrücke des ehemaligen Industriegleises P VIII, bebaut mit der Riverboat-Bühne)
  3. Elisabethbrücke (Straßenbrücke der Erich-Zeigner-Allee)
  4. König-Johann-Brücke (Straßenbrücke der Zschocherschen Straße)
  5. Karl-Heine-Bogen (Fuß- und Radwegbrücke)
  6. Weißenfelser Brücke (Straßenbrücke der Weißenfelser Straße)
  7. König-Albert-Brücke (Straßenbrücke der Karl-Heine-Straße)
  8. Aurelienbrücke (Fuß- und Radwegbrücke der Aurelienstraße)
  9. Gießerbrücke (Straßenbrücke der Gießerstraße)
  10. Gleisbrücke P I (Gleisbrücke des ehemaligen Industriegleises P I)
  11. König-August-Brücke (Straßenbrücke der Engertstraße)
  12. Bahnbrücke
  13. Saalfelder Brücke (Straßenbrücke der Saalfelder Straße)
  14. Birminghambrücke (Fuß- und Radwegbrücke)
  15. Luisenbrücke (Straßenbrücke der Lützner Straße, der Karl-Heine-Kanal endet einige Meter vor der Luisenbrücke)

Eine Besonderheit unter den Kanalbrücken stellt der Karl-Heine-Bogen nach einem Entwurf des Ingenieurbüros König und Heunisch und der Architekten Pahl + Weber-Pahl dar. Das Stabbogentragwerk der am 4. Juni 2000 eingeweihten Bogenbrücke wurde in einer hybriden Bauweise erstellt. Zur Aufständerung einer Vollplatte sind an ein Bogenrohr mit einer Spannweite von 28 Metern biegesteif V-förmige Stützenpaare angeschlossenen. Der schlanke Querschnitt des Bogenrohrs von 355,6 × 12,5 mm wurde durch die Verfüllung mit einem pumpfähigen hochfesten Leichtbeton erreicht. Die Brücke hat eine Längsneigung von 5,4 %.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kanal wurde ab 1856 auf Initiative des Leipziger Rechtsanwalts und Industriepioniers Carl Heine als erster Teil eines projektierten Schifffahrt-Kanals von der Weißen Elster bis zur Saale angelegt. Mit dem Kanalbau wurde in Plagwitz an der Weißen Elster begonnen. Am 25. Juni 1864 wurde der erste Abschnitt des Kanals eingeweiht, 1887 war die Zeitzer Eisenbahn in Lindenau erreicht. Zwischen 1890 und 1898 wurde dann das vorerst letzte Teilstück gebaut, welches kurz vor dem Lindenauer Hafen endet.

In den 1990er Jahren wurde der Kanal saniert. Dabei wurde am nördlichen Kanalufer ein Fuß- und Radweg angelegt.

Im Jahr 2007 beschloss die Stadtverwaltung, die für die Verlängerung des Kanals zum Hafen notwendige Planung zu beauftragen, um die schon länger geplante Verbindung zu ermöglichen.

Am 18. Juli 2012 wurde die Verlängerung des Kanals zum Hafen durch den Stadtrat beschlossen. 18 Millionen Euro sollen bis 2015 bei dem Projekt verbaut werden, von dem sich nicht nur die Stadtverwaltung Effekte für die Stadtentwicklung im Leipziger Westen erhofft. Die Kommune muss etwa 3,8 Millionen aus dem eigenen Haushalt beisteuern, 7,6 Millionen Euro sollen aus Grundstücksverkäufen an der Plautstraße gewonnen werden. Der Rest der Kosten wird mit Fördergeldern finanziert, unter anderem aus dem EU-Stadtentwicklungsfond „Jessica“.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Karl-Heine-Bogen: eine hybride Brückenkonstruktion. In: Gert König, Nguyen Viet Tue, Martin Zink: Hochleistungsbeton. Bemessung, Herstellung und Anwendung. Ernst & Sohn, Berlin 2001, ISBN 3-433-01738-7, S. 251–257
  2. Gert König, Balthasar Novak, Michael Fischer, Klaus Barthel: Der Karl-Heine-Bogen in Leipzig. Hybride Brückenkonstruktion unter Verwendung von Hochleistungs-Leichtbetonen. In: Bautechnik. Zeitschrift für den gesamten Ingenieurbau. Jg. 77 (2000), Heft 8, S. 523–535, ISSN 0932-8351
  3. Anbindung des Lindenauer Hafens bewilligt: FDP übt Kritik, Wasserfest-Veranstalter jubeln Artikel bei LVZ online; abgerufen am 22. Juli 2012; Auf: lvz-online.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl-Heine-Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien