Parthe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Parthe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Parthe
Parthe bei Taucha

Parthe bei TauchaVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5668
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle Im Glastener Forst
51° 9′ 10″ N, 12° 42′ 43″ O51.15277777777812.711944444444208
Quellhöhe 208 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt[1]
Mündung In Leipzig in die Weiße Elster51.36083333333312.342222222222103Koordinaten: 51° 21′ 39″ N, 12° 20′ 32″ O
51° 21′ 39″ N, 12° 20′ 32″ O51.36083333333312.342222222222103
Mündungshöhe 103 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehltVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 105 m
Länge 58,3 km[2]
Einzugsgebiet 360 km²[1]
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
970 l/s [3]dep1
Großstädte Leipzig
Kleinstädte Naunhof, Taucha
Gemeinden Grimma, Ortsteile Groß- und Kleinbardau, Parthenstein, Beucha, Borsdorf, Panitzsch

Die Parthe ist ein kleiner Fluss in Sachsen, der im Glastener Forst zwischen Colditz und Bad Lausick entspringt und nach 56,7 Kilometern Flusslauf in Leipzig in die Weiße Elster mündet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Die Quelle in der Gemarkung des zu Bad Lausick gehörenden Dorfes Glasten trägt den historischen Namen Gossenborn. Zur Zeit des Dritten Reiches konnten Angehörige der damals verbotenen Arbeiterbewegung an den Rasthütten der Quelle unentdeckt den 1. Mai feiern. Bis in die 1970er Jahre fand im Mai/Juni dort im Wald das Parthenfest statt, seitdem wird es in Glasten abgehalten. In Glasten vereinigen sich die etwa gleich großen Bäche Gossenbach (von Gossenborn) und Lehnbach zur eigentlichen Parthe (Lehnbach leitet sich von einem Lehnbrief des sächsischen Markgrafen Friedrich des Strengen 1349 ab, die Erstnennungsurkunde des Ortes Glasten). Auf ihrem Lauf durch die Leipziger Tieflandsbucht durchfließt die Parthe die Gemeinden und Städte Grimma/Ortsteil Großbardau, Parthenstein, Naunhof, Beucha, Borsdorf, Panitzsch, Taucha und Leipzig.

Ab Parthenstein fließt die Parthe im ehemaligen Bett der Leipziger Mulde.[2] Die Mulde wurde zur Saalekaltzeit (vor etwa 130 000 bis 160 000 Jahren) durch Gletscherablagerungen abgeriegelt und fließt seitdem nach Wurzen und Eilenburg. Mächtige Schotterablagerungen um Naunhof stammen aus dieser Zeit und wurden bisher in großem Ausmaß zur Gewinnung von Trinkwasser sowie Baumaterial genutzt. Der Flusslauf ist vor allem in seinem Unterlauf von zahlreichen Begradigungen und Kanalisierungen betroffen. Gerade im Leipziger Stadtgebiet bietet das Rinnsal der Parthe im steinernen Bett einen eher tristen Anblick.

[Bearbeiten] Zuflüsse

In die Parthe münden unter anderem der Gladegraben, die Faule Parthe, der Todgraben, der Mittelgraben, der Grenzgraben, die Threne, der Zauchgraben, der Kittelgraben, der Wachtelbach, der Lösegraben, der Staditzbach, der Hasengraben und der Rüdgengraben.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mündete auch die Östliche Rietzschke in die Parthe, sie wurde jedoch in die Leipziger Kanalisation eingebunden.

[Bearbeiten] Name

Nach ihr wurden unter anderem die Gemeinde Parthenstein, die Dörfer Großbardau (13. Jh.: Parda), Kleinbardau (13. Jh.: Wenigen Parda) und das Autobahndreieck Parthenaue (Einmündung der A 38 in die A 14) benannt.

[Bearbeiten] Hochwasser

2002

Schon einen Tag, bevor die Scheitelwelle des Jahrhunderthochwassers 2002 die Stadt Grimma an der Mulde erreichte, war aufgrund der Nähe zum Parthen-Quellgebiet der maximale Hochwasserstand am Oberlauf der Parthe zu verzeichnen. Am Nachmittag des 12. August 2002 wurden dabei in Großbardau ein Teil des Feuerwehrhauses, eine Tischlerei und verschiedene Keller knietief überschwemmt, in Kleinbardau gar eine Wohnung. Zwischen den Dörfern wurde die Parthe um 1940 tiefer gelegt und kanalisiert, was innerorts gelegentlich zu Rückstau und weitläufigen Überflutungen führt. Am Feuerwehrhaus Großbardau befindet sich ein Pegel mit den Hochwasserständen seit 1980. Der Pegel in Leipzig-Thekla ist online ablesbar.

Bilder zum Hochwasser 2010

[Bearbeiten] Naherholung und Naturschutz

Parthenaue, Abtnaundorf/Mockau

In weiten Streckenabschnitten entlang der Parthe führt die 51 Kilometer lange Parthe-Mulde-Radroute von Grimma über Naunhof, Borsdorf und Taucha nach Leipzig. Sie ist Teil eines acht Radwege umfassenden Netzes zwischen Leipzig, der Vereinigten bzw. Freiberger Mulde sowie der Elbe.

In Taucha und Leipzig-Abtnaundorf durchfließt die Parthe parkähnliche Anlagen.

Der Zweckverband Parthenaue, dem die Städte Leipzig und Taucha sowie die Gemeinde Borsdorf angehören, hat sich der Pflege und dem Erhalt der Kulturlandschaft verschrieben. Große Teile des Flussverlaufs sind als „Landschaftsschutzgebiet Parthenaue – Machern“ unter Schutz gestellt.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Parthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Möglichkeiten und Grenzen der Stofftransportmodellierung am Beispiel des Parthegebietes Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2002 (pdf)
  2. a b KliWEP - Abschätzung der Auswirkung der für Sachsen prognostizierten Klimaveränderungen auf den Wasser– und Stoffhaushalt im Einzugsgebiet der Parthe (Unterpunkt 2.2.2 Geologische Übersicht) Teil 2, Dr. Dietrich Sames und Dipl.-Min. Birgit Carl, 2004 (pdf)
  3. Leipziger Fließgewässer I. Ordnung Auf: wasserinleipzig.de


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