Parthe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Parthe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Parthe
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Parthe bei Taucha

Parthe bei Taucha

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5668
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle Im Glastener Forst
51° 9′ 10″ N, 12° 42′ 43″ O51.15277777777812.711944444444208
Quellhöhe 208 m[1]
Mündung In Leipzig in die Weiße Elster51.36083333333312.342222222222103Koordinaten: 51° 21′ 39″ N, 12° 20′ 32″ O
51° 21′ 39″ N, 12° 20′ 32″ O51.36083333333312.342222222222103
Mündungshöhe 103 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 105 m
Länge 58,3 km[2]
Einzugsgebiet 360 km²[1]
Abfluss am Pegel Leipzig-Thekla[3]
AEo: 312 km²
Lage: 10 km oberhalb der Mündung
NNQ (15.08.1949)
MNQ 1942/2009
MQ 1942/2009
Mq 1942/2009
MHQ 1942/2009
HHQ (10.02.1946)
80 l/s
269 l/s
919 l/s
2,9 l/(s km²)
7,5 m³/s
29,1 m³/s
Großstädte Leipzig
Kleinstädte Naunhof, Taucha
Gemeinden Grimma, Ortsteile Groß- und Kleinbardau, Parthenstein, Beucha, Borsdorf, Panitzsch

Die Parthe ist ein kleiner Fluss in Sachsen, der im Glastener Forst zwischen Colditz und Bad Lausick entspringt und nach 56,7 Kilometern Flusslauf in Leipzig in die Weiße Elster mündet.

Verlauf[Bearbeiten]

Zwei Brücken (B 6 bzw. Fußgänger) bei Borsdorf

In Glasten vereinigen sich die etwa gleich großen Bäche Gossenbach und Lehnbach zur eigentlichen Parthe. Gossenbach leitet sich von Gossenborn ab, dem historischen Namen der Quelle in der Gemarkung des zu Bad Lausick gehörenden Dorfes Glasten, und Lehnbach von einem Lehnbrief des sächsischen Markgrafen Friedrich des Strengen 1349, der Erstnennungsurkunde des Ortes Glasten.

Auf ihrem Lauf durch die Leipziger Tieflandsbucht durchfließt die Parthe die Gemeinden und Städte Grimma/Ortsteil Großbardau, Parthenstein, Naunhof, Beucha, Borsdorf, Panitzsch, Taucha und Leipzig.

Hydromorphologie[Bearbeiten]

Ab Parthenstein fließt die Parthe im ehemaligen Bett der Leipziger Mulde.[2] Die Mulde wurde zur Saalekaltzeit vor etwa 130.000 bis 160.000 Jahren durch Gletscherablagerungen abgeriegelt und fließt seitdem nach Wurzen und Eilenburg. Mächtige Schotterablagerungen um Naunhof stammen aus dieser Zeit und wurden bisher in großem Ausmaß zur Gewinnung von Trinkwasser sowie Baumaterial genutzt.

Der Flusslauf ist vor allem in seinem Unterlauf von zahlreichen Begradigungen und Kanalisierungen betroffen. Gerade im Leipziger Stadtgebiet bietet das Rinnsal der Parthe im steinernen Bett einen eher tristen Anblick.

Zuflüsse[Bearbeiten]

In die Parthe münden unter anderem der Schnellbach, der Gladegraben, die Faule Parthe, der Todgraben, der Mittelgraben, der Grenzgraben, die Threne, der Zauchgraben, der Kittelgraben, der Cunnersdorfer Bach, der Staditzgraben, der Lösegraben, der Hasengraben und der Rüdgengraben.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mündete auch die Östliche Rietzschke in die Parthe, sie wurde jedoch in die Leipziger Kanalisation eingebunden.

Name[Bearbeiten]

Nach ihr wurden unter anderem die Gemeinde Parthenstein, die Dörfer Großbardau (13. Jh.: Parda), Kleinbardau (13. Jh.: Wenigen Parda) und das Autobahndreieck Parthenaue (Einmündung der A 38 in die A 14) benannt.

Hochwasser[Bearbeiten]

2002

Schon einen Tag, bevor die Scheitelwelle des Jahrhunderthochwassers 2002 die Stadt Grimma an der Mulde erreichte, war aufgrund der Nähe zum Parthen-Quellgebiet der maximale Hochwasserstand am Oberlauf der Parthe zu verzeichnen. Am Nachmittag des 12. August 2002 wurden dabei in Großbardau ein Teil des Feuerwehrhauses, eine Tischlerei und verschiedene Keller knietief überschwemmt, in Kleinbardau gar eine Wohnung. Zwischen den Dörfern wurde die Parthe um 1940 tiefer gelegt und kanalisiert, was innerorts gelegentlich zu Rückstau und weitläufigen Überflutungen führt. Am Feuerwehrhaus Großbardau befindet sich ein Pegel mit den Hochwasserständen seit 1980. Der Pegel in Leipzig-Thekla ist online ablesbar.

Bilder zum Hochwasser 2010

Naherholung und Naturschutz[Bearbeiten]

Parthenaue, Abtnaundorf/Mockau
Installation „doppelt hell an dunklen Ufern“
Widerstand gegen die Planung der B 87n durch die Parthenaue vor der Kirche in Sehlis

In weiten Streckenabschnitten entlang der Parthe führt die 51 Kilometer lange Parthe-Mulde-Radroute von Grimma über Naunhof, Borsdorf und Taucha nach Leipzig. Sie ist Teil eines acht Radwege umfassenden Netzes zwischen Leipzig, der Vereinigten bzw. Freiberger Mulde sowie der Elbe.

In Taucha und Leipzig-Abtnaundorf durchfließt die Parthe parkähnliche Anlagen.

Der Zweckverband Parthenaue, dem die Städte Leipzig und Taucha sowie die Gemeinde Borsdorf angehören, hat sich der Pflege und dem Erhalt der Kulturlandschaft verschrieben. Große Teile des Flussverlaufs sind als „Landschaftsschutzgebiet Parthenaue – Machern“ unter Schutz gestellt.

Trotz des Landschaftsschutzes plant der Freistaat die Trasse der B 87n durch die Parthenaue zwischen Borsdorf und Taucha, wogegen sich der Protest von Bürgerinitiativen[4] richtet.

Das Projekt „KunstParcours und ParkNetzwerk Parthe“ will mit bleibenden und auch vergänglichen Kunstwerken, mit Veranstaltungen und mit Bürger einbeziehenden Kunstaktionen für die Parthenaue und ihre Parks ein verbindendes, unverwechselbares Erscheinungsbild zeichnen.

Weiteres[Bearbeiten]

Zur Zeit des Dritten Reiches konnten Angehörige der damals verbotenen Arbeiterbewegung an den Rasthütten der Quelle Gossenborn unentdeckt den 1. Mai feiern. Bis in die 1970er Jahre fand im Mai/Juni dort im Wald das Parthenfest statt, seitdem wird es in Glasten abgehalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bettina Weil: Leipziger Brücken, Band 3: Brücken über die Parthe; Leipzig: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, 2009; DNB 998356743

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Parthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b U. Haferkorn, K. Müller, U. Mellentin, J. Fahl: Möglichkeiten und Grenzen der Stofftransportmodellierung am Beispiel des Parthegebietes: Abschlußbericht zum Teilthema: „Bestimmung des Nitratstromes im Grund- und Oberflächenwasser mit dem Modell Part auf Basis von PCGEOFIM“; Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2002 (pdf; 7,67 MB)
  2. a b Dietrich Sames, Birgit Carl: KliWEP – Abschätzung der Auswirkung der für Sachsen prognostizierten Klimaveränderungen auf den Wasser– und Stoffhaushalt im Einzugsgebiet der Parthe (Unterpunkt 2.2.2 Geologische Übersicht) Teil 2, 2004 (pdf; 1,13 MB)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 201, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).
  4. Ralf Julke: Planungen zur neuen B87: Bürgerinitiativen waren zum Aufklärungsgespräch im Bundesverkehrsministerium; Artikel der Leipziger Internetzeitung vom 2. April 2012