Keith Tippett

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Keith Tippett; 2007

Keith Tippett (eigentl. Keith Graham Tippetts; * 25. August 1947 in Bristol, Großbritannien) ist einer der bedeutendsten Pianisten der britischen Jazz-Szene.

Sein innovativer Stil hat nicht nur den Jazz seit den 1960er Jahren geprägt, sein markantes Spiel ist auch in der Rockmusik zu finden, u.a. auf Platten von King Crimson oder Working Week.

Biographie[Bearbeiten]

Als Teenager begann Keith Tippett traditionellen Jazz und Bop zu spielen. 1967 ging er nach London als professioneller Musiker, wo er in der Anfangszeit nicht einmal Geld für ein eigenes Piano hatte. Nach und nach machte er Bekanntschaft mit verschiedenen Musikern, darunter Musiker aus Chris McGregors Expatriate South African Ensemble bzw. den Blue Notes, unter denen sich auch Louis Moholo, Mongezi Feza und Dudu Pukwana befanden.

Ende des Jahres 1967 formierte Tippett sein eigenes Sextett, zu dem seit 1968 als Bläser Elton Dean, Mark Charig und Nick Evans als feste Mitglieder gehörten. Die Rhythmusgruppe wechselte hingegen: Jeff Clyne, Roy Babbington, Harry Miller und Neville Whitehead als Bassisten, und Phil Howard, John Marshall, Bryan Spring und Alan Jackson am Schlagzeug. Um diese Zeit begann Tippett auch, das „s“ aus Tippetts, seinem eigentlichen Namen, wegzulassen, da „Keith Tippett Sextet“ leichter auszusprechen war.

In das Jahr 1969 fällt auch die Zusammenarbeit mit Soft Machine, einer britischen Formation, die Musik zwischen Artrock und Jazz produzierte. Der Saxofonist Elton Dean aus Tippetts Sextett wurde zum tragenden Mitglied dieser Band in ihrer wohl bedeutendsten Phase. Kurz darauf folgten die ersten beiden Alben von Keith Tippett: You Are Here… I Am There (1970) und Dedicated To You But You Weren't Listening (1971).

Ende 1970 formierte er ein 50-köpfiges Orchester namens Centipede, das aus Musikern sowohl aus der Jazz- und Popbranche als auch der Klassik bestand. Neben einigen Konzerten entstand das Doppelalbum Septober Energy, das Robert Fripp, der Bandleader von King Crimson, produzierte. Tippett wirkte auch an drei Alben von King Crimson mit: In The Wake Of Poseidon, Lizard (beide 1970) and Islands (1971). Sein charakteristisches Spiel ist ein wichtiger Teil dieser Alben.

Mitte der 1970er Jahre bildete Keith Tippett zusammen mit seiner Frau Julie, die unter ihrem ledigen Namen Julie Driscoll bereits als Sängerin gearbeitet hatte[1], und dem Perkussionisten Frank Perry den Kern des Improvisationsensembles Ovary Lodge. Er kehrte zurück zur improvisierten Jazzmusik und spielte in einem Duo namens T'n'T mit Stan Tracey und in Gruppen von Trevor Watts (Amalgam), Elton Dean (Ninesense), Harry Miller, Dudu Pukwana, Louis Moholo und Howard Riley.

In den späten 70ern gründete er ein 22-köpfiges Ensemble namens Ark, mit dem er das Doppelalbum Frames veröffentlichte.

In den 1980er Jahren arbeitete Tippett größtenteils in Duos oder solo. Sein Stil wurde meditativer im Vergleich zu den „wilden“ Anfängen. Gegen Ende der 80er gründete er wieder eine Gruppe: Mujician mit Paul Dunmall (sax), Paul Rogers (bass) und Tony Levin (Schlagzeug), die seit den 1990er Jahren auf mehreren CDs dokumentiert ist (und auch mit georgischen Musikern auftrat). Anfang der 1990er Jahre war er Mitglied im Dedication Orchestra.

1997 formierte er für das Festival von Bath in England eine 21-köpfige Band namens Tapestry, mit der er auch später auftrat.

In den letzten Jahren unterrichtete er u.a. am Music Department der University of Bristol, war Co-Director der Jazz-Kurse der Dartington International Summer School, hat eine Ehrenmitgliedschaft am Dartington College of Arts und am Welsh College of Music and Drama, wo er das Jazzensemble des College unterrichtet. Nebenbei hält er auch (Musik-)Kurse für Schulkinder und Workshops für Nachwuchsjazzmusiker und tritt immer wieder sowohl solo als auch in unterschiedlichsten Formationen auf.

Diskographische Hinweise (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1969 - You Are Here… I Am There
  • 1970 - Dedicated To You But You Weren't Listening
  • 1971 - Septober Energy
  • 1972 - Blueprint
  • 1974 - TNT (mit Stan Tracey)
  • 1975 - Ovary Lodge
  • 1977 - Cruel But Fair (mit Hugh Hopper, Elton Dean und Joe Gallivan)
  • 1978 - Frames
  • 1980 - No Gossip
  • 1981 - Mujician
  • 1981 - First Encounter
  • 1982 - Tern
  • 1984 - A Loose Kite In a Gentle Wind Floating With Only My Will For an Anchor
  • 1984 - On Focus
  • 1985 - Solo Improvisation/Duet Improvisation (mit Hans Reichel)
  • 1986 - Mujician II
  • 1987 - Mujician III
  • 1987 - Couple In Spirit (m. J. Tippetts)
  • 1990 - The Dartington Concert (solo)
  • 1990 - 66 Shades Of Lipstick (mit Andy Sheppard)
  • 1991 - Mujician and The Gregorian Ensemble: Bristol concert[2]
  • 1993 - The Bern Concert (m. H. Riley)
  • 1993 - Twilight Etchings (m. J. Tippetts und Willi Kellers)
  • 1994 - Poem About the Hero (mit Mujician)
  • 1994 - Une Croix Dans L'Océan
  • 1995 - Birdman
  • 1996 - Couple In Spirit II [3]
  • 1998 - Keith Tippett Tapestry Orchestra Live at Le Mans
  • 2001 - Spacetime (mit Mujician)
  • 2004 - Viva La Black Live at Ruvo (mit J. Tippetts, L. Moholo und Canto General)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. seine Arbeit als Arrangeur und Pianist auf ihrem Album „1969“
  2. veröffentlicht 2001, wiederveröffentlicht 2005 als CD 1 von „Best of Keith & Julie Tippetts“
  3. wiederveröffentlicht 2005 als CD 2 von „Best of Keith & Julie Tippetts“

Weblinks[Bearbeiten]