Kleines Schwarzes

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Das „kleine Schwarze“

Das kleine Schwarze ist ein Kleid, das zu vielen Anlässen getragen werden kann, da der Schnitt klassisch-elegant ist, bis maximal Knielänge geht und die Farbe neutral schwarz gehalten ist. Es ist eng mit dem Etuikleid verwandt und wird beispielsweise als Cocktailkleid getragen.

Das „kleine Schwarze“ (frz. petite robe noire / AE: little black dress, abgekürzt LBD) wurde erstmals populär, als Coco Chanel 1926 in der Zeitschrift Vogue ein Foto eines kurzen schwarzen Chanel-Kleides mit dem Kommentar „Dieses schlichte Kleid wird eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack werden“ veröffentlichte.[1] Der erste Entwurf des Klassikers war ein Zweiteiler bestehend aus einem schwarzen bis zum Oberschenkelansatz reichenden Pullover und einem schwarzen, schmalen Rock.[2] Da die Farbe Schwarz in der Alltagskleidung bis dahin eher für Trauerkleidung oder Dienstboten bestimmt war, kam es in den 1920er Jahren einer Revolution gleich, junge, unverheiratete Frauen in knappen schwarzen Kleidern zu sehen.

Designer Karl Lagerfeld äußerte im Buch Das kleine Schwarze (1998) von Amy Holman Edelman allerdings Zweifel an der eigentlichen Urheberschaft Chanels: „Kleine schwarze Kleider tauchten zum ersten Mal zwischen 1918 und 1920 auf, und ich habe das Gefühl, dass sie auf die Trauerkleidung im Ersten Weltkrieg zurückgehen.“[3] Auch die New Yorker Modedesignerin Nettie Rosenstein (1890–1980) käme als Urheberin in Frage.[4]

Die Beliebtheit des Kleides erreichte ihren Höhepunkt ab den späten 1950er Jahren, als prominente Trägerinnen wie Audrey Hepburn es populär machten, unter anderem mit einem von Givenchy entworfenen Modell im Spielfilm Frühstück bei Tiffany (1961)[5][6][7] – der Film, der auch den Trenchcoat wieder aufleben ließ.[8] Das Original-Kleid aus Frühstück bei Tiffany von Hubert de Givenchy wurde 2006 für 692.000 Euro versteigert.[9]

Das „kleine Schwarze“ ist in der Damenmode beispielsweise als Satinkleid noch heute weit verbreitet. Häufig verwendete Stoffe sind Chiffon und Viskose.

Zitat[Bearbeiten]

„Wenn ein kleines Schwarzes perfekt passt, gibt es dazu keine Alternative“

Wallis Simpson[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Amy Holman Edelman.: The little black dress. Simon & Schuster, New York 1997. Deutsche Ausgabe: Das kleine Schwarze. Übers. von Henriette Zeltner. 3. Aufl. dtv, München 2001, ISBN 3-423-36212-X
  • N. J. Stevenson: Die Geschichte der Mode. Stile, Trends und Stars. Haupt, Bern u. a. 2011, ISBN 978-3-258-60032-1, S. 160f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleines Schwarzes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das kleine Schwarze: Multitalent für jeden Anlass gala.de, 6. August 2012
  2. Zum Geburtstag von Coco Chanel: Was macht das kleine Schwarze einzigartig?
  3. Das „Kleine Schwarze“ hatte den großen Auftritt augsburger-allgemeine.de, 27. September 2010
  4. Das kleine Schwarze – So schlicht! So sexy! spiegel.de, 18. November 2009
  5. Givenchy wird 80 – Der Erfinder des „kleinen Schwarzen“ sueddeutsche.de, 11. Mai 2010
  6. Die wahren Stilikonen – Stil statt Style süddeutsche.de, 24. November 2010
  7. Paola Saltari: Eine Frage des Stils. Travel House Media 2010. ISBN 978-3-86726-162-3
  8. Die Klassiker: Zeitlose „Keypieces“ der Damenmode
  9. Audrey-Hepburn-Kleid für über 650.000 Euro versteigert europolitan.de, 6. Dezember 2012
  10. Stevenson: Die Geschichte der Mode 2011, S. 161.