Coco Chanel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Coco Chanel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Coco Chanel (1928)

Coco Chanel (laut Geburtsurkunde eigentlich Gabrielle Chasnel;[1] * 19. August 1883 in Saumur, Pays de la Loire; † 10. Januar 1971 in Paris) war eine international bekannte französische Modedesignerin und Unternehmerin.

Coco Chanel begründete Anfang der 1910er Jahre das Modeimperium Chanel und gilt als herausragende Persönlichkeit der Modegeschichte. Sie wurde aufgrund ihres Einflusses auf die Welt der Mode, insbesondere die Haute Couture, 1999 als einzige Person ihrer Berufsgruppe auf der von der US-Zeitschrift Time veröffentlichten Liste der 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts (engl. Time 100: The Most Important People of the Century) aufgeführt.

Chanel und Hugh Grosvenor, 2. Duke of Westminster (zwischen 1925 und 1930 fotografiert)

Ab 1913 war sie Wegbereiterin einer damals nahezu revolutionären, funktionellen Damenmode mit wadenlangem Rock oder luftiger Hose, lose gegürtetem Oberteil und Kurzhaarschnitt für selbstbewusste, moderne Frauen. In den 1920er Jahren kreierte Coco Chanel das „kleine Schwarze“, das bis heute einen Klassiker in der Damenmode darstellt. 1922 brachte sie das Parfüm Chanel Nº 5 auf den Markt, das als meistverkauftes der Welt gilt. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde ihr Chanel-Kostüm mit einem losen, meist bordierten Tweed-Jäckchen und einem ausgestellten Rock weltbekannt.

Coco Chanels Vermächtnis, das weltweit tätige Unternehmen Chanel, gehört heute mit einem Jahresumsatz von mehr als sechs Milliarden US-Dollar (2012)[2] zu den größten und bedeutendsten in der Modebranche.

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Um Chanels Jugend ranken sich zahlreiche Legenden, zu deren Entstehung Coco Chanel, vermutlich aus Scham über ihr Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen, selbst beigetragen hat. Wahrscheinlich wurde sie als zweite uneheliche Tochter des Hausierers Henri-Albert Chasnel und der Wäscherin Eugénie Jeanne Devolle in Saumur an der Loire (Anjou) geboren. In der am 20. August 1883 ausgestellten Geburtsurkunde wurde Chasnel als Nachname des Vaters und Gabrielle als Vorname des Kindes eingetragen, neben dem eigentlichen Formular steht der Name Chasnel Gabrielle.[1] Erst 1884 heirateten ihre Eltern. Sie hatte fünf Geschwister, zwei Schwestern, Julia (* 1882) und Antoinette (* 1887), sowie drei Brüder, Alphonse (* 1885) und Lucien (* 1889) sowie Augustin (* 1891), der nach wenigen Monaten starb.

Als Gabrielle elf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Der Vater, der das Sorgerecht behielt, gab sie und ihre ältere Schwester als Halbwaisen in die Obhut eines von Nonnen geführten Waisenhauses, wo sie den Beruf der Näherin erlernte. Ihren Vater sah Gabrielle nie wieder und gab später an, er sei nach Amerika ausgewandert. Mit Erreichen des 16. Lebensjahres wurde sie aus dem katholischen Waisenhaus Klosters Aubazine entlassen.[3] Danach erhielt sie zwei Jahre Unterricht im Pensionat Notre-Dame der Stiftsdamen von Saint Augustin in Moulins in der Auvergne. Mit 20 Jahren arbeitete sie als Angestellte in einem Aussteuer- und Babyartikelgeschäft und nahm privat Aufträge als Schneiderin an.

Damals trat Gabrielle Chanel als Sängerin in dem Varieté Rotonde in Moulins auf, wo sie vor allem zwei Lieder vortrug: Qui qu’a vu Coco? und Ko-Ko-Ri-Ko. Im Publikum saßen vor allem die Offiziere des Jägerregiments von Moulins, die sie wegen der beiden Lieder „Coco“ riefen. Vermutlich stammt ihr Spitzname „Coco“ aus dieser Zeit. Sie selbst gab später an, ihr Vater habe sie liebevoll „Coco“ genannt.

1904 lernte sie in Moulins den Pariser Industriellensohn Etienne Balsan (1880–1953) kennen, der sie schließlich in die Pariser Gesellschaft einführte und mit dem sie von 1906 bis 1910 in Royallieu bei Compiègne zusammenlebte. Mit seiner finanziellen Unterstützung und in der Pariser Wohnung, die er ihr zur Verfügung stellte, eröffnete sie 1909 ein Hutatelier. Chanels moderne, ungewohnt schlichte Hutkreationen erfreuten sich im Bekanntenkreis von Balsan und der Pariser Haute-Volée rasch großer Beliebtheit.

Unternehmensgründung[Bearbeiten]

Hutmodell von Coco Chanel, 1912
Hauptartikel: Chanel

Mit einer Bürgschaft und einem Kredit ihres nächsten Geliebten,[4] des britischen Bergwerksbesitzers Arthur („Boy“) Capel († 21. Dezember 1919), eröffnete sie 1910 in der Pariser Rue Cambon ein Hutatelier und 1913 im Seebad Deauville eine Modeboutique. Das Unternehmen Chanel gibt heute das letztere Datum als sein Gründungsdatum an.

Frühe Erfolgsjahre[Bearbeiten]

1915 besaß Coco Chanel Modesalons in Paris, Deauville und Biarritz, entwarf schlichte, locker umspielende Kleider aus Baumwolljersey und kreierte damit eine neue und funktionale Mode mit klaren Linien ohne die bis dahin üblichen Verzierungen. 1918 eröffnete sie ihren Haute Couture Salon in der 31, Rue Cambon. Chanels Geschäft wuchs schnell. Schon 1916 beschäftigte sie 300 Näherinnen, konnte ihre Schulden bei Capel begleichen und ihre Unabhängigkeit sicherstellen. Im gleichen Jahr erklärte die amerikanische Vogue Chanels Mode zum „Inbegriff der Eleganz“. Ihre Mode unterschied sich durch ihre Zurückhaltung deutlich von der ihrer Konkurrenten. Capel starb 1919 in einem Autounfall. Zunächst zutiefst erschüttert durch den Verlust ihrer großen Liebe, beschloss Chanel schließlich doch mit dem gemeinsam begonnenen Lebenswerk alleine fortzufahren. 1924 gründete sie mit Geschäftspartnern die vom Modeunternehmen zunächst unabhängige Parfümsparte Parfums Chanel in Neuilly-sur-Seine, an der sie selbst allerdings nur 10 % der Anteile hielt. Als ihr Betrieb 1936 bestreikt wurde, hatte sie etwa 4000 Angestellte. Mit Kriegsbeginn schloss sie kurzerhand ihr Modeunternehmen, sodass alle Mitarbeiter ihre Arbeit verloren. Sie zog sich für kurze Zeit in die Provinz an der spanischen Grenze zurück, kehrte aber bereits im Herbst 1940 nach Paris zurück.

Schaufenster der Chanel-Boutique an der Pariser Place Vendôme mit Spiegelung des Hotel Ritz

1937 bezog Coco Chanel im Pariser Hotel Ritz an der Place Vendôme eine rückseitig zur Rue Cambon gelegene Zwei-Zimmer-Suite, in der sie fortan nächtigte und in der sie 1971 auch starb. Ihre eigentliche Wohnung, in der es kein Schlafzimmer gab, befand sich auf der anderen Straßenseite über ihrem Atelier in der 31, Rue Cambon. Die Wohnung ist bis heute nahezu unverändert erhalten.

Besatzungszeit[Bearbeiten]

Nach Beginn der deutschen Besetzung begegnete sie 1940 in ihrem damaligen Wohnsitz, dem Hotel Ritz in Paris, dem deutschen Diplomaten Hans Günther von Dincklage, "Sohn eines hannoverschen Freiherrn und einer britischen Hochadeligen"[5] sowie Sonderbeauftragter des Reichssicherheitshauptamts in Frankreich,[6] der ihr Liebhaber wurde. Chanel war für die deutschen Besatzer, die in Paris im Hotel Ritz ihr Quartier eingerichtet hatten, ob ihrer zahlreichen Kontakte in höchste Kreise ein interessante Figur. 1941 sollte sie in Madrid aus der dortigen britischen Botschaft kriegswichtige Informationen für Deutschland in Erfahrung bringen. Eine Motivation von Coco Chanel für die Zusammenarbeit mag die Internierung ihres Neffen André gewesen sein, der schlussendlich tatsächlich freigelassen wurde.[7] Mit Walter Schellenberg fädelte Chanel 1944 in Berlin die Operation Modellhut ein, bei der sie Churchill zu Gesprächen mit den Deutschen über einen "Separatfrieden zwischen Deutschland und Großbritannien" überreden sollte.[8] Die Aktion scheiterte daran, dass Churchill sich eine Lungenentzündung zuzog.[9] In dem Enthüllungsbuch des US-amerikanischen Journalisten Hal Vaughan, Sleeping with the Enemy: Coco Chanel's Secret War (dt. Coco Chanel - Der schwarze Engel: Ein Leben als Nazi-Agentin), von 2011 wird Chanel mit Verweis auf verschiedene Quellen als "Agentin F-7124" im Dienst der deutschen Besatzer mit "dem Codenamen Westminster" bezeichnet.[10]

Nachdem der mit deutschen Wurzeln aus dem Elsass stammende, jüdische Geschäftspartner von Coco Chanel und seit 1924 Eigentümer der Parfümsparte von Chanel, Pierre Wertheimer, 1940 mit seiner Familie vor den Nazis über Brasilien in die USA geflüchtet war, versuchte Mademoiselle in den 1940er Jahren vergeblich im Rahmen der "Arisierung" jüdischen Vermögens in den Besitz von Parfums Chanel zu gelangen.[11] Wertheimer hatte seine Anteile an Parfums Chanel vor seiner Ausreise allerdings dem befreundeten Flugzeug-Hersteller Félix Amiot pro forma übertragen, welcher sie nach dem Weltkrieg wieder an Pierre Wertheimer zurückgab, ohne dass Coco Chanel etwas daran ändern konnte.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fiel Coco Chanel in Frankreich in Ungnade und wurde als Kollaborateurin verhaftet; kurze Zeit später aufgrund ihrer guten Kontakte allerdings wieder freigelassen. Von sonst in Frankreich nicht unüblichen Ausschreitungen gegen Kollaborateure im Rahmen von Säuberungen blieb sie verschont. Bis 1954 lebte Coco Chanel im Schweizer Exil in Lausanne.

Wieder nach Paris zurückgekehrt, arbeitete Coco Chanel an ihrem Comeback. Einige Quellen vermuten, dass der inzwischen moderne „New Look“ von Christian Dior, den sie als Rückfall in die Zeit des steifen Korsetts betrachtet haben soll, ihre Motivation gewesen sei. Ihre Rückkehr in die Modewelt wurde von ihrem Geschäftspartner Pierre Wertheimer finanziert, der einen Alleingang von Mademoiselle fürchtete, aber durchaus zu einer amikalen Lösung unter Berücksichtigung einiger Privilegien in der Vermögensteilung bereit war. Im Gegenzug erhielt Wertheimer zusätzlich zu seinem Besitz der Parfümsparte von Chanel 1954 auch 100 % der Anteile des Modeunternehmens Chanel. Die Parfüm- und die Modesparte von Chanel sind seither in der dritten Generation im Alleinbesitz der Familie Wertheimer.

Späte Erfolgsjahre[Bearbeiten]

Drei Namen aus diesem Jahrhundert wird Frankreich nie vergessen: de Gaulle, Picasso, Chanel

Zitat von André Malraux[12]

Am 5. Februar 1954 eröffnete Coco Chanel – inzwischen 71-jährig – nach neunjähriger Schaffenspause ihr Modegeschäft in der Rue Cambon mit einer neuen Kollektion, die von der französischen Presse zunächst spöttisch als "Fiasko" und die dargestellten Modelle als "Phantome von Kleidern aus den 1930ern" verhöhnt wurde. Mademoiselle saß während der Modenschauen stets auf der Wendeltreppe ihres Ateliers und beobachtete außer Sichtweite der Zuschauer die unter ihr defilierenden Mannequins über eigens dafür angebrachte Wandspiegel. Nachdem jedoch das US-amerikanische Life-Magazin ein Jahr später die Eleganz ihrer Tweedkostüme gewürdigt sowie ihre Mode als "Revolution" bezeichnet hatte und immer mehr internationale Stars wie Marlene Dietrich, Brigitte Bardot, Grace Kelly, Romy Schneider, Ingrid Bergman oder Elizabeth Taylor medienwirksam Chanel trugen, begann der Siegeszug des Chanel-Kostüms.

Bis zu ihrem Tod nächtigte Coco Chanel in ihrer rückseitig an der Rue Cambon gelegenen Suite im Hotel Ritz, arbeitete in ihrem Atelier auf der anderen Straßenseite und wohnte in ihrer Privatwohnung über dem Atelier. Letztere ist bis heute ohne große Veränderungen erhalten geblieben. Es war Brauch, dass ein Portier des Hotel Ritz jeden Morgen im Atelier in der 31, Rue Cambon anrief sobald Mademoiselle das Hotel verließ, damit eine Chanel-Mitarbeiterin gegenüber den Lieblingsduft der Designerin, Chanel No. 5, im Treppenhaus für sie versprühen konnte.

Mademoiselle Chanel galt in ihren späten Lebensjahren in der Branche als schwierige, verbitterte[13] Person, die zum Ende ihres Lebens ein zurückgezogenes, einsames Dasein in ihren Ateliers und in ihrer Wohnung führte. Karl Lagerfeld, der Chanel nie persönlich kennengelernt hatte, beschrieb sie als "wild, launisch und aggressiv".[14]

Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 in ihrer Suite im Pariser Hotel Ritz. Bis zuletzt hatte sie trotz ihres hohen Alters an einer nächsten Kollektion gearbeitet, angeblich litt sie aber an Durchblutungsstörungen ihres Kopfes. Die letzten Worte der 87-Jährigen sollen gelautet haben: „So stirbt man also.“[15]

An der Trauerfeier in der Pariser Madeleine-Kirche nahmen die Modeschöpfer Yves Saint-Laurent und André Courrèges, ihre Mannequins in Chanel-Kostümen und zahlreiche wohlhabende Kundinnen teil. Der Sarg wurde nach dem Gottesdienst in die Schweizer Stadt Lausanne überführt, wo Coco Chanel auf dem Cimetière du Bois-de-Vaux beigesetzt wurde.[16]

Freundschaften[Bearbeiten]

Als Stern am Pariser Modehimmel ihrer Zeit zählte sie viele berühmte Künstlerinnen und Künstler zu ihren Freunden, darunter Jean Cocteau, Charles Dullin, Sergej Diaghilew, Igor Strawinsky und dessen Familie, Pablo Picasso, Colette, Max Jacob, Misia Sert und später Romy Schneider, aber auch Persönlichkeiten wie Winston Churchill.

Sie soll zahlreiche Liebschaften gehabt haben, darunter 1921 eine kurze Affäre mit Igor Strawinsky und 1921/1922 eine Liaison mit dem elf Jahre jüngeren Großfürsten Dmitri Pawlowitsch Romanow, dem Enkel des russischen Zaren Alexander II. und Cousin des letzten Zaren Nikolaus II.. Durch den Großfürsten ließ sich Coco Chanel in ihren Modekollektionen von russischen Pelzmänteln und Stickereien sowie byzantinischem Schmuck inspirieren. Über ihn lernte sie auch den französischen Parfümeur am Zarenhof, Ernest Beaux, kennen, mit dem sie 1921 ihr erstes Parfüm, Chanel No. 5, kreierte. Von 1922 bis 1924 war der Dichter Pierre Reverdy ihr Begleiter, und von 1924 bis 1930 war sie mit Hugh Grosvenor, 2. Duke of Westminster (1879–1953), liiert. Auf das Umfeld des Herzogs von Westminster, damals reichster Mann von England, sind unter anderem Chanels Ideen zu Tweedjacken, kurzen Pullovern und Hosen für Damen zurückzuführen. 1932 begann sie eine Beziehung mit dem Illustrator Paul Iribe, der 1935 an Herzversagen starb.

Werke[Bearbeiten]

Chanel 2.55. Über der Schließe ist das Logo zu sehen, das verschränkte Doppel-C.
Flakon Chanel Nº 5

Wie keine andere Modeschöpferin prägte Coco Chanel die Mode des 20. Jahrhunderts und hatte einen erheblichen Anteil an der Entwicklung von Paris zu einem Modezentrum.

Coco Chanel behauptete gern: „Ich habe die Frauen aus dem Korsett befreit.“ Die erste Mode ohne Korsett wurde allerdings von Paul Poiret geschaffen, dessen Mode Chanel als „barbarisch“ bezeichnete. Ihre bevorzugten Farben waren Schwarz, Weiß und Beige. In den 1920er Jahren erfand sie das Cocktailkleid, das als „kleines Schwarzes“ bekannt wurde.[17] Sie kürzte die Röcke auf eine damals skandalöse Länge knapp unterhalb des Knies und entwarf neuartige gestrickte Badeanzüge mit Bewegungsfreiheit, die am Oberschenkel endeten und unter denen Shorts hervorlugten.

Sie verwendete für eine sportlichere Linie erstmals körperbetonende Jerseystoffe. Das berühmte Chanel-Kostüm aus Tweed avancierte für die Geschäftsfrau weltweit zum Standard. Das Kostüm war oft mit schwarzem Besatz und Goldknöpfen verziert und wurde gern mit langen Perlenketten als Modeschmuck getragen.

Weitere Beiträge zur Damenmode waren Hosen für Frauen, Strickensembles (Twinset), Schuhe mit Fersenriemen (Slingpumps oder auch Slingbacks genannt) und gesteppte Handtaschen mit Schulterkette (Chanel 2.55). Hinzu kam die Etablierung auffälligen Modeschmucks anstelle von echtem Schmuck.

Zusammen mit dem Parfümeur Ernest Beaux kreierte sie 1921 Chanel Nº 5. Es war das erste populäre Parfüm, das nicht nach Blumen roch, sondern von einer Aldehydnote dominiert wurde.

Im Metropolitan Museum of Art in New York, das die umfangreichste Modesammlung der Welt beherbergt, findet man Coco Chanels Evening Ensemble von 1936. 2014 fand im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg eine Ausstellung namens „Mythos Chanel“ statt. Diese Ausstellung zeigte über 150 originale Stücke bedeutender Sammlungen.[18]

Das Modehaus nach Chanels Tod[Bearbeiten]

Die Jahre nach dem Tod der Stilikone Coco Chanel verliefen immer noch mit rasantem Erfolg für das Modelabel. Im Jahr 1974 kam das Eau de Toilette Cristalle heraus und im darauffolgenden Jahr 1975 brachte die Modefirma eine Pflege- und Kosmetik-Serie namens Beauté auf den Markt. Im Jahr 1981 kam der zweite Herrenduft namens Antaeus in den Handel.[19] Doch generell konnte das Modehaus Chanel nach ihrem Tod nicht an die Erfolge unter Coco Chanels Leitung anknüpfen. Es geriet in den Ruf, Mode für reiche ältere Damen zu kreieren.

Das änderte sich erst 1983, als Karl Lagerfeld begann, Mode für Chanel zu entwerfen und dem Haus wieder zu seinem früheren Ruhm zu verhelfen. Alleinige Eigentümer von Chanel sind seit 1974 Alain und Gérard Wertheimer, die Enkel von Pierre Wertheimer. 1984 wurde das Parfüm Coco lanciert, das weltweite Erfolge feierte. Ebenso erfolgreich gestalteten sich die Modekreationen von Karl Lagerfeld, die 1986 mit dem Pariser Haute-Couture-Preis Dé d'or (dt. Goldener Fingerhut) geehrt wurden. Der US-amerikanische Modeverband CFDA würdigte Lagerfeld als Chanel-Designer 1991 mit dem International Award.

Filme[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Britta Bommert (Hrsg.): Mythos Chanel, Ausstellungskatalog. Mettingen 2013.
  • Lisa Chaney: Chanel. An Intimate Life. Fig Tree, London 2011, ISBN 978-1-905490-36-3.
  • Edmonde Charles-Roux: Coco Chanel – Ein Leben. Ihr Leben, ihre Welt und die Wahrheit hinter der Legende. Zsolnay, Wien / Darmstadt 1988, ISBN 3-552-04026-9.
  •  Edmonde Charles-Roux: Coco Chanel – Ihr Leben in Bildern. Knesebeck, München 2009, ISBN 978-3-89660-261-9.
  • Manfred Flügge: Rettung ohne Retter oder: Ein Zug aus Theresienstadt. dtv, 2004, ISBN 3-423-24416-X (Chanels Nazi-Kollaboration wird in diesem Roman ausführlich behandelt)
  • Chris Greenhalgh: Coco Chanel & Igor Strawinsky. Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, München 2010, ISBN 978-3-570-58019-6.
  • Catherine de Montalembert: Für immer Coco. Facetten einer Ikone (Originaltitel: Coco Chanel, une icone). Knesebeck, München 2012, ISBN 978-3-86873-433-1.
  • Paul Morand: Coco Chanel – L’allure de Chanel. Hermann, 75015 Paris 1976, ISBN 2-7056-5838-6.
  • Justine Picardie: Coco Chanel: The Legend and the Life. HarperCollins, New York 2010, ISBN 978-0-06-196385-8.
    • deutsch: Chanel. Ihr Leben. Übersetzt von Gertraude Krueger und Dorthe Kaiser, mit Zeichnungen von Karl Lagerfeld, Steidl, Göttingen 2011, ISBN 978-3-86930-179-2.[22]
  • Hal Vaughan: Sleeping With the Enemy – Coco Chanel Nazi Agent (Im Bett mit dem Feind – Coco Chanel als Nazi-Agentin). Chatto & Windus, London 2011, ISBN 978-0-7011-8500-8.[23]
    • deutsch: Coco Chanel – Der schwarze Engel. Ein Leben als Nazi-Agentin (aus dem Englischen von Bernhard Jendricke u. a.), Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-50226-8.
  • Janet Wallach: Coco Chanel – Eleganz und Erfolg ihres Lebens. Kabel, München 1998, ISBN 3-8225-0513-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coco Chanel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Geburtsurkunde. Im eigentlichen Formular (rechts) hat der Standesbeamte als Name des Vaters Henri Chasnel eingetragen (Ende der 7. Zeile), als Name der Mutter Eugénie Jeanne Devolles (9. Zeile), als Vorname des Kindes Gabrielle (11. Zeile). Zur Mutter heißt es: domiciliée avec son mari, also „wohnhaft bei ihrem Ehemann“ (Ende der 10. Zeile); das Paar war aber damals noch nicht verheiratet. Links oben hat eine andere Person (mit anderer Handschrift) zusammenfassend den Nachnamen und Vornamen des Kindes angegeben: Chasnel Gabrielle. Unterhalb wurden später die Sterbedaten vermerkt.
  2. Industrie du luxe: l'exceptionnelle rentabilité de Chanel enfin dévoilée, challenges.fr, 9. Januar 2014
  3. Biografie Coco Chanel www.whoswho.de
  4. Erfinderin des „Kleinen Schwarzen“ in „Radiofeuilleton“ auf Deutschlandradio Kultur vom 19. August 2008
  5. Modelegende Chanel – Wie Coco fast den Krieg beendet hätte, spiegel.de, 26. August 2008
  6. Von ihm zitiert Maximilian Scheer in So war es in Paris, Berlin 1972, S. 101, folgendes Schreiben vom 17. September 1934 an seine Dienststelle: „… brachte ich dem Chef der Geheimen Staatspolizei, Herrn Diehls, eine Aufstellung genauer Adressenangaben über Emigranten, die sich an der Boykottbewegung beteiligten. Ich teilte Herrn Diehls mit, daß es mir vielleicht auch möglich sei, ihm genauere Angaben über die Hetzarbeit der KPD-Mitglieder im Auslande, besonders in Frankreich, zu machen. Herr Diehls sagte …(dass die) Feststellung des Netzes … äußerst wertvoll wäre.“
  7. Coco Chanel – Die Agentin mit der Perlenkette, faz.net, 22. August 2011
  8. [http://www.spiegel.de/kultur/literatur/chanel-skandalbiografie-der-spatz-von-nazi-paris-a-781158.html
  9. Modelegende Chanel – Wie Coco fast den Krieg beendet hätte, spiegel.de, 26. August 2008
  10. Biographie stellt Coco Chanel als Nazi-Spionin dar, handelsblatt.com, 16. August 2011
  11. Coco Chanel – Die Agentin mit der Perlenkette, faz.net, 22. August 2011
  12. Chanel No. 1, vogue.com, Februar 2009
  13. Mehr Chanel als Coco, tagesanzeiger.ch, 15. April 2014
  14. http://www.textilwirtschaft.de/suche/show.php?ids%5B%5D=389253 Coco Chanel - Ein Porträt der Modeschöpferin], textilwirtschaft.de, 6. Juli 1995
  15. Berühmte Abschiedsworte: Coco Chanel (1883–1971) Spiegel Online, 5. April 2007
  16. Das Grab von Coco Chanel auf knerger.de
  17. Coco Chanel, die Erfinderin des Cocktailkleids Abgerufen am 25. Februar 2012.
  18. Ausstellung Mythos Chanel
  19. Vgl. Baudot, François: Chanel, in der Reihe Magier der Mode. Aus dem Französischen übertragen von Anja Lazarowicz. München, Paris, London: Schirmer/Mosel 1996, S. 75
  20. Filmfest Hamburg: Coco Chanel und Igor Strawinsky. Filmkritik von Dagmar Seifert auf kultur-port.de vom 28. September 2009.
  21. Filmseite: Coco Chanel & Igor Stravinsky.
  22. Rezension durch Johannes Willms in der Süddeutschen Zeitung vom 11.-13. Juni 2011, Seite 17
  23. Oliver Meiler: Ein übler Duft von Coco Chanel. Eine neue Biografie stellt Frankreichs Modeikone als glühende Antisemitin dar. In: Tages-Anzeiger. 17. August 2011, abgerufen am 17. August 2011.