Kleingebiet

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Übersicht der ungarischen Kleingebiete (graue Grenzlinien) innerhalb der Komitate (blaue Linien)

Kleingebiet (ungarisch kistérség [ˈkiʃteːrʃeːɡ]) war die Bezeichnung für eine Gebietskörperschaft (Verwaltungseinheit) in Ungarn, die im NUTS-System der EU der Ebene „LAU 1“ (Local administrative unit, ‚lokale Gebietseinheit‘ [LGE]) entspricht.

Innerhalb der Verwaltungsgliederung Ungarns stand ein Kleingebiet zwischen den ihm angehörenden Gemeinden und dem Komitat, dem es selbst angehört. Neben „Kleingebiet“ ist auch die eher als wörtliche Übersetzung zu verstehende Bezeichnung „Kleinregion“ in Gebrauch. „Kleingebiet“ ermöglicht jedoch eine bessere begriffliche Unterscheidung von den historischen und flächenmäßigen Entsprechungen in Ungarn und seinen Nachbarländern.

Zum 1. Januar 2013 wurden die Kistérség abgeschafft und durch eine annähernd gleiche Anzahl von Bezirken (ungarisch Járás) ersetzt. Verwaltungseinheiten dieser Bezeichnung gab es schon im Ungarn („Transleithanien“) der Donaumonarchie. Sie entsprachen österreichischen Bezirken.

Historische Entsprechungen[Bearbeiten]

Das historische Äquivalent der Kleingebiete waren die 1850 im Kaisertum Österreich (siehe Bezirkshauptmannschaft), auch im Königreich Ungarn, eingeführten „Bezirke“, die in Ungarn die Bezeichnung járás (Plural járások) trugen. Diese territorialen Einheiten bestanden nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und Österreich-Ungarns und auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum 31. Dezember 1983 fort. Vor 1918 wurde járás meist als Stuhlbezirk, später oft auch als Kreis wiedergegeben. Bestanden 1945 noch 151 járások, so waren es im Jahre 1975 nur noch 92, zum Zeitpunkt der Abschaffung Ende 1983 betrug ihre Anzahl noch 83.

Vorbereitung und Einführung[Bearbeiten]

1994 gliederte das Zentrale Statistikamt Ungarns das Land zur Erfassung bestimmter statistischer Daten in zunächst 138 territoriale Einheiten, die als ‚statistische Distrikte‘ (statisztikai körzet) bezeichnet wurden. Deren Anzahl wurde zum 1. Januar 1998 auf 150 erhöht. Mit einer Verordnung der ungarischen Regierung vom 18. Dezember 2003 wurden dann 168 Kleingebiete mit der Bezeichnung kistérség gegründet, denen zugleich ein Teil der öffentlichen Aufgaben der Gemeinden übertragen wurde.

Aufgaben und Status[Bearbeiten]

Die heutigen Kleingebiete entsprechen in Bezug auf Größe und Zuschnitt in etwa den früheren Verwaltungseinheiten, die járás (Mehrzahl: járások) genannt wurden, können jedoch nur teilweise als deren Nachfolger oder Wiedereinführung verstanden werden, da sie z. B. nicht über deren Zuständigkeiten bei behördlichen Aufgaben und im Justizwesen verfügen. Außerdem übersteigt die Anzahl der Kleingebiete die Anzahl der damaligen járások, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise gesenkt wurde.

Gemäß dem Gesetz von 1996 über die regionale Entwicklung und territoriale Gliederung ist ein Kleingebiet als nachgeordnete territoriale Einheit definiert. Dort fungiert ein zu schaffender Rat aus Vertretern der Gemeinden als Organ der gemeindeübergreifenden Selbstverwaltung.

Im Zentrum der Aufgaben eines Kleingebiets bzw. dessen Rates steht die Koordination der Interessen der ihm angehörenden Gemeinden sowie die Schaffung und Umsetzung gemeinsamer Programme zur räumlichen Entwicklung. Dazu wird dort jeweils ein gemeinsamer Fonds eingerichtet, über dessen Verwendung der Rat des Kleingebiets als rechtlich selbständige Körperschaft entscheidet.

Heutige Entsprechungen[Bearbeiten]

Sie entsprechen in etwa den österreichischen Bezirken, allerdings mit anderen Kompetenzen. In Tschechien und der Slowakei entsprechen sie den Okresy, in Polen den Powiaty. Im NUTS-System befinden sich in Deutschland die Gemeindeverbände wie z.B. Ämter, Samtgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften auf der Ebene LAU-1.

Liste der Kleingebiete in Ungarn[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es in Ungarn in den sieben Regionen bzw. 19 Komitaten 174 Kleingebiete. Diese sind nachfolgend nach Regionen und Komitaten gruppiert in alphabetischer Reihenfolge angegeben.

Region Westtransdanubien (Nyugat-Dunántúl)[Bearbeiten]

Die Region Westtransdanubien umfasst die Komitate Győr-Moson-Sopron, Vas und Zala.

Komitat Győr-Moson-Sopron[Bearbeiten]

Komitat Vas[Bearbeiten]

Komitat Zala[Bearbeiten]

Region Südtransdanubien (Dél-Dunántúl)[Bearbeiten]

Die Region Südtransdanubien umfasst die Komitate Baranya, Somogy und Tolna.

Komitat Baranya[Bearbeiten]

Komitat Somogy[Bearbeiten]

Komitat Tolna[Bearbeiten]

Region Mitteltransdanubien (Közép-Dunántúl)[Bearbeiten]

Die Region Mitteltransdanubien umfasst die Komitate Fejér, Komárom-Esztergom und Veszprém.

Komitat Fejér[Bearbeiten]

Komitat Komárom-Esztergom[Bearbeiten]

Komitat Veszprém[Bearbeiten]

Region Mittelungarn (Közép-Magyarország)[Bearbeiten]

Die Region Mittelungarn besteht aus der Hauptstadt Budapest und dem sie umgebenden Komitat Pest.

Budapest[Bearbeiten]

Komitat Pest[Bearbeiten]

Region Nordungarn (Észak-Magyarország)[Bearbeiten]

Die Region Nordungarn umfasst die Komitate Borsod-Abaúj-Zemplén, Heves und Nógrád.

Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén[Bearbeiten]

Komitat Heves[Bearbeiten]

Komitat Nógrád[Bearbeiten]

Region Nördliche Große Tiefebene (Észak-Alföld)[Bearbeiten]

Die Region Nördliche Große Tiefebene umfasst die Komitate Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok und Szabolcs-Szatmár-Bereg.

Komitat Hajdú-Bihar[Bearbeiten]

Komitat Jász-Nagykun-Szolnok[Bearbeiten]

Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg[Bearbeiten]

Region Südliche Große Tiefebene (Dél-Alföld)[Bearbeiten]

Die Region Südliche Große Tiefebene umfasst die Komitate Bács-Kiskun, Békés und Csongrád.

Komitat Bács-Kiskun[Bearbeiten]

Komitat Békés[Bearbeiten]

Komitat Csongrád[Bearbeiten]