Klieken

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51.88861111111112.37277777777865Koordinaten: 51° 53′ 19″ N, 12° 22′ 22″ O

Klieken
Wappen von Klieken
Höhe: 65 m ü. NN
Fläche: 32,47 km²
Einwohner: 1077 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. März 2009
Postleitzahl: 06869
Vorwahl: 034903

Klieken ist ein Ortsteil von Coswig (Anhalt) im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Klieken liegt am Rande der Kliekener Aue, eines flachen Ufergebietes, das von einer nach Süden ausladenden Elbeschlinge begrenzt wird. Die Städte Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft Kliekens.

Geschichte[Bearbeiten]

In Klieken gab es bis zur Bodenreform 1945 zwei Rittergüter (Unterhof und Oberhof), die über Jahrhunderte dem Adelsgeschlecht von Lattorff gehörten. Letzter Pächter des Oberhofes war Alois Schmitz; letzter Besitzer des Unterhofes war General Richard Ernst Bernhard von Oppeln-Bronikowski, der mit Anna Auguste Ottilie Magdalena von Lattorff verheiratet war.

Klieken gehörte bis 1952 zum Landkreis Zerbst (bis 1945 in Anhalt, 1945 bis 1952 in Sachsen-Anhalt) und 1952 bis 1990 zum Kreis Roßlau im Bezirk Halle. Seit 1990 ist der Ort wieder Teil des Landes Sachsen-Anhalt (bis 1994 im Kreis Roßlau, 1994 bis 2007 im Landkreis Anhalt-Zerbst).

Am 1. Juli 2007 wurde die Gemeinde Klieken aufgrund einer Kreisgebietsreform vom Landkreis Anhalt-Zerbst in den Landkreis Wittenberg eingegliedert.

Klieken war bis zur Eingemeindung nach Coswig (Anhalt) am 1. März 2009 eine selbstständige Gemeinde.[1]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau, vorn ein aus dem Schildrand wachsendes, allseitig anstoßendes, schwarzes Prankenhochkreuz, hinten auf der Plattform eines schwarz gefugten silbernen Zinnenturms mit einer Fensteröffnung ein silberner Storch mit schwarzer Flügeldecke und rotem Schnabel und Beinen, überhöht von zwei sechsstrahligen silbernen Sternen nebeneinander.“[2]

Das schwarze Kreuz symbolisiert die über 550-jährige Zugehörigkeit des ehemaligen Ortsteils Buro zum Deutschen Orden (1258-1809). Der Storch soll einen Bezug zur Fruchtbarkeit der Kliekener und Buroer Aue herstellen. Die Zinnentürme im Wappen erinnern an eine fast vergessene alte Burganlage in der Kliekener Aue, der Kehlsburg. Die beiden Sterne sollen einen Bezug zu den beiden Orten der ehemaligen Gemeinde darstellen.

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Silber (Weiß) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche
  • Barocke Fachwerkkirche (Kreuzkirche) aus dem 17. Jahrhundert mit einem Turm von 1784. Im Jahr 1697 wurden der Kirche zu einem gotischen Altar zwei Altarflügel aus der Werkstatt des Malers Lucas Cranach geschenkt. Die Flügel wurden im Mai 1980 gestohlen und 2007 in einem Antiquitätengeschäft in Bamberg wiederentdeckt. Nach langwierigen Verhandlungen wurde ein Vergleich mit der Evangelischen Kirche Anhalts geschlossen. Die Altarflügel wurden restauriert und nach Einbau einer Einbruchsicherung in der Kirche sind die Gemälde seit dem 24. März 2013 wieder an ihrem angestammten Platz in der Kliekener Kirche.[3][4] In dem Gotteshaus befindet sich außerdem eine Orgel der berühmten Orgelbauerfamilie Zuberbier.
  • Witwenhaus derer von Lattorff.

Verkehr[Bearbeiten]

Haltepunkt Klieken

Die Bundesstraße 187 von Dessau-Roßlau nach Coswig (Anhalt) führt unmittelbar nördlich an Klieken vorbei.

Die Bahnstrecke Roßlau–Falkenberg/Elster hat einen Haltepunkt in Klieken, ebenfalls am nördlichen Rand des Ortsteils. Am Haltepunkt Klieken verkehren stündlich Regionalbahnen nach Dessau-Roßlau und weiter Richtung Halle (Saale) bzw. Leipzig sowie in Gegenrichtung nach Wittenberg und weiter nach Annaburg.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klieken – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  2. Amtsblatt des Landkreis Nr. 9/2008 Seite 2 (PDF-Datei; 1,57 MB)
  3. Ende einer Odyssee von Susanne Arlt (Deutschlandradio Kultur am 26. März 2009)
  4. Kurzer Bericht in der Tagesschau vom 24. März 2012