Landkreis Anhalt-Zerbst

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Anhalt-Zerbst Deutschlandkarte, Position des Landkreises Anhalt-Zerbst hervorgehobenp1
Basisdaten (Stand 2007)
Bestandszeitraum: 1994–2007
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Zerbst/Anhalt
Fläche: 1.131,75 km²
Einwohner: 68.086 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: AZE
Kreisschlüssel: 15 1 51
Kreisgliederung: 57 Gemeinden
Landrat: Klaus Hajek
Lage des Landkreises Anhalt-Zerbst in Sachsen-Anhalt
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Über dieses Bild


Der Landkreis Anhalt-Zerbst war ein Landkreis im Osten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt aufgelöst und sein Gebiet auf die neuen Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Jerichower Land und Wittenberg aufgeteilt.

Das Kreisgebiet erstreckte sich nördlich der in dieser Gegend ost-westlich fließenden Elbe. Seinen Namen hatte der Landkreis vom ehemaligen Fürstentum Anhalt-Zerbst, dessen Gebiet sich im Wesentlichen mit dem bisherigen Kreisgebiet deckte. Nachbarkreise des Landkreises Anhalt-Zerbst waren im Norden der Landkreis Jerichower Land und der brandenburgische Landkreis Potsdam-Mittelmark, im Osten der Landkreis Wittenberg, im Süden die kreisfreie Stadt Dessau und der Landkreis Köthen und im Westen der Landkreis Schönebeck.

Am 1. Januar 2005 wurden fünf Gemeinden aus dem Landkreis herausgelöst: Rodleben und Brambach (Eingemeindung in die Stadt Dessau) sowie Dornburg, Ladeburg und Leitzkau (Eingemeindung in die Stadt Gommern im Landkreis Jerichower Land).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis entstand 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Zerbst und Roßlau mit Teilen des früheren Landkreises Gräfenhainichen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von dem Kreuz des Deutschen Ritterordens gevierter Schild. Feld 1 und 4 in Silber drei (2:1) rote Rosen (Wappen der Herren von Zerbst), Feld 2 und 3 in Rot einen silbernen Adler (Wappen der Grafen von Lindau). Dem ganzen Schilde liegt als Herzschild auf das neue Wappen von Anhalt, in silbernem Felde auf roter Zinnenmauer mit offenem Tor ein nach rechts schreitender schwarzer Bär.“ (Genehmigung am 27. Februar 1995)

Das Kreuz symbolisiert die Schenkung des Dorfes Buro bei Coswig 1258 an den Deutschen Ritterorden durch den Grafen Bernhard I. von Anhalt. Bis zur Auflösung des Deutschen Ordens 1809 bestand dort eine Ordenskomturei. Die Rosen gehen auf das Wappen der Edelherren von Zerbst zurück. Das Geschlecht hatte 1209 durch Kaiser Heinrich VI. die Anwartschaft auf den dritten Teil der Stadt Zerbst erhalten. 1253 erwarben die askanischen Markgrafen von Brandenburg die Oberlehnshoheit über Burg und Stadt Zerbst. Daraufhin verkauften 1264 die Herren von Zerbst ihren Anteil an die Grafen von Barby.

Der silberne Adler in Rot verweist auf die Grafen von Lindau, deren Hauptsitz im Fürstentum Anhalt das Schloss und die Herrschaft Lindau war. Außerdem gehörte ihnen auch das Schloss Roßlau. 1370 erwarb Fürst Albrecht von Anhalt die Herrschaft als Pfandbesitz. Da die Einlösung nicht erfolgte, verblieb die Herrschaft im Besitz des Fürsten von Anhalt. Der Herzschild zeigt das Wappen des Freistaates Anhalt.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2004[1]
Wahlbeteiligung: 44,5 % (1999: 52,2 %)
 %
40
30
20
10
0
38,0 %
17,4 %
16,7 %
8,0 %
4,3 %
4,2 %
4,0 %
3,4 %
4,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-0,8 %p
+1,8 %p
-11,9 %p
+1,5 %p
+0,8 %p
+0,6 %p
+2,2 %p
+3,4 %p
+2,4 %p

Die 42 Sitze im Kreistag verteilten sich zuletzt folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
16
LINKE
7
SPD
7
FDP
3
Neues Forum
2
GRÜNE
2
DSU
2
WKA
1
Initiative Schulbildung
1
DP
1

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2006, Gebietsstand vom 30. Juni 2007)

Einheitsgemeinden


Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft *
  1. Bräsen (165)
  2. Buko (181)
  3. Cobbelsdorf (605)
  4. Coswig (Anhalt), Stadt * (8.459)
  5. Düben (271)
  6. Griebo (643)
  7. Hundeluft (259)
  8. Jeber-Bergfrieden (641)
  9. Klieken (1.113)
  10. Köselitz (195)
  11. Möllensdorf (177)
  12. Ragösen (212)
  13. Senst (239)
  14. Serno (443)
  15. Stackelitz (203)
  16. Thießen (733)
  17. Wörpen (271)
  1. Bornum (546)
  2. Buhlendorf (250)
  3. Deetz (725)
  4. Dobritz (308)
  5. Gehrden (216)
  6. Gödnitz (242)
  7. Grimme (176)
  8. Güterglück (735)
  9. Hobeck (503)
  10. Hohenlepte (243)
  11. Jütrichau (512)
  12. Leps (316)
  13. Lindau, Stadt (1.148)
  14. Loburg, Stadt (2.385)
  15. Lübs (404)
  16. Moritz (343)
  17. Nedlitz (670)
  18. Nutha (292)
  19. Polenzko (301)
  20. Prödel (291)
  21. Reuden/Anhalt (312)
  22. Rosian (590)
  23. Schweinitz (287)
  24. Steutz (947)
  25. Straguth (269)
  26. Walternienburg (561)
  27. Zeppernick (710)
  28. Zernitz (264)
  1. Brandhorst (102)
  2. Gohrau (427)
  3. Griesen (364)
  4. Horstdorf (633)
  5. Kakau (609)
  6. Oranienbaum, Stadt * (3.439)
  7. Rehsen (272)
  8. Riesigk (215)
  9. Vockerode (1.682)
  10. Wörlitz, Stadt (1.601)

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1995 fanden im Landkreis Anhalt-Zerbst viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich 7 Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch 3 Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 69 auf 57.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Namensänderung[Bearbeiten]

  • von Zerbst zu Zerbst/Anhalt (1. Juli 2006)

Kreisreform 2007[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2007 endete das Bestehen des Landkreises Anhalt-Zerbst. Das bisherige Territorium wurde unter den neuen bzw. neugeordneten Verwaltungseinheiten

  • Landkreis Jerichower Land (Nordteil)
  • Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Südteil)
  • Landkreis Wittenberg (Südostteil)

sowie der

aufgeteilt.

Die Städte Roßlau und Dessau fusionierten am 1. Juli 2007 zur neuen Stadt Dessau-Roßlau (Fusionsvertrag siehe hier: [1]). Der Norden des Landkreises Anhalt-Zerbst ist im Rahmen der Kreisgebietsreform zum 1. Juli 2007 dem Landkreis Jerichower Land angegliedert worden.

Auf Grund von (gesetzlich vorgegebenen) Bürgerentscheiden wechselte die Stadt Zerbst sowie 16 Gemeinden der VG Ehle-Elbe-Nuthe (Stadt Lindau, die Gemeinden Bornum, Deetz, Dobritz, Grimme, Güterglück, Hohenlepte, Jütrichau, Leps, Nedlitz, Nutha, Polenzko, Reuden, Steutz, Straguth und Zernitz) in den neuen Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Entsprechend den Gebietsänderungsgesetzen wurde die Verwaltungsgemeinschaft Coswig (Anhalt) und der Wörlitzer Winkel in den Landkreis Wittenberg eingegliedert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw04/erg/kreis/kw.15151.ergtab.frame.html