Regionalbahn

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Rhein-Erft-Bahn kurz vor dem Unkeler Bahnhof auf der Rechten Rheinstrecke
Dieseltriebwagen Baureihe 628 im Wormser Hauptbahnhof als Regionalbahn auf dem Weg nach Bensheim Bahnhof über die Nibelungenbahn

Die Regionalbahn (ehemalige Schreibweise: RegionalBahn; kurz: RB) ist eine Zuggattung („Produkt“) der Deutschen Bahn,[1] die den klassischen Personenzug (P) und zuletzt den Nahverkehrszug (N) ablöste. Vom Regional-Express (RE) unterscheidet sie sich durch kleinere Haltestellen-Abstände, dadurch niedrigere Reisegeschwindigkeit und kürzere Laufwege.

Außerdem handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der im Allgemeinen Eisenbahngesetz definiert ist.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren führte die DB eine neue Farbgebung ein und begann mit der Serienbeschaffung von Triebwagen der Baureihe 628.2 und der Modernisierung der n-Wagen. Im Nahverkehr wurden damals die neuen Zuggattungen RegionalSchnellBahn (schneller Nahverkehr in der Region), CityBahn (Verbindung zwischen Region und Großstadt) und RegionalBahn (Nahverkehr in der Fläche) eingeführt. Die erste RegionalBahn war 1987 die Chiemgaubahn mit modernisierten Schienenbussen.

Zunächst wurden nur im Takt verkehrende, mit neuen oder modernisierten Fahrzeugen betriebene Nahverkehrslinien als RegionalBahn bezeichnet, die restlichen Nahverkehrszüge verkehrten weiter ohne explizite Angabe der Zuggattung. Als Gattungskürzel wird RB seit dem 1. Januar 1994, dem Zusammenschluss der Deutschen Bahnen (DB und DR) zur DB AG verwendet. 1995 wurde die Bezeichnung dann auf alle Nahverkehrszüge ausgedehnt.

Namensrecht[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2012 wurden, analog zum Regionalexpress, ausschließlich Züge der Deutschen Bahn als Regionalbahn bezeichnet. Private Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzten ihren eigenem Namen als Produktbezeichnung, beispielsweise metronom (Me), Erfurter Bahn (EB) oder Süd-Thüringen-Bahn (STB). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 hat der VBB als Vorreiter eine einheitliche Produktbezeichnung für alle Linien eingeführt. Seither dürfen auch Privatbahnen ihre Züge Regionalbahn nennen.[2] Das Deutsche Patent- und Markenamt sieht die Schreibweise RegionalBahn nicht als schutzwürdig an.[3][4]

Betrieb in Deutschland[Bearbeiten]

Fahrplan und Takt[Bearbeiten]

Regionalbahnen verkehren zumeist innerhalb eines integrierten Taktfahrplans. In der Regel verkehren sie im Stundentakt auf festgelegten Linien. In Ballungszentren fahren sie bei entsprechender Nachfrage auch alle 30 Minuten, in ländlichen Gebieten teilweise aber auch nur alle zwei Stunden. Auf vielen Nebenbahnstrecken stellt die Regionalbahn den einzigen Bahnverkehr dar. In den letzten Jahren wurden diese Strecken häufig an Privatbahnen vergeben, weil sie sich mit verhältnismäßig kleinem Fahrzeugpark betreiben lassen. Nach der Übernahme durch Privatbahnen oder Verbesserungen, zu denen sich die DB Regio im Rahmen von Verkehrsverträgen verpflichtete, konnten durch modernere Fahrzeuge und verbesserten Service zum Teil deutliche Fahrgastzuwächse erzielt werden.

Auf den meisten Hauptbahnstrecken bedienen die Regionalbahnen alle Bahnhöfe und Haltepunkte, in Ballungszentren im Parallelverkehr mit S-Bahnen oftmals nur die Halte mit höherem Fahrgastaufkommen. Früher wurde hierfür die Zuggattung Stadtexpress angewandt, welche in den meisten Fällen in eine Regionalbahn umgewandelt wurde. Auf Hauptstrecken verkehren Regionalbahn-Linien in der Regel im Wechsel mit dem Regional-Express (RE), der meist nur auf bedeutenderen Stationen hält. Hier können Regionalbahnen auch über sehr lange Strecken verkehren, siehe nachfolgender Abschnitt.

Werden Halte, die auf dem regulären Linienweg der Regionalbahn liegen, planmäßig nicht bedient, so wird dies in der Regel gesondert vermerkt. In zunehmendem Maße kommt es besonders in ländlichen Regionen vor, dass eine Regionalbahn nicht an jeder Station anhält, stattdessen werden Haltepunkte zum Bedarfshalt erklärt. Der Zielbahnhof und teilweise ihre Kurzbezeichnungen bestehend aus Zuggattung (RB) und Liniennummer werden in und an den Zügen angezeigt. Zum Teil tragen sie innerhalb eines Landes bzw. Regionalverbundes darüber hinaus einen Namen (die „Mittelrheinbahn“ zum Beispiel verbindet Köln in Nordrhein-Westfalen mit Mainz via Koblenz in Rheinland-Pfalz).

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Beim verwendeten Fahrzeugmaterial gibt es eine große Vielfalt. Neben umgebauten Silberlingen (n-Wagen) und dem DR-Pendant (Reisezugwagen Bauart Halberstadt) kommen Doppelstockwagen verschiedener Bauarten mit unterschiedlichen Elektrolokomotiven sowie Elektrotriebwagen der vierteiligen DB-Baureihe 425, der zweiteiligen DB-Baureihe 426 oder Stadler Flirt zum Einsatz. Letztere können besonders als Regionalbahn ihre Stärken ausspielen, da sich bei kurzen Halteabständen beträchtliche Fahrzeitgewinne durch starkes Beschleunigungsvermögen erzielen lassen. Bei der DB Regio Franken im Raum Würzburg (Mainfrankenbahn), sowie auf diversen Strecken bei der DB Regio Allgäu-Schwaben um Augsburg und München kommen vor allem Fahrzeuge der DB-Baureihe 440 zum Einsatz.

Auf nicht elektrifizierten Strecken verkehren meistens Dieseltriebwagen unterschiedlichster Bauart (Stadler Regio-Shuttle RS1, Siemens Desiro, Bombardier Talent, Alstom Coradia LINT oder Baureihe 628), selten auch Diesellokomotiven mit modernisierten n-Wagen.

Langlaufende Regionalbahn-Züge[Bearbeiten]

Service und Tarif[Bearbeiten]

Die DB hat alle 642er des Betriebswerks Rostock mit Fahrkartenautomaten ausgerüstet.

Im Gegensatz zum Personenfernverkehr fahren Regionalbahnen teilweise ohne Zugbegleiter, wenn die technische Ausstattung des eingesetzten Zugmaterials dies zulässt und in der Ausschreibung der Strecke keine Zugbegleiter gefordert wurden. Vor allem Triebwagen sind in vielen Fällen nur mit dem Triebfahrzeugführer besetzt, der dann zugleich Zugführer ist, da hier der Türschließvorgang regelmäßig vom Führerstand aus eingeleitet und überwacht werden kann. Die Fahrkarten werden in diesem Fall stichprobenartig durch Zugbegleiter oder externe Prüfdienste (auch in ziviler Dienstkleidung) kontrolliert.

Der Fahrscheinverkauf findet teilweise im Zug aus Automaten statt – tarifabhängig befinden sich gegebenenfalls auch Entwerter im Zug. Andererseits gestatten einige Beförderungsbedingungen eine Mitfahrt nur mit vorher gelösten und entwerteten Fahrkarten (Automaten und Entwerter außerhalb auf den Bahnsteigen). Ein Nachlösen im Zug ist dann (insbesondere in vielen Verkehrsverbünden) ausgeschlossen; wer keine Fahrkarte besitzt, gilt als Schwarzfahrer.

Rechtsbegriff[Bearbeiten]

Im Allgemeinen Eisenbahngesetz werden Regionalbahnen in § 2 Abs. 9 definiert als Eisenbahnverkehrsunternehmen, die ausschließlich Verkehrsleistungen auf Netzen des Regionalverkehrs erbringen, auch soweit sie über diese Netze hinaus bis in den Übergangsbahnhof außerhalb des jeweiligen Netzes des Regionalverkehrs verkehren.

Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), welches Regionalbahn ist, unterliegt grundsätzlich nicht der unmittelbaren Aufsicht des EBA (§ 5 Abs. 1e Ziffer 6).

Es benötigt auch keine Sicherheitsbescheinigung (§ 7a Abs. 1).

Andere Länder[Bearbeiten]

In vielen Ländern wird auch heute noch die früher übliche Bezeichnung Personenzug für einen an allen Stationen haltenden Reisezug benutzt.

Staat Bahngesellschaft Name deutsch
Belgien SNCB lokale trein/train local (L-Trein) „Lokalzug“
Dänemark DSB Regionaltog „Regionalzug“
Luxemburg CFL Regionalbunn „Regionalbahn“
Niederlande NS Sprinter „Sprinter“
Niederlande Arriva, Veolia, Syntus, DB, Connexxion Stoptrein Stoppzug
Österreich ÖBB Regionalzug (R) -
Polen Przewozy Regionalne, Koleje Mazowieckie, Koleje Śląskie, Koleje Wielkopolskie, Koleje Dolnośląskie Regio (R), pociąg osobowy „Personenzug“
Portugal CP Regional Comboio regional „Regionalzug“
Schweiz SBB Regio (R) -
Tschechien ČD Osobní vlak (Os) „Personenzug“
Ungarn MÁV Személyvonat „Personenzug“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Produktübersicht auf www.bahn.de
  2. Neuer Fahrplan, neue Angebote und alte Probleme
  3. Verkehrsrecht & Tarife: Begriff „S-Bahn“ ist nicht mehr geschützt
  4. Auskunft zu einer Markenanmeldung Aktenzeichen: 302272224