Klingelpütz

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Köln, Klingelpütz (Gedenkstein für die während des Nationalsozialismus Hingerichteten)

Klingelpütz war ein im Volksmund gebräuchlicher Name für ein Gefängnis am Gereonswall in Köln.

Der Name ist von der Straßenbezeichnung abgeleitet, die auf der Verbindung des Namens des ursprünglichen Grundbesitzers Clingelmann (13. Jahrhundert) und dem auf dem Gelände vorhandenen Brunnen (Kölsch Pütz von lateinisch puteus oder französisch puits „Brunnen“, „Schacht“) beruht. 1426 wurde hier das großflächige Augustiner-Kloster „Herrenlichnam“ errichtet.

Das Gefängnis „Klingelpütz“ wurde 1838 als preußisches Zentralgefängnis im Rheinland fertiggestellt und folgte als vierflügeliges Gebäude um einen Zentralbau modernen amerikanischen Vorbildern.

In der Zeit des Nationalsozialismus erfüllte dieses Gefängnis die Funktion als zentrale Hinrichtungsstätte für die Sondergerichte des Rheinlandes. Auch fanden Hinrichtungen für den Volksgerichtshof und das Reichsgericht statt. Es wird geschätzt, dass über 1.000 Menschen im Klingelpütz mit dem Fallbeil oder, in Einzelfällen, mit dem Handbeil hingerichtet wurden. Einer der Flügel des in der NS-Zeit stark überbelegten Gefängnisses war ab dem Jahr 1944 für die Nutzung durch die Gestapo reserviert. Im gleichen Jahr kam es durch einen Bombentreffer zur Verschlimmerung der ohnehin beengten Haftbedingungen.

Zu Gunsten eines Neubaus im Stadtteil Köln-Ossendorf wurde der Bau 1969 nach einigen Skandalen abgerissen. Seither wird der Ossendorfer Neubau der JVA Köln in Anlehnung an das ursprüngliche Gefängnis vom Volksmund ebenfalls „Klingelpütz“ genannt.

Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses an der Straße „Klingelpütz“ der „Klingelpützpark“ mit Spielplatz. Zur Erinnerung an das Gefängnis Klingelpütz als nationalsozialistische Hinrichtungsstätte befindet sich hier ein von Hans Karl Burgeff gestalteter Gedenkstein, der zum 40. Jahrestag des Kriegsbeginns 1939 am 1. September 1979 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Er trägt die Inschrift „Hier wurden von 1933–1944 über tausend von der nationalsozialistischen Willkürjustiz unschuldig zum Tod Verurteilte hingerichtet“.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

50.9444444444446.9494444444445Koordinaten: 50° 56′ 40″ N, 6° 56′ 58″ O

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