Ulrike Meinhof

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Ulrike Meinhof als junge Journalistin (um 1964)

Ulrike Marie Meinhof (* 7. Oktober 1934 in Oldenburg; † 9. Mai 1976 in Stuttgart-Stammheim) war eine deutsche Journalistin und Publizistin, die sich in der Westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre engagierte und später zur Terroristin radikalisierte. Sie war Gründungsmitglied und Führungsperson der 1970 gegründeten Rote Armee Fraktion (RAF), deren ideologisches Konzept sie maßgeblich mitverfasste. 1970 war sie an der Baader-Befreiung und 1972 an fünf Sprengstoffanschlägen mit insgesamt vier Todesopfern beteiligt.

Im Juni 1972 wurde sie verhaftet. Nach ihrer ersten Verurteilung (November 1974) zu acht Jahren Freiheitsstrafe wegen Beteiligung an der Baader-Befreiung war sie ab 1975 Mitangeklagte im Stammheim-Prozess. Noch vor dem Ende dieses Verfahrens wurde sie 1976 in ihrer Zelle im Gefängnis Stuttgart-Stammheim tot aufgefunden.

Leben[Bearbeiten]

Meinhof wurde als Tochter des Kunsthistorikers Werner Meinhof geboren. Ihre frühe Kindheit verbrachte sie in Oldenburg. Mit der Anstellung des Vaters im Stadtmuseum Jena folgte der Umzug 1936 in die Saalestadt. 1940 starb ihr Vater an Krebs. Die Mutter Ingeborg Meinhof entschied sich, ein Studium der Kunstgeschichte aufzunehmen. In diese Zeit fielen die ersten Kontakte zu Renate Riemeck, einer Kommilitonin der Mutter. Auf der Suche nach einem Zimmer wurde Renate Riemeck Untermieterin bei den Meinhofs und war viele Jahre eine wichtige Vertrauensperson für Ulrike Meinhof. Mit zehn Jahren erlebte die junge Ulrike den Einmarsch der Amerikaner in Jena und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Anschließend zogen Ingeborg Meinhof und Renate Riemeck nach Bad Berneck im Fichtelgebirge und 1946 wieder nach Oldenburg. Drei Jahre später starb Ingeborg Meinhof. Der Historikerin Renate Riemeck wurde die Vormundschaft für die damals 14-jährige Ulrike und ihre ältere Schwester Wienke (* 1931 in Oldenburg) übertragen.[1]

Ulrike Meinhof besuchte von 1946 bis 1952 die Liebfrauenschule Oldenburg und für einige Zeit auch die Rudolf-Steiner-Schule in Wuppertal. 1955 legte sie ihr Abitur am Gymnasium Philippinum in ihrem damaligen Wohnort Weilburg ab, wo sie die Schülerzeitung Spektrum gegründet hatte.

Nach ihrem von der Studienstiftung des deutschen Volkes geförderten Studium der Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik in Marburg 1955/1956 engagierte sich Meinhof zunächst in der evangelischen Reformbewegung.[2] 1957 wechselte sie zur Westfälischen Wilhelms-Universität nach Münster und schloss sich dort dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) an. Sie wurde während der 1957 entstehenden breiten Protestbewegung gegen Pläne der CDU-Regierung unter Konrad Adenauer, die Bundeswehr atomar zu bewaffnen (→ Friedensbewegung), Sprecherin des „Anti-Atomtod-Ausschusses“ in Münster. 1958 war sie kurze Zeit Mitglied des AStA der dortigen Universität. Sie veröffentlichte Artikel in verschiedenen studentischen Blättern, u. a. in david - blätter der studentischen linken.[3] Noch im selben Jahr trat sie der seit 1956 vom Bundesverfassungsgericht verbotenen KPD bei,[4] die sie im Mai 1964 wieder verließ.[5]

1961 heiratete sie Klaus Rainer Röhl, den Herausgeber der Zeitschrift konkret. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, die Zwillinge Regine und Bettina Röhl. Ende 1967 trennte sich das Ehepaar und ließ sich kurze Zeit später scheiden. Meinhof zog mit den Kindern nach Berlin.

Journalistische Karriere[Bearbeiten]

Meinhof arbeitete von 1959 bis 1969 für die linke Zeitschrift konkret. Von 1960 bis 1964 hatte sie die Stellung der Chefredakteurin inne. Unter ihrer Führung nahm die Ausrichtung von konkret auf studentische Belange ab, und Meinhof gelang es, zahlreiche Prominente zu Beiträgen in konkret zu motivieren, wie zum Beispiel Martin Niemöller, Erich Kuby und Jean Paul Sartre.[6] Katriina Lehto-Bleckert unterstreicht, dass Meinhof in dieser Funktion mit zahlreichen Leitartikeln zur Zeitschrift beitrug und konkret durch ihre Mitwirkung zu einer der einflussreichsten Zeitschriften der Linken wurde.[7] Meinhof, die sich an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Demonstrationen beteiligte, avancierte in dieser Zeit zu einer führenden Repräsentantin der deutschen Linken.

Wenige Tage vor dem Schah-Besuch 1967 erschien in der Neuen Revue ein Artikel der Schah-Gattin Farah Pahlavi, in dem diese ein idealisiertes Bild des Lebens in ihrer Heimat zeichnete. Meinhof antwortete darauf mit einem offenen Brief,[8] in dem sie die Situation im Iran aus ihrer Sicht schilderte und das Regime des Schahs als korrupte Diktatur angriff.

Beim Prozess über die Kaufhaus-Brandstiftungen am 2. April 1968, über den sie publizierte, lernte sie die dort angeklagten Thorwald Proll und Horst Söhnlein sowie die späteren RAF-Gründer Andreas Baader und Gudrun Ensslin kennen.

Wende zur radikalen Kritik[Bearbeiten]

Nach dem Attentat auf den Studentensprecher Rudi Dutschke, das in die Zeit verstärkter Studentenproteste fiel und nicht nur eine Radikalisierung innerhalb der Studentenbewegung auslöste,[9] veröffentlichte Meinhof am 11. April 1968 in konkret den folgenden in Auszügen zitierten Kommentar, der exemplarisch für die spätere Radikalisierung ihrer Einstellung steht:

„‚Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht. […]‘ So ähnlich […] konnte man es von einem Schwarzen der Black-Power-Bewegung auf der Vietnamkonferenz im Februar in Berlin hören. […] Die Grenze zwischen verbalem Protest und physischem Widerstand ist bei den Protesten gegen den Anschlag auf Rudi Dutschke […] erstmalig massenhaft, […] tatsächlich, nicht nur symbolisch – überschritten worden. […] Nun, nachdem gezeigt worden ist, daß andere Mittel als nur Demonstrationen, Springer-Hearings, Protestveranstaltungen zur Verfügung stehen, andere als die, die versagt haben, weil sie den Anschlag auf Rudi Dutschke nicht verhindern konnten, nun, da die Fesseln von Sitte & Anstand gesprengt worden sind, kann und muß neu und von vorne über Gewalt und Gegengewalt diskutiert werden. Gegengewalt, wie sie in den Ostertagen praktiziert worden ist, ist nicht geeignet, Sympathien zu wecken, nicht, erschrockene Liberale auf die Seite der Außerparlamentarischen Opposition zu ziehen. Gegengewalt läuft Gefahr, zu Gewalt zu werden, wo die Brutalität der Polizei das Gesetz des Handelns bestimmt, wo ohnmächtige Wut überlegene Rationalität ablöst, wo der paramilitärische Einsatz der Polizei mit paramilitärischen Mitteln beantwortet wird. […] Der Spaß hat aufgehört.“

Ulrike Meinhof am 11. April 1968[10][11]

1970 produzierte Meinhof noch den Fernsehfilm Bambule, für den sie auch das Drehbuch geschrieben hatte. Hier kritisierte sie die autoritären Methoden der Heimerziehung („Fürsorgeerziehung“), die in der Handlung des Films zu einer Revolte von weiblichen Heiminsassen führen. Das Drehbuch gilt auch als Parabel der zu der Zeit herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse und einer neuen Art von Klassenkampf. Der Film hätte am 24. Mai 1970 in der ARD ausgestrahlt werden sollen, wurde jedoch aufgrund von Meinhofs Teilnahme an der Baader-Befreiung am 14. Mai 1970 abgesetzt und erst 24 Jahre später gezeigt.[12]

Wandlung und Untergrund[Bearbeiten]

Meinhof wurde in der Folgezeit radikaler und kompromissloser. Am 14. Mai 1970 nahm sie an der Befreiung Andreas Baaders teil. Dabei wurde Georg Linke, ein Angestellter des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen in Berlin, angeschossen und schwer verletzt. Dies wird allgemein als erste Aktion und Gründungsakt der RAF bezeichnet. Meinhof wurde seit diesem Zeitpunkt steckbrieflich wegen Mordverdachts gesucht. Lehto-Bleckert sieht in der Form der öffentlichen Berichterstattung nach der Baader-Befreiung, die sie als hysterisch und Hetzjagd bewertet und die stark auf die Person Meinhof fokussiert war, einen wesentlichen Auslöser für die weitere Radikalisierung Meinhofs. Ihrer Einschätzung zufolge verfolgte die öffentliche Informationspolitik zum einen das Ziel, Meinhof als politische Gegnerin ins Abseits zu stellen, zum anderen die außerparlamentarische oppositionelle Bewegung an sich zu schwächen. Meinhof gab zusammen mit weiteren Verbündeten im Juni 1970 den Gründungsaufruf der RAF bekannt, was einer weiteren Gewalteskalation gleichkam.[7]

Meinhof kommentierte die Kritik am Schusswaffengebrauch bei der Baader-Befreiung in einem Tonbandinterview mit der französischen Journalistin Michèle Ray, das später im Spiegel abgedruckt wurde, mit den Worten:

„Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden. Denn wir haben nicht das Problem, daß das Menschen sind, insofern es ihre Funktion ist beziehungsweise ihre Arbeit ist, die Verbrechen des Systems zu schützen, die Kriminalität des Systems zu verteidigen und zu repräsentieren.“

Ulrike Meinhof[13]

Zugleich ließ sie im Text Das Konzept Stadtguerilla verlauten, dass die Befreiung nicht stattgefunden hätte, wenn man mit der Verletzung eines Zivilisten gerechnet hätte. Revolutionäre Gewalt und bürgerliche Moral ließen sich indes nicht auf einen Nenner bringen: „Der Gedanke, man müßte eine Gefangenenbefreiung unbewaffnet durchführen, ist selbstmörderisch“.

Im Untergrund war Ulrike Meinhof an mehreren Banküberfällen und 1972 an insgesamt fünf Bombenanschlägen beteiligt, bei denen vier Menschen starben und über 50 verletzt wurden. Meinhof formulierte 1971 und 1972 insgesamt drei Kampfschriften der RAF, die den sogenannten „bewaffneten Kampf“ ideologisch untermauerten.

Da Ulrike Meinhof die Erziehung ihrer beiden Töchter nicht dem Vater Klaus Rainer Röhl überlassen wollte, stimmte sie, so wird ständig berichtet, einem Plan zu, demzufolge die beiden Kinder in ein palästinensisches Waisenlager gebracht werden sollten. Neuerdings wird jedoch berichtet, dass es damals Ulrike Meinhofs Wunsch war, ihre Kinder bei ihrer Schwester aufwachsen zu lassen. Stefan Aust, der die Kinder persönlich aus einem Versteck in Sizilien zurück nach Hamburg holte, brachte diese zu ihrem Vater.

Festnahme[Bearbeiten]

Am 15. Juni 1972 wurde die Polizei in Langenhagen bei Hannover durch den Lehrer Fritz Rodewald darauf hingewiesen, dass er fürchte, Leute der RAF wollten in seiner Wohnung übernachten. Eine mutmaßliche „Quartiermacherin“ der RAF wollte die Wohnung mieten und suchte eine Unterkunft für Meinhof. Polizeibeamte in Zivil prüften das Haus auf Observationsmöglichkeiten, als sie zwei unbekannte Personen bemerkten, die den Hauswart nach der Wohnung von Fritz Rodewald fragten. Sie verfolgten einen der beiden zu einer nahen Telefonzelle und nahmen ihn dort fest. Es stellte sich heraus, dass es sich um den gesuchten Gerhard Müller handelte, der auch bewaffnet war.

Unwissend, um wen es sich handelte, überwältigte die Polizei dann in der Wohnung Rodewalds eine sich vehement zur Wehr setzende Frau. Kurze Zeit später stellte sich bei einer Untersuchung heraus, dass es sich um Ulrike Meinhof handelte. Rodewald sagte später, das Paar Meinhof/Müller habe die Tür zu seiner Mietwohnung gewaltsam aufgebrochen.

Haft und Gerichtsverfahren[Bearbeiten]

Vom 16. Juni 1972 bis zum 9. Februar 1973 war Ulrike Meinhof im von ihr so genannten „Toten Trakt“ der Justizvollzugsanstalt Köln inhaftiert, vollständig isoliert und von den Sinneseindrücken der Umwelt abgeschnitten.[14] Tatsächlich saß sie in der einzig belegten Zelle eines Seitenflügels ein, da der Haftrichter aufgrund ihres aggressiven Verhaltens gegenüber Vollzugsbeamten strenge Einzelhaft angeordnet hatte.[15]

Meinhof empfand diese Zeit als äußerst quälend und veröffentlichte den Text „Brief aus dem Toten Trakt“,[16] der aus dem Gefängnis geschmuggelt wurde. Er hatte eine starke Wirkung in der Sympathisantenszene. Unerwähnt blieb, dass Meinhof in der Zeit der angeblichen Isolation in den ersten neun Monaten der Untersuchungshaft 48 Besuche empfing.[17] Sie gehörte zu den Gefangenen, die bei der Geiselnahme der israelischen Olympia-Mannschaft freigepresst werden sollten. Nachdem alle Geiseln bei der missglückten Befreiung ums Leben gekommen waren, lobte Meinhof in ihrer Analyse vom November 1972 die Aktion der palästinensischen Genossen. Schuld an den Todesopfern seien nicht die Terroristen des Schwarzen September, sondern der Staat Israel, der „seine Sportler verheizt [hat] wie die Nazis die Juden – Brennmaterial für die imperialistische Ausrottungspolitik“[18] und verglich den israelischen Verteidigungsminister Mosche Dajan mit Heinrich Himmler.[19]

Am 29. November 1974 war sie wegen der Beteiligung an der Baader-Befreiung im Mai 1970 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, für die sie in die Justizvollzugsanstalt Stuttgart eingewiesen wurde. Dort war sie mit bis zu neun anderen RAF-Häftlingen zusammengelegt. Trotz der im Vergleich zu anderen Häftlingen bevorzugenden Haftbedingungen wurde weiter das Gerücht der Isolationshaft auf gut vernetzten Wegen gestreut und als Mittel der Radikalisierung von Sympathisanten gebraucht.[20]

Am 21. Mai 1975 wurde sie im Stammheim-Prozess wegen vierfachen Mordes und vielfachen Mordversuchs angeklagt; zu einer Verurteilung kam es aufgrund ihres Todes nicht mehr.

Tod[Bearbeiten]

Am 9. Mai 1976 fand ein Justizbeamter der JVA Stuttgart Meinhof in ihrer Zelle 719 mit einem in Streifen gerissenen und verknoteten Handtuch erhängt am Zellenfenster vor. Die offizielle Obduktion der Gerichtsmediziner Joachim Rauschke und Hans Joachim Mallach, bei der durch den Neuropathologen Jürgen Peiffer auch eine Hirnsektion vorgenommen wurde, stellte Tod durch Erhängen und keinen Anhalt für Fremdeinwirkung fest.[21] Eine zweite, von Meinhofs Schwester Wienke Zitzlaff angestrebte Untersuchung durch den Hamburger Gerichtsmediziner Werner Janssen kam zum gleichen Ergebnis.[22] Am 10. Juni 1976 stellte die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Stuttgart die Ermittlungen in dem Todesfall ein.[23]

Mitglieder der RAF bezweifelten, dass sich Ulrike Meinhof selbst getötet habe. Eine von Angehörigen und Verteidiger im August 1976 initiierte Internationale Untersuchungskommission[24][25][26] wies in ihrem Bericht auf Widersprüche in den kriminalistischen und medizinischen Untersuchungen des Todes von Meinhof hin. Sie schlussfolgerte, dass kein zweifelsfreier Beweis für einen Suizid vorliege, es aber zahlreiche Hinweise gebe, dass Meinhof zum Zeitpunkt des Aufhängens bereits tot gewesen sei.[27] Die Todesnachricht führte zu zahlreichen, teilweise gewalttätigen Demonstrationen inner- und außerhalb der Bundesrepublik und zu Anschlägen auf deutsche Einrichtungen in anderen Ländern. Am 7. April 1977 erschoss das Kommando Ulrike Meinhof der RAF den Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine Begleiter.

Das Grab Ulrike Meinhofs

Da sich viele Gemeinden in Deutschland weigerten, eine Grabstelle zur Verfügung zu stellen, und sich nur die Gemeinde des Dreifaltigkeitsfriedhofes III in Berlin-Mariendorf zur Bestattung bereit erklärte, wurde Ulrike Meinhof dort am 15. Mai 1976 beigesetzt. Bei der Beisetzung demonstrierten etwa 4000 Menschen. Der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer, der mit Rudi Dutschke befreundet und der Seelsorger von Ulrike Meinhof war, hielt die Trauerrede. Der Verleger Klaus Wagenbach sagte, sie sei an den „deutschen Verhältnissen“ zugrunde gegangen.[28] Die Grabstätte befindet sich im Feld A-12-19.[29]

Im Herbst 2002 erfuhr ihre Tochter, die Journalistin Bettina Röhl, dass das Gehirn ihrer Mutter nicht beerdigt worden war. Stattdessen war es jahrzehntelang in Formalin aufbewahrt und nach der Wende erneut in der Psychiatrischen Universitätsklinik Magdeburg untersucht worden.[30] Bei der ersten Autopsie 1976 wurde eine Schädigung im Bereich der Amygdala festgestellt. Diese beruhte auf einer 1962 erfolglos durchgeführten Entfernung eines gutartigen Tumors. Die damals unveröffentlichten Autopsieergebnisse wiesen im Zusammenhang mit dem Hirnschaden auf eine wahrscheinlich verminderte Schuldfähigkeit von Meinhof hin. Die Professoren aus Magdeburg kamen im Rahmen ihrer Untersuchungen zu einem ähnlichen Schluss.[31] Ihnen wurde daraufhin von einer Ethik-Kommission[32] untersagt, weiter an dem Gehirn zu forschen oder ihre bisherigen Forschungen zu veröffentlichen.[33] Die Staatsanwaltschaft Stuttgart forderte das Gehirn von den Professoren zurück, ließ es einäschern und die Asche den Angehörigen übergeben. Am 22. Dezember 2002 wurde diese ebenfalls auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof beigesetzt.

Rezeption[Bearbeiten]

Ulrike Meinhof wurde, so der Publizist Gerd Koenen, „zur Ikone und Märtyrerfigur der Linken schlechthin, und gerade der ‚undogmatischen‘.“[34] Der Journalist Stefan Aust legte 1985 mit Der Baader-Meinhof-Komplex eine einflussreiche Darstellung des Lebens Ulrike Meinhofs vor, die 2008 Grundlage für den gleichnamigen Film wurde. An Austs Darstellung wird kritisiert, dass er Andreas Baader und Gudrun Ensslin dämonisiere, um Ulrike Meinhof zu rehabilitieren bzw. zu legitimieren.[35] Nicht zuletzt von dem „Mythos“, den Aust aufgebaut habe, grenzte sich die Publizistin Jutta Ditfurth mit ihrer Meinhof-Biographie (2007) ab. Ditfurth wurde umgekehrt vorgeworfen, Meinhof zu positiv dargestellt zu haben.[36] Im selben Jahr veröffentlichte die Politikwissenschaftlerin Kristin Wesemann „eine politische Biografie“, in der sie vor allem Meinhofs kommunistische Ideale kritisierte.[37] Die britische Germanistin Sarah Colvin bezog sich in ihren Veröffentlichungen vor allem auf Meinhofs Sprache, die entscheidenden Einfluss auf die Sprache und damit auch auf die Taten der RAF gehabt habe und die sie sowohl als Kritik an der Sprache der radikalen Linken als auch als eine Kritik an der maskulinen Ökonomie des Wissens interpretiert.[38]

Colvin hat außerdem darauf hingewiesen, dass Meinhofs Leben von Mythen und Legenden umgeben sei.[39] Zum einen identifiziert sie das Motiv des „Engels“, das bereits in der Autobiographie ich bin ein Mensch für mich (1992) von Meinhofs Pflegemutter Renate Riemeck anklinge. Riemeck hatte zuvor bereits andere Autoren mit Material und Erinnerungen über Meinhofs Kindheit versorgt. Auch Meinhofs Ehemann Klaus Rainer Röhl beschreibt in seiner Autobiographie Fünf Finger sind keine Faust (1974) in einer Anekdote, wie die Schülerin Ulrike Meinhof einem Studienrat widerspricht. Diese Anekdote wird sowohl von Mario Krebs in seiner Biographie Ulrike Meinhof. Ein Leben im Widerspruch (1988) als auch von Stefan Aust im Baader-Meinhof-Komplex zitiert. Der Theologe Helmut Thielicke bezeichnete den Bruch in Meinhofs Leben als „luziferischen Absturz“. Verknüpft wurden diese Motive von Alois Prinz in seiner Biographie Lieber wütend als traurig (2003), die 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Sachbuch erhielt. Prinz charakterisiert Meinhof darin als gefallenen Engel.[40]

Immer wieder zitiert wird ein Ausspruch des damaligen Altbundespräsidenten Gustav Heinemann. Helmut Gollwitzer hatte damit den Abdruck seiner Grabrede auf Ulrike Meinhof eingeleitet, wonach Heinemann, schon sterbenskrank, auf die Nachricht vom Tode Ulrike Meinhofs geflüstert habe: „Sie ist jetzt in Gottes gnädiger Hand – und mit allem, was sie getan hat, so unverständlich es für uns war, hat sie uns gemeint.“[41] Dieses Zitat wird unterschiedlich interpretiert. Laut dem Journalisten Reinhard Mohr habe Heinemann damit „den diffusen hagiographischen Konsens in protestantischer Klarheit“ ausgedrückt.[42] Für den Autor Willi Winkler hatte Heinemann nach Meinhofs Tod „von Staats wegen versöhnliche Worte gefunden“.[43] Heinemann, so die Interpretation der Politikwissenschaftlerin Kristin Wesemann, habe anders als Gollwitzer, Kurt Scharf, Heinrich Böll und Jean Paul Sartre nicht mehr versucht, Meinhof zu verstehen, sondern weitere Todesfälle verhindern wollen. Als gläubiger Christ habe er Meinhof immer als Mensch gesehen und ihr zugestanden, dass ihre Taten nicht der reinen Lust am Tun gefolgt, sondern eine Absicht gehabt hätten. Wen er mit „uns“ meinte, habe er offengelassen.[44]

Aufsehen erregte eine Erinnerung Marcel Reich-Ranickis in seinen Memoiren Mein Leben (1999/2001). Er berichtete von einem Gespräch, das Meinhof 1964 nach seinem Auftreten als Zeuge im Prozess gegen Karl Wolff mit ihm über die Lebensbedingungen im Warschauer Ghetto führte. Reich-Ranicki wunderte sich dabei über ihr Interesse und bemerkte, sie habe am Ende des Gesprächs „Tränen in den Augen“ gehabt. Er frage sich deshalb, ob es „denkbar [wäre], dass es zwischen ihrem brennenden Interesse für die deutsche Vergangenheit und dem Weg, der sie zum Terror und zum Verbrechen geführt hat, einen Zusammenhang gibt.“ 2004 wurde diese Begegnung Gegenstand öffentlichen Interesses, da Bettina Röhl Reich-Ranicki mitteilte, dass ihre Mutter den Kontakt zu ihm im Auftrag der KPD gesucht habe, um ihn gegebenenfalls als Kollaborateur öffentlich bloßstellen zu können. In den Zeitungen Die Welt und Frankfurter Rundschau wurde diese Motivation Meinhofs bezweifelt, und auch Reich-Ranicki selbst wollte seine Wahrnehmung Meinhofs nicht revidieren.[45] Nach Colvin wurden die Biografien anderer Terroristen wie Baader, Ensslin oder Inge Viett in der Rezeption nicht in derselben Weise mit der deutschen Geschichte verknüpft wie die Meinhofs.[46]

Zur Beschreibung der erwachsenen Ulrike Meinhof wurden, so Colvin, Vergleiche zu militanten und märtyrerhaften Frauenfiguren bemüht. Peter Rühmkorf („eine heilige Johanna“), Joachim C. Fest („die Jeanne d'Arc der Linken“) und wiederum Klaus Röhl verglichen Meinhof mit Johanna von Orleans. Reinhard Baumgart, Timon Koulmassis und Erich Fried fühlten sich bei ihr an Rosa Luxemburg erinnert. Elfriede Jelinek überblendete in ihrem Stück Ulrike Maria Stuart die Biographie Meinhofs mit der Biographie Maria Stuarts. Weitere Vergleiche assoziierten Meinhof mit Sophie Scholl (K. Röhl und Aust) oder bezeichneten sie als „Blockflötenmädchen“ (Reinhard Opitz, Mario Krebs, Uwe Backes) und hoben ihre Ernsthaftigkeit und Integrität hervor („das ernste Mädchen“, Aust; „fleischgewordene intellektuelle Redlichkeit“, K. Röhl) Heinrich Böll stellte Meinhof in Aussicht, „als die klassische rote Hexe in den Siedetopf der Demagogie zu geraten“.[47] Colvin weist darauf hin, dass gewalttätige bzw. kriminelle Frauen in der Regel als aktiv und libidinös veranlagt und damit als männlich wahrgenommen würden. Umgekehrt sei es zur Verteidigung Meinhofs entscheidend gewesen, ihre Weiblichkeit zu betonen, etwa ihre Mutterschaft oder ihre Ablehnung von Waffen, wie es vor allem Klaus Röhl, Aust und Alois Prinz unternähmen. Darüber sei etwa der Bericht ihrer Tochter Regine Röhl in Vergessenheit geraten, wonach ihre Mutter durchaus Waffen getragen habe.[48]

Werk[Bearbeiten]

  • Karl Wolff oder: Porträt eines anpassungsfähigen Deutschen. Radio-Feature; Regie: Heinz Otto Müller; Produktion: Hessischer Rundfunk, 1964; Sendereihe Abendstudio[49]
  • Gefahr vom Fließband. Arbeitsunfälle – beobachtet und kritisch beschrieben. Radio-Feature; Regie: Peter Schulze-Rohr, Produktion: Hessischer Rundfunk, 1965; Sendereihe Abendstudio[50]
  • Bambule, Fernsehspiel; Buch (Bambule – Fürsorge, Sorge für wen?) und Produktion Ulrike Meinhof; Regie Eberhard Itzenplitz; Südwestfunk, 1970; Als Drehbuch erschienen Wagenbach, Berlin 1971. (Neuauflage: 2002, ISBN 3-8031-2428-X).
  • Deutschland Deutschland unter anderm. Aufsätze und Polemiken. Wagenbach, Berlin 1995, ISBN 3-8031-2253-8 (Neuauflage 2004).
  • Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken. Wagenbach, Berlin 2004, ISBN 3-8031-2491-3.

Rezeption in Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Belletristik, Musik, Kunst[Bearbeiten]

  • Um die Lebensgeschichte von Ulrike Meinhof geht es in Johann Kresniks gleichnamigem Stück, das 1990 im Bremer Theater uraufgeführt wurde. In der Spielzeit 2005/2006 stand es im Programm der Bonner Oper.
  • Die DDR-Punkband AufBruch widmete ihr den Song Für Ulrike.
  • Das Theaterstück Ulrike Maria Stuart von Elfriede Jelinek wurde 2006 am Hamburger Thalia-Theater aufgeführt.
  • Das Theaterstück La extraordinaria muerte de Ulrike M. von Carlos Be.
  • Das Theaterstück Ulrike. Mondzeit – Neonzeit von Helma Sanders-Brahms
  • Das Theaterstück Leviathan von Dea Loher beschreibt die Entscheidungssituation von Ulrike Meinhof – unter ihrem zweiten Vornamen „Marie“ fast unkenntlich – ob sie nach der Befreiungsaktion für Baader im Untergrund bleiben oder in die Normalität zurückkehren soll.
  • Das Lied Liebe Ulrike der italienischen EBM-Band Pankow
  • Das Lied Briefe aus dem toten Trakt der Band Guts Pie Earshot vertont einen Text von Ulrike Meinhof.
  • Das Lied Stammheim (Kampf) der Band Weena Morloch vertont ebenfalls ein Zitat von Ulrike Meinhof.
  • Der Titelsong des gleichnamigen Albums Broken English von Marianne Faithfull bezieht sich auf Ulrike Meinhof.[51]
  • In dem 1975 abgeschlossenen, 1987 erschienenen Roman Am Rubikon. Die schaudervollen Vorkommnisse in der Kommune V von André Müller sen., der die psychologische Genesis der RAF satirisch behandelt, spielt Ulrike Meinhof als Sophie eine tragende Rolle.
  • Der Gemäldezyklus 18. Oktober 1977 von Gerhard Richter aus dem Jahr 1988 hat das grauenhafte Geschehen der Selbstmorde in Stammheim zum Thema.
  • Eine britische Punkband benannte sich nach Ulrike Meinhof (Meinhof).
  • Die deutsche Hiphop-Formation "Freundeskreis" nimmt auf ihrem ersten Album "Quadratur des Kreises" von 1997 im Titel: "Cross the Tracks" Bezug auf Meinhofs Erlebnisse im "Toten Trakt" der JVA Ossendorf. Diese werden in Verbindung zum Todestrakt der staatlichen Strafvollzugsanstalt Huntington gesetzt, welche auf Erfahrungen von Mumia Abu-Jamal beruhen.
  • Dagmar Leupold: Die Helligkeit der Nacht , München 2009 (C.H. Beck). Der Roman fingiert Briefe von Heinrich von Kleist, dem Autor der Erzählung Michael Kohlhaas, an Ulrike Meinhof, in denen er sich u. a. mit der Frage auseinandersetzt, wo der Punkt liegt, der die Hinwendung zum Terrorismus auslöst.
  • Die Verhaftung von Ulrike Meinhof am 15. Juni 1972 in der Walsroder Straße 11 ist im kollektiven Gedächtnis der Stadt Langenhagen hängen geblieben. 25 Jahre später erinnert die Künstlergruppe p.t.t.red (paint the town red) in ihrer einwöchigen künstlerischen Aktion Außerparlamentarische Situation (24.–28. Februar 1997) zur Kunst im öffentlichen Raum daran „Ulrike Meinhof spricht über ihre Verhaftung in Langenhagen.“[52]
  • am >>offenen grab<< der ulrike meinhof Stefan Micheel Mit einer mehrteiligen Installation widmet sich Stefan Micheel der Geschichte des Grabes von Ulrike Meinhof. Die Arbeit entstand im Zeitraum von 1996 - 2003 - 2009 in Berlin und der Hamburger Kunsthalle.[53]

Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ulrike Meinhof – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mario Krebs: Ulrike Meinhof. Ein Leben im Widerspruch. Hamburg 1999, S. 16–21.
  2. Alexander Gallus: Ein Anfang, der das Ende nicht erwarten ließ. Die Studienstifler Meinhof, Mahler, Ensslin, Vesper und die Eliteförderung der frühen Bundesrepublik - eine Aktenlektüre. In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie 24/2012. S. 13-29, ISBN 978-3-8329-7999-7.
  3. 'david' 1958/1959 online: http://www.mao-projekt.de/BRD/NRW/MUE/Muenster_David.shtml
  4. Arnold Luik: Ditfurth über Meinhof: „Sie war die große Schwester der 68er“; in: Der Stern, Heft 46/2007.
  5. Butz Peters: Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF. Argon, Berlin 2004, ISBN 3-87024-673-1, S. 155.
  6. Eckhard Jesse: Biographisches Portrait: Ulrike Meinhof
  7. a b Katriina Lehto-Bleckert: Ulrike Meinhof 1934-1976. Ihr Weg zur Terroristin. Tectum, Marburg 2010, rezensiert (PDF; 73 kB) von Christine Hikel, Historisches Institut Universität der Bundeswehr München.
  8. http://www.infopartisan.net/archive/1967/266784.html
  9. Deuble: Ulrike Meinhof - Eine Frau radikalisiert sich von bei NDR.de vom 11. Juni 2012.
  10. Zitiert nach: Ulrike Meinhof: Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken. Wagenbach, Berlin 2004, ISBN 3-8031-2491-3.
  11. http://www.ruhr-uni-bochum.de/bsz/516/516meinhoff.htm
  12. Marita Schölzel-Klamp und Thomas Köhler-Saretzki: Das blinde Auge des Staates. Die Heimkampagne von 1969 und die Forderungen der ehemaligen Heimkinder. Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2010, S. 89.
  13.  In: Natürlich kann geschossen werden. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1970, S. 74 (15. Juni 1970, Ulrike Meinhof über die Baader-Aktion, online).
  14. Angaben des ehemaligen Bundesjustizministers Gerhart Baum in der ZDF-Sendung History.
  15. Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff: Gerüchte machen Geschichte. Folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert. Ch. Links, Berlin 2006, S. 198
  16. Brief Ulrike Meinhofs aus dem Toten Trakt (Auszug)
  17. Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff: Gerüchte machen Geschichte. Folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert. Ch. Links, Berlin 2006, S. 200
  18. Ulrike Meinhof: Die Aktion des Schwarzen September in München. Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes auf nadir.org (Zugriff am 29. September 2012); Lars-Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff: Gerüchte machen Geschichte. Folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert. Ch. Links, Berlin 2006, S. 201
  19.  Willi Winkler: Schon vergessen? In: Süddeutsche Zeitung. 9. November 2012, ISSN 0174-4917, S. 3.
  20. Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff: Gerüchte machen Geschichte. Folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert. Ch. Links, Berlin 2006, S. S. 179-207
  21.  Stets naheliegend. In: Der Spiegel. Nr. 35, 1976, S. 67–70 (23. August 1976, online).
  22. Mario Krebs: Ulrike Meinhof. Ein Leben im Widerspruch. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7632-3541-8, S. 413 schreibt dazu: „Sie [Meinhofs Verteidiger und Angehörige, Anm. d. R.] beauftragen den Hamburger Gerichtsmediziner Professor Janssen mit einer Nachobduktion. Janssen gelangt zwar in einigen Einzelbefunden zu abweichenden Beobachtungen und Schlußfolgerungen, am Ende deckt sich sein Ergebnis aber mit dem seiner Kollegen, allerdings mit der Einschränkung, daß eine Nachobduktion nicht mit den Bedingungen verglichen werden könne, unter denen eine erste Untersuchung stattfinden würde.“
    Und Pieter H. Bakker Schut formulierte in Stammheim. Der Prozeß gegen die Rote Armee Fraktion. Kiel 1986, S. 397: „Nicht nur die offizielle Obduktion der Leiche hatte diese These [vom Selbstmord, Anm. d. R.] bestätigt, auch die im Auftrag von Wienke Zitzlaff durchgeführte Nachobduktion hatte keine Anhaltspunkte für eine andere Interpretation der Todesursache ergeben, wenn auch berücksichtigt werden muß, daß die zweite Obduktion nicht vollständig sein konnte, weil die bei der ersten Obduktion vorgenommenen Eingriffe nicht mehr rückgängig zu machen und bestimmte Untersuchungen deshalb auch nicht mehr nachzuholen waren.“
  23. Wienke Zitzlaff: [Betr.: Ermittlungen zum Tode von Ulrike Meinhof.], Schreiben vom 1. August 1976, S. 7 (als PDF) und: Der Tod Ulrike Meinhofs. Bericht der Internationalen Untersuchungskommission. (PDF; 2,9 MB) 2. Auflage. Iva, Tübingen 1979, ISBN 3-88266-012-0, S. 52 und Ditfurth 2007, S. 442.
  24. Mitglieder der Kommission waren: Michelle Beauvillard (Rechtsanwältin, Paris), Claude Bourdet (Journalist, Paris), George Casalis (Theologe, Paris), Robert Davezies (Journalist, Paris), Joachim Israel (Soziologe, Kopenhagen), Panayotis Kanelakis (Rechtsanwalt, Athen), Henrik Kaufholz (Journalist, Aarhus), John McGuffin (Schriftsteller, Belfast), Hans Joachim Meyer (Neuropsychiater, Mayen) und Jean-Pierre Vigier (Physiker, Paris). Vgl. Der Tod Ulrike Meinhofs. Bericht der Internationalen Untersuchungskommission. iva-Verlag, Tübingen, 2. überarb. Aufl. 1979, ISBN 3-88266-012-0, S. 6 als PDF
  25. http://www1.wdr.de/themen/archiv/stichtag/stichtag1564.html
  26. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13515429.html
  27. Alois Prinz: Alois Prinz: Lieber wütend als traurig - Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof, Beltz & Gelberg 2007, ISBN 978-3-407-74012-0, S. 288.
  28. Kalenderblatt: 9.5.1976. Selbstmord in Stammheim. einestages. Zeitgeschichten auf Spiegel Online (Zugriff am 1. Oktober 2012).
  29. Gemäß dem Friedhofsentwicklungsplan der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus dem Jahr 2006 soll der größte Teil des Friedhofs geschlossen werden. Das Grab liegt im zu schließenden Bereich. Siehe Anlage 10: Planung Tempelhof-Schöneberg (pdf; 684 kB)Friedhofsentwicklungsplan der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Stand 31. Dezember 2005, S. 5, abgerufen am 19. Februar 2013.
  30. Andreas Förster: Wer war Ulrike Meinhof? In: Berliner Zeitung. 9. November 2002, S. 3, abgerufen am 16. Oktober 2011 (deutsch).
  31. Jürgen Dahlkamp: Das Gehirn des Terrors. In: Spiegel Online. 8. November 2002, abgerufen am 5. Dezember 2012 (deutsch).
  32. Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  33.  Jürgen Dahlkamp: Toter Winkel. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2002, S. 72 (18. November 2002, online).
  34. Gerd Koenen: Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine deutsche Kulturrevolution, 1967-1977. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 9783596155736, S. 336.
  35. Sarah Colvin: Witch, Amazon, or Joan of Arc? Ulrike Meinhof’s Defenders, or How to Legitimize a Violent Woman. In: dieselbe und Helen Watanabe-O'Kelly (Hrsg.): Warlike women in the German literary and cultural imagination since 1500. Camden House, Rochester, NY 2009, ISBN 157113400x (Women and death. 2), S. 250.
  36. „Faszinierendes Ausmaß an Mythen“. Ditfurth über Meinhof. In: taz, 17. Januar 2008; Sarah Colvin: Ulrike Meinhof and West German terrorism. Language, violence, and identity. Camden House, Rochester, N.Y 2009, ISBN 9781571134158, S. 5, 16 f.
  37. Sarah Colvin: Ulrike Meinhof and West German terrorism. Language, violence, and identity. Camden House, Rochester, N.Y 2009, ISBN 9781571134158, S. 5.
  38. Sarah Colvin: Ulrike Meinhof and West German terrorism. Language, violence, and identity. Camden House, Rochester, N.Y 2009, ISBN 9781571134158, S. 6; Sarah Colvin: Witch, Amazon, or Joan of Arc? Ulrike Meinhof's Defenders, or How to Legitimize a Violent Woman. In: dieselbe und Helen Watanabe-O’Kelly (Hrsg.): Warlike women in the German literary and cultural imagination since 1500. Camden House, Rochester, NY 2009, ISBN 157113400x (Women and death. 2), S. 267.
  39. Sarah Colvin: Witch, Amazon, or Joan of Arc? Ulrike Meinhof’s Defenders, or How to Legitimize a Violent Woman. In: Sarah Colvin und Helen Watanabe-O’Kelly (Hrsg.): Warlike women in the German literary and cultural imagination since 1500. Camden House, Rochester, NY 2009, ISBN 157113400x (Women and death. 2), S. 250.
  40. Mit den einzelnen Literaturnachweisen siehe Colvin: Witch, Amazon, or Joan of Arc? S. 252–253.
  41. Helmut Gollwitzer: Nachrufe. München 1977, S. 50.
  42. Reinhard Mohr: Revolutionäres Gewäsch. In: Der Spiegel 33/1996 (12. August 1996).
  43. Willi Winkler: Die Geschichte der RAF. Rowohlt, Berlin 2007, ISBN 9783871345104, S. 10.
  44. Kristin Wesemann: Ulrike Meinhof. Kommunistin, Journalistin, Terroristin. Eine politische Biografie. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 9783832929336, S. 401.
  45. Kristin Wesemann: Ulrike Meinhof. Kommunistin, Journalistin, Terroristin. Eine politische Biografie. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 9783832929336, S. 410 f.
  46. Sarah Colvin: Ulrike Meinhof and West German terrorism. Language, violence, and identity. Camden House, Rochester, N.Y 2009, ISBN 9781571134158, S. 5.
  47. Colvin, Witch, Amazon, or Joan of Arc?, S. 253-256.
  48. Colvin, Witch, Amazon, or Joan of Arc?, S. 259f.
  49. Michael Crone (Redaktion):Hörfunk-Abendstudio. Bestandsverzeichnis 1948–1968. Hessischer Rundfunk, Frankfurt 1988, S. 346.
  50. Michael Crone (Redaktion):Hörfunk-Abendstudio. Bestandsverzeichnis 1948–1968. Hessischer Rundfunk, Frankfurt 1988, S. 372.
  51. Spiegel-online Interview mit Marianne Faithfull
  52. Kai Bauer, vor Ort 1997, p.t.t.red,, S. 27–43. Langenhagen und in der örtlichen Presse
  53. Ausstellungskatalog der Hamburger Kunsthalle
  54. http://www.edition-nautilus.de/programm/belletristik/buch-978-3-89401-771-2.html
  55. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/2024839/
  56. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/2091287/