Knaus Tabbert

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Knaus Tabbert GmbH
Knaus Tabbert Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 2009
Sitz Jandelsbrunn, Deutschland
Leitung Wolfgang Speck (Vors.), Werner Vaterl, Gerd Adamietzki
Mitarbeiter 1200 (2014)
Umsatz 298 Mio. Euro (2014)
Website www.knaustabbert.de

Die Knaus Tabbert GmbH ist ein führender europäischer Hersteller von Wohnwagen und Reisemobilen. Er verkauft Produkte der Marken Knaus, Tabbert, T@B und Weinsberg. Hauptsitz des Unternehmens ist Jandelsbrunn. Weitere Standorte befinden sich in Mottgers (Hessen) und Nagyoroszi (Ungarn).

Geschichte[Bearbeiten]

Tabbert Ideal: erstes Serienfahrzeug der Marke Tabbert

Der Karosseriebaumeister Alfred Tabbert (1908–1973) gründete im Jahr 1934 in Schweinfurt sein erstes Unternehmen. Im Jahr 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, gründete Helmut Wilk die CI Wilk in Bad Kreuznach. Mit seiner Erfindung – einem aus Polsterkeilen bestehenden Autobett – trat er erstmals in der Caravaning-Branche auf. 1959 baute er seine ersten Wohnwagen.

Der Architekt Helmut Knaus, der Ingenieur- und Baumeisterwesen studiert hatte, gründete im Jahr 1960 das Wohnwagenunternehmen Knaus KG in Marktbreit. Mit einem Wohnwagen mit dem Namen Schwalbennest begann 1961 die Geschichte der Marke Knaus, die von Anfang an als Markenzeichen das fliegende Schwalbenpaar führte, das vom Firmengründer selbst entworfen wurde.

Im Jahr 1962 fand in Essen das erste Mal der Caravan Salon statt, auf der auch die Marken Knaus, Tabbert und Wilk vertreten waren. Im gleichen Jahr wurde das Wohnwagenwerk Eifelland von Günther Hennerici gegründet. In den Fertigungsstätten in Marktbreit und später Ochsenfurt bei Würzburg wurde eines der bis heute meistverkauften Knaus-Modelle, der Südwind, produziert.

Knaus Südwind auf einer Teststrecke in den 70er Jahren

Das heutige Knaus-Stammwerk in Jandelsbrunn bei Passau entstand 1970. In den 1970er Jahren wurde der Vertrieb europaweit ausgebaut – Vertriebstochterfirmen, selbstständige Händler und Vertragsimporteure arbeiteten mit Knaus zusammen. Es entstand ein flächendeckendes Handels-, Vertriebs- und Servicenetz mit fast 600 Partnerfirmen.

Die Knaus GmbH Jandelsbrunn ging 1981 aus der Knaus KG hervor. Alle Produktions- und Vertriebsaktivitäten wurden auf den Standort Jandelsbrunn konzentriert. Während der 80er Jahre erreichte Knaus mit der Fortentwicklung seiner Produkte Südwind und Azur sowie der Einführung von Produktneuheiten einen führenden Platz unter den europäischen Herstellern von Freizeitfahrzeugen. Im Jahr 1984 wurde das Unternehmen als Tabbert Caravan GmbH mit Stammsitz in Sinntal firmiert.

Das Unternehmen Caravans International Wilk Bad Kreuznach meldete 1986 Konkurs an. Nach dem tödlichen Unfall des Firmengründers Helmut Wilk im Jahr 1979 konnten die Geschäftsführer den Erfolg des angeschlagenen Unternehmens nicht mehr fortführen. Die Tabbert Caravan GmbH wurde daraufhin alleiniger Gesellschafter und führte mit der Übernahme von Belegschaft, Gebäuden und Grundstücken das bisherige Geschäft weiter.

Im Jahr 1987 wurde die Tiag Tabbert-Industrie AG als Holdinggesellschaft der Unternehmensgruppe gegründet. 1990 folgte die Börsennotierung des Unternehmens.

Der Geschäftszweig Fahrzeugbau von den Karosseriewerken Weinsberg GmbH wurde 1992 durch die Tiag Tabbert-Industrie AG unter Fortführung des Firmennamens Weinsberg Mobile GmbH übernommen. Die Produktion wurde nach Sinntal/Mottgers verlegt. In Ungarn wurde des Weiteren das heutige Produktionswerk Knaus Tabbert Ungarn Kft. zur Herstellung von Wohnwagen errichtet, das zunächst die Produkte der Marke Eifelland für den niederländischen Markt produzieren sollte.

Mit der Gründung der Knaus AG im Jahr 1996 entstand eine enge Kooperation mit der Tiag Tabbert-Industrie AG. Wesentliche Unternehmensteile der Tiag Tabbert-Industrie AG fusionierten 2001 mit Knaus AG. Dabei wurden die Produktionsgesellschaften sowie Großteile der Vertriebsgesellschaften der Tiag Tabbert-Industrie AG auf die Knaus GmbH Jandelsbrunn verschmolzen. Außerdem wurde eine grundlegende Restrukturierung eingeleitet.

2002 firmierte das Unternehmen von Knaus GmbH Jandelsbrunn in Knaus Tabbert Group GmbH um und im Jahr 2004 wurde die Ca-Mo Fahrzeug GmbH mit der Knaus Tabbert Group GmbH verschmolzen.

Im Jahr 2006 begann die Kooperation der Knaus Tabbert Group mit dem ADAC, indem die Reisemobile der Marken Knaus und Weinsberg unter der Flagge des ADACs vermietet wurden, so dass sich aus dem Projekt Deutschlands größtes Vermietnetz für Reisemobile entwickelte.

Das Unternehmen gab am 9. Oktober 2008 seine Insolvenz bekannt.[1]

Knaus Tabbert wurde ab 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments BV aus Venlo übernommen. Diese wollte Knaus Tabbert zum führenden Wohnwagenhersteller in Europa machen und alle drei Werke weiter betreiben.[2] Die Rechte an der Marke „Eifelland“ wurden nicht übernommen.

Das Unternehmen mit seinen fünf Marken erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 181,6 Millionen Euro und produzierte mit etwa 1.000 Beschäftigten ungefähr 10.400 Wohnwagen und Reisemobile.

Im April 2011 gab der Investor HTP die Beteiligung an der Morelo Reisemobile GmbH bekannt. Zusammen mit der Knaus Tabbert GmbH agierte Morelo künftig als schlagkräftige Allianz im Bereich der Reisemobile. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen, sowohl von Knaus Tabbert als auch von Morelo, blieb dabei erhalten. Die Unternehmen und die Marken wurden weiterhin selbstständig geführt.

Im Juli 2011 gab die Knaus Tabbert GmbH die Übernahme der BavariaCamp.de GmbH bekannt. Der Produzent von Premium-Kastenwagen mit Sitz im oberbayerischen Obermeitingen wird als sechste Marke in den Knaus-Tabbert-Konzern integriert und komplettiert damit das Angebot an Fahrzeugen für dieses Marktsegment. Knaus Tabbert schließt zum 31. März 2015 die BavariaCamp.de GmbH in Obermeitingen.

Gleich zwei Produkte aus dem Knaus-Tabbert-Konzern begeisterten die Expertenjury beim „caravaning design award: innovations for new mobility 2012/2013“. Das Flaggschiff der Marke Tabbert Grande Puccini erhält mit ‚best practice‘ die höchste Auszeichnung des international renommierten Wettbewerbs. In der Begründung der Jury heißt es: „Die Auszeichnung wird für herausragende Designleistungen vergeben, die in Form und Funktion neue Maßstäbe in ihrer Branche setzen. Wegweisende Gestaltungen – nur die besten Produkte – erhalten diesen begehrten Preis.“ Zusätzlich zum neuen Caravan der Premium-Marke Tabbert gewinnt auch der neu entwickelte Knaus Van TI einen der begehrten Preise. Der sportliche Van überzeugte die Jury mit besonders gelungenen Detaillösungen und wurde mit dem Prädikat „honourable mention“ prämiert.

Am 4. September 2012 gab die Geschäftsführung der Knaus Tabbert GmbH die vorzeitige Rückgabe der staatlichen Bürgschaft für den Kredit in Höhe von 22,4 Millionen Euro offiziell bekannt. Zu diesem denkwürdigen Anlass kam auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil ins niederbayerische Stammwerk nach Jandelsbrunn, um sowohl der Belegschaft als auch der Geschäftsführung zum gelungenen Neustart zu gratulieren. Gleichzeitig stellten die Verantwortlichen an diesem Tag auch gleich die Commerzbank als die neue Konsortialführerin vor. Die Finanzierung durch das Bankenkonsortium ist ein wichtiger Baustein für das zukünftige Wachstum der Knaus Tabbert GmbH.

Ende Oktober 2012 hat die Knaus Tabbert GmbH ihr modernisiertes ungarisches Werk in Nagyoroszi feierlich neu eröffnet. In nur sieben Wochen Bauzeit und mit einem Invest von über 1 Million Euro wurde ein in der Branche bislang einzigartiges, kontinuierlich förderndes Montageband entworfen, über das in Zukunft bis zu 2.500 Fahrzeuge pro Jahr laufen sollen. Zusammen mit dem gleichzeitig implementierten Knaus-Tabbert-Produktionssystem (KTPS), wird die neue Kastenwagenfertigung bereits im ersten Jahr eine zweistellige Produktivitätssteigerung erreichen.

Aufgrund sinkender Beliebtheit von Caravans muss die Branche dem Markt andere und neue Konzepte anbieten. Zusammen mit rund 20 Partner-Unternehmen der Branche entwickelt Knaus Tabbert den Technologieträger „Caravisio“, der Caravaning-Trends von morgen und übermorgen zeigt; Weltpremiere war am 30. August 2013 auf dem Caravan Salon in Düsseldorf.

Gut 15 Monate nach dem Spatenstich ist das modernisierte Caravan-Werk der Premium-Marke TABBERT im hessischen Mottgers am 27. September 2013 feierlich eröffnet worden. Unter den Augen der 230 Mitarbeiter und rund 80 geladenen Ehrengästen durchschnitten Wim de Pundert, Eigentümer HTP Investments, und Wolfgang Speck, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Knaus Tabbert GmbH, das obligatorische rote Band und nahmen damit die neue 32 Meter breite und 115 Meter lange Produktionshalle offiziell in Betrieb.

Wie jedes Jahr veröffentlichte der Caravaning Industrie Verband Deutschland (CIVD) zum Beginn des Caravan Salons in Düsseldorf im August 2014 seinen Statistikband “Caravaning-Profile 2014”. Darin wird die aktuelle wirtschaftliche Situation der Caravaning-Industrie in Deutschland, Europa und weltweit dokumentiert. Gleichzeitig gibt der Bericht einen Überblick über die Marktverhältnisse bei den Reisemobilen und Caravans. Laut dieser anerkannten CIVD-Statistik belegt die Knaus Tabbert GmbH den 1. Platz bei den Reisemobil-Neuzulassungen 2013 in Deutschland – und das bereits zum dritten Mal in Folge.

Weiterer Meilenstein für die Premium-Marke TABBERT: Der Deutsche Camping-Club (DCC), Deutschlands größter Fachverband für Caravan-, Motorcaravan- und Zelttouristen, verleiht der Caravan-Baureihe Vivaldi im Rahmen der CMT Messe in Stuttgart Anfang 2015 den „DCC Sicherheitspreis 2015“. Neun Grundrisse für zwei bis vier Personen, Aufbaulängen zwischen 6,89 m und 8,61 m, und nicht zuletzt die serienmäßige Komplett-Sicherheitsausstattung rund um das elektromechanische Antischleuder-System ATC (AL-KO Trailer Control) haben die technischen Experten des DCC, die 200 DCC-Caravanberater, sowie den Bundes-Caravan- und Motorcaravan-Referent Dieter Diekmann restlos überzeugt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im September 2011 gewann Knaus Tabbert den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftspreis. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Deutsch-Niederländische Handelskammer Innovativität und Engagement des Unternehmens im grenzüberschreitenden Geschäftsleben.

2012 erhielt Knaus Tabbert von der BDO Deutsche Warentreuhand und dem Wirtschaftsmagazin impulse den „Turnarounder des Jahres 2012“[3] Diese Prämierung würdigte die Leistung vieler deutscher Firmen, die ihre Firma nachhaltig aus einer Krise geführt haben.

Marken[Bearbeiten]

Name Logo Baureihen Bild
Knaus Knaus-Logo Wohnwagen
Wohnmobile
VAN TI.jpg
Tabbert Logo Wohnwagen Tabbert puccini.jpg
T@B Logo Wohnwagen Caravans.jpg
Weinsberg Weinsberg Logo seit 2013 Wohnwagen
Wohnmobile
Weinsberg imperiale.jpg

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Welt Online, Miriam Zerbel: Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert ist pleite, 11. Oktober 2008, arkiviert am 14. April 2009
  2.  Insolvenz: Niederländer retten Wohnwagenbauer Knaus Tabbert. In: Spiegel Online. 2. Januar 2009.
  3. Turnarounder des Jahres 2012, Passauer Neue Presse, 24. Oktober 2012.