Knaus Tabbert

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Knaus Tabbert GmbH
Knaus Tabbert Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 2001
Sitz Jandelsbrunn, Deutschland
Leitung Wolfgang Speck, Werner Vaterl, Gerd Adamietzki
Mitarbeiter 1200 (2012)
Umsatz 274 Mio. Euro (2013)
Produkte Wohnmobile, Reisemobile, WohnwagenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.knaustabbert.de

Die Knaus Tabbert GmbH ist ein führender europäischer Hersteller von Wohnwagen und Reisemobilen. Er verkauft Produkte der Marken Knaus, Tabbert, T@B, Wilk, Weinsberg und Bavaria Camp. Hauptsitz des Unternehmens ist Jandelsbrunn. Weitere Standorte befinden sich in Mottgers, Nagyoroszi (Ungarn) und Obermeitingen (Oberbayern).

Geschichte[Bearbeiten]

Tabbert Ideal: erstes Serienfahrzeug der Marke Tabbert

Der Karosseriebaumeister Alfred Tabbert (1908–1973) gründete im Jahr 1934 in Schweinfurt sein erstes Unternehmen. Im Jahr 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, gründete Helmut Wilk die CI Wilk in Bad Kreuznach. Mit seiner Erfindung – einem aus Polsterkeilen bestehenden Autobett – trat er erstmals in der Caravaning-Branche auf. 1959 baute er seine ersten Wohnwagen.

Der Architekt Helmut Knaus, der Ingenieur- und Baumeisterwesen studiert hatte, gründete im Jahr 1960 das Wohnwagenunternehmen Knaus KG in Marktbreit. Mit einem Wohnwagen mit dem Namen Schwalbennest begann 1961 die Geschichte der Marke Knaus, die von Anfang an als Markenzeichen das fliegende Schwalbenpaar führte, das vom Firmengründer selbst entworfen wurde.

Im Jahr 1962 fand in Essen das erste Mal der Caravan Salon statt, auf der auch die Marken Knaus, Tabbert und Wilk vertreten waren. Im gleichen Jahr wurde das Wohnwagenwerk Eifelland von Günther Hennerici gegründet. In den Fertigungsstätten in Marktbreit und später Ochsenfurt bei Würzburg wurde eines der bis heute meistverkauften Knaus-Modelle, der Südwind, produziert.

Knaus Südwind auf einer Teststrecke in den 70er Jahren

Das heutige Knaus-Stammwerk in Jandelsbrunn bei Passau entstand 1970. In den 1970er Jahren wurde der Vertrieb europaweit ausgebaut – Vertriebstochterfirmen, selbstständige Händler und Vertragsimporteure arbeiteten mit Knaus zusammen. Es entstand ein flächendeckendes Handels-, Vertriebs- und Servicenetz mit fast 600 Partnerfirmen.

Die Knaus GmbH Jandelsbrunn ging 1981 aus der Knaus KG hervor. Alle Produktions- und Vertriebsaktivitäten wurden auf den Standort Jandelsbrunn konzentriert. Während der 80er Jahre erreichte Knaus mit der Fortentwicklung seiner Produkte Südwind und Azur sowie der Einführung von Produktneuheiten einen führenden Platz unter den europäischen Herstellern von Freizeitfahrzeugen. Im Jahr 1984 wurde das Unternehmen als Tabbert Caravan GmbH mit Stammsitz in Sinntal firmiert.

Das Unternehmen Caravans International Wilk Bad Kreuznach meldete 1986 Konkurs an. Nach dem tödlichen Unfall des Firmengründers Helmut Wilk im Jahr 1979 konnten die Geschäftsführer den Erfolg des angeschlagenen Unternehmens nicht mehr fortführen. Die Tabbert Caravan GmbH wurde daraufhin alleiniger Gesellschafter und führte mit der Übernahme von Belegschaft, Gebäuden und Grundstücken das bisherige Geschäft weiter.

Im Jahr 1987 wurde die Tiag Tabbert-Industrie AG als Holdinggesellschaft der Unternehmensgruppe gegründet. 1990 folgte die Börsennotierung des Unternehmens.

Der Geschäftszweig Fahrzeugbau von den Karosseriewerken Weinsberg GmbH wurde 1992 durch die Tiag Tabbert-Industrie AG unter Fortführung des Firmennamens Weinsberg Mobile GmbH übernommen. Die Produktion wurde nach Sinntal/Mottgers verlegt. In Ungarn wurde des Weiteren das heutige Produktionswerk Knaus Tabbert Ungarn Kft. zur Herstellung von Wohnwagen errichtet, das zunächst die Produkte der Marke Eifelland für den niederländischen Markt produzieren sollte.

Mit der Gründung der Knaus AG im Jahr 1996 entstand eine enge Kooperation mit der Tiag Tabbert-Industrie AG. Wesentliche Unternehmensteile der Tiag Tabbert-Industrie AG fusionierten 2001 mit Knaus AG. Dabei wurden die Produktionsgesellschaften sowie Großteile der Vertriebsgesellschaften der Tiag Tabbert-Industrie AG auf die Knaus GmbH Jandelsbrunn verschmolzen. Außerdem wurde eine grundlegende Restrukturierung eingeleitet.

2002 firmierte das Unternehmen von Knaus GmbH Jandelsbrunn in Knaus Tabbert Group GmbH um und im Jahr 2004 wurde die Ca-Mo Fahrzeug GmbH mit der Knaus Tabbert Group GmbH verschmolzen.

Im Jahr 2006 begann die Kooperation der Knaus Tabbert Group mit dem ADAC, indem die Reisemobile der Marken Knaus und Weinsberg unter der Flagge des ADACs vermietet wurden, so dass sich aus dem Projekt Deutschlands größtes Vermietnetz für Reisemobile entwickelte.

Das Unternehmen gab am 9. Oktober 2008 seine Insolvenz bekannt.[1]

Knaus Tabbert wurde ab 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments BV aus Venlo übernommen. Diese wollte Knaus Tabbert zum führenden Wohnwagenhersteller in Europa machen und alle drei Werke weiter betreiben.[2] Die Rechte an der Marke „Eifelland“ wurden nicht übernommen.

Das Unternehmen mit seinen fünf Marken erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 181,6 Millionen Euro und produzierte mit etwa 1.000 Beschäftigten ungefähr 10.400 Wohnwagen und Reisemobile.

Im April 2011 gab der Investor HTP die Beteiligung an der Morelo Reisemobile GmbH bekannt. Zusammen mit der Knaus Tabbert GmbH agierte Morelo künftig als schlagkräftige Allianz im Bereich der Reisemobile. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen, sowohl von Knaus Tabbert als auch von Morelo, blieb dabei erhalten. Die Unternehmen und die Marken wurden weiterhin selbstständig geführt.

Im Juli 2011 gab die Knaus Tabbert GmbH die Übernahme der BavariaCamp.de GmbH bekannt. Der Produzent von Premium-Kastenwagen mit Sitz im oberbayerischen Obermeitingen wird als sechste Marke in den Knaus-Tabbert-Konzern integriert und komplettiert damit das Angebot an Fahrzeugen für dieses Marktsegment.

Aufgrund sinkender Beliebtheit von Caravans muss die Branche dem Markt andere und neue Konzepte anbieten. Zusammen mit rund 20 Partner-Unternehmen der Branche entwickelt Knaus Tabbert den Technologieträger „Caravisio“, der Caravaning-Trends von morgen und übermorgen zeigt; Weltpremiere war am 30. August 2013

Gut 15 Monate nach dem Spatenstich ist das modernisierte Caravan-Werk der Premium-Marke TABBERT im hessischen Mottgers am 27. September 2013 feierlich eröffnet worden. Unter den Augen der 230 Mitarbeiter und rund 80 geladenen Ehrengästen durchschnitten Wim de Pundert, Eigentümer HTP Investments, und Wolfgang Speck, Geschäftsführer Knaus Tabbert GmbH, das obligatorische rote Band und nahmen damit die neue 232 Meter lange und 115 Meter breite Produktionshalle offiziell in Betrieb. Zu den weiteren Standorten gehören Jandelsbrunn, Niederbayern, Obermeitingen, Oberbayern, sowie Nagyoroszi in Ungarn. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 281 Millionen Euro und produzierte mit ca. 1.200 Beschäftigten ca. 13.000 Caravans und Reisemobile.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im September 2011 gewann Knaus Tabbert den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftspreis. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Deutsch-Niederländische Handelskammer Innovativität und Engagement des Unternehmens im grenzüberschreitenden Geschäftsleben.

2012 erhielt Knaus Tabbert von der BDO Deutsche Warentreuhand und dem Wirtschaftsmagazin impulse den „Turnarounder des Jahres 2012“[3] Diese Prämierung würdigte die Leistung vieler deutscher Firmen, die ihre Firma nachhaltig aus einer Krise geführt haben.

Marken[Bearbeiten]

Name Logo Baureihen Bild
Knaus Knaus-Logo Wohnwagen
Wohnmobile
VAN TI.jpg
Wilk 100px-Wilk-neu.png Wohnwagen
(stillgelegt)
Wilk S3.jpg
Tabbert Logo Wohnwagen Tabbert puccini.jpg
T@B Logo Wohnwagen Caravans.jpg
Weinsberg
Weinsberg Logo seit 2013
Wohnwagen
Wohnmobile
Weinsberg imperiale.jpg
Bavaria Camp BavariaCamping.jpg Wohnmobile BC Dukatocomp PPT.jpg
FFB FFB logotype.jpg Wohnmobile
(stillgelegt)
FFB Classic 520 vr.jpg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Knaus Tabbert Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Welt Online, Miriam Zerbel: Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert ist pleite, 11. Oktober 2008, arkiviert am 14. April 2009
  2.  Insolvenz: Niederländer retten Wohnwagenbauer Knaus Tabbert. In: Spiegel Online. 2. Januar 2009.
  3. Turnarounder des Jahres 2012, Passauer Neue Presse, 24. Oktober 2012.