Marktbreit

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marktbreit
Marktbreit
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marktbreit hervorgehoben
49.66694444444410.143611111111191Koordinaten: 49° 40′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marktbreit
Höhe: 191 m ü. NHN
Fläche: 20,15 km²
Einwohner: 3673 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97340
Vorwahl: 09332
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 147
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 4
97340 Marktbreit
Webpräsenz: www.marktbreit.de
Bürgermeister: Erich Hegwein (CSU)
Lage der Stadt Marktbreit im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild
Malerwinkelhaus
Maintor, Stadtseite
Haus zur Groe

Marktbreit am Main ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Sie liegt im Bundesland Bayern und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der südlichsten Stelle des Maindreiecks am linken Ufer des Mains.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die zwei Ortsteile der Gemeinde[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Marktsteft, Obernbreit, Martinsheim, Oberickelsheim, Ochsenfurt, Frickenhausen am Main und Segnitz.

Klima[Bearbeiten]

Das Maindreieck zählt mit zu den wärmsten und trockensten Regionen Frankens. Dieses Klima ist besonders günstig für den Anbau von Wein, Obst und Gemüse.

Geschichte[Bearbeiten]

1985 wurde bei einer Befliegung des Luftbildarchäologen Otto Braasch das Römerlager Marktbreit entdeckt. Erstmals erwähnt wurde Marktbreit als broite inferior, das heißt Unter- oder Niedernbreit, in einer Urkunde des Grafen zu Castell 1266. So hieß Marktbreit im frühen Mittelalter Unternbreit oder Niedernbreit und unterschied sich dadurch vom benachbarten Obernbreit. Der Name Marktbreit wurde erstmals 1594 genannt. Vermutlich gab es bereits einige hundert Jahre früher eine Siedlung an der Mündung des Breitbaches, über die aber wenig bekannt ist. 1557 verlieh Kaiser Ferdinand I. das Marktrecht. Die Namensänderung auf Marktbreit geht wohl darauf zurück. Es kam zu einer ersten Blütezeit des kleinen Ortes unter der Ortsherrschaft Georg Ludwigs von Seinsheim. 1643 wurde Marktbreit, das 1618 268 Haushalte besaß, geplündert, weitere 800 Menschenleben forderte im selben Jahr eine Pestepidemie. Der einst so blühende Marktort am Main verödete. Unter der seit 1643 bestehenden Herrschaft der mit den Seinsheimern verwandten Familie Schwarzenberg entwickelte sich der Ort zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Haupthandelsorte am Main, was durch den Bau eines Hafenkrans unterstrichen wurde. Vor allem durch die günstige geografische Lage am südlichsten Punkt des Mains und damit der kürzesten Verbindung zur Donau konnte Marktbreit profitieren. Im Jahr 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern und wurde danach für wenige Jahre dem Großherzogtum Würzburg zugeschlagen. 1814 kam er endgültig zu Bayern. Einen Bedeutungsverlust erlitt der Ort in wirtschaftlicher Hinsicht durch die Eisenbahn, die Mitte des 19. Jahrhunderts auch ins Würzburger Land kam. Der Handel ging stark zurück, viele Kaufleute verließen die Stadt. Kurz zuvor hatte Marktbreit im Jahr 1819 von der bayerischen Regierung das Stadtrecht erhalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit der Gebietsreform, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, wurde der etwa vier Kilometer entfernte Ort Gnodstadt, bis dahin zum Landkreis Würzburg gehörend, mit rund 700 Einwohnern zu einem Ortsteil von Marktbreit.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 wurden 16 Stadträte gewählt. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 28,25 % 4
SPD 28,85 % 5
Grüne / Breiter Bürger 03,35 % 1
Freie Wählergruppe Gnodstadt 26,2 % 4
Freie Wähler e.V. 13,35 % 2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erich Hegwein (CSU) wurde 2014 mit 50,95 % der abgegebenen Stimmen als erster Bürgermeister wiedergewählt. Einziger Herausforderer war Harald Kopp (SPD), auf den die übrigen 49,05 % entfielen.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Zu Fléac in der Nähe der südwestfranzösischen Großstadt Angoulême und Benshausen bei Zella-Mehlis im Landkreis Schmalkalden-Meiningen bestehen partnerschaftliche Beziehungen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

„Innerhalb eines goldenen Bordes über blauem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Blau ein silberner hersehender geharnischter Ritter mit ebensolchem Helm und gegürtetem Kurzschwert, darüber der linke Arm liegend, mit dem rechten Fuß auf einem unter ihm liegenden, grünen zweiflügligen beinlosen Lindwurm mit hochgerecktem Kopf und zur Schleife gedrehtem Pfeilschwanz stehend und in den goldflammenden, offenen Rachen eine goldene gefähnelte Lanze stoßend, auf deren nach links wehender, in zwei Kehren nach unten gelegter und in zwei Schwenkel auslaufender silberner Fahne ein fünfmal von Blau und Silber gespaltener Wappenschild.“

Wappengeschichte[Bearbeiten]

Kaiser Ferdinand I. verlieh dem Ort auf Bitten Georg Ludwigs von Seinsheimrecht neben dem Marktrecht auch das Führen eines Wappens samt Siegel, 1562 auch die Gewährung der Steuerfreiheit. Der drachentötende Ritter in silberner Rüstung ist der Heilige Georg, der als symbolischer Beschützer von Marktbreit in der Fahne den Wappenschild des damaligen Ortsherrn Georg Ludwig von Seinsheim trägt, der den Ort mit Mauern, Türmen und vier Toren befestigte. Die Herren von Seinsheim hatten seit 1457 die Ortsherrschaft und sind seit 1409 in der ehemaligen Ortschaft Niedernbreit nachgewiesen. Der Wellenbalken ist Hinweis auf die Lage der Stadt am Main. Das heutige, seit 1557 geführte Wappen ist identisch zu der Darstellung auf den ältesten Siegeln und hat sich auch in den nachfolgenden Jahrhunderten nicht verändert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Museum im Malerwinkelhaus befindet sich links vor dem Stadttor. Realistisch dargestellt sind die Lebensbedingungen der Bewohner in den früheren Jahrhunderten. Weiterhin werden gute Erläuterungen zum Aufbau und zur Marschleistung der römischen Kohorten und Centurien gegeben.

Regelmäßige Sonderausstellungen zu kulturhistorischen Themen ergänzen die Dauerausstellungen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Figur des hl. Georg am Rathaus
Wertheimer Haus
Seinsheimsches Schloss
Maintor und Rathaus
Maintor
Alter Kranen
  • Renaissance-Rathaus mit Ratssaal und angeschlossenem Stadttor (erbaut 1579–1600 von Hans Keesebrod im Auftrag von Georg Ludwig von Seinsheim).
  • Frachtkran aus dem Jahr 1784: Der Alte Kranen diente dem Umschlag der Waren zwischen Fluss- und Landtransport. Auf der Ostseite schützt ein angemauerter Eisbrecher vor Eisgang und Hochwasser. Der Warenumschlag florierte wegen des Marktrechts, das das Dorf 1557 erhalten hatte, und der günstigen Verkehrsanbindung (Main).
  • Seinsheimsches Schloss, erbaut ab 1585 als Residenz der Frau von Georg Ludwig von Seinsheim
  • Evangelische Kirche St. Nikolai (14. Jahrhundert, mehrmals verändert)
  • Handelshäuser im Stil des Würzburger Barock, erbaut 1719 und 1725
  • Hotel Löwen. Es ist das zweitälteste Gasthaus in Bayern und liegt am Marktplatz. Es wurde erstmals 1450 urkundlich erwähnt. Das Fachwerk stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Gasthaus war früher die Fürstlich Schwarzenbergische Herberge.
  • Mautpyramide von Gnodstadt
  • Die Stadtmauer ist teilweise mit Wohnhäusern bebaut. Viele runde Wehrtürme sind noch erhalten und waren teilweise bis Mitte des 20. Jahrhunderts benutzt oder bewohnt. Die Ortsummauerung stammt aus dem 16. Jahrhundert. Früher gab es vier Tore, von denen noch das 1600 erbaute Maintor, das im Krieg 1945 zerstört und 1946/47 erneuert wurde, erhalten ist. Ein Rundweg führt abwechselnd außerhalb und innerhalb der Stadtmauer entlang .
  • Ehemaliges Römerlager auf dem Kapellenberg in Marktbreit: Durch Luftbilder wurde man 1985 auf Verfärbungen des Bodens aufmerksam und entdeckte bei Grabungen Hinweise auf ein großes Doppellegionslager. Es war das östlichste Römerlager im freien Germanien. Heute erinnert nur noch ein Römerrundweg mit acht Informationstafeln daran. Sichtbare Spuren sind nach der Zuschüttung der Grabungsfläche nicht mehr zu erkennen. Im Museum am Malerwinkel [6] gibt es Dokumentationen zum Leben in den Legionen.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Die ehemalige Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Marktbreit wurde 1717 erbaut und die Inneneinrichtung während der Reichspogromnacht am 10. November 1938 zerstört. Die Fassade und das Eingangsportal blieben erhalten und wurden renoviert. Die linke Gedenktafel erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Juden aus Marktbreit. Die rechte Gedenktafel führt die Namen der während der Shoah ermordeten 90 Mitbürger der Gemeinde auf und hält die Erinnerung an sie wach.[7][8]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Marktbreit

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Marktbreit verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg. Es hat direkten Anschluss an die Autobahn A 7 Ausfahrt 104. Außerdem liegt der Ort an der Landstraße L 2271, welche die Bundesstraße 8 (5 km östlich) und die Bundesstraße 13 (5 km westlich) verbindet. Marktbreit liegt am Main als Anbindung an eine transkontinentale Wasserstraße (Rhein-Main-Donau). Marktbreit ist erreichbar für Schiffe bis 135 Meter Länge und 11,45 Meter Breite, darunter auch Fluss-Kreuzfahrtschiffe.

Weinbau[Bearbeiten]

Marktbreit hat eine Weinlage, den Sonnenberg. Der Marktbreiter Sonnenberg gehört zur Großlage Kitzinger Hofrat, im Weinanbaugebiet Franken.

Bildung[Bearbeiten]

Folgende Schulen gibt es in Marktbreit:

  • Grundschule
  • Hauptschule
  • Leo-Weismantel-Realschule Marktbreit (diese Privatschule existiert seit 1849)
  • Bildungswerk Marktbreit (Private Realschule seit 1984, Partnerschule der Leo-Weismantel Realschule)
  • Gymnasium

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Marktbreit wirkten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/163039&attr=OBJ&val=1661
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 748.
  4. http://www.marktbreit.info/wahlen/gw2014mbt.html
  5. http://www.marktbreit.info/wahlen/bw2014mbt.html
  6. Webpräsenz des Museums am Malerwinkel
  7. Infotafel an der ehemaligen Synagoge
  8. Gedenken an traurige Kapitel. In: Mainpost, Ausgabe KIT vom 8. November 2010, S. 29

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktbreit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien