Schlüsselfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schlüsselfeld
Schlüsselfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schlüsselfeld hervorgehoben
49.75666666666710.619444444444300Koordinaten: 49° 45′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 70,22 km²
Einwohner: 5712 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96132
Vorwahlen: 09552, 09555, 09546, 09548
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 220
Stadtgliederung: 22 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 5
96132 Schlüsselfeld
Webpräsenz: www.schluesselfeld.de
Bürgermeister: Johannes Krapp (CSU)
Lage der Stadt Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg
Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Landkreis Kitzingen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Pommersfelden Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Coburg Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Forchheim Zückshuter Forst Winkelhofer Forst Steinachsrangen Semberg Lindach (gemeindefreies Gebiet) Koppenwinder Forst Hauptsmoorwald Geisberger Forst Eichwald (Oberbayern) Ebracher Forst Ebracher Forst Walsdorf (Oberfranken) Rattelsdorf Baunach Reckendorf Lauter (Oberfranken) Gerach (Oberfranken) Gundelsheim (Oberfranken) Hallstadt Schlüsselfeld Zapfendorf Wattendorf Viereth-Trunstadt Strullendorf Stegaurach Stadelhofen Schönbrunn im Steigerwald Scheßlitz Priesendorf Pommersfelden Pommersfelden Pettstadt Oberhaid (Oberfranken) Litzendorf Lisberg Königsfeld (Oberfranken) Kemmern Hirschaid Frensdorf Ebrach Buttenheim Burgwindheim Burgebrach Breitengüßbach Bischberg Altendorf (Landkreis Bamberg) MemmelsdorfKarte
Über dieses Bild

Schlüsselfeld ist eine Stadt am südwestlichen Rand des oberfränkischen Landkreises Bamberg mit etwa 5.600 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Ein Storchenpaar im Nest auf dem Schlüsselfelder Rathaus
Der Petrusbrunnen im Ortskern von Schlüsselfeld

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schlüsselfeld befindet sich südwestlich von Bamberg im Steigerwald im Tal der Reichen Ebrach bei 299 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Burgebrach, Mühlhausen, Wachenroth, Vestenbergsgreuth (alle drei Landkreis Erlangen-Höchstadt, Mittelfranken), Burghaslach (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken), Geiselwind ( Landkreis Kitzingen, Unterfranken) und Burgwindheim.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Schlüsselfeld gliedert sich in 22 Stadtteile (mit Einwohnerzahlen, Stand: 31. Dezember 2004)[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen (alle gehörten ehemals zu selbstständigen Gemeinden, die als Kataster-Bezirke erhalten blieben): Aschbach, Eckersbach, Elsendorf, Heuchelheim, Reichmannsdorf, Schlüsselfeld, Thüngfeld, Untermelsendorf und Ziegelsambach.

Klima[Bearbeiten]

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in Schlüsselfeld 8,24 °C.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptstraße und Stadttor von Schlüsselfeld
Verkehrskarte von 1912 mit Schlüsselfeld unten links

Schlüsselfeld wurde am 10. Juni 1336 durch Konrad II. von Schlüsselberg gegründet. Das Recht zur Stadtgründung erhielt er von Kaiser Ludwig dem Bayern. Nach dem Tode seines Gründers fiel Schlüsselfeld an die Bischöfe von Bamberg und Würzburg. Durch Vergleich erwarb Würzburg 1390 auch den Bamberger Anteil an Schlüsselfeld.

1396 bekam der Markt Schlüsselfeld die Stadtrechte bestätigt.

Die Würzburger Bischöfe bauten Schlüsselfeld zum Amt aus und wählten als Amtssitz das Thüngfelder Schloss.

Am 1723 erbauten Rathaus der Stadt verkündet eine lateinische Inschrift folgenden Spruch:

„Dieses Haus hasst die Unruhe, liebt den Frieden, straft das Verbrechen, bewahrt das Recht, ehrt die Güte.“

Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde das Centamt Schlüsselfeld 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, fiel im Frieden von Pressburg (1805) an das neugebildete Großherzogtum Würzburg und kam schließlich bei Gebietsbereinigungen 1810 zurück zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Schon im 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ortsteil Aschbach ansässig, die einen jüdischen Friedhof anlegten. An die Opfer der Shoa während der NS-Gewaltherrschaft erinnert ein Gedenkstein am Friedhofseingang mit Namensnennung.[3]

Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Schlüsselfeld zum aufgelösten Landkreis Höchstadt an der Aisch (Oberfranken). Die Stadt und der Großteil des Landkreises wurde in den Landkreis Erlangen-Höchstadt (zunächst mit der Bezeichnung Landkreis Erlangen) und damit in den Regierungsbezirk Mittelfranken eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam Schlüsselfeld in den Landkreis Bamberg und somit wieder zu Oberfranken.

Religionen[Bearbeiten]

In der Stadt gehören 73,2 % der Einwohner der katholischen Kirche, 20,9 % der evangelischen Kirche und 5,9 % einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Im Jahre 2004 kam es zur Gründung einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten).[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heuchelheim eingegliedert.[5] Am 1. Januar 1975 kam Untermelsendorf hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten der Markt Aschbach, Eckersbach, Elsendorf, Reichmannsdorf, Thüngfeld und Ziegelsambach.[6]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1982 wurde ein Gebiet mit damals mehr als 50 Einwohnern an den Markt Wachenroth abgetreten.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 4292[7]
  • 1970: 4780[7]
  • 1987: 5034
  • 2000: 5711
  • 2006: 5824
  • 2011: 5655
  • 2013: 5956

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Johannes Krapp (CSU), der ohne Gegenkandidaten 93,42 % der Stimmen erhielt. Sein Vorgänger war seit 1996 Georg Zipfel (FWG), der zuletzt 2008 mit 79,13 % der Stimmen zu einer dritten Amtszeit wiedergewählt wurde.

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Stadträtinnen und Stadträten:

Stadtratswahl 2008[Bearbeiten]

Der Stadtrat bestand aus 20 Stadträtinnen und Stadträten:

  • CSU 8 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft 6 Sitze
  • Unabhängige Bürgergemeinschaft 3 Sitze

Die Überparteilich Christliche Wählergemeinschaft zog nicht mehr in den Stadtrat ein.

Stadtratswahl 2002[Bearbeiten]

Der Stadtrat bestand aus 20 Stadträtinnen und Stadträten:

  • CSU 9 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze
  • Unabhängige Bürgergemeinschaft 3 Sitze
  • Überparteilich Christliche Wählergemeinschaft 1 Sitz

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.715.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 817.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein schräglinker silberner Schlüssel mit dem Bart nach oben, begleitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen. “ Der Schlüssel bezieht sich nicht nur auf den Ortsnamen, sondern erinnert durch Stellung und Farbe an das Wappen der 1347 ausgestorbenen Edelfreien von Schlüsselberg als Besitzer und Gründer des Ortes, der 1342 als Besitz Konrads von Schlüsselberg genannt wurde. Das heutige Wappen erschien erstmals in einem Siegel aus dem 16. Jahrhundert. Die Stadtfahne ist gold, weiß und rot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Barockes Eingangsportal Stadtmuseum Schlüsselfeld
Der geteilte Orgelprospekt auf der Orgelempore der Pfarrkirche St. Johannes in Schlüsselfeld

Das Stadtmuseum ist im Alten Rathaus untergebracht und besteht aus vier Räumen. Raum 1 ist der Geologie des Keuper gewidmet, Raum 2 zeigt die Natur im Steigerwald. In Raum 3 befindet sich eine volkskundliche Ausstellung und in Raum 4 wird neben der Geschichte der Stadt Schlüsselfeld die der Porzellanmanufaktur Reichmannsdorf gezeigt.[8]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert sind im Bereich der Stadt Schlüsselfeld:

  • in Schlüsselfeld: der Stadttorturm mit Resten der Stadtmauer und zwei Rundtürmen, der Petrusbrunnen, das alte Rathaus mit Pranger, das neue Rathaus, die gotische Pfarrkirche, die Kirche Klein-Mariazell im Steigerwald (mit der Kopie des Gnadenbildes von Mariazell in der Steiermark)
  • in Aschbach: das Barockschloss, die Kirche Mariä-Himmelfahrt, die evangelische Kirche mit Marienaltar, der jüdische Friedhof
  • in Reichmannsdorf: das Dientzenhofer-Schloss
  • in Heuchelheim der Dreifrankenstein

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

ehemaliges Bahnhofsgebäude Schlüsselfeld

Die Stadt Schlüsselfeld liegt am Schnittpunkt der Grenzen der drei fränkischen Regierungsbezirke, unmittelbar an der A 3 (Würzburg-Nürnberg) mit der Anschlussstelle Schlüsselfeld und ist als Kleinzentrum anerkannt. Auch führt nach Schlüsselfeld eine Nebenbahn-Stichstrecke, die Bahnstrecke Strullendorf–Schlüsselfeld, die allerdings nur noch mit höchstens einem Güterzug pro Tag bedient wird. Nachdem die Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h abgesenkt wurde, wurde der Personenverkehr aufgegeben, da die Fahrzeit nun über zwei Stunden beträgt.

Brauereien[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet gibt es drei Brauereien: die Adlerbräu (Amtmann) und die Sternbräu (Scheubel) in Schlüsselfeld sowie die 2012 gegründete Braumanufaktur Hertl in Thüngfeld.

Liste der ehemaligen Brauereien:

  • Brauerei Scharold, Schlüsselfeld, bis 1961
  • Brauerei Windfelder, Elsendorf, bis 1965
  • Brauerei Josef Amtmann, Schlüsselfeld, bis 1973
  • Kronen Brauerei Maierhöfer, Schlüsselfeld, bis 1973
  • Brauerei Ritter, Heuchelheim, bis 1985
  • Brauerei Scheubel, Possenfelden, bis 2005
  • Sternbräu, Elsendorf, bis 2013 (lässt im Lohnbrauverfahren brauen)

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Schlüsselfeld ist die Heimat der Ralf Ott GmbH, Vermittlung für Vermögensanlagen
  • Mit Concorde, PhoeniX und Morelo haben drei Wohnmobilhersteller der gehobenen Klasse ihren Standort in Schlüsselfeld.
  • Die Fitnesscenterkette McFit hat in Schlüsselfeld ihren Firmensitz.
  • Die Firma Veit Dennert KG ist ein Familienunternehmen, das Systembaustoffe, massive Fertighäuser und Dämmstoffe herstellt.
  • Das ADAC Fahrerlebniszentrum in Schlüsselfeld bietet umfangreiche Trainings- und Veranstaltungsmöglichkeiten.
  • Die Firma KB Container GmbH verkauft und vermietet neue und gebrauchte Container und Containergebäude.

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehren gibt es in den Stadtteilen Aschbach, Eckersbach, Elsendorf, Heuchelheim, Reichmannsdorf mit Untermelsendorf, Schlüsselfeld, Thüngfeld und Ziegelsambach/Wüstenbuch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/224815&attr=OBJ&val=1140
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 191
  4. Angaben auf der Homepage der Gemeinde.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.
  7. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 814.
  8. http://www.abseits.de/smsf/index.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlüsselfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien