Konvention

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Eine Konvention (Aussprache: [kɔnvɛnˈʦi̯oːn]; vom lateinischen conventio für „Übereinkunft“ oder „Zusammenkunft“) ist eine nicht formal festgeschriebene Regel, die von einer Gruppe von Menschen aufgrund eines Konsenses eingehalten wird. Die Übereinkunft kann stillschweigend zustande gekommen oder auch ausgehandelt worden sein. Zum selben Wortstamm gehören auch die Begriffe Konvent und Konventionalismus. Das Adjektiv konventionell hat neben der Bedeutung den (gesellschaftlichen) Konventionen zu entsprechen auch die von herkömmlich oder hergebracht. Beispielsweise konventionelle Kriegsführung (als Abgrenzung zu atomarer, biologischer, chemischer), konventionelle Landwirtschaft (als Abgrenzung zur ökologischen Landwirtschaft). In ästhetischen Zusammenhängen bezeichnet man mit dem Begriff konventionell eine rückwärtsgewandte, aus falsch verstandenem Respekt vor der Tradition entstehende Geisteshaltung.

Konventionen als soziale Handlungsanweisungen[Bearbeiten]

Konventionen sind soziale Normen (Gesellschaftliche Normen, Soziale Skripte). Sie definieren mögliche Verhaltensweisen in einer sozialen Situation und geben Verhaltensregelmäßigkeiten an. Konventionen sind gesellschaftlich und kulturell bedingt, daher in den Kulturen verschieden und auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung wandelbar. Konventionen können dabei auch als Mittel einer Einschränkung des Einzelnen, seiner Rechte oder Möglichkeiten, betrachtet werden. Wer bestehende Konventionen überwinden möchte, verhält sich unkonventionell.

Konvention als multilaterale Übereinkunft[Bearbeiten]

Der Begriff Konvention bezeichnet auch einen völkerrechtlichen Vertrag, der multilateral (mehrseitig) geschlossen wird. Hierzu zählen etwa die Vertragswerke, die unter dem Dach der Vereinten Nationen entstehen. Im offiziellen deutschen Sprachgebrauch wird meist der sinngemäße Ausdruck „Übereinkommen“ verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

David Lewis Convention. Cambridge: Harvard University Press. 1969.

Weblinks[Bearbeiten]