Max Weber

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Dieser Artikel handelt vom Soziologen. Zu anderen Personen dieses Namens siehe Max Weber (Begriffsklärung).
Max Weber (1894)
Max Weber (1878)
der 15-jährige Max Weber (links) und seine Brüder Alfred (Mitte) und Karl (rechts) im Jahr 1879

Maximilian Carl Emil Weber (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Soziologe, Jurist und Nationalökonom.[1] Er gilt als einer der Klassiker der Soziologie sowie der gesamten Kultur- und Sozialwissenschaften. Global wird Webers Werk übergreifend von verschiedenen politischen und wissenschaftstheoretischen Lagern anerkannt. Er nahm mit seinen Theorien und Begriffsdefinitionen großen Einfluss auf die Wirtschafts-, die Herrschafts- und die Religionssoziologie sowie auf weitere spezielle Soziologien. Außerdem ist das Prinzip der Wertneutralität auf ihn zurückzuführen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten]

Max Weber wurde am 21. April 1864 als erstes von acht Kindern in Erfurt geboren.[2] Seine Eltern waren der Jurist und spätere Reichstagsabgeordnete der Nationalliberalen Partei Max Weber sen. (1836–1897) und Helene Weber, geb. Fallenstein (1844–1919). Sein 1868 geborener Bruder Alfred wurde ebenfalls Nationalökonom und Universitätsprofessor im Fach Soziologie, der 1870 geborene Bruder Carl wurde Architekt.

Max galt als Sorgenkind, das bereits im Alter von zwei Jahren an Meningitis erkrankt war. Von der Mutter wurde Max beschützt und übervorsichtig erzogen. Das Recht des Erstgeborenen machte er früh geltend, er fühlte sich als Vermittler von Streitigkeiten zwischen Kindern und Eltern in der Familie.

Schon im Alter von 13 Jahren las er Werke der Philosophen Schopenhauer, Spinoza und Kant, aber auch literarische Autoren wie Johann Wolfgang Goethe.

Studienweg[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Königlichen Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Charlottenburg studierte Weber von 1882 bis 1886 – unterbrochen von seinem Wehrdienst 1883/1884 als Einjährig-Freiwilliger in Straßburg – Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte in Heidelberg, Göttingen und Berlin. Seine Militärzeit erlebte er als „stumpfsinnig“.[3] Sein Studentenleben war einerseits geprägt von harter Arbeit, ausgiebigen Lektüren und intellektuellen Kontakten, andererseits vom damaligen Studentenleben zwischen Mensuren und exzessiven Trinkgewohnheiten.[4] Weber war Mitglied der Studentenverbindung Burschenschaft Allemannia (SK), aus der er 1918/1919 wieder austreten sollte.[5]

Zunächst lag sein Hauptinteresse bei der Alten Geschichte, doch dann emanzipierte er sich von seinem akademischen Lehrer Theodor Mommsen und promovierte 1889 an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin in Jura (magna cum laude) mit der Dissertation Die Entwicklung des Solidarhaftprinzips und des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaft aus den Haushalts- und Gewerbegemeinschaften in den italienischen Städten. Sein Doktorvater war der Jurist und Handelsrechtler Levin Goldschmidt.[6]

Universitätslaufbahn und politische Positionen[Bearbeiten]

1892 erfolgte die Habilitation für römisches und deutsches Handelsrecht in Berlin bei August Meitzen. Webers Habilitationsschrift trug den Titel Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht.

1893 wurde er im Alter von 29 Jahren außerordentlicher Professor für Handelsrecht in Berlin. Im selben Jahr heiratete er in Oerlinghausen seine entfernte Cousine Marianne Schnitger, die später als Frauenrechtlerin, Juristin und Soziologin aktiv wurde. Die beiden führten eine sogenannte Gefährtenehe.

Ebenfalls 1893 trat er in den Alldeutschen Verband ein, der eine nationalistische Politik vertrat. Diese Organisation verließ er jedoch 1899, als er sich in der sogenannten Polenfrage mit seiner Forderung nach Schließung der Grenzen für polnische Wanderarbeiter nicht durchsetzen konnte.[7] In seinem Austrittsschreiben vom 22. April 1899 gibt Max Weber ausdrücklich die Polenfrage als Grund seines Austritts an und beschwert sich, dass der Alldeutsche Verband den totalen Ausschluss der Polen nie mit der gleichen Vehemenz gefordert habe, mit der er sich für die Deportation der Tschechen und Dänen eingesetzt hatte.[8] Im Alldeutschen Verband hatten nämlich die bäuerlichen Mitglieder, welche die Überwindung des Landarbeitermangels in den Vordergrund stellten, ihre Interessen durchsetzen können.[9]

Bereits 1894 bekam er einen Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

1896 nahm er einen Ruf auf den renommierten Lehrstuhl von Karl Knies an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an. Im selben Jahr zählte er mit Friedrich Naumann zu den Gründern des Nationalsozialen Vereins der sogenannten Kathedersozialisten, der durch eine Sozialgesetzgebung die Voraussetzung für eine nationale Identifikation der Arbeiterschaft schaffen wollte.

Aufgabe der Lehrtätigkeit und publizistische Arbeit[Bearbeiten]

Max Weber, etwa 1907

1898 musste Weber wegen eines als Neurasthenie diagnostizierten Nervenleidens seine Lehrtätigkeit einschränken. Seit 1900 unterrichtete er nicht mehr und 1903 gab er seine Professur auf und lebte von seinem ererbten Vermögen.

1904 übernahm er zusammen mit Edgar Jaffé und Werner Sombart die Redaktion des Archivs für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik und nahm damit seine publizistische Tätigkeit wieder auf. Im selben Jahr unternahm er eine längere Reise in die USA, wo er protestantische Gemeinden, die Schlachthöfe von Chicago, Indianerschulen und das Tuskegee Institute besuchte und den von ihm sehr geschätzten schwarzen Wissenschaftler W. E. B. Du Bois traf; Eindrücke, die bei Weber zu einer zunehmenden Ablehnung rassisch orientierter Erklärungsmuster für historische und gesellschaftliche Zusammenhänge führten.[10]

1909 gründete er zusammen mit Rudolf Goldscheid als Ideengeber sowie Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Werner Sombart die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS).
Mit der Sozialwissenschaftlerin Else von Richthofen begann er eine tiefe Liebesbeziehung.

Zwischen 1903 und 1918 fanden mehrere regelmäßige Gesprächszirkel im Hause der Webers in Heidelberg statt, an denen Politiker und Geistesgrößen wie Ernst Troeltsch, Georg Jellinek, Friedrich Naumann, Emil Lask, Karl Jaspers, Werner Sombart, Georg Simmel, Georg Lukács, Ernst Bloch, Gustav Radbruch, Theodor Heuss und andere teilnahmen und den „Mythos von Heidelberg“ begründeten.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Weber (Mitte, im Profil) 1917 auf der Lauensteiner Tagung, auf dem Bild direkt rechts neben ihm Ernst Toller

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Max Weber ein Jahr lang Disziplinaroffizier der Lazarettkommission in Heidelberg. Während der Lauensteiner Tagungen 1917 plädierte er für eine konsequente Weiterführung des Krieges. Er warnte jedoch seit Kriegsbeginn mit Nachdruck vor übertriebenen Annexionsforderungen, die einen Friedensschluss erschweren würden, und vor einer Kriegsführung, die einen Kriegseintritt der USA provozieren könnte.[11] Gleichzeitig setzte er sich für ein parlamentarisches System gemäß britischem Vorbild ein, das die politische Führungsrolle der Monarchen in Deutschland deutlich beschränken sollte.

Während des Krieges erkannte Weber, dass er sich aus Einkommensgründen wieder um eine Professur bemühen musste. Anfang September 1917 wurde er an die Universität Wien berufen. In Wien nahm er die Lehrtätigkeit auf, fühlte sich aber bald überlastet und kehrte im Juni 1918 wieder nach Heidelberg zurück.

Nach Kriegsende[Bearbeiten]

Nach Kriegsende war er Mitbegründer der links-liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP). 1919 wurde er zum Sachverständigen der deutschen Delegation bei der Friedenskonferenz zum Versailler Vertrag unter der Leitung des Reichsaußenministers Graf Brockdorff-Rantzau berufen.

1919 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Universität München, den zuvor Lujo Brentano innegehabt hatte. Sein Freund, der amtierende bayerische Finanzminister Edgar Jaffé, hatte ihn befürwortet. Im Jahr 1919 wurde Weber auch ordentliches Mitglied in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er lehnte Angebote der Universitäten Göttingen und Berlin sowie einen speziell auf seine Interessen zugeschnittenen Lehrstuhl in Bonn ab.

In München hielt Weber seinen Vortrag über Politik als Beruf, in dem er drei Grundanforderungen für den idealen Politiker formulierte: Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit, Verantwortlichkeit im Interesse des Sachanliegens, Augenmaß als notwendige persönliche Distanz zu Dingen und Menschen. Ein Verhältnis zur Politik, das der Gesinnungsethik den Vorzug gegenüber der Verantwortungsethik gab, lehnte er als irrational ab. Er begründete überdies das Prinzip des staatlichen Gewaltmonopols.

Etwa zur gleichen Zeit, Anfang Mai 1919 wurde von Freikorps- und Reichswehrtruppen die linksrevolutionäre Münchner Räterepublik gewaltsam niedergeschlagen. Obwohl Weber kein Anhänger dieser Räterepublik war, setzte er sich als Zeuge der von Hugo Haase geführten Verteidigung beim im Juli 1919 erfolgenden „Hochverratsprozess“ gegen Ernst Toller (zu der Zeit bayerischer USPD-Vorsitzender und einer der bedeutendsten Anführer der ersten Phase der Räterepublik), den Weber bei der Lauensteiner Tagung kennen und schätzen gelernt hatte, für den Angeklagten ein: Er attestierte Toller die „absolute Lauterkeit eines radikalen Gesinnungsethikers“.[12] Aufgrund dieser Aussage dürfte Toller der Todesstrafe, wie sie gegenüber anderen Protagonisten der Räterepublik nicht unüblich war, entgangen sein. Er erhielt ein zu der Zeit in der gegebenen politisch-historischen Situation vergleichsweise milde anmutendes Urteil von fünf Jahren Haft.

Auf die nach Kriegsende weiter fortschreitende Radikalisierung der deutschen Rechten, die die Niederlage nicht akzeptieren wollte, reagierte Max Weber mit zunehmendem Befremden. Joseph E. Drexel, einer seiner Studenten im Wintersemester 1919/20, erinnerte sich, dass rechtsradikale Kommilitonen dessen Vorlesung an der Münchner Universität zu sabotieren versuchten und sprengten. Als der herbeigeeilte Rektor drohte, das Licht abzuschalten, rief man ihm zu: „Um so besser, dann können wir die Juden im Dunkeln verprügeln.“[13]

Auf dem Heidelberger Bergfriedhof befindet sich die Grabstätte von Max Weber und seiner Ehefrau Marianne Weber, geschmückt von einer Grabstele auf der die Lebensdaten des Paares eingemeißelt sind

Erkrankung und Tod[Bearbeiten]

Wenige Monate nach diesem Vorfall war Max Webers Gesundheit so angegriffen, dass er seine Vorlesungen nicht mehr halten konnte. Er erkrankte an der Spanischen Grippe, zog sich eine Lungenentzündung zu und starb an deren Folgen am 14. Juni 1920 in München. Zur Trauerfeier und Beerdigung auf dem Heidelberger Bergfriedhof, bei der seine Frau Marianne die Trauerrede hielt, kamen etwa tausend Menschen. Die Grabstätte befindet sich in der Abteilung E.

Der Max-Weber-Platz im Stadtteil Au-Haidhausen war seit 1905 nach einem gleichnamigen Münchner Stadtrat benannt. Auf Initiative von Ulrich Beck wurde er zusätzlich auch dem Soziologen Max Weber gewidmet, so dass er seitdem an zwei gleichnamige Personen erinnert.

Werk[Bearbeiten]

Max Weber ist der jüngste der drei Gründerväter der deutschen Soziologie (neben Tönnies und Simmel). Er wird als Begründer der Herrschaftssoziologie und neben Émile Durkheim als Begründer der Religionssoziologie betrachtet. Auch zählt er neben Karl Marx und Georg Simmel zu den bedeutenden Klassikern der Wirtschaftssoziologie. Zu zahlreichen anderen Themen der Soziologie publizierte Weber ebenfalls grundlegend.

Er beschrieb die Soziologie als „Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will“. Der Begriff des sozialen Handelns markiert in dieser Definition den zentralen (wenngleich nicht einzigen) Tatbestand, welcher für die Soziologie als Wissenschaft konstitutiv ist.

Soziales Handeln wird von Weber dadurch definiert, dass es nach dem subjektiven Sinn der Handlung und faktisch, in dessen Ablauf, an dem Verhalten anderer orientiert ist. Er unterscheidet zudem vier Idealtypen des sozialen Handelns, je nach Art der Gründe, die dafür geltend gemacht werden können: zweckrationales, wertrationales, affektuelles oder traditionelles Handeln. Für die beiden rationalen Handlungstypen gilt, dass die Gründe auch als Ursachen des Handelns aufgefasst werden können. Die Handlungstypen dienen schließlich der empirischen Forschung als kausale Hypothesen und als Kontrastfolien für die Beschreibung des tatsächlichen Verhaltens.[14]

Wissenschaftstheoretisch trat er für eine qualitative Methode ein; siehe auch Methodenstreit. Des Weiteren bestand Weber auf einer Soziologie als werturteilsfreier Wissenschaft, siehe Werturteilsstreit.

Darüber hinaus hat er wichtige Erkenntnisse zur Ökonomie beigesteuert. Webers zentrale Forschung befasste sich mit den Gründen für die spezifischen Eigenarten des Kapitalismus im Okzident, der westlichen Hemisphäre. Auch bei seinen soziologischen Arbeiten ging er letztendlich von einem sozial-ökonomischen Erkenntnisinteresse aus.[15] Zentrales Thema waren dabei Gründe und Erscheinungen des sich in der westlichen Welt als kulturelle Basis von 'Wirtschaft und Gesellschaft' spätestens mit dem ausgehenden Mittelalter etablierenden „okzidentalen Rationalismus“. Man kann Webers ersten soziologischen Aufsatz im engeren Sinne, Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur von 1896,[16] als Grundlegung für seine späteren Arbeiten ansehen. Die besondere Entwicklung des Okzidents zeigt sich danach in einer großen Zahl von gesellschaftlichen Bereichen. Er nennt neben dem Ende der Sklaverei die Entwicklung der okzidentalen Stadt, die rationale Betriebsgestaltung und Verwaltungsorganisation („Bürokratie“), nicht zuletzt auch die „methodische“ Gestaltung des Alltags der Gesellschaftsmitglieder („Lebensführung“).

Eine Manuskriptseite aus der Rechtssoziologie innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft

Zu seinen bekanntesten und den weltweit verbreiteten Werken der Soziologie zählen Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus und das Monumentalwerk Wirtschaft und Gesellschaft, das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde und eine grundlegende Darstellung seines Begriffs- und Denkhorizontes bietet.

Seine Begriffsbildungen werden bis heute in der Soziologie und der Politikwissenschaft als Grundlage weiterer Forschungen genommen, z. B. seine Definitionen von Macht und Herrschaft, der Begriff des Idealtypus sowie die – trotz ihrer weiten Verbreitung aufgrund der impliziten Wertung vielfach als fragwürdig betrachteten – Einteilung des moralischen Handelns in Gesinnungs- und Verantwortungsethik. In den Politikwissenschaften werden etwa Webers Hinweise auf die Bedeutung des Berufspolitikers, des staatlichen Gewaltmonopols oder die Wirkung von Charisma aufgegriffen.

Der Idealtypus ist ein theoretisches Konstrukt, das bestimmte, für relevant gehaltene Aspekte der sozialen Realität bewusst überzeichnet und in einen Zusammenhang bringt. Er ist stets auf logisch-gedankliche Perfektion hin angelegt und wird über Beobachtung sozialer Phänomene, Abstraktion und auf der Grundlage von allgemeinen Erfahrungsregeln gewonnen. Ziel der idealtypischen Konstruktion sind trennscharfe Begriffe, mit denen empirische Phänomene unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung verstanden werden können. Weber spricht sich eindeutig gegen eine normative Betrachtung des Idealtypus aus, die Inbezugsetzung von Wirklichkeit und Idealtypus mit dem Ziel des Vergleichs dürfe nicht verwechselt werden mit deren Bewertung.[17]

Seine Thesen über den Zusammenhang zwischen Protestantismus und Herausbildung des Kapitalismus in der Arbeit Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sind auf große Zustimmung, aber auch auf mannigfaltige Kritik gestoßen.[18]

Die Kritik wird jedoch trotz der begrenzten Perspektive des Werkes, die Weber durchaus bewusst war, auch häufig in Frage gestellt. Denn er differenziert in der Mitte seines Werkes ausdrücklich:

„Aber andererseits soll ganz und gar nicht eine so töricht-doktrinäre These verfochten werden, wie etwa die: daß der ‚kapitalistische Geist‘ […] nur als Ausfluß bestimmter Einflüsse der Reformation habe entstehen können oder wohl gar: daß der Kapitalismus als Wirtschaftssystem ein Erzeugnis der Reformation sei. Schon daß gewisse wichtige Formen kapitalistischen Geschäftsbetriebes notorisch erheblich älter sind als die Reformation, stände einer solchen Ansicht ein für allemal im Wege.“

Und gegen Ende des Werkes:

„[…] so kann es dennoch natürlich nicht die Absicht sein, an Stelle einer einseitig ‚materialistischen‘ eine ebenso einseitig spiritualistische kausale Kultur- und Geschichtsdeutung zu setzen. Beide sind gleich möglich, aber mit beiden ist, wenn sie nicht Vorarbeit, sondern Abschluss der Untersuchung zu sein beanspruchen, der historischen Wahrheit gleich wenig gedient.“

Weber behauptet kein Bestehen einer echten Kausalität zwischen Protestantismus und Kapitalismus, sondern eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines modernen Kapitalismus bei Zusammentreffen bzw. -wirken von Kapitalismus und Berufsethos bzw. innerweltlicher Askese.

Diese „Schwammigkeit“ von Webers These kritisiert Heinz Steinert als „unwiderlegbar“ und historisch falsch,[19] und auch der Max-Weber-Forscher Dirk Kaesler bezeichnet die „Weber-These“ vom Zusammenhang von protestantischer Ethik und Erfolg des Kapitalismus „in so gut wie allen Einzelheiten und als Gesamtaussage als widerlegt“.[20]

Rezeption[Bearbeiten]

Zu Lebzeiten standen Webers Arbeiten nicht im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses, obwohl seine Wirkung bereits in der Weimarer Republik beträchtlich war und im Nationalsozialismus anhielt. Ein Beispiel für die Rezeption Webers in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus stellen die beiden Werke Christoph Stedings von 1931 und 1938 dar: Politik und Wissenschaft bei Max Weber und Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur.[21] Auch nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Max Weber als Soziologe, anders als z. B. Ferdinand Tönnies und Georg Simmel, nicht an Bedeutung. Seine Werke finden weiterhin große Beachtung.

Im Fokus standen in der Nachkriegszeit in Deutschland zwar zunächst die Untersuchungen zur nivellierten Mittelstandsgesellschaft Schelskys, die Konfliktsoziologie von Dahrendorf und danach die Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno, der Philosoph Karl Jaspers bezog sich aber explizit auf Weber.

Die deutsche Neubelebung des Weber’schen Werkes begann mit dem Heidelberger Soziologentag 1964, auf dem den deutschen Soziologen zu Webers 100. Geburtstag durch Parsons, Herbert Marcuse, Reinhard Bendix, Raymond Aron und Pietro Rossi der Stand der internationalen Weber-Rezeption vor Augen geführt wurde. Seitdem wächst die Sekundärliteratur zu Werk und Bedeutung Webers kontinuierlich an. Für die deutsche Rezeption wurden insbesondere zwei Herausgeber der Max-Weber-Gesamtausgabe, M. Rainer Lepsius und Wolfgang Schluchter, zu Fixpunkten einer beständigen Auseinandersetzung mit dem Weber’schen Werk.

In den USA wurde die Verbreitung der Ideen Webers durch den nach 1945 in der Soziologie vorherrschenden Strukturfunktionalismus Talcott Parsons’ und dessen Übersetzungen der Weber’schen Werke Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sowie Wirtschaft und Gesellschaft, ins Englische, maßgeblich vorangetrieben. Insbesondere Webers Schrift zur Bedeutung der protestantischen Ethik für die Entwicklung des modernen Kapitalismus wurde dort, aber auch in Deutschland, ausgesprochen häufig und kontrovers diskutiert, siehe oben.

Bis in die jüngste Zeit zählt Weber zu den am häufigsten zitierten Soziologen. In dieser Hinsicht stellt Klaus Feldmann fest: „Von den Klassikern erweist sich Weber als der dauerhafteste.“[22] So sind auch in den jüngeren Theorieangeboten der Soziologie vielfältige Bezüge zum Weber’schen Werk enthalten. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu griff bspw. bei der Formulierung seiner Theorie der Praxis auf Max Weber zurück. Selbst die frühe Systemtheorie von Niklas Luhmann und nicht zuletzt die Theorie kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas grenzen sich zwar in zentralen Punkten von Weber ab, dennoch tritt gerade darin dessen anhaltende Bedeutung für die deutsche Soziologie zu Tage.

Habermas zufolge begegnet das Abendland "anderen Kulturen heute in Gestalt der überwältigenden Infrastruktur einer durch Wissenschaft und Technik bestimmten kapitalistischen Weltzivilisation". Umgekehrt begegneten den Menschen des Abendlands "andere Kulturen vor allem in der Eigenschaft ihres religiösen Kerns. In unseren Augen ist die fremde Religion die Quelle der Inspiration der anderen Kultur." Das erkläre "die Aktualität Max Webers".[23]

Die nach dem US-amerikanischen Soziologen Robert King Merton benannte Merton-These besagt, dass die naturwissenschaftlich-technologische Revolution des 17. und 18. Jahrhunderts hauptsächlich von englischen Puritanern und deutschen Pietisten getragen worden sei. Den Grund sah Merton vor allem in der von Max Weber beschriebenen asketischen Einstellung von Protestanten.[24][25]

Der Soziologe Gerhard Lenski fand 1958 in einer breit angelegten empirischen Untersuchung im Großraum Detroit (US-Bundesstaat Michigan) eine Reihe von Webers Thesen bestätigt. Beispielsweise sei sozialer Aufstieg für (weiße) Protestanten wahrscheinlicher als für Katholiken, vor allem in der oberen Mittelschicht. Protestanten hätten im allgemeinen kleinere Familien als Katholiken. Und Protestanten hätten eher eine "rationalistische" Orientierung (am Unerforschten interessiert), Katholiken dagegen seien eher "traditionalistisch" ausgerichtet (dem Überkommenen verpflichtet). Allerdings konnte Lenski kaum noch asketischen Züge im Verhalten von Protestanten feststellen. Auch der "Beruf" ("calling"), wie Weber ihn beschrieb, spiele bei ihnen keine wesentliche Rolle mehr. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Konfessionsgruppen hätten sich auch im Hinblick auf ihre jeweilige Einstellung zu Naturwissenschaft und Technik ergeben. Weber hatte beobachtet, dass Protestanten naturwissenschaftlich orientierte Schulen bevorzugten, Katholiken dagegen eine humanistische Schulbildung. Lenski zufolge hat seine Untersuchung gezeigt, dass (weiße) Protestanten und die kleine Minderheit der Juden ein hohes Maß an "intellektueller Autonomie" ("intellectual autonomy") besäßen, die eine günstige Voraussetzung für einen naturwissenschaftlichen Beruf sei. Dagegen hätten Katholiken eine intellektuelle Orientierung, die "Gehorsam" ("obedience") und Zustimmung zu den "geoffenbarten Wahrheiten" der Kirchenlehre höher wertete als intellektuelle Autonomie, was für eine naturwissenschaftliche Berufskarriere abträglich sei. Untersuchungen katholischer Soziologen seien zu denselben Erkenntnissen gelangt.[26][27] Lenski führte diese Unterschiede auf die Reformation und die katholische Reaktion darauf zurück. Die Reformation habe das Wachstum intellektueller Autonomie bei den Protestanten gefördert, insbesondere bei Täufern, Puritanern, Pietisten, Methodisten und englischen Presbyterianern. Dagegen hätten nach der Reformation die katholischen Kirchenführer intellektuelle Autonomie zunehmend mit Protestantismus und Häresie gleichgesetzt und stattdessen von ihren Mitgliedern Gehorsam verlangt. Diese Unterschiede seien bis in die Gegenwart wirksam geblieben. Lenski sah in diesen Forschungsergebnissen eine weitere Bestätigung von Webers Anschauungen.[28]

Ehrungen[Bearbeiten]

Tafel am Max-Weber-Haus der Universität Heidelberg, 2014.

Die Universität Heidelberg übernahm die ehemalige Villa der Familie Fallenstein und später Weber, in der die Sonntagsgespräche stattgefunden haben, in der Marianne Weber, seine Frau, gestorben ist und weitere Gelehrte wohnten und wirkten. Sie erhielt den Namen Max-Weber-Haus. Darin befindet seit einigen Jahren das Kolleg für deutsche Sprache und Kultur. Der Salon ist erhalten geblieben.

An dem Münchener Wohnhaus in der Seestraße, seinem letzten Wohnort, befindet sich eine Gedenktafel. In München ist ein Platz nach ihm benannt: Max-Weber-Platz.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bei den Werken, die in den Gesammelten Aufsätzen, Tübingen 1988, enthalten sind, wird der dortige Veröffentlichungsort mit angegeben.

  • 1889 Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter, Stuttgart 1889. Habilitationsschrift in Handelsrecht, GASW 312–443, daraus das 3. Kapitel Die Familien- und Arbeitsgemeinschaften separat veröffentlicht: Entwickelung des Solidarhaftprinzips und des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaft aus den Haushalts- und Gewerbegemeinschaften in den italienischen Städten, Stuttgart 1889, Inauguraldissertation
  • 1891 Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht, Stuttgart 1891. Habilitationsschrift in Römischem Recht, Reprint Amsterdam 1962.
  • 1891–1892 Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland. Die Verhältnisse der Landarbeiter in Deutschland, geschildert auf Grund der vom Verein für Socialpolitik veranstalteten Erhebungen Band 3, Leipzig 1892.
  • 1895 Freiburger Antrittsvorlesung Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Verlagsbuchhandlung J.C.B Mohr, Freiburg i. Br. und Leipzig 1895, GPS 1–25
  • 1896 Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur. In: Die Wahrheit. Band 3, H. 63, Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart 1896, S. 57–77, GASW 289–311
  • 1904 Veröffentlichung von
  • 1909 Agrarverhältnisse im Altertum [3. Fassung], in: Handwörterbuch der Staatswissenschaften Band 1, Jena 1909 3. Auflage. 52–188, GASW 1–288
  • 1910 Enquete über das Zeitungswesen (Rede auf dem 1. Deutschen Soziologentag vor der neugegründeten Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 20. Oktober 1910, siehe dazu http://www.zeit.de/2010/43/Soziologie)
  • 1915–1919 Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen erscheint in Form von 11 Einzelaufsätzen GARS I 237–573, II–III
  • 1918 Veröffentlichung der gesammelten Aufsatzreihe Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. Zur politischen Kritik des Beamtentums und Parteiwesens (GPS 306–443), mit der Weber eine Fundamentalkritik an dem deutschen Beamtentum und dessen althergebrachten Traditionen übt
  • 1919 Erscheinen der Vortragsverschriftlichungen
  • 1920–1921 Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. erscheinen in drei Bänden, enthalten neue und überarbeitete bereits erschienene Schriften
  • Nach seinem Tode:
    • 1921–1924 Fortsetzung der Aufsatzsammlung:
      • 1921 Gesammelte Politische Schriften, München 1921, 5. Auflage. Tübingen 1988, ISBN 3-8252-1491-5 GPS
      • 1922 Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, 7. Auflage. 1988, ISBN 3-8252-1492-3 GAW
      • 1924 Gesammelte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Tübingen 1924, 2. Auflage. 1988, ISBN 3-8252-1493-1 GASW
      • 1924 Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, Tübingen 1924, 2. Auflage. 1988, ISBN 3-8252-1494-X GASS
    • 1921 Die rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik, München 1921. Dann in Wirtschaft und Gesellschaft von der 2. Auflage 1925 bis zur 4. Auflage 1956 enthalten. Erneute Separatveröffentlichung: Tübingen 1972, ISBN 3-16-533351-3.
    • 1922 erscheint sein kompiliertes Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1921/22, 5. Auflage. 1972, ISBN 3-16-533631-8 (diverse Nachdrucke, zuletzt Studienausgaben 1980, ISBN 3-16-538521-1 und 2002, ISBN 3-16-147749-9) Der Textkorpus erfuhr im Verlaufe seiner Auflagengeschichte mehrere Umschichtungen und Zusätze, die zur 5. Auflage teilweise wieder getilgt wurden. Im Rahmen der Max-Weber-Gesamtausgabe (siehe unten) wird gegenwärtig eine kritische Revision des Textes unternommen. Wiedergaben der Erstauflage: (Online Text, unvollständig und stellenweise fehlerhaft) – Faksimile – vollständige Wiedergabe aller 840 Seiten (Online-Text)- auch als PDF (mit Volltextsuche) downloadbar, Umfang jedoch ca. 80MB.
    • 1922 Die drei reinen Typen der legitimen Herrschaft. In: Preußische Jahrbücher 187 (1922), 1–12, GAW 475–488 (ab 3. Aufl. 1968)
    • 1923 Wirtschaftsgeschichte. Abriß der universalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Berlin 1923, 5. Auflage. 1991, ISBN 3-428-07215-4, 6. Auflage. 2011, ISBN 978-3-428-13511-0 (von Sigmund Hellmann und Melchior Palyi kompiliertes Werk aus Webers Notizen und den Mitschriften seiner Studenten zu seiner letzten vollständig gehaltenen Vorlesung 1919/1920)

Ausgaben[Bearbeiten]

Ausgaben einzelner Werke stehen in den jeweiligen Artikeln.

  •  Horst Baier, M. Rainer Lepsius, Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max-Weber-Gesamtausgabe (MWG). 41 Bände. Mohr-Siebeck, Tübingen 1984 ff (bisher – 2014 – noch nicht alle Bände erschienen, mohr.de).
    •  Horst Baier, Mario Rainer Lepsius, Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Weber-Studienausgabe (MWS). Studienausgabe. Mohr-Siebeck, Tübingen 1988 ff (Texte der Gesamtausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat, bisher - 2009 - noch nicht alle Bände erschienen, mohr.de).
  •  Max Weber: Gesammelte Aufsätze. 7 Bände. UTB / Mohr-Siebeck, Tübingen 1988, ISBN 3-8252-1496-6.
  •  Eduard Baumgarten: Max Weber. Werk und Person. Dokumente. Tübingen 1964.
  •  Max Weber; Marianne Weber (Hrsg.): Jugendbriefe. Tübingen o. J. [1936].
  •  Max Weber, Dirk Kaesler (Hrsg.): Schriften 1894–1922. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-23301-0 (Auswahlausgabe mit z. T. gekürzten Texten).

In der Praxis bezieht man sich im Studium und in der Forschungsliteratur hauptsächlich auf die, ursprünglich von Marianne Weber herausgegebene, von Johannes Winckelmann später teilweise ergänzte siebenbändige Aufsatzsammlung, auf die im gleichen Verlag erschienene Ausgabe von Wirtschaft und Gesellschaft und die bei Duncker & Humblot verlegte Wirtschaftsgeschichte.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Philosophiebibliographie: Max Weber – Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema

  •  Karl-Ludwig Ay/Knut Borchardt: Das Faszinosum Max Weber. Die Geschichte seiner Geltung. UVK, Konstanz 2006, ISBN 3-89669-605-X.
  • Volker Heins: Max Weber zur Einführung. Junius Hamberg 2004 (4. Aufl. 2010) ISBN 978-3-88506-390-2.
  •  Hans N. Fügen: Max Weber. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2000, ISBN 3-499-50216-X.
  •  Gottfried Eisermann: Max Weber und die Nationalökonomie. In: Birger P. Priddat (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der deutschen Nationalökonomie. Band 4, Metropolis Verlag, Marburg 1993, ISBN 3-926570-13-X.
  • Benedikt Giesing: Religion und Gemeinschaftsbildung. Max Webers kulturvergleichende Theorie. Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3673-0.
  • Wolfgang Hellmich: Aufklärende Rationalisierung. Ein Versuch, Max Weber neu zu interpretieren (Erfahrung und Denken (ED), Band 107), Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-13906-4.
  • Wilhelm Hennis: Max Webers Fragestellung: Studien zur Biographie des Werks. Tübingen 1987
  • Dieter Henrich: Die Einheit der Wissenschaftslehre Max Webers. Tübingen, 1952.
  • Karl Jaspers: Max Weber. Gesammelte Schriften. Piper Verlag, München 1988, ISBN 3-492-10799-0.
  • Jürgen Kaube: Max Weber. Ein Leben zwischen den Epochen. Rowohlt, Berlin 2014, ISBN 978-3-87134-575-3.
  • Dirk Kaesler: Max Weber. Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung. 3., aktualisierte Auflage. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37360-2.
  • Dirk Kaesler (Hrsg, u. Vorwort): Max Weber. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Vollständige Ausgabe. 2. Auflage. C.H. Beck Verlag, München, 2006, ISBN 3-406-51133-3.
  • Dirk Kaesler: Max Weber. (= C.H.Beck Wissen, Band 2726). C.H. Beck Verlag, München 2011, ISBN 978-3-406-62249-6.
  • Dirk Kaesler: Max Weber: Preuße, Denker, Muttersohn. C.H. Beck Verlag, München 2014, ISBN 978-3-406-66075-7.
  • Volker Kruse, Uwe Barrelmeyer: Max Weber. Eine Einführung. UVK/UTB, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8252-3637-3.
  • Klaus Lichtblau, Johannes Weiß (Hrsg.): Max Weber. Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus. (Athenäum / Hain-Hanstein; Neue Wissenschaftliche Bibliothek), Bodenheim 1993, ISBN 3-8257-4771-9.
  • Klaus Lichtblau: Max Webers Grundbegriffe. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14810-9.
  • Karl Löwith: Max Weber und Karl Marx. In: ders. Sämtliche Schriften. 9 Bände Hrsg. von Klaus Stichweh, Marc B. de Launay, Bernd Lutz und Henning Ritter. Band 5, Metzler, Stuttgart 1981–1988.
  • Niklas Luhmann: Zweck – Herrschaft – System. Grundbegriffe und Prämissen Max Webers. In: Der Staat. 3 (1964), S. 129–158.
  • Realino Marra: Dalla comunità al diritto moderno. La formazione giuridica di Max Weber. 1882–1889, Giappichelli. Torino 1992.
  • Realino Marra: Capitalismo e anticapitalismo in Max Weber. Storia di Roma e sociologia del diritto nella genesi dell’opera weberiana. Il Mulino, Bologna 2002, ISBN 88-15-08776-1.
  • Peter-Ulrich Merz-Benz: Max Weber und Heinrich Rickert. Die erkenntnistheoretischen Grundlagen der verstehenden Soziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008.
  • Wolfgang J. Mommsen: Max Weber und die deutsche Politik 1890–1920. Mohr Siebeck, Tübingen 1959. (2. Auflage. 1974)
  • Wolfgang J. Mommsen: Max Weber. Gesellschaft, Politik und Geschichte. Suhrkamp, Frankfurt 1982.
  • Wolfgang J. Mommsen: Max Weber. In Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Historiker. Band 3, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1972
  • Hans-Peter Müller: Max Weber. Böhlau Verlag, Köln/ Weimar/ Wien 2007, ISBN 978-3-8252-2952-8.
  • Hans-Peter Müller, Steffen Sigmund (Hrsg.): Max Weber-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2014, ISBN 978-3-476-02432-9.
  • Joachim Radkau: Max Weber. Die Leidenschaft des Denkens. Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20675-2.
  • Fritz Ringer: Max Weber. An intellectual biography. Chicago 2004.
  • Guenther Roth: Max Webers deutsch-englische Familiengeschichte 1800–1950, mit Briefen und Dokumenten. Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-147557-7.
  • Lawrence A. Scaff: Max Weber in America. Princeton University Press, Princeton 2011, ISBN 978-0-691-14779-6.
    • deutsch: Max Weber in Amerika. aus dem Englischen übersetzt von Axel Walter, mit einem Geleitwort von Hans-Peter Müller. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-13891-3.
  • Alexander von Schelting: Max Webers Wissenschaftslehre. Mohr, Tübingen 1934.
  • Wolfgang Schluchter: Die Entwicklung des okzidentalen Rationalismus: eine Analyse von Max Webers Gesellschaftsgeschichte. Mohr, Tübingen 1979.
  • Wolfgang Schluchter: Die Entzauberung der Welt: sechs Studien zu Max Weber. Tübingen, Mohr 2009.
  • Gregor Schöllgen: Max Weber. Beck, München 1998, ISBN 3-406-41944-5.
  • Michael Sukale (Hrsg.): Absolute Max Weber. Originaltexte, Interview & ausführliche Biografie, Orange Press, 2004, ISBN 3-936086-18-4.
  • Michael Sukale: Max Weber – Leidenschaft und Disziplin. Leben, Werk, Zeitgenossen. Mohr (Siebeck), Tübingen 2002, ISBN 3-16-147203-9.
  • Marianne Weber: Max Weber. Ein Lebensbild. Piper, München 1989, ISBN 3-492-10984-5.
  • Johannes Weiß: Max Webers Grundlegung der Soziologie. UTB München 1975, ISBN 3-7940-2644-6. (2. überarb. und erw. Aufl., München 1992 (K. G. Saur), ISBN 3-598-11092-8)
  • Johannes Weiß (Hrsg.): Max Weber heute. Erträge und Probleme der Forschung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-518-28311-1.
  • Klaus-Gunther WesselingMax Weber. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 405–572.

Film[Bearbeiten]

  • Max Weber - Die Entzauberung der Welt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Buch und Regie: Anette Kolb, Produktion: BR-alpha, Reihe: München leuchtet für die Wissenschaft - Berühmte Forscher und Gelehrte, Erstsendung: 10. Februar 2006 bei BR-alpha, Inhaltsangabe und online-Video von BR-alpha, mit M. Rainer Lepsius.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max Weber – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Max Weber – Zitate
 Wikisource: Max Weber – Quellen und Volltexte

Biographien

Schriften

Sekundärliteratur

Vorlesungsmitschnitt

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gregor Fitzi: Max Weber (Campus Einführungen). Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-38124-4.
  2. Steffen Raßloff: Pionier der Soziologie. Max Weber wurde vor 150 Jahren als Sohn eines Erfurter Juristen und Stadtrates geboren. In: Thüringer Allgemeine vom 22. Februar 2014.
  3. Jürgen Kaube: Max Weber. Ein Leben zwischen den Epochen. Berlin 2014, S. 74.
  4. Jürgen Kaube: Max Weber. Ein Leben zwischen den Epochen. Berlin 2014, S. 65 ff.
  5. Wolfgang J. Mommsen, Wolfgang Schwentker (Hrsg.): Max Weber Gesamtausgabe, Abteilung 1, Band 16: Zur Neuordnung Deutschlands – Schriften und Reden 1918–1920. Tübingen 1988, S. 191.
  6. Vgl. Kaelber, Lutz [o.J.]: Max Webers Dissertation. Text abrufbar unter: http://www.uvm.edu/~lkaelber/research/weber1.html [letzter Zugriff: 5. September 2012]
  7. vgl. Max Weber: Die ländliche Arbeitsverfassung. (1893), In: Gesammelte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. 2. Auflage. Tübingen 1988, S. 444–469.
  8. Marianne Weber: Max Weber: A Biography. Transaction Publishers, 1988, ISBN 0-88738-702-0, S. 224/225.
  9. Wolfgang J. Mommsen: Max Weber und die deutsche Politik 1890–1920. Mohr Siebeck, 2004, ISBN 1-84520-034-9.
  10. Jürgen Kaube: Max Weber. Ein Leben zwischen den Epochen. Berlin 2014, S. 210 ff.
  11. vgl. Max Weber: Zur Frage des Friedensschließens. (1915/16), In: Gesammelte Politische Schriften. 5. Auflage. Tübingen 1988, S. 130–141 und: Der verschärfte U-Bootkrieg.' (1916), ebenda S. 146–154.
  12. Ernst Toller – Der Dramatiker als Revolutionär; Porträt und Rezeption zu Ernst Toller auf der Webdomain des Bayerischen Rundfunks/Kultur (www.br.de/themen/kultur, abgerufen am 8. September 2014)
  13. Joseph E. Drexel: Geschichte und Geschichten – Ein Leben in Franken. Vortrag: Bayerischer Rundfunk, Studio Nürnberg, 27. März 1969. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1969, S. 14 f.
  14. Vgl. dazu  Gert Albert: Hermeneutischer Positivismus und dialektischer Essentialismus Vilfredo Paretos. VS, Wiesbaden 2005, S. 161ff.
  15. Vgl. Quensel, Bernhard K.: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie. Baden-Baden 2007.
  16. In: Max Weber Gesamtausgabe: Schriften und Reden VI. Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Altertums: Abt. I/6, hg. von Jürgen Deininger. Mohr Siebeck, Tübingen u. a. 2006, S. 82–127 (auch in Gesammelte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte). Mohr Siebeck, Tübingen 1924, S. 289–311; Erstdruck in: Die Wahrheit 3, Heft 63, 1896, S. 57–77 (Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart).
  17. Max Weber, 1968: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen, S. 200.
  18. R. H. Tawney, Religion und Frühkapitalismus. Eine historische Studie, Bern 1946, S. 200–276 (englisches Original: Religion and the Rise of Capitalism, London 1927 und 1937.) / R. W. Green, (Hrsg.): Protestantism and Capitalism. The Weber-Thesis and its Critics. Boston 1959. / G. Lenski: The Religious Factor. Garden City 1963. / H. Trevor-Roper: Religion, the Reformation, and Social Change. London 1963, deutsch: Religion, Reformation und sozialer Umbruch. Die Krisis des 17. Jahrhunderts, Frankfurt-Berlin 1970, S. 15–51. / S. Kozyr-Kowalski: Weber and Marx. Polish Sociological Bulletin, 1968/1. / J. Moltmann, Die Ethik des Calvinismus. In: Ders., Das Experiment Hoffnung. Einführungen, München 1974, S. 131–144.
  19. Heinz Steinert: Max Webers unwiderlegbare Fehlkonstruktionen: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Campus, Frankfurt am Main 2010, S. 20f.
  20. Dirk Kaesler: Max Weber. München 2011, S. 59.
  21. Wolfgang J. Mommsen schreibt dazu, Steding habe Weber „aus dem Blickwinkel des Faschismus als widerspruchsvollen Repräsentanten des zum Niedergang verurteilten Bürgertums dargestellt“. In ders. Max Weber und die deutsche Politik. S. 444.
  22. Vgl.  Klaus Feldmann: Soziologie kompakt. Eine Einführung. 2. durchges. Auflage. WDV, Opladen 2001, S. 53f.
  23. Jürgen Habermas, Zeit der Übergänge, Frankfurt am Main, 2001, S. 183
  24. I. Bernard Cohen, Puritanism and the Rise of Modern Science: The Merton Thesis. Rutgers University Press, 1990, ISBN 0-8135-1530-0
  25. Russell Heddendorf, Religion, Science, and the Problem of Modernity, In JASA, 38, December 1986, S. 226-231
  26. Thomas F. O'Dea, American Catholic Dilemma: An Inquiry into the Intellectual Life, New York, N.Y., 1958
  27. Frank L. Christ and Gerard Sherry (Eds.), American Catholicism and the Intellectual Ideal, New York, N.Y., 1961
  28. Gerhard Lenski, The Religious Factor: A Sociological Study of Religion's Impact on Politics, Economics, and Family Life. Revised Edition, Garden City, N.Y., 1963, S. 279, 283, 347-349, 357-358