Kopenhagener Straße

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Abspannwerk Humboldt in der Kopenhagener Straße

Die Kopenhagener Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg verläuft von der Schönhauser Allee im Osten bis zur Schwedter Straße. Am 30. April 1899 erhielt die damalige Straße Nr. 18, Abt. XI des Bebauungsplanes ihren heutigen Namen. Sie misst 800 m Länge und zählt etwa 61 Mehrfamilienhäuser und vier Kinderspielplätze. Bis auf vier Neubauten entstanden sämtliche Wohnbauten zwischen 1900 und 1910, zur Zeit des Jugendstils, was in der Bauweise und Ornamentik – soweit die großteils entstuckten Fassaden dies noch zeigen – zum Tragen kommt. Von Ost nach West mündet zuerst die Rhinower Straße in die Kopenhagener Straße, danach die Sonnenburger Straße, die Ystader Straße, und zuletzt endet die Kopenhagener Straße an der Schwedter Straße am Mauerpark.

Bis 1945 befand sich nördlich der Kreuzung Sonnenburger Straße eine den Ringbahngraben kreuzende Straßenbrücke, das einzige komplett von (dem ansonsten als Architekt der BVG für viele Untergrundbahnhöfe und Bahnbauwerke bekannten) Alfred Grenander in Berlin realisierte Brückenbauwerk. Sie fiel den Kampfhandlungen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer und wurde später durch eine leicht nach Osten versetzte provisorische Fußgängerbrücke ersetzt. Parallel zu dieser Fußgängerbrücke verläuft etwas weiter westlich eine Rohrbrücke der Berliner Wasserbetriebe.

Eine Studie von Geografen der Humboldt-Universität zählt 45 Kulturschaffende in der Straße. Des Weiteren finden sich viele Cafés, Restaurants, Kneipen, der Mittwochsclub, sowie ein koreanisches Teehaus (in der Kopenhagener Straße 14). Auffälligstes Bauwerk der Straße ist das Abspannwerk Humboldt in der Kopenhagener Straße 61 (an der Ecke Sonnenburger Straße), das 1924–1926 nach Entwürfen des bedeutenden Industriearchitekten Hans Heinrich Müller entworfen wurde. Neben dem Abspannwerk stehen auch die Häuser der Kopenhagener Straße 71–78 unter Denkmalschutz. Am westlichen Ende der Kopenhagener Straße befindet sich der Kinderbauernhof Prenzlauer Berg Moritzhof.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde ein Großteil der Häuser saniert, jedoch behielt die Kopfsteinpflasterstraße ihre ruhige Lage. Deswegen wurde die Kopenhagener Straße als Drehort für mehrere DDR-Nostalgie-Filme gewählt, unter anderem für die Filme Das Leben ist eine Baustelle, Der Rote Kakadu, Sommer vorm Balkon, Männerherzen sowie für die Fernsehserie Weissensee. Bereits 1979 war in der Kopenhagener Straße 13 mit Solo Sunny einer der bekanntesten DEFA-Filme gedreht worden.

Bereits vor der Wende lebten einige Künstler in der Kopenhagener Straße. Etwa die Hälfte der Anwohner lebten schon vor der Wende in der Straße oder anderswo in Ost-Berlin. Außer den prägenden bildenden Künstlern sind zahlreiche Schauspieler, Schriftsteller und Architekten in der Straße ansässig oder tätig. Hinzugezogen sind vor allem Westdeutsche und europäische Ausländer.

Gedenktafel[Bearbeiten]

Des deutschen Widerstandskämpfers Hermann Tops (1897–1944) aus der Gruppe um Robert Uhrig wurde an dessen Wohnhaus in der Kopenhagener Straße 46 mit einer Gedenktafel gedacht.[1] Die am 16. Januar 1976 angebrachte Tafel ist verschwunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kopenhagener Straße (Berlin-Prenzlauer Berg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefanie Endlich, Nora Goldenbogen, Beatrix Herlemann, Monika Kahl, Regina Scheer: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation, Band II, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1999

52.54888888888913.408888888889Koordinaten: 52° 32′ 56″ N, 13° 24′ 32″ O