Krajenka

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Krajenka
Wappen von Krajenka
Krajenka (Polen)
Krajenka
Krajenka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Złotów
Gmina: Krajenka
Fläche: 3,77 km²
Geographische Lage: 53° 17′ N, 16° 59′ O53.28333333333316.983333333333Koordinaten: 53° 17′ 0″ N, 16° 59′ 0″ O
Einwohner: 3811
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 77-430
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PZL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 188: PiłaZłotów-Człuchów
DW 190: Krajenka-Wysoka-Szamocin-Wągrowiec-Gniezno
Schienenweg: PKP-Linie 426: PiłaTczew
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 192,00 km²
Einwohner: 7564
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3031033
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Stefan Kitela
Adresse: ul. Jagiełły 9
77-430 Krajenka
Webpräsenz: www.krajenka.pl

Krajenka (deutsch Krojanke) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Großpolen im Powiat Złotowski mit etwa 3.500 Einwohnern. In Krajenka befindet sich der Sitz der Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Krajenka liegt in Hinterpommern am Nordufer des Flusses Glumia, 23 Kilometer nordöstlich von Piła (Schneidemühl). Zur Nachbarstadt führen die Woiwodschaftsstraße 188 und eine Eisenbahnlinie. Nach Osten hin verläuft die Krainaer Seenplatte. Die Gmina erstreckt sich über 191,79 km².

Stadtkirche
Krojanke nordöstlich von Schneidemühl auf einer Landkarte Westpreußens aus dem 19. Jahrhundert
Marktplatz
Gebäude in der Altstadt
Häuser in der Altstadt
Kulturzentrum
Fachwerkhaus

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung des Ortes liegt auf dem westlich gelegenen Schlossberg, auf dem sich im Frühmittelalter eine wendische Befestigungsanlage befand. Das Umland war Grenzgebiet zwischen Pommern und Polen, von diesen „Kraina“ (deutsch „Grenzland”, heute Krajna) genannt. Seit 1343 gehörte die Krajna zum Königreich Polen. Die Stadtgründung geht auf den polnischen Adligen Andrzej Danaborski zurück, der von König Władysław II. Jagiełło 1420 für den Ort das Magdeburger Stadtrecht erwarb. Als Wappen benutzte die Stadt das Familienwappen seines Gründers. In der Folgezeit trat ein ständiger Wechsel der Stadtherren ein.

Wichtigster Erwerbszweig der Einwohner war die Landwirtschaft, ab 1654 wurde gewerbsmäßig Bier in der Stadt gebraut. Im 18. Jahrhundert versuchte man, mit einer Seidenraupenzucht einen neuen Erwerbszweig zu eröffnen. 1703 wurde im Westflügel des von der Danaborskifamilie errichteten Schlosses für die katholische Gemeinde die St.-Nikolaus-Kirche eingebaut.

Nach der Ersten Teilung Polens von 1772 kam Krajenka, der zu dieser Zeit etwa 900 Einwohner hatte, unter die Herrschaft Preußens und wurde dem Netzedistrikt zugeteilt. Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde die Stadt in den Kreis Flatow im westpreußischen Regierungsbezirk Marienwerder eingegliedert. Die Zahl der Einwohner wuchs ständig, 1857 lebten bereits 2.061 Menschen in Krojanke. Da unter den Zuwanderern viele Evangelische waren, wurde 1846 nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel auf dem Marktplatz mit dem Bau einer evangelischen Kirche begonnen. An der Straße nach Flatow (Złotów) entstanden zahlreiche neue Wohnhäuser. 1871 wurde am Südufer des Glumiaflusses der Bahnhof für die Preußische Ostbahn eröffnet. In seiner Nähe siedelten sich ein Kalksandstein- und ein Sägewerk an.

Als nach dem Ersten Weltkrieg große Teile Westpreußens an Polen abgegeben werden mussten (Polnischer Korridor), wurde Krojanke mit einem Teil des Kreises Flatow in die neu geschaffene Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen eingegliedert. Am 21. Juni 1924 ging Krojanke in die Rechtsgeschichte ein. Durch ein Urteil des Reichsgerichtes wurde der ehemalige Herrschaftsbesitz des preußischen Prinzen Friedrich Leopold, unter anderem Krojanke, als Privateigentum anerkannt und damit eine wichtige Grundsatzentscheidung zu den Entschädigungsansprüchen des deutschen Adels in der Weimarer Republik gefällt. Als 1938 die Provinz Grenzmark aufgelöst wurde, kam Krojanke zu Pommern. 1939 war die Einwohnerzahl auf 3.233 angewachsen.

Am Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Stadt Krojanke eine Flächengröße von 42,6 km², und in dem Stadtgebiet standen insgesamt 456 Wohnhäuser an 17 verschiedenen Wohnorten:[2]

  1. Bahnhof Krojanke
  2. Barankower Feld
  3. Erdmannshof
  4. Forsthaus Kleinheide
  5. Gut Barankowo
  6. Heidenfelde
  7. Kaltenort
  8. Krojanke
  9. Langerberg
  10. Leßniker Feld
  11. Lonsker Feld
  12. Sakollnower Feld
  13. Scheunenbezirk
  14. Schützenhaus
  15. Tarnowker Busch
  16. Vorwerk Dombrowo
  17. Wonzower Weg

Im Jahr 1925 wurden 3.463 Einwohner gezählt, die auf 807 Haushaltungen verteilt waren.[2]

Als sich der Zweite Weltkrieg seinem Ende näherte, flohen die meisten Stadtbewohner Anfang 1945 vor der anrückenden sowjetischen Front. Während der Eroberung wurde Krojanke stark zerstört, im Stadtzentrum blieben nur wenige Häuser erhalten.

Als nach Kriegsende die polnische Verwaltung die Stadt übernommen hatte, wurden die noch verbliebenen etwa 150 deutschen Einwohner zwangsweise ausgesiedelt oder mussten die polnische Staatsangehörigkeit annehmen. In die verlassenen Häuser der Stadt, nun Krajenka genannt, zogen Polen ein. Dabei handelte es sich zunächst vorwiegend um Flüchtlinge aus den von der Sowjetunion annektierten Gebieten östlich der Curzon-Linie, den Kresy, die dort der polnischen Minderheit angehört und sich geweigert hatten, eine neue Staatsangehörigkeit zu akzeptieren.

Anstelle der zerstörten Häuser wurden Wohnblocks errichtet, und erst 1960 wurde mit 3.100 Einwohnern der Vorkriegsstand wieder erreicht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Anzahl
1772 900
1805 1.946, davon 1.203 Christen und 743 Juden[3]
1853 3.063, davon 2.415 Christen und 648 Juden[3]
1857 2.061
1875 3.303[4]
1880 3.531[2]
1890 3.344, davon 1.781 Evangelische, 1.055 Katholiken und 509 Juden (400 Polen)[2]
1925 3.464, davon 1.865 Protestanten, 1.262 Katholiken und 320 Juden[2]
1933 3.345[2]
1939 3.233[2]
1945 150
1960 3.100
2007 3.647[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Erich Wolfsfeld (* 27. April 1884 in Krojanke), deutscher Graphiker, Maler und Radierer († 1956)

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

Gmina Krojanke[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Krajenka umfasst eine Fläche von 192 km². Die Zahl der Einwohner liegt bei mehr als 7.000, von denen fast die Hälfte in der Stadt selbst wohnt.

Die Fläche der Gemeinde wird zu 47 % landwirtschaftlich genutzt. Waldgebiet beträgt 48 % der Fläche der Gemeinde. In ihr entwickelte sich vor allem die Holzindustrie, nämlich: Sägemühlen, holzverarbeitende Betriebe und Möbelfabriken. Im geringeren Maß entstanden Nahrungsmittelbetriebe: Bäckereien und Fleischereien. Außerdem wurden verschiedene Dienstleistungsbetriebe gegründet, die den Bedarf der Bevölkerung decken.

Die Gemeinde besteht aus den folgenden Ortschaften:

Name deutscher Name (bis 1945)
Augustowo Augustowo (1914–45 Augustendorf)
Barankowo Barankower Feld
Czajcze Waldhof
Dolnik Dollnik (1926–45 Wittenburg)
Głubczyn Glubczyn (1909–26 Glubschin, 1926–45 Steinau)
Krajenka Krojanke
Leśnik Leßnick (1926–45 Lessendorf)
Łońsko Lonsker Feld
Maryniec Marienwalde
Paruszka Paruschke (1926–45 Treuenheide)
Podróżna Podrusen (1927–45 Preußenfeld)
Pogórze Sakollnower Feld
Skórka Schönfeld
Śmiardowo Krajeńskie Smirdowo bei Krojanke (1909–45 Schmirtenau)
Tarnówczyn Tarnowker Busch
Wąsoszki Wonzower Weg
Żeleźnica Hammer

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Goerke: Der Kreis Flatow. In geographischer, naturkundlicher und geschichtlicher Beziehung dargestellt. [1. Auflage 1918] 2. Auflage, Gifhorn 1981, mit einem Nachtrag über die Zeit von 1918 bis 1945 von Manfred Vollack (902 Seiten, 113 Abbildungen, 7 Karten).
  • Heimatbuch für den Kreis Flatow – Grenzmark Posen-Westpreußen – Provinz Pommern. Herausgegeben vom Heimatkreisausschuss für den Kreis Flatow mit Unterstützung des Patenschaftskreises Gifhorn. Druck: Karl Neef oHG (Wittingen), Gifhorn 1971.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krajenka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Juni 2014.
  2. a b c d e f g http://stadt.krojanke.kreis-flatow.de/
  3. a b F. W. F. Schmitt: Topographie des Flatower Kreises. In: Preußische Provinzialblätter, Andere Folge, Band VII, Königsberg 1855, S. 116.
  4. http://www.verwaltungsgeschichte.de/flatow.html
  5. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007