Laguiole (Messer)

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Traditionelles französisches Laguiole Messer, handgefertigt und geschmiedet, hier mit Griffschalen aus Wacholder, mit einer klassischen Gesamtlänge von 23 cm (12 cm Griff, 11 cm Klinge), der typischen Biene auf dem Rücken, der 12C27-Stahlklinge, zwei Heftbacken aus Stahl und dem Hirtenkreuz
Laguiole-Messer mit Korkenzieher und der charakteristischen Biene

Das Laguiole ist ein traditionelles französisches Taschenmesser. Es wird von verschiedenen Unternehmen u. a. in Laguiole selbst (Südfrankreich) und in Thiers (Auvergne, Zentralfrankreich) hergestellt. Das Design stammt von Pierre-Jean Calmels und ist aus dem 19. Jahrhundert.

Der Name „Laguiole“ allein kann nicht geschützt werden; er unterliegt der Gemeinfreiheit.[1] Es existieren zahlreiche Nachahmerprodukte, die zwar den Namen Laguiole tragen, aber teilweise in China oder Pakistan hergestellt sind. Von den derzeit ca. 134 Laguiole-Schmieden in Frankreich gibt es vier renommierte Manufakturen, die qualitativ in etwa auf einem Niveau liegen:

  • Laguiole en Aubrac
  • Forge de Laguiole
  • Fontenille Pataud
  • La Coutellerie de Laguiole Honoré Durand

Während Laguiole en Aubrac, Fontenille Pataud und Honoré Durand den Schwerpunkt auf die traditionsgemäße Fertigung klassischer Laguiole-Modelle legen, ist das erst 1988 gegründete Unternehmen Forge de Laguiole eher designorientiert. Forge de Laguiole und Honoré Durand sind Schmieden, die noch direkt in Laguiole fertigen.

Klinge, Heft, Ressort (Feder im Rücken des Messers), Biene etc. werden von Schmiede zu Schmiede etwas unterschiedlich verarbeitet. Im Ergebnis unterscheiden sich die Messer leicht in Form und Haptik. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche kleine Schmieden, oft Ein-Mann-Betriebe.

Die Biene/Fliege („Mouche“) auf dem Messerrücken (Ressort, frz. Feder) gilt als ein Markenzeichen, ist aber traditionell nicht das einzige Motiv, sondern es gibt auch solche mit Stierköpfen oder Jakobsmuscheln usw. Sie dient nicht der Verriegelung der Klinge, sondern nur der Zierde. Weitere typische Kennzeichen sind die individuelle Verzierung des Federrückens und der Klinge mit eingeschliffenen Kerben sowie ein Kreuz, das durch Nägel gebildet wird, die um den mittleren Niet ins Heft eingeschlagen sind. Es wird erzählt, dass Hirten das Messer nachts in die Erde gesteckt haben sollen, um so vor dem Kreuz zu beten.

Ein Laguiole soll man nicht zuschnappen lassen, da die Klinge dann auf der Innenseite der Feder aufschlägt, sondern langsam schließen (frz.: „Ressort silencieux vivra vieux“, d. h. „Leise Feder wird lange leben“).

Als Werkstoff für die Klingen wird überwiegend Schwedenstahl von Sandvik mit der Bezeichnung 12C27, aber auch Damaststahl und Kohlenstoffstahl verwendet. Die Klingen gibt es in polierter oder satinierter Ausführung.

Laguiole-Messer sind sehr beliebte Sammlerobjekte, da es sie in vielen verschiedenen Ausführungen gibt. Verschiedenste Griffschalenbeschläge wie zum Beispiel Edelhölzer, Horn, Elfenbein oder andere – zum Teil sehr teure – Materialien werden verwendet.

Laguiole-Tranchierbesteck

Des Weiteren werden auch Essbestecke mit Messern, Gabel, Löffeln und Teelöffeln im typischen Laguiole-Design mit der Biene angeboten. Salatbestecke, größere Messer und Käse-Sets runden das Sortiment ab.

Schlussbetrachtung[Bearbeiten]

Das Laguiole ist ein Messer, das in seinem Kulturkreis (Frankreich) über einen sehr langen Zeitraum entwickelt wurde und für Anforderungen der Benutzer optimiert wurde. Es ist ein Archetyp wie das Opinel, das japanische Higonokami und das Messer der Sami, etc.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laguiole-Messer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der erbitterte Streit um die Laguiole-Klinge. welt.de. 14. Oktober 2013. Abgerufen am 14. Oktober 2013.