Lakehurst

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Lakehurst
Lakehurst (New Jersey)
Lakehurst
Lakehurst
Lage in New Jersey
Basisdaten
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: New Jersey
County:

Ocean County

Koordinaten: 40° 1′ N, 74° 19′ W40.013055555556-74.32027777777821Koordinaten: 40° 1′ N, 74° 19′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 2674 (Stand: 2006)
Bevölkerungsdichte: 1.114,2 Einwohner je km²
Fläche: 2,6 km² (ca. 1 mi²)
davon 2,4 km² (ca. 1 mi²) Land
Höhe: 21 m
Postleitzahlen: 08733, 08755, 08759
Vorwahl: +1 732
FIPS:

34-37770

GNIS-ID: 0885270
Webpräsenz: www.lakehurstnj.org
Bürgermeister: Timothy Borsetti

Lakehurst ist ein Ort im amerikanischen Bundesstaat New Jersey, rund 100 Kilometer südwestlich von New York City. Er hat 2522 Einwohner (Volkszählung 2000) und ist Standort eines Stützpunktes der US-Marine (Naval Air Engineering Station Lakehurst). Aufgrund seiner Geschichte nennt sich der Ort selbst „Airship Capital of the World“.

Geschichte[Bearbeiten]

Lakehurst wurde 1841 gegründet und war lange Zeit nur ein kleiner Ort, dessen wichtigstes Kapital seine Lage an einer Bahnlinie war. Um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert wurde Lakehurst als Kur- und Ferienort bekannt.

Das spätere Luftschiffhafengelände war seit 1915 Schießplatz einer Munitionsfabrik, ab 1918 Testgelände für Giftgas und Training Camp for the Army Chemical Warfare Service unter dem Namen Camp Kendrick. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es von der Army zum Verkauf angeboten. 1919 begann in Lakehurst die Zeit der Luftschiffe. Am 16. Mai 1919 entschied der verantwortliche Minister der Marine Franklin D. Roosevelt, 688 Hektar Land (1700 acres) in Lakehurst für die Verwendung als Luftschifffeld für die Navy zu kaufen. Die US-Marine begann mit den Konstruktionsarbeiten für eine Luftschiffhalle die Platz für zwei Starrluftschiffe bot. Der Bau begann im September 1919. Diese Halle (Hangar No. 1) wurde im Sommer 1921 fertiggestellt. Die anderen Gebäude des Flugplatzes wurden am 28. Juni 1921 in Auftrag gegeben. Sie waren für 17 Offiziere und 230 Rekruten ausgelegt.

Das in Großbritannien unter der Bezeichnung R38 (US-Bezeichnung ZR-2) für die Vereinigten Staaten gebaute Luftschiff sollte der erste „Bewohner“ des neuen Marine-Flugfeldes werden. Es wurde jedoch während der Testfahrten im August 1921 in England zerstört.

LZ126 Erste Einfahrt in den Hangar in Lakehurst

Daher war das erste Luftschiff, das Lakehurst als Heimatstützpunkt nutzte, die im Hangar No. 1 gebaute und im September 1923 erstmals fahrende ZR-1 „USS Shenandoah“. Der Bau von ZR-1 sollte der Grundstein für eine amerikanische Luftschiff-Industrie sein. Die USS Shenandoah dominierte die Luftschiff-Szene in Lakehurst von 1923 bis 1925. In jenem Jahr wurde sie jedoch über Ohio in schweren Turbulenzen zerstört.

Eingang zur Naval Air Base Lakehurst
Das Flugfeld von Lakehurst ca. 1930-31
LZ126 und LZ127 im Hangar von Lakehurst

ZR-3 „USS Los Angeles“, das in Deutschland von Zeppelin als Kriegsreparation für den Ersten Weltkrieg gebaute „Amerikaluftschiff“, brachte der US-Marine in Lakehurst ab Oktober 1924 viel Erfahrung im Umgang mit Starrluftschiffen. Die USS Los Angeles unternahm 331 Fahrten mit 4181 Flugstunden, bevor sie im Juni 1932 ausgemustert wurde. Sie war das erfolgreichste amerikanische Starrluftschiff und wurde noch sieben Jahre lang als Bodenversuchsobjekt benutzt, bevor sie Ende 1939 im Hangar No. 1 demontiert wurde.

Danach (ab Oktober 1931) wurde Lakehurst Heimatflugplatz für die in Akron gebaute ZRS-4 „USS Akron“, die im April 1933 bei schlechtem Wetter verunglückte. Durch dieses Ereignis begann der Niedergang der amerikanischen Luftschifffahrt.

Das letzte amerikanische Großluftschiff, die ZRS-5 „USS Macon“ war in Kalifornien beheimatet. Sie blieb 1933 nur vier Monate in Lakehurst, um die Testfahrten abzuschließen. Nach ihrer Abfahrt am 12. Oktober 1933 besuchte nie wieder ein amerikanisches Starrluftschiff Lakehurst. Nach dem Verlust der USS Macon im Februar 1935 wurden die amerikanischen Luftschiff-Aktivitäten auf ein Minimum reduziert. Der Marinestützpunkt betrieb nur noch einige veraltete Prallluftschiffe.

Bekannt geworden ist der Ort hauptsächlich durch den Unfall des Zeppelins LZ 129 „Hindenburg“, der am 6. Mai 1937 von Frankfurt am Main kommend im Landeanflug, kurz nach dem Abwerfen der Ankerseile, in Flammen aufging. Die genauen Gründe der Katastrophe sind bis heute nicht ganz geklärt. Es kamen 35 der 97 Insassen (13 Passagiere, 22 Besatzungsmitglieder) sowie ein Mann der Bodenmannschaft ums Leben.

Einer der Hauptgründe für die Größe des Feuers war die Füllung des Zeppelins mit Wasserstoff statt des eigentlich vorgesehenen Heliums. Helium wurde damals ausschließlich von den USA in größeren Mengen gewonnen und fiel als kriegswichtiger Rohstoff unter das wegen der aggressiven Politik des damals nationalsozialistischen Deutschlands verhängte Embargo.

Die bis dahin fast unfallfreie Geschichte der Verkehrs-Zeppeline endete durch die Katastrophe und das Vertrauen der Reisenden war erschüttert. Der Niedergang der zivilen Nutzung von Zeppelinen war, vor allem durch die politische Situation, nicht mehr aufzuhalten.

Lakehurst blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg Luftschiff-Stützpunkt für amerikanische Prallluftschiffe, unter anderem zur Luftraumüberwachung im Kalten Krieg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]