Lars Hinrichs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lars Hinrichs (2010)

Lars Hinrichs (* 18. Dezember 1976 in Hamburg) ist ein deutscher Unternehmer und Gründer des weltweiten Internet-Netzwerkes für Privat- und Business-Kontakte XING (vormals openBC) (2003).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk [Bearbeiten]

Der Sohn einer Hamburger Unternehmerfamilie – sein Urgroßvater gründete die Stadtbäckerei am Gänsemarkt – begann sein Unternehmertum mit der Webseite politik-digital.de, die viele Preise gewann.[1] Anschließend entwickelte Lars Hinrichs mit seinem Geschäftspartner Peer-Arne Böttcher eine virtuelle Präsidentschaftskandidatin („Jackie Strike“) für den amerikanischen Wahlkampf im Jahr 2000. Ihre im Jahr 1999 gegründete Böttcher-Hinrichs AG, eine PR- und Kommunikations-Agentur für allerlei Internet-Startup-Unternehmen, wurde 2001 insolvent.

Im Jahr 2003 gründete er die „Open Business Club GmbH“, heute die Xing AG, ein internationales Kontaktnetzwerk, in dem sowohl Geschäftsleute wie Angestellte, Selbständige als auch viele Privatpersonen wie Studenten, Schüler und Arbeitssuchende vertreten sind. Zum Börsengang im Dezember 2006 war sein Portal Marktführer im deutschsprachigen Raum mit über 1,7 Mio. Mitgliedern.

Am 15. Januar 2009 gab er seinen Posten als CEO von Xing ab und wechselte in den Aufsichtsrat.[2] Im November 2009 verkaufte Hinrichs die Mehrheit seiner Beteiligung an Xing an die Burda Digital GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Hubert Burda Media, die damit zum Hauptaktionär wurde.[3] Entsprechend gab er im Januar 2010 seinen Aufsichtsratposten bei Xing ab.[4] Er erzielte durch den Verkauf einen Erlös von 48 Millionen Euro.[5]

Nach vielen Spekulationen über seine neue Aufgabe verkündete er am 8. Juni 2010 die neue Geschäftsidee HackFwd über Twitter.[6] Hierbei handelt es sich um ein netzwerkbasiertes Konzept zur Allokation von Venture Capital.

Hinrichs will mit HackFwd an vorderster Stelle Menschen dazu animieren, eigene Unternehmen zu gründen. Um ihnen die finanzielle Freiheit zu geben, ihre Ideen in Form von eigenen Firmen umzusetzen, will er "die besten Programmierer Europas aus ihren Tagesjobs befreien", indem er ihnen etwa ein Jahr lang ihr bisheriges Gehalt weiter zahlt.[7] Hinrichs bedauert, dass es in Deutschland zwar ebenso gute Programmierer gibt wie überall sonst auf der Welt, dass diese aber nur selten Gründergeist an den Tag legten. Jenen, die den Sprung dennoch wagen, würde es in Europa allerdings oft an der Fähigkeit mangeln, "groß genug zu denken". Oft würden Produkte deshalb an der Vermarktung scheitern. Die einzige Stadt in Europa, der er das Potenzial eines europäischen Silicon Valley zutraut, ist Berlin.

Seit Mitte 2009 ist Lars Hinrichs ehrenamtliches Mitglied des Deutschen Komitees von UNICEF.[8]

Lars Hinrichs ist verheiratet und Vater zweier Kinder.[9]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

  • Im August 2008 wurde er von Deutsche Startups, einem Online-Magazin für Gründer und Investoren, als "Deutschlands wichtigster Web-Gründer" von einer Jury gewählt.[12][13]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Unsere Awards. In: politik-digital.de. 22. Oktober 2009, abgerufen am 25. Juli 2010.
  2. Pressemeldung XING: Wechsel in den Aufsichtsrat
  3. Pressemeldung XING: Hubert Burda Media neuer Hauptaktionär der XING AG
  4. Pressemeldung XING: Wechsel im Aufsichtsrat
  5. Melanie Wassink: Netzwerkportal XING – Lars Hinrichs verkauft Firmenanteil an Burda. In: Hamburger Abendblatt. Axel Springer AG, 19. November 2009, abgerufen am 25. Juli 2010.
  6. Tweet von Lars Hinrichs. 7. Juni 2010, abgerufen am 25. Juli 2010
  7. Lars Hinrichs: "Es gibt ausreichend Geld – egal für wen", t3n, 16. November 2011. Abgerufen am 4. April 2012.
  8. Neue Mitglieder in das Deutsche Komitee für UNICEF e.V. gewählt. UNICEF, abgerufen am 25. Juli 2010 (PDF; 9 kB).
  9. WAS BEWEGT LARS HINRICHS? Die Zeit, abgerufen am 29. Juli 2010.
  10. Lead Awards 2007 – Die Preisträger. Abgerufen am 25. Juli 2010.
  11. Holger Schmidt: Lars Hinrichs – Lars 2.0. In: FAZ.NET. Fazit-Stiftung, 17. Dezember 2007, abgerufen am 25. Juli 2010.
  12. Cicero: Die digitale Elite Interview mit Lars Hinrichs vom 11. September 2008
  13. Hüsing, Alexander: Lars Hinrichs ist Deutschlands wichtigster Web-Gründer. 4. August 2010, abgerufen am 23. September 2010 (deutsch).
  14. Young Global Leader Honorees 2008. Abgerufen am 25. Juli 2010 (PDF; 96 kB).