Leo Scheffczyk

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Leo Kardinal Scheffczyk (* 21. Februar 1920 in Beuthen, Oberschlesien; † 8. Dezember 2005 in München) war ein römisch-katholischer Kardinal, deutscher Theologe und Professor für Dogmatik.

Scheffczyks Wappen und Wahlspruch

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner Kindheit in Oberschlesien studierte Scheffczyk zunächst von 1938 bis 1941 an der Universität Breslau Katholische Theologie und schloss dieses Studium nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising im Jahr 1947 ab. Leo Scheffczyk starb am 8. Dezember 2005 in München und wurde am 15. Dezember 2005 auf dem Friedhof der Geistlichen Familie „Das Werk“ im Kloster Thalbach, Bregenz, beigesetzt.

Kirchliche Laufbahn[Bearbeiten]

Scheffzyk begann 1938 ein Theologiestudium in Breslau, wurde aber 1941 zum Militärdienst eingezogen. Bei Kriegsende geriet er 1945 in norwegische Kriegsgefangenschaft. Am 29. Juni 1947 wurde Leo Scheffczyk im Freisinger Dom durch Michael Kardinal von Faulhaber zum Priester für das Erzbistum Breslau geweiht und war zunächst von 1947 bis 1948 als Kaplan in Grafing bei München und anschließend 1948 als Pfarrvikar in Traunwalchen tätig.

Von 1948 bis 1951 wirkte er dann als Subregens am Priesterseminar an der Philosophisch-Theologische Hochschule in Königstein im Taunus.

Aufgrund seiner theologischen Qualifikationen wurde er 1970 zum Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz berufen und nahm diese Aufgabe bis 1985 wahr.

Am 11. September 1978 verlieh ihm Papst Johannes Paul I. den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit.[1]

Von 1983 bis 2001 arbeitete er außerdem als Consultor für den Päpstlichen Rat für die Familie.

Leo Scheffczyk wurde am 21. Februar 2001 von Papst Johannes Paul II. zum Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Francesco Saverio alla Garbatella erhoben. Sein Wahlspruch lautete Evangelizare investigabiles divitias Christi („Den unergründlichen Reichtum Christi verkünden“) und ist dem Epheserbrief entnommen (Eph 3,8 EU). Da er bereits ein Jahr vor seiner Ernennung zum Kardinal das 80. Lebensjahr vollendet hatte, hatte er bei der Papstwahl im April 2005 kein Stimmrecht. Auch verzichtete Scheffczyk angesichts seines hohen Alters darauf, anlässlich seiner Kardinalskreierung zum Bischof geweiht zu werden, wie es das Kirchenrecht fordert.

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

1950 promovierte Scheffczyk mit einer Dissertation zum Thema Friedrich Leopold zu Stolbergs „Geschichte der Religion Jesu Christi“. Die Abwendung der katholischen Kirchengeschichtsschreibung von der Aufklärung und ihre Neuorientierung im Zeitalter der Romantik und war zunächst von 1952 bis 1959 als Dozent an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Königstein (Taunus) tätig. Nach seiner Habilitation mit einer Arbeit über Das Mariengeheimnis in Frömmigkeit und Lehre der Karolingerzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Michael Schmaus 1957 wirkte er dort außerdem als Privatdozent bis 1959. 1959 wurde er zum Ordinarius im Fach Dogmatik an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen berufen und nahm 1965 einen Ruf an die Universität München an, an der er bis zu seiner Emeritierung 1985 als Professor für Dogmatik forschte und lehrte. Vor allem auf dem Gebiet der Mariologie galt er als ausgewiesener Experte. Zu seinen Schülern zählten so verschiedene Gestalten wie Günther Storck und Leonardo Boff.

Der Theologe war Autor von über 80 Büchern und ca. 1.200 Veröffentlichungen. Unter seinen vielen wissenschaftlichen Publikationen zählt auch die in konservativen Kreisen sehr geschätzte Katholische Dogmatik (8 Bände), die er gemeinsam mit Anton Ziegenaus erarbeitet hatte. Scheffczyk war 1966 bis 1984 Herausgeber der Münchener Theologischen Zeitschrift. Später arbeitete er aktiv in der vom heutigen Papst Benedikt XVI. mitgegründeten Gustav-Siewerth-Akademie mit.

Ehrungen[Bearbeiten]

Primizstola, Rosenkranz und Birett des Kardinals

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annuario Pontificio per l’anno 1997, Città del Vaticano 1997, S. 2403.