Little Rock Nine

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Demonstranten in der Hauptstadt gegen die Integration an der Central High School; auf den Schildern die Schriftzüge „Race Mixing is Communism“ („Rassenmischung ist Kommunismus“) und „Stop the Race Mixing March of the Anti-Christ“ („Stoppt den rassenmischenden Marsch des Anti-Christen“)
Luftlandetruppen sichern den Schulweg
Statuen der Schüler zum Gedenken an die Ereignisse von 1957

Die Little Rock Nine waren 1957 die ersten schwarzen Schüler, die drei Jahre nach der offiziellen Aufhebung der Rassentrennung in amerikanischen Schulen (vgl. Brown v. Board of Education) auf die Little Rock Central High School, in Little Rock, Bundesstaat Arkansas, gingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der damalige Gouverneur des Bundesstaates, Orval Faubus, ließ am Abend vor dem ersten Schultag am 2. September die ihm unterstehende Nationalgarde aufmarschieren, um den etwa sechzehnjährigen Schülern den Zutritt in das Gebäude zu verweigern; außerdem demonstrierten aufgebrachte Weiße vor dem Schulgebäude.

Der Gouverneur musste aufgrund eines Gerichtsentscheids die Nationalgarde am 20. September von der Schule zurückziehen. Am 23. September unternahmen die schwarzen Schüler erneut einen Versuch, am Unterricht teilzunehmen; sie mussten aber nach wenigen Minuten die Schule wegen der wütenden Menschenmenge wieder verlassen.

Um das Bundesrecht durchzusetzen, stellte Präsident Eisenhower am 24. September die 10.000 Mann umfassende Nationalgarde von Arkansas unter Bundeskommando.[1] Auf die Bitte des Bürgermeisters von Little Rock entsandte er Bundestruppen (1200 Soldaten der 101. US-Luftlandedivision) in die Stadt, die Versammlungen weißer Demonstranten um die Schule herum auflösten und die schwarzen Schüler auf dem Schulweg und im Gebäude bis vor die Türen der Klassenzimmer beschützten.

Dadurch wurde folgenden Schülern der Schulbesuch am 25. September erstmals für einen vollen Schultag ermöglicht:

  • Melba Pattilo Beals (* 1941)
  • Elizabeth Eckford (* 1941)
  • Ernest Green (* 1941)
  • Gloria Ray Karlmark (* 1942)
  • Carlotta Walls Lanier (* 1942)
  • Terrence Roberts (* 1941)
  • Jefferson Thomas (1942–2010)
  • Minnijean Brown Trickey (* 1941)
  • Thelma Mothershed-Wair (* 1940)

Auch nachdem sie Zugang zur Schule erhalten hatten, gab es gegenüber den neun Schülern noch immer Anfeindungen und Ausgrenzungen. Acht der neun Schüler beendeten das Schuljahr, drei machten damals auf der Central High ihren Abschluss. 40 Jahre später wurden die Little Rock Nine von US-Präsident Clinton für ihren Mut bei der Durchsetzung ihrer Bürgerrechte ausgezeichnet. Terrence Roberts war am 20. Januar 2009 Ehrengast bei der Vereidigung des ersten US-Präsidenten afro-amerikanischer Herkunft, Barack Obama, in Washington, D.C.

Film[Bearbeiten]

Charles Guggenheim drehte 1964, sieben Jahre nach den Ereignissen, einen Dokumentarfilm über die Schüler (Nine from Little Rock), der mit dem Oscar für den besten Dokumentar-Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Ein Transparent des in Berlin spielenden Intros von Billy Wilders "1, 2, 3" lautet auf "Was geschah in Little Rock?".

Literatur[Bearbeiten]

  •  Melba Pattillo Beals: Niemand soll mich weinen sehen. Deutsche Erstveröffentlichung, 2. Auflage. Lübbe, Bergisch Gladbach 1996 (übersetzt von Tatjana Kruse), ISBN 3-404-61353-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Little Rock Central High 40th Anniversary Rains, Craig (abgerufen am 25. September 2012)