Arkansas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arkansas (Begriffsklärung) aufgeführt.
Arkansas
Flag of Arkansas.svg Seal of Arkansas.svg
(Details) (Details)
Alaska Hawaii Rhode Island Washington, D.C. Maine New Hampshire Vermont Massachusetts Connecticut New York Pennsylvania Delaware New Jersey Maryland Virginia West Virginia Ohio Indiana North Carolina Kentucky Tennessee South Carolina Georgia Florida Alabama Mississippi Michigan Wisconsin Illinois Louisiana Arkansas Missouri Iowa Minnesota North Dakota South Dakota Nebraska Kansas Oklahoma Texas New Mexico Colorado Wyoming Montana Idaho Utah Arizona Nevada Washington Oregon Kalifornien Kuba Kanada Bahamas Turks- und Caicosinseln MexikoKarte der USA, Arkansas hervorgehoben
Über dieses Bild
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Little Rock
Staatsmotto: Regnat Populus
Fläche: 137.732 km²
Einwohner: 2.915.918 (Zensus 2010) (21 E./km²)
Mitglied seit: 15. Juni 1836
Zeitzone: UTC−6 (CST)
UTC−5 (Sommerzeit)
Höchster Punkt: 839 m (Mount Magazine)
Durchsch. Höhe: 198 m
Tiefster Punkt: 17 m Ouchita River
Gouverneur: Mike Beebe (D)
Post / Amt / ISO AR / AR / US-AR
Karte von Arkansas
Karte von Arkansas

Arkansas Zum Anhören bitte klicken! [ˈɑɹkənsɔː]a a ist einer der südlichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Beinamen Arkansas’ sind The Natural State „Der natürliche Staat“ und Land of Opportunity „Land der Möglichkeiten“. Die Hauptstadt ist Little Rock. Der Name Arkansas rührt von der französischen Aussprache des indianischen Wortes der Quapaw her, das sinngemäß „Land der flussabwärts lebenden Menschen“ bedeutet. Die offizielle Aussprache [ˈɑɹkənsɔː] (wie englisch ar-ken-saw) wurde 1881 durch einen Beschluss des Bundesstaats festgelegt.

Geografie[Bearbeiten]

Der Mississippi River formte im Laufe der Zeit die östliche Grenze von Arkansas, während zwischen Clay County und Greene County der St. Francis River die westlichen Gebiete prägte. Vielerorts mäandert der Mississippi heute abseits seines ursprünglichen Flussbetts.[1]

Arkansas ist ein Bundesstaat, der von Bergen, dichten Wäldern und fruchtbaren Ebenen geprägt wird. Der Nordwesten ist Teil des Ozark-Plateaus sowie der Boston Mountains; im Süden gehören die Ouachita Mountains dazu, die vom Arkansas River abgeteilt werden. Die südlichen und östlichen Gebiete Arkansas’ werden als Lowlands bezeichnet. Alle dortigen Gebirge gehören zur U.S. Interior Highlands-Region – der einzigen größeren Gebirgsregion zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten der Vereinigten Staaten.[2]

Die sogenannten Lowlands sind auch bekannt unter der Bezeichnung ihrer Regionen: Grand Prairie und Mississippi embayment. Das Delta des Arkansas River ist eine flache Landschaft, die ebenfalls durch den nahgelegenen Mississippi geprägt wurde. Beide genannten Regionen sind fruchtbare Agrarlandschaften.

Geografische Karte Arkansas'

Dabei wird die Deltaregion durch eine ungewöhnliche geologische Struktur, die Crowley’s Ridge, geteilt. Ein schmales Band von kleineren Hügeln zwischen 65 und 170 m hoch durchzieht als Gliederung die Ebene. Diese Hügel waren wohl ursprünglich eine Insel zwischen dem Mississippi und dem Ohio River.

Arkansas besitzt eine große Anzahl natürlicher Höhlen, wie z. B. der Blanchard Springs Caverns, und hat in der Nähe von Murfreesboro das einzige natürliche Vorkommen von Diamanten in den USA.[3] Der höchste Punkt ist der Mount Magazine im Norden des Staates mit 839 Metern.

Sehenswert sind der Hot-Springs-Nationalpark und die Blanchard Springs Caverns, eine Tropfsteinhöhle von nationaler Bedeutung.

Nachbarstaaten[Bearbeiten]

Die östliche Grenze Arkansas’ ist der Mississippi River, der Arkansas von Tennessee und Mississippi trennt. Im Süden grenzt Arkansas an Louisiana, im Westen an Texas und Oklahoma und im Norden an Missouri.

Gliederung[Bearbeiten]

Der US-Bundesstaat Arkansas ist in 75 Countys (Bezirke) eingeteilt.

Klima[Bearbeiten]

Arkansas zeichnet sich durch ein feucht gemäßigtes subtropisches Klima aus, das von feuchtem Kontinentalklima des nördlichen Hochlandes begrenzt wird. Auch wenn der Bundesstaat nicht direkt an den Golf von Mexiko grenzt, liegt er nah genug in dessen klimatischer Einflusssphäre. Generell wird das Klima durch sehr heiße und feuchte Sommer sowie trockene und milde Winter bestimmt. In Little Rock liegen beispielsweise die Durchschnittstemperaturen des Sommers um 32 °C und die des Winters um 10 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt mit lokalen Abweichungen zwischen 1.000 und 1.500 mm, wobei es im Süden etwas trockener als im Norden ist. Schneefälle sind durchaus üblich, aber mit durchschnittlich 13 cm wenig ergiebig.

Trotz seines subtropischen Klimas ist Arkansas für sein stellenweise extremes Wetter bekannt. Zwischen den Great Plains und dem Golf von Mexiko gelegen, verzeichnet man im Jahr bis zu 60 Gewitterstürme. Als Teil der Tornado Alley treten Tornados durchaus auch in Arkansas auf. Ein paar der stärksten Tornados haben auch das Staatsgebiet betroffen. Arkansas ist weit genug von der Küste entfernt, um einem direkten Schlag eines Hurrikans zu entgehen. Häufiger treten dagegen die starken Regenfälle eines Orkansystems sowie kleinere Tornados auf.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± in %
1810 1062
1820 14.273 1.000 %
1830 30.388 100 %
1840 97.574 200 %
1850 209.897 100 %
1860 435.450 100 %
1870 484.471 10 %
1880 802.525 70 %
1890 1.128.211 40 %
1900 1.311.564 20 %
1910 1.574.449 20 %
1920 1.752.204 10 %
1930 1.854.482 6 %
1940 1.949.387 5 %
1950 1.909.511 -2 %
1960 1.786.272 -6 %
1970 1.923.295 8 %
1980 2.286.435 20 %
1990 2.350.725 3 %
2000 2.673.400 10 %
2010 2.915.918 9 %
Vor 1900[4]

1900–1990[5] 2000[6]

In Arkansas leben 2.810.872 Einwohner (Stand: Census 2006), davon 78,6 % Weiße, 15,6 % Afroamerikaner, 4,9 % Hispanics oder Latinos, 1,0 % Asiatische Amerikaner und 0,8 % Indianer. Es gibt 1.273.433 Haushalte.[7]

Religionen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Religionsgemeinschaften im Jahr 2000:[8] 665.307 Southern Baptist Convention, 179.383 United Methodist Church, 115.967 Katholische Kirche. Es gibt viele andere, vor allem protestantisch geprägte, Konfessionen.

Alters- und Geschlechterstruktur[Bearbeiten]

Die Altersstruktur von Arkansas setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • bis 18 Jahre: 693.036 (24,7 %)
  • 18 bis 64 Jahre: 1.728.976 (61,5 %)
  • ab 65 Jahre: 388.860 (13,8 %)

Das Medianalter beträgt 37,1 Jahre. 51,0 % der Bevölkerung sind weiblich und 49,0 % männlich.

Abstammung[Bearbeiten]

13,3 % der Einwohner sind irischer Abstammung und stellen damit die größte Gruppe. Es folgen die Gruppen der Deutsch- (13,0 %), Amerikanisch- (12,1 %), Englisch- (10,3 %) und Französischstämmigen (2,4 %).[9]

Größte Städte[Bearbeiten]

Jacksonville (Arkansas) Sherwood (Arkansas) Texarkana (Arkansas) Benton (Arkansas) Hot Springs (Arkansas) Bentonville (Arkansas) Pine Bluff Rogers (Arkansas) Conway (Arkansas) North Little Rock Jonesboro (Arkansas) Springdale (Arkansas) Fayetteville (Arkansas) Fort Smith (Arkansas) Little Rock

Geschichte[Bearbeiten]

Bevor europäische Eroberer in das Gebiet des heutigen Arkansas kamen, herrschten die Quapaw-, Caddo und die Osage-Indianer über das Land. Erste europäische Eroberer waren der Spanier Hernando de Soto (1541) und die Franzosen Louis Joliet (1673) und Robert Cavelier de La Salle (1682). Die erste Siedlung der Franzosen wurde 1686 bei Arkansas Post gegründet. Arkansas gehörte im 18. Jahrhundert zur französischen Kolonie Louisiana. 1762 trat Frankreich das Gebiet an Spanien ab, erhielt es aber 1800 zurück. 1803 kam Arkansas als Teil des Louisiana-Landkaufs (Louisiana Purchase) an die USA und wurde am 15. Juni 1836 deren 25. Bundesstaat.

Infolge der Indianer-Umsiedlung erlebte Arkansas in den 1830er Jahren einen Wirtschaftsboom. Dieser wurde zusätzlich noch durch den schuldenfinanzierten Ausbau der Verkehrswege befördert. 1840 war die Staatsverschuldung Arkansas daher deutlich angestiegen. Arkansas erklärte in der Folge der Wirtschaftskrise von 1837 1840 den Staatsbankrott und bediente seine Staatsanleihen nur noch teilweise weiter.

Arkansas trennte sich am 6. Mai 1861 im Sezessionskrieg von der Union. Bürger Arkansas nahmen an wichtigen Schlachten des Krieges auf Seiten der Konföderierten teil, wobei die Union bereits 1863 die Hauptstadt Little Rock besetzte und bis Kriegsende 1865 hielt. Nach dem Bürgerkrieg wurde Arkansas 1868 wieder Bundesstaat der USA. 1919 kam es im Sommer zu Lynchattacken gegen Afroamerikaner, bei denen fünf weiße und zwischen 100 und 200 Schwarze ums Leben kamen[10].

1957 und 1958 kam es zu bemerkenswerten Rassenunruhen in Little Rock, als neun afroamerikanische Schüler, die als die Little Rock Nine bekannt wurden, ihr Grundrecht einforderten, die Little Rock's Central High School besuchen zu dürfen. 1967 gehörte Arkansas zu den letzten US-Bundesstaaten, die durch den obersten Gerichtshof dazu gezwungen wurden, das Verbot der Mischehe zu ändern. 1978 wurde Bill Clinton mit 32 Jahren zum jüngsten Gouverneur von Arkansas gewählt und 1992 wurde er zum ersten aus Arkansas stammenden Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Der Name Arkansas wurde auf sehr viele unterschiedliche Weisen ausgesprochen, die häufigsten waren /ˈɑrkənsɔː/ und /ærˈkæn.zəs/. 1881 verabschiedeten die beiden Kammern der Arkansas General Assembly eine Resolution (Arkansas Statutes, Title 1, Chapter 4, Section 105) und legte die erste Variante als „einzig korrekte Aussprache des Staatsnamens“ fest, da die State Historical Society und die Eclectic Society of Little Rock übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen waren, dass diese Aussprache von den frühen Einwanderern überliefert wurde.

Politik[Bearbeiten]

Sitz der Staatsregierung: das Arkansas State Capitol

Wegen seiner wenig industriellen Erwerbsstruktur spielte Arkansas im 20. Jahrhundert in den USA immer nur eine untergeordnete Rolle. Zudem ist Arkansas einer der ärmsten Bundesstaaten. Nur West Virginia und Mississippi haben noch schlechtere Zahlen vorzuweisen. Erst 1992 trat Arkansas in den Fokus der Öffentlichkeit, als der bis dato relativ unbekannte Gouverneur Bill Clinton überraschend als Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaft nominiert und später der 42. Präsident der Vereinigten Staaten wurde, nachdem er die Wahl gegen den republikanischen Amtsinhaber George Bush gewonnen hatte. Im Übrigen kann man Arkansas in seinem Wahlverhalten bei Präsidentschaftswahlen sehr gut mit seinem Nachbarstaat Louisiana vergleichen: Beide Staaten wählten seit 1972 immer die späteren Amtsinhaber, die erste Ausnahme bildete hierbei die Präsidentschaftswahl 2008. Zwar ist der Südstaat nicht durch eine Metropole wie New Orleans gekennzeichnet, aber der Großraum von Little Rock und die Indianergebiete im Nordwesten des Staates sind starke Zentren der Demokraten. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Demokraten hier länger an ihrer früheren Vormachtstellung festhalten konnten als in anderen Südstaaten.

Bei den Wahlen des Jahres 2010 mussten die Demokraten allerdings deutliche Verluste hinnehmen. US-Senatorin Blanche Lincoln verlor ihr Mandat an den Republikaner John Boozman; zweiter Vertreter im Senat ist der Demokrat Mark Pryor. Im Repräsentantenhaus des 113. Kongresses wird der Staat von vier Republikanern vertreten; im 111. Kongress waren es noch drei Demokraten und ein Republikaner gewesen. Im Electoral College stellt Arkansas seit 1964 sechs Wahlmänner. 1960 waren es noch acht.[11]

Gouverneure und Stellvertreter[Bearbeiten]

Vertretung von Arkansas im Kongress[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Nationalpark Lage Ansicht
Hot-Springs-Nationalpark
  • Arkansas
  • 1.570.072 Besucher (2003)
  • gegründet 4. März 1921
Hot-Springs-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
Hots Springs National Park aerial.jpg

Natur- und Historische Denkmäler[Bearbeiten]

Historic Wolf House, Norfolk

Eine ganze Reihe von Flächen unterstehen dem National Park Service, dazu gehören

Der Pfad der Tränen (engl. Trail of Tears) führt ebenso durch Arkansas.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 27.875 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 48).[12]

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft:

  • Anbau von Sojabohnen, Reis, Obst, Weizen und Baumwolle
  • Geflügelzucht
  • Waldwirtschaft und Holz verarbeitende Industrie

Arkansas besitzt reiche Bodenschätze (Bauxit, Kohle, Erdöl, Erdgas). Von Bedeutung sind die Textil- und die Nahrungsmittelindustrie.

Bildung[Bearbeiten]

Zu den größten staatlichen Hochschulen gehören die sechs Standorte des University of Arkansas System, die vier Standorte des Arkansas State University System sowie die University of Central Arkansas. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Arkansas verzeichnet.

Verkehr[Bearbeiten]

Liste der State-, U.S.- und Interstate-Highways in Arkansas

Flughäfen[Bearbeiten]

Der Little Rock National Airport (Adams Field) und der Northwest Arkansas Regional Airport in Highfill im Benton County sind Arkansas’ Hauptflughäfen. Ein begrenzter Personenverkehr in erster Linie für Geschäftsreisende findet auf den kleineren Flughäfen in Fort Smith, Texarkana, Pine Bluff, Harrison, dem Ozark Regional Airport Mountain Home, ferner den Flughäfen Hot Springs, El Dorado und Jonesboro statt. Viele Flugreisende im östlichen Arkansas nutzen den Memphis International Airport.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Amtraks Texas Eagle absolviert täglich mehrere Stopps in Arkansas auf seiner Reise von Chicago nach San Antonio und Los Angeles.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.encyclopediaofarkansas.net
  2. Physiographic Regions
  3. Crater of Diamonds: History of diamonds, diamond mining in Arkansas
  4. U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  5. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  6. Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011
  7. factfinder.census.gov
  8. The Association of Religion Data Archives
  9. factfinder.census.gov Arkansas Selected Social Characteristics
  10. Elaine Massacre, Arkansas Encyclopedia of History and Culture
  11. www.270towin.com
  12. U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arkansas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Arkansas – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

34.904722222222-92.438888888889Koordinaten: 35° N, 92° W