Lockout

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des gefährlichen Ablaufs beim Windenstart von motorlosen Fluggeräten steht unter Lockout (Windenstart).

Für den gleichnamigen Film aus dem Jahre 2012 siehe Lockout (Film)

Lockout ist der englische Ausdruck für Aussperrung. Er wird im deutschen Sprachraum gelegentlich verwendet, um entsprechende Aktionen im nordamerikanischen Profisport zu bezeichnen, zum Beispiel in der NBA oder NHL.

Ein Lockout ist eine Aktion seitens der Teambesitzer im US-Sport (ähnlich der deutschen Aussperrung im Streikrecht). Anders als in Europa werden grundlegende Vertragseinzelheiten zwischen Spielern und Vereinen durch eine Spielergewerkschaft und Vertreter der Ligavereine ausgearbeitet. Unter anderem werden dort Gehaltsobergrenzen und Werberechte der Spieler festgelegt. Können sich die Parteien nicht einigen, kann es zum Streik einzelner Spieler kommen oder die Liga kann einen Lockout verhängen, welcher zu einer verkürzten Spielzeit oder zur Absage der gesamten Saison führen kann.

Lockouts[Bearbeiten]

  • In der NHL:
    • 1994/95 - Während der heute „Lockout-Season“ genannten Spielzeit konnten sich die Teameigner und die Spielergewerkschaft NHLPA nicht über die Erneuerung des NHL Collective Bargaining Agreement einigen. Alle 38 Interkonferenzspiele fielen deswegen aus und die reguläre Spielsaison hatte nur 48 Spiele.[1] Die europäischen Clubs profitierten von diesem Lockout, weil viele NHL-Spieler derweil in Europa spielten.
    • 2004/05 - Als sich Spieler und Clubs auf kein neues Vertragswerk einigen konnten, stand bereits am 15. September 2004 fest, dass auch die Saison 2004/05 höchstens stark verkürzt stattfinden würde, weshalb auch in dieser Spielzeit viele NHL-Profis zu europäischen Vereinen wechselten. Am 16. Februar 2005 gab der NHL-Commissioner (Beauftragter) Gary Bettman schließlich die komplette Saisonabsage bekannt. Danach gab es neue Verhandlungen zwischen NHL und NHLPA, um die nächste Saison komplett austragen zu können. Diese Verhandlungen waren am 13. Juli erfolgreich, als sich beide Parteien einigen konnten.[2]
    • 2012/13 - Als sich Spieler und Clubs vor dem Auslaufen des Tarifvertrages von 2005 nicht auf einen neuen einigen konnten, sperrten die Teambesitzer die Spieler am 15. September 2012 aus.[3]
  • In der NBA:
    • 1998/99 - Die Saison begann erst Anfang Februar 1999 und musste von 82 auf 50 Spiele verkürzt werden.[4] Das NBA All-Star Game, welches normalerweise Mitte Februar stattfindet, fiel aus.[5] Die NBA-Profis verweigerten auch den Dienst in der Nationalmannschaft. So mussten die Vereinigten Staaten bei der Basketball-Weltmeisterschaft 1998 mit Spielern aus niedrigeren Ligen wie der CBA oder den College-Spielklassen sowie Akteuren aus Europa antreten.
    • 2011/12 - Der Tarifvertrag von 2005 lief zum 1. Juli 2011 aus, ohne dass die Klubbesitzer und die Spielergewerkschaft NBPA in der Aushandlung eines neuen Vertrags eine Einigkeit erzielten.[6] Strittig sind unter anderem die Höhe der darin vorgesehenen Gehaltskürzungen der Spieler sowie die Festsetzung einer festen Obergrenze an Gehältern pro Mannschaft („hard cap“). Bis auf weiteres ruhte damit der gesamte Trainings- und Spielbetrieb,[7] die für Anfang Juli eingeplante NBA Summer League war bereits am 18. Juni abgesagt worden. Nachdem der Spielplan für den November abgesagt werden musste und die Spielergewerkschaft ein erneutes Angebot abgelehnt hatte, wurde diese am 15. November 2011 aufgelöst. Ein monatelanger Rechtsstreit zwischen Spielern und ihren Klubs drohte die gesamte Saison ausfallen zu lassen. Am 26. November 2011 trafen sich Mitglieder der aufgelösten Spielergewerkschaft, sowie Klubbesitzer und einigten sich auf einen vorläufig neuen CBA-Vertrag. Nachdem die Spielergewerkschaft am 2. Dezember 2011 wiedergegründet wurde, wurde der Vertrag am 8. Dezember 2011 von beiden Seiten ratifiziert, so dass am 9. Dezember der offizielle Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde. Der Start der neuen Saison wurde auf den 25. Dezember 2011 festgelegt. Anstatt der regulären 82 Spiele werden 66 Regular-Season-Spiele pro Mannschaft ausgetragen.[8]
  • In der NFL:
    • 2011 – Nachdem sich die beiden Parteien März 2011 nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten, verhängte die NFL einen Lockout.[9] Am 25 Juli 2011 konnten sich beide Parteien auf einen 10-jährigen Arbeitsvertrag einigen. [10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. sports.espn.go.com, Little chance season opens Oct. 13
  2. usatoday.com, NHL lockout chronology
  3. NHL-Lockout offiziell: Ehrhoff zurück nach Krefeld. Stern.de, 16. September 2012, abgerufen am 18. September 2012.
  4. torontosun.com, NBA headed for lockout after talks collapse
  5. nydailynews.com, NBA LOCKOUT: DAY BY DAY
  6. zeit.de, NBA-Lockout: Verhandlungen gescheitert
  7. nba.de, NBA sperrt Spieler aus
  8. miamiherald.com, [1]
  9. reuters.com, NFL announces lockout of players
  10. nfl.com, [2]