Longmen-Grotten

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Die Longmen-Grotten (Westufer)

Die Longmen-Grotten (auch Longmen-Höhlen; chinesisch 龍門石窟 / 龙门石窟Pinyin lóngmén shíkū ‚Drachentor-Grotten‘) sind künstliche Höhlen, 12 km südlich von Luoyang (China).

Auf einem etwa 1000 m langen Klippenstück entlang des nord- südlichen Durchbruchstals des Flusses Yi (伊河 Yīhé) befinden sich 2345 Nischen. Sie enthalten zahlreiche Pagoden, Gedenksteine, Buddhafiguren und Steinskulpturen. Die Zahl der Statuen liegt bei über 100.000, jene der Inschriften bei etwa 2800. Im Jahr 2009 entdeckten Wissenschaftler auch eine Felsnische mit darüber eingraviertem Kreuz, die den benachbarten buddhistischen Grotten sehr ähnelt und bei der es sich möglicherweise um die älteste christliche Stätte Chinas handelt.

Hauptgrotten[Bearbeiten]

Grutes de longmen.jpg

Die Hauptgrotten sind die folgenden (die Jahreszahlen in Klammer verweisen auf den Beginn ihrer Gestaltung):

  • 古阳洞 Guyang-dong (493),
  • 宾阳洞 Binyang-dong (505),
  • 莲花洞 Lianhua-dong (520er),
  • Shiku-si (520er),
  • 魏字洞 Weizi-dong (520er),
  • Shisiku (520er),
  • 药方洞 Yaofang-dong (570),
  • Zhaifu-dong (etwa 636),
  • 惠简洞 Huijian-dong (630er),
  • Fahua-dong (650er),
  • 奉先寺 Fengxian-si (672),
  • 万佛寺 Wanfo-si (670-680er),
  • 极南洞 Jinan-dong (684),
  • Ganjing-si (684) und
  • 擂鼓台洞 Leigutai-dong (684).[11]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 493, während der Nördlichen Wei-Dynastie, wurde mit dem Bau der Grotten begonnen, und dieser wurde mehr als 400 Jahre fortgesetzt. Zu den Förderern der Stätte gehörte auch Chinas einzige (eigenberechtigte) Kaiserin Wu Zetian.

Die Flussufer des Yi sind im Bereich der Grotten als Promenaden gestaltet. Seit 1961 stehen die Grotten auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (1-37)

Zur Zeit der Kulturrevolution wurden viele Buddha-Figuren zerstört oder stark beschädigt. Aber auch Witterungseinflüsse, Vandalismus und nicht zuletzt Kunsträuber aus aller Welt hatten ihren Anteil an der Zerstörung bzw. Ausplünderung der Grotten. Die meisten Grotten befinden sich am westlichen Steilufer des Flusses Yi. Am östlichen Ufer wurde um die letzte Jahrtausendwende der Xiangshan-Tempel rekonstruiert. Sein Gebäudekomplex umfasst auch die ehemalige Villa von Chiang Kai-shek und Madame Chiang (Jiangsong). Der Baiyuan-Garten, ebenfalls am Ostufer des Longmen, enthält das Mausoleum des Bai Juyi, eines berühmten Dichters der Tang-Dynastie.


Die Grotten wurden 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henan Administration of Cultural Heritage (Hg): Henan - China. The Cradle of Huaxia Civilization, 2012, ISBN 978-7-5510-0162-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Longmen-Grotten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

34.466666666667112.46666666667Koordinaten: 34° 28′ 0″ N, 112° 28′ 0″ O