Lothar Ahrendt

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Lothar Ahrendt (* 13. März 1936 in Erfurt) ist ein ehemaliger deutscher Polizeioffizier und Politiker (SED). Er war von 1989 bis 1990 Minister des Innern der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn eines Arbeiters absolvierte er nach dem Besuch der Volksschule von 1950 bis 1953 eine Lehre als Kfz-Schlosser. 1953 trat er in die Deutsche Volkspolizei (DVP) ein, war von 1955 bis 1959 als Kraftfahrer bei der Höheren Polizeischule in Berlin-Kaulsdorf. 1957 trat er der SED bei. Nach einer Ausbildung an der Mittleren Polizeischule in Aschersleben wurde er 1960 zum Unterleutnant ernannt und arbeitete anschließend als Sachbearbeiter bei der Schutzpolizei des Präsidiums der VP in Berlin. Von 1965 bis 1968 besuchte er die Hochschule der Deutschen Volkspolizei Karl Liebknecht mit dem Abschluss als Diplom-Staatswissenschaftler. Von 1969 bis 1978 war er zunächst stellvertretender Leiter der VP-Inspektion Berlin-Köpenick, dann im Rang eines Oberstleutnant der VP Leiter der VP-Inspektion Berlin-Mitte.[1]

Von 1978 bis 1983 war Ahrendt als Oberst der VP stellvertretender Präsident der VP Berlin und von 1981 bis 1984 Kandidat der SED-Bezirksleitung Berlin.[2] 1983 wurde er als Nachfolger des berenteten Willi Seifert[3] zum stellvertretenden Minister des Innern und Generalmajor ernannt. 1985 wurde er nach dem Tod von Rudolf Riss 1. Stellvertreter des Ministers und trat auch dessen Nachfolge als 2.Vorsitzender der Sportvereinigung Dynamo an.[4] 1986 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant.[5] Von 1986 bis 1989 war er Kandidat des Zentralkomitees der SED. Vom 18. November 1989 bis 12. April 1990 war er als Nachfolger von Friedrich Dickel Minister des Innern in der Regierung Modrow und bis 10. Januar 1990 auch Chef der DVP.[6] Anschließend war er im Dienstgrad eines Generalinspekteurs Berater des letzten Innenministers der DDR Peter-Michael Diestel und bis zur Wiedervereinigung Chef der Hauptverwaltung des Grenzschutzes der DDR im Innenministerium der DDR.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues Deutschland vom 20. November 1989
  2. Berliner Zeitung vom 12. Februar 1979
  3. http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53982/risse-in-der-sicherheits-architektur?p=all
  4. Neues Deutschland vom 6. Juli 1985
  5. Neues Deutschland vom 1. Juli 1986
  6. Neues Deutschland vom 11. Januar 1990
  7. Neues Deutschland vom 6. November 1973