Ludwig Benjamin Henz

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Ludwig Benjamin Henz (* 23. Mai 1798 in Magdeburg; † 15. Januar 1860 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur des Eisenbahnwesens und technischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Ludwig Benjamin Henz widmete sich dem Baufach in seiner Vaterstadt und wurde nach Ablegung seiner Staatsprüfung bei Schiffbarmachung der Lippe zuerst in Hamm, bei Korrektion der Ruhrmündung in Ruhrort beschäftigt und 1825 zum Wasserbaumeister an der oberen Ruhr ernannt. Eine Studienreise nach England 1830 veranlasste ihn, sich dem Eisenbahnbau in Deutschland zu widmen. Er erhielt dann Aufträge zur Bearbeitung der Eisenbahnprojekte Lippstadt-Rehme und Köln-Antwerpen. Nach Vollendung des letztern Plans vervollständigte er in Belgien seine Studien über den Eisenbahnbau und veröffentlichte mehrere aufsehenerregende Denkschriften, infolge deren er den Auftrag zur Bearbeitung des Projekts einer Eisenbahn von Elberfeld nach Witten erhielt, welches 1837 in dem größeren Projekt der Rhein-Weserbahn aufging.

Nach vorübergehenden Anstellungen als Wasserbaumeister in Ruhrort und Danzig sowie als technischer Mitarbeiter im Finanzministerium zu Berlin baute er seit 1843 die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn, welche 1846 dem Verkehr übergeben wurde. 1848 erhielt er die Ausführung des Kanals von Berlin nach Spandau und bewirkte noch in demselben Jahr den Ankauf der Köln-Minden-Thüringer Verbindungsbahn durch den Staat, bearbeitete die Pläne zu deren Vollendung und brachte den Bau wieder in Gang. Zum Vorsitzenden der königlichen Direktion der Westfälischen Eisenbahn ernannt, förderte er deren schwierigen Bau und vollendete ihn 1853.

Mit der Ordnung des reichen, insbesondere auf einer Studienreise in den Vereinigten Staaten von Nordamerika gesammelten Materials zu einem größeren bautechnischen Werk sowie mit der Vorbereitung zu Vorträgen an der Bauakademie beschäftigt, starb er am 21. Januar 1860.

Werke[Bearbeiten]

  • Der Ruhrstrom und seine Schifffahrts-Verhältnisse. Essen 1840.
  • Praktische Anleitung zum Erdbau. Berlin 1856, 3. Aufl. 1873.
  • Hilfstafeln bei Berechnung des Inhalts von Erdarbeiten beim Bau der Eisenbahnen, Chausseen und Kanäle. Berlin 1854.
  • Normalbrücken und Durchlässe. 2. Aufl., Berlin 1869.
  • Aufsätze, betreffend das Eisenbahnwesen in Nordamerika. Hrsg. von Bendel, Berlin 1862.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaf Schmidt-Rutsch: Im Strom der technischen Revolution: Ludwig Henz: Vom Wasserbau-Techniker an der Ruhr zum Eisenbahn-Direktor in Preußen 1798–1860. Klartext, Essen 2003. (= Westfälisches Industriemuseum – Quellen und Studien; 10)
  • Henz. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 388.
  • Schwedler: Aus dem Leben des Geheimen Regierungsrath Henz. In: Zeitschrift für Bauwesen, Jg. 10 (1860) Sp. 463–472

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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