Magdalena Abakanowicz

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Magdalena Abakanowicz [magda'lɛna abaka'nɔvʲitʃ] (* 20. Juni 1930 in Raszyn-Falenty, Polen) ist eine polnische Bildhauerin und Textilkünstlerin.

Leben[Bearbeiten]

Magdalena Abakanowicz studierte von 1949 bis 1954 an den Kunstakademien in Danzig und Warschau. Dabei lag ihr Hauptinteresse auf Malerei, obwohl sie auch Neigung zur plastischen Arbeit verspürte. Diese Entwicklung wurde zweifellos von den Formen und Gestalten beeinflusst, die sie als Kind auf dem mütterlichen Bauernhof geschaffen hatte. Später, als sie mit den erbärmlichen ökonomischen Bedingungen des kommunistischen Polen konfrontiert war, wurde die Gabe, natürliche und gefundene Materialien in plastische Werke großartiger Monumentalität und Ausdruckskraft umzuwandeln, das Markenzeichen ihrer Arbeit.

Magdalena Abakanowicz erlangte erste internationale Aufmerksamkeit in den 1960er Jahren, als sie große gewebte Wandtextilien fertigte. Dabei ragt die Folge Abakans heraus, für die sie 1965 auf der Biennale in São Paulo, Brasilien den Grand Prix erhielt. Mitte der 1970er nahm ihr Werk eine dramatische Wendung, als sie begann, die Köpfe, Figuren, Tiere und Vögel aus Sisal, Sackleinwand, Klebstoff und Harz über Modellformen zu erschaffen, die ihr Œuvre seither charakterisieren.

Magdalena Abakanowicz lehrte als Professorin an der Kunsthochschule Posen von 1965 bis 1990. Außerdem war sie 1984 Gastprofessorin an der University of California, Los Angeles (UCLA) in den USA.

Magdalena Abakanowicz erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter den Skulpturenpreis des Sculpture Center New York (1993), das Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta (1998), die Ernennung zum Offizier des Ordens der Künste und Wissenschaften in Paris, Frankreich (1999) und die Ernennung zum Ritter des Verdienstordens der Republik Italien (2000). Sie ist Ehrendoktorin der Königlichen Kunsthochschule (Royal Academy of Arts), London (1974), der Rhode Island School of Design, Providence, Rhode Island (1992), der Akademie der Schönen Künste Łódź (1998), des Pratt Institute New York City (2000), des Massachusetts College of Art, Boston (2001), der School of The Art Institute of Chicago (2002) und der Akademie der Schönen Künste Posen (2002). Magdalena Abakanowicz ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin (1994), der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden (1998) und des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste in Berlin (2000). Außerdem ist sie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, Cambridge, Massachusetts(1996).

Am 15. März 2010 wurde sie in der deutschen Botschaft in Warschau vom Botschafter Michael H. Gerdts „für ihren herausragenden und dauerhaften Beitrag zum kulturellen Dialog zwischen Polen und Deutschland“ mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet.

Ausstellungsteilnahme[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Magdalena Abakanowicz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien