Magnesiumbromid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Magnesiumbromid
__ Mg2+     __ Br
Allgemeines
Name Magnesiumbromid
Andere Namen
  • Magnesium(II)-bromid
  • Magnesiumdibromid
Verhältnisformel MgBr2
CAS-Nummer
  • 7789-48-2
  • 13446-53-2 (Hexahydrat)
PubChem 82241
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 184,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,72 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

711 °C[2]

Löslichkeit

gut in Wasser (1015 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Magnesiumbromid ist eine chemische Verbindung des Magnesiums aus der Gruppe der Bromide mit der Summenformel MgBr2.

Vorkommen[Bearbeiten]

Magnesiumbromid kommt natürlich in Abraumsalzen von Kalisalzlagerstätten (Bromide kommen in Kalisalzen etwa im Verhältnis von 1:300 zu den analogen Chloriden vor) und im Meerwasser (in einer Konzentration von etwa 70 g/m³) vor.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Es existieren einige Möglichkeiten zur Herstellung von Magnesiumbromid. Zum einen kann Magnesiumbromid durch Reaktion einer Magnesiumhydroxidlösung (gewonnen aus Magnesiumchlorid) mit Bromwasserstoff gewonnen werden.

\mathrm{Mg(OH)_2 + 2 \ HBr + 4 \ H_2O \longrightarrow \ MgBr_2 + 6 \ H_2O}

Eine weitere Möglichkeit ist durch die Darstellungen aus den Elementen gegeben. Diese Reaktion wird in wasserfreiem Diethylether durchgeführt, da das direkte Zutropfen elementaren Broms auf metallisches Magnesium eine zu heftige Reaktion verursachen würde.

\mathrm{Mg + Br_2 \longrightarrow MgBr_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Magnesiumbromid ist ein farbloses, hygroskopisches Pulver und tritt auch als Hexahydrat auf, welches bei 165 °C zu wasserfreiem Magnesiumbromid dehydratisiert. Es kristallisiert in der Cadmiumiodid-Struktur.

Verwendung[Bearbeiten]

Magnesiumbromid kann zur Herstellung von Brom aus bromidhaltigen Laugen verwendet werden.

\mathrm{MgBr_2  +  Cl_2 \longrightarrow Br_2 +  MgCl_2}

Weiterhin wird es bei organischen Synthesen eingesetzt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Datenblatt Magnesium bromide, anhydrous bei Strem, abgerufen am 25. Dezember 2012.
  2. a b c d e Datenblatt Magnesium bromide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Brom bei Seilnacht.
  5. Script zur Herstellung von Alkoholen durch Grignardreaktion.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 2. Band. 3. umgearbeitete Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 905–907.