Mark Stewart (Musiker)

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Mark Stewart ist ein britischer Musiker, Frontmann und Sänger der Band Mark Stewart & The Maffia sowie Gründungsmitglied der Band The Pop Group. Die meisten seiner Veröffentlichungen erschienen unter dem Label des Musikerkollektivs On-U Sound Records und auf Mute Records. Vertrieben wurden diese Labels von Rough Trade. Mit beiden Bands prägte er den sogenannten Bristol Sound und ebenso progressivere Varianten des Post-Punk europaweit und in Japan.

Musikalische Entwicklung[Bearbeiten]

Aufgewachsen in Bristol, besuchte er im gleichen Jahrgang zusammen mit Nick Sheppard eine Privatschule. 1978 gründete er die Band The Pop Group, die für ihr politisches Engagement bekannt war. Ein Gerücht besagt, dass ein Mitglied der Band ausgeschlossen wurde, weil es nicht mit an einer Demonstration teilnehmen wollte. So sind auch Songtitel und Texte der Band ausgesprochen politisch dem sozialistischen Lager zuzuordnen („Capitalism is the most barbaric of all religions“). 1981 trennte sich die Band und Mark Stewart zog nach London, wo er auf On-U, dem soeben neugegründeten Label Adrian Sherwoods Unterschlupf fand und unter anderem neben Ari Up (The Slits) bei den New Age Steppers sang. Weitere Bandmitglieder waren Neneh Cherry (Rip, Rig + Panic), Bim Sherman, Steve Beresford und Bruce Smith. Seine stark vom Industrial beeinflussten Soloalben wurden unter Beteiligung von Mitgliedern der Backing Bands von Sugarhill Gang und Grandmaster Flash, Doug Wimbish, Skip McDonald sowie dem Drummer Keith LeBlanc eingespielt. Die gleiche Besetzung spielte als Tackhead auch ohne Mark Stewart Tonträger ein. On-U wurde zum Schmelztiegel der Britischen Postpunk-Szene, wo Punks, Rastafari, Free Jazzer und Hip-Hop–Musiker ein progressives Zuhause fanden.

Musikalische Kooperationen[Bearbeiten]

Kooperationen gab es mit den Last Poets, Trent Reznor von den Nine Inch Nails, Tricky, Massive Attack, den Chicks on Speed, Adult und Primal Scream. Unter dem Titel Kiss the Future erschien 2005 eine Zusammenstellung als Best-of (vgl. Kompilation) auf Soul Jazz Records. Zurzeit lebt er in Berlin, Wien, Portland und Dorset. Besonders bekannt ist er nach wie vor in vielen Europäischen Staaten und in Japan. Das Album Learning to Cope with Cowardice findet sich in der legendären Aufstellung von Alben aus den musikalischen Subkulturen The Wire's "100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)".[1]

Diskografie[Bearbeiten]

Mit The Pop Group

LP / CD

  • Y (April 1979, Radar Records; wiederveröffentlicht auf CD / Radar, 1996 und Rhino Records, 2007)
  • For How Much Longer Do We Tolerate Mass Murder? (März 1980, Rough Trade Records – inklusive E pluribus unum, einer Zusammenarbeit mit The Last Poets)
  • We Are Time (Dezember 1980, Rough Trade Halb-Bootleg Zusammenstellung von Livetracks, Demos und Studio-Auskopplungen)
  • We Are All Prostitutes (Retrospektive, 1998, Radar Records)
  • Idealists In Distress from Bristol (Offizielles Bootleg, Sampler, 2007, Vinyl Japan, Doppel-CD, nur in Japan erschienen)

Singles

  • „She Is Beyond Good and Evil“ / „3.38“ (März 1979, Radar Records)
  • „We Are All Prostitutes“ / „Amnesty International Report“ (Oktober 1979, Rough Trade Records)
  • „Where There's A Will There's A Way“ (März 1980, Rough Trade; Splitsingle mit The Slits: „In the Beginning There Was Rhythm“)


Mit den New Age Steppers

LP / CD

  • New Age Steppers (1980) On-U


Mit The Maffia als Mark Stewart & The Maffia

LP / CD / DVD

  • Learning to Cope With Cowardice (1983) On-U
  • As the Veneer of Democracy Starts to Fade (1985) On-U
  • Mark Stewart (1987) Mute
  • Metatron (1990) Mute
  • Control Data (1996) Mute
  • Kiss The Future (2005) Soul Jazz Records
  • Edit (2008) Crippled Dick Hot Wax
  • Mark Stewart – On/Off (2011): Pop Group to Maffia (Töni Schifer)[2]
  • The Politics of Envy (2012) Future Noise Music

Singles

  • „Who's Hot“ (1982) Y
  • „Jerusalem EP“ (1982) On-U
  • „Hypnotised" (1985) Mute (#9 UK Indie Charts)
  • „Tackhead“ (1986) Mute (#31)
  • „This Is Stranger Than Love“ (1987) Mute (#7)
  • „Hysteria“ (1990) Mute
  • „Dream Kitchen“ (1996) Mute
  • „Consumed – The Remix Wars“ (1998) Mute

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Wire Liste
  2. [2] Trailer auf Youtube.com

Weblinks[Bearbeiten]