Martha Coakley

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Martha Coakley

Martha Mary Coakley (* 14. Juli 1953 in Pittsfield, Massachusetts) ist eine US-amerikanische Juristin und Politikerin. Seit Januar 2007 ist die Demokratin Massachusetts’ Attorney General und damit Mitglied der Regierung dieses Bundesstaates.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Geboren in Pittsfield, wuchs Martha Coakley in North Adams auf, wo sie bis 1971 die Schule besuchte. Nach einem B.A. vom Williams College in Williamstown im Jahr 1975, wechselte sie an die Boston University School of Law, von der sie 1979 ihren J.D. erhielt. Zuerst arbeitete sie in privaten Anwaltskanzleien, bevor Martha Coakley 1986 zur Staatsanwaltschaft im Middlesex County wechselte. 1991 wurde sie zur Leiterin der in Cambridge untergebrachten Einheit zur Verfolgung von Kindesmissbrauch (Child Abuse Prosecution Unit) dieser Staatsanwaltschaft ernannt. Durch das Gerichtsverfahren gegen ein britisches Au-Pair-Mädchen, das beschuldigt wurde, den Tod eines achtmonatigen Jungen verursacht zu haben, wurde Martha Coakley in dieser Position US-weit bekannt.[1]

Im November 1998 bewarb sie sich für den Posten des District Attorney in diesem Bezirk und wurde gewählt. Diese Position nahm sie wahr, bis sie am 7. November 2006 die Wahl zum Attorney General des Staates Massachusetts gewann und am 17. Januar 2007 als erste Frau auf dieser Position vereidigt wurde. In dieser Funktion reichte sie am 8. Juli 2009 beim Bundesbezirksgericht in Boston Klage gegen den Defense of Marriage Act ein, mit der die Verfassungskonformität der Ehe-Definition dieses Bundesgesetzes von 1996 in Frage gestellt wird – Massachusetts hatte 2004 als erster Bundesstaat gleichgeschlechtliche Ehen zugelassen.[2]

Im November 2010 wurde Coakley für eine weitere Amtsperiode gewählt.

Gescheiterte Wahl zur US-Senatorin 2010[Bearbeiten]

Nach dem Tod Edward Kennedys, der seit 1962 Massachusetts im Senat der Vereinigten Staaten vertreten hatte, gab Martha Coakley ihre Kandidatur für die Senatorennachwahl bekannt und gewann am 8. Dezember 2009 die Vorwahl der Demokraten.[3] Bei der Wahl am 19. Januar 2010 verlor sie dann aber mit 47 % der abgegebenen Stimmen gegen den republikanischen Kandidaten Scott Brown, der 52 % der abgegebenen Stimmen erhielt.[4] Coakley wurde vorgeworfen, im Wahlkampf nicht ausreichend Engagement gezeigt zu haben,[5] und für „einen der schlechtesten bundesstaatsweiten Wahlkämpfe“ überhaupt kritisiert.[6]

Kandidatur als Gouverneurin 2014[Bearbeiten]

Am 15. September 2013 kündigte Coakley an, sich in der demokratischen Vorwahl um das Amt des Gouverneurs ihres Bundesstaates zu bewerben, die 2014 um die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden Deval Patrick stattfinden wird.[5] Ihre Chancen in einem breiten Bewerberfeld wurden nach ihrer gescheiterten Senatskampagne 2010 bei guten Beliebtheitswerten als offen angesehen;[7] in den ersten Umfragen führte sie allerdings deutlich.[8] Beim Parteitag der Demokraten im Juni 2014 belegte sie in der Abstimmung der Mitglieder lediglich den zweiten Platz hinter State Treasurer Steven Grossman. Diese Befragung diente allerdings nur dazu, im Vorfeld der Primary die Kandidaten zu bestimmen.

Am 9. September 2014 stellten sich Grossman, Coakley und der Drittplatzierte Donald Berwick der eigentlichen Wahl.[9] Coakley gewann die Vorwahl in einer äußerst knappen Entscheidung. Damit wurde sie zur Kandidatin der Demokraten nominiert. Die Republikaner stellten Charlie Baker auf, der bereits 2010 von seiner Partei nominiert wurde und der Staatsregierung schon in mehreren Funktionen angehörte. Beobachter stutfen das Rennen als völlig offen ein, nachdem Umfragen beide Kandidaten abwechselnd vorne sahen. Die Gouverneurswahl am 4. November 2014 verlor sie jedoch mit 46,7 gegenüber 48,5 Prozent der Stimmen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Patricia Wen: Protecting Children Became a Turning Point for Coakley. In: The Boston Globe, 8. Januar 2010.
  2. Massachusetts Attorney General Martha Coakley Files Constitutional Challenge to Federal Defense of Marriage Act. In: Mass.gov (Pressemitteilung), 8. Juli 2009.
  3. Special State Primary Results. In: Secretary of the Commonwealth of Massachusetts (Website).
  4. Special State Election Results. In: Secretary of the Commonwealth of Massachusetts (Website).
  5. a b Frank Phillips: Coakley’s Entry Will Add to Crowded Gubernatorial Field. In: The Boston Globe, 15. September 2013.
  6. Ed Kilgore: Not Another Coakley Campaign. In: Washington Monthly, 1. Mai 2013; Matt Viser: Coakley aides paint portrait of missteps on campaign trail. In: The Boston Globe, 21. Januar 2010.
  7. Frank Phillips: Trepidation Remains Over Martha Coakley. In: The Boston Globe, 13. September 2013.
  8. Tom Jensen: Coakley, Markey Ahead in 2014 races. In: Public Policy Polling (Website), 24. September 2013.
  9. masslive.com: 2014 Results For Massachusetts Democratic Convention (14. Juni 2014)
  10. Boston Globe: For governor, it’s Coakley vs. Baker vom 10. September 2014