Scott Brown (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Scott Brown
Ergebnisse der Nachwahl in Massachusetts 2010

Scott Philip Brown (* 12. September 1959 in Kittery, York County, Maine) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Von 2010 bis 2013 vertrat er den Bundesstaat Massachusetts im US-Senat.

Nachdem seine Eltern sich hatten scheiden lassen, wuchs Scott Brown in Wakefield (Massachusetts) bei seinen Großeltern und einer Tante auf.[1] Er besuchte die Wakefield High School und studierte dann an der Tufts University sowie an der Law School des Boston College. Mit 19 Jahren trat er in die Nationalgarde seines Heimatstaates Massachusetts ein und diente dort drei Jahrzehnte. Brown gehört im Rang eines Oberstleutnant dem Judge Advocate General’s Corps an. Er ist als Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Familienrecht tätig.[2]

Seine politische Karriere begann Scott Brown als Stadtrat in Wrentham. Anschließend war er für drei Wahlperioden ab 1998[1] Mitglied des Repräsentantenhauses von Massachusetts und wurde 2004 in den Senat von Massachusetts gewählt.

Von Januar 2010 bis Januar 2013 war Brown gewählter Vertreter des Bundesstaates Massachusetts im US-Senat. Nach dem Tod von Edward Kennedy, der als Galionsfigur der politischen Linken den Senatssitz 47 Jahre lang gehalten hatte, war am 19. Januar 2010 eine Nachwahl notwendig geworden. Bei dieser setzte sich Brown mit 52 zu 47 Prozent der Wählerstimmen gegen die demokratische Bewerberin Martha Coakley, Attorney General des Staates, durch,[3] was von vielen Beobachtern als Votum gegen die Gesundheitsreform Präsident Obamas gedeutet wurde.[4] Damit war er der erste Republikaner seit Edward Brooke im Jahr 1972, der für Massachusetts in den Senat gewählt wurde,[3] sowie das erste Mitglied seiner Partei aus Massachusetts im Kongress seit 1997, was ihm zu nationaler Bekanntheit verhalf.[5]

Da die mit der Wahl von Edward Kennedy im Januar 2007 begonnene Wahlperiode seines Senatssitzes im Januar 2013 endete, musste Brown diesen in den Kongresswahlen am 6. November 2012 verteidigen und unterlag seiner demokratischen Herausforderin Elizabeth Warren.[6] Er schied am 3. Januar 2013 aus dem Senat aus.

Brown ist weiterhin in den Medien präsent und im Gespräch für weitere politische Ämter. So galt er durch das Ausscheiden John Kerrys aus dem US-Senat im Januar 2013 als Wunschkandidat vieler Republikaner, um den frei werdenden Sitz bei der Nachwahl im Juni 2013 zu erobern, was er ablehnte;[7] in den folgenden Monaten nährte er hingegen Spekulationen, dass er bei der Wahl 2014 gegen die demokratische US-Senatorin Jeanne Shaheen im Nachbarstaat New Hampshire oder im selben Jahr für die Nachfolge Deval Patricks im Amt des Gouverneurs von Massachusetts antreten werde.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scott Brown – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Thomas Frankenfeld: Brown – Jurist und Triathlet. In: Hamburger Abendblatt, 21. Januar 2010.
  2. Matthias Rüb: Scott Brown: Kennedys Erbe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Januar 2010.
  3. a b Michael Cooper: G.O.P. Senate Victory Stuns Democrats. In: The New York Times, 19. Januar 2010.
  4. Boston Tea Party. Massachusetts Voters Tell Democrats to Shelve ObamaCare. In: The Wall Street Journal, 20. Januar 2010.
  5. W. James Antle: Scott Brown’s Balancing Act. In: The American Spectator, Mai 2012.
  6. Christina Hebel: Demokraten verteidigen Senatsmehrheit. In: Spiegel Online, 7. November 2012.
  7. James Hohmann: Scott Brown Says No to Senate Bid. In: Politico, 2. Januar 2013.
  8. Katharine Q. Seelye: Ex-Senator Is Tempted by Neighbor: Scott Brown Hints at Another Senate Race – in New Hampshire. In: The New York Times, 5. April 2013.; James Hohmann: Scott Brown’s New Hampshire Flirtation. In: Politico, 24. April 2013.