Rufus Choate

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rufus Choate

Rufus Choate (* 1. Oktober 1799 in Essex oder Ipswich, Essex County, Massachusetts; † 13. Juli 1859 in Halifax, Nova Scotia, Kanada) war ein US-amerikanischer Jurist und Politiker der National Republican Party sowie der Whig Party, der unter anderem den Bundesstaat Massachusetts sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat der Vereinigten Staaten vertrat.

Leben[Bearbeiten]

Studium, Rechtsanwalt und Politiker in Massachusetts[Bearbeiten]

Choate stammte aus einer Familie, die sich bereits 1667 in Massachusetts niederließ. Sein Großvater John Choate war zwischen 1741 und 1761 Mitglied im Repräsentantenhaus von Massachusetts. Er selbst galt früh als Wunderkind, das im Alter von sechs Jahren längere Texte der Bibel sowie der Pilgerreise zur seligen Ewigkeit auswendig aufsagen konnte. Nach dem Schulbesuch studierte er zunächst am Dartmouth College, das er 1819 als Jahrgangsbester abschloss, und war an diesem anschließend von 1819 bis 1820 als Tutor tätig. Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaft zunächst an der Law School der Harvard University, ehe er zwischen 1821 und 1822 seine juristische Ausbildung im Büro des damaligen US Attorney General William Wirt in Washington, D.C. fortsetzte.

Nach seiner anwaltlichen Zulassung in Massachusetts wurde er 1823 Rechtsanwalt in Peabody und war dort bis 1828 tätig. Während dieser Zeit begann er zugleich seine politische Laufbahn und war zunächst von 1825 bis 1826 wie sein Großvater Mitglied im Repräsentantenhaus von Massachusetts, ehe er 1827 Mitglied im Senat von Massachusetts war.

1828 nahm er seine Tätigkeit als Rechtsanwalt in Salem auf und erreichte dabei bald öffentliche Aufmerksamkeit durch einige von ihm übernommene bedeutende Gerichtsverfahren.

Kongressabgeordneter und US-Senator[Bearbeiten]

Choate-Statue des Bildhauers Daniel Chester French in Boston

1830 wurde er als Kandidat der National Republican Party zum Mitglied in das US-Repräsentantenhaus gewählt und vertrat in diesem nach seiner Wiederwahl 1832 vom 4. März 1831 bis zum 30. Juni 1834 den zweiten Kongresswahlbezirk von Massachusetts. Bei seiner ersten Wahlen konnte er sich gegen den langjährigen Wahlkreisinhaber der Föderalistischen Partei und ehemaligen Marineminister in den Kabinetten der US-Präsidenten James Madison und James Monroe, Benjamin Williams Crowninshield, durchsetzen. Während seiner Mitgliedschaft im Repräsentantenhaus hielt er insbesondere eine bemerkswerte Rede zur Verteidigung eines Schutzzolls.

Noch vor Beendigung seiner zweiten Legislaturperiode im 23. US-Kongress trat er am 30. Juni 1834 als Abgeordneter zurück und wurde Rechtsanwalt in Boston. Zu dieser Zeit galt er in den gesamten Staaten Neuenglands bereits als großer Redner und hielt Reden auf zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen.

Nachdem er sich mehrere Jahre seiner anwaltlichen Tätigkeit widmete, kehrte er 1841 ins politische Leben zurück und wurde für die Whig Party als Nachfolger von Daniel Webster, der zum Außenminister in das Kabinett von William Henry Harrison ernannt wurde, Mitglied in den US-Senat für Massachusetts als Senator Class 1. Dem Senat gehörte er vom 23. Februar 1841 bis zum Ende der regulären Amtszeit Websters am 3. März 1845.

Bereits wenige Wochen nach seinem Einzug in den Senat hielt Choate eine seiner bemerkenswertesten Reden anlässlich der Trauerfeierlichkeiten in der Faneuil Hall in Boston für den am 4. April 1841 verstorbenen Präsidenten William H. Harrison. Als Senator widmete er sich Themen wie Schutzzölle, Oregon-Kompromiss, Fiscal Bank Act sowie der Annexion von Texas, gegen die er sich im März 1845 bei einer Debatte aussprach.

Rückzug aus der Bundespolitik[Bearbeiten]

1845 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für den Senat, worauf Daniel Webster wieder Senator wurde und nahm anschließend wieder seine anwaltliche Tätigkeit auf. Mehrere Jahre zog er sich auch weitgehend vom politischen Leben zurück, war aber ein großer Befürworter von Daniel Websters Politik, die dieser in seiner berühmten Seventh of March Speech vom 7. März 1850 darstellte. Andererseits scheiterte Choate jedoch bei seinen Bemühungen zur Unterstützung der Kandidatur Websters für die Whig Party bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1852.

Danach war er 1853 für einige Zeit Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung von Massachusetts war und darüber hinaus zwischen 1853 und 1854 auch Attorney General des Bundesstaates.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 1856 lehnte er anders als zahlreiche Whig Party-Mitglieder den Eintritt in die Republikanische Partei ab und gab dem Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei James Buchanan, in dem er anders als im republikanischen Kandidaten John C. Frémont den Repräsentanten einer nationalen Partei sah.

Im Juli 1859 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, so dass er eine Erholungsreise nach Europa beabsichtigte. Diese konnte er aber nicht mehr antraten, sondern verstarb kurz vor seiner Einschiffung am 13. Juli 1859 in Halifax.

Rufus Choate wurde durch die Aufnahme in die Hall of Fame for Great Americans geehrt.

Weblinks[Bearbeiten]

Hintergrundliteratur[Bearbeiten]

  • Edward G. Parker: Reminiscences of Rufus Choate, the Great American Advocate, New York, Mason Brothers, 1860
  • Samuel Gillman Brown (Herausgeber): The Works of Rufus Choate: With A Memoir of His Life, 1862 (Nachdruck 1972, 2 Bände)
  • Joseph Neilson: Memories of Rufus Choate with Some Consideration of His Studies, Methods & Opinions & of His Style as a Speaker & Writer, 1884
  • Claude M. Fuess: Rufus Choate: The Wizard of the Law, New York, Minton, Balch & Company, 1928.
  • Jean V. Matthews: Rufus Choate, the Law and Civic Virtue, Philadelphia, Temple University Press, 1980