Martinikirche (Erfurt)

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Dieser Artikel beschreibt die Äußere Martinikirche. Die nicht mehr vorhandene Kirche gleichen Namens innerhalb der ältesten Stadtmauer findet sich unter Innere Martinikirche (Erfurt). Eine dritte Martinikirche im Erfurter Stadtgebiet findet sich unter Martinikirche (Ilversgehofen).
Martinikirche

Die Martinikirche ist eine Kirche im Westen der Altstadt von Erfurt. Sie dient heute der katholischen Gemeinde von St. Severi als Filialkirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Martinikirche wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. 1303 wurde die Kirche dem nahe gelegenen Kloster der Zisterzienserinnen übertragen. 1472 wurde die Kirche bei einem Brand zerstört, nur der Turm überstand dieses Ereignis. Das Kirchenschiff wurde in der Folgezeit bis 1483 teilweise wiederaufgebaut. Zwischen 1755 und 1758 wurde die Kirche mit Hilfe einer Stiftung des Weihbischofs Johann Friedrich von Lasser umfassend wieder aufgebaut und erhielt einen barocken Innenausbau. 2001/02 wurde die Kirche umfassend saniert. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist ein gotischer Turm, in dem sich zwei alte Glocken, eine von 1419 und eine von 1590, befinden. Die Kirche hat bis heute mit ihren Portalen, den Fenstern im Kirchenschiff, einem Tonnengewölbe, dem Bild der Verkündigung Mariens, dem die Seitenwände umgehenden Kreuzweg und in Kanzel und Hochaltar ihre barocke Gestalt bewahrt.

Glocken-Ritzzeichnungen[Bearbeiten]

Die 1419 gegossene Glocke hat seltene, kunsthistorisch bedeutsame Glocken-Ritzzeichnungen, die in einem Werk der Kunsthistorikerin Ingrid Schulze gewürdigt werden[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Ulrich Simon, Erfurt, St. Martini extra muros, in: Die Mönchs- und Nonnenklöster der Zisterzienser in Hessen und Thüringen, bearb. von Friedhelm Jürgensmeier und Regina E. Schwerdtfeger (Germania Benedictina IV) St. Ottilien 2011, S. 677-705

  1. Ingrid Schulze: Ritzzeichnungen von Laienhand – Zeichnungen mittelalterlicher Bildhauer und Maler? Figürliche Glockenritz-Zeichnungen vom späten 13.Jahrhundert bis zur Zeit um 1500 in Mittel- und Norddeutschland. Leipzig 2006, ISBN 978-3-939404-95-8

Weblinks[Bearbeiten]

50.97343888888911.017261111111Koordinaten: 50° 58′ 24″ N, 11° 1′ 2″ O