Severikirche (Erfurt)

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Severikirche vom Domplatz
Severikirche von der Westseite

Die St. Severikirche ist ein Kirchenbau der römisch-katholischen Kirche in Erfurt. Sie steht auf dem Domberg unmittelbar neben dem Erfurter Dom. Als einzigartiges architektonisches Ensemble bilden sie gemeinsam das Wahrzeichen der Stadt. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Bauform, die die spätgotische Hallenkirche vorwegzunehmen scheint, gehört die Severikirche zu den bedeutendsten gotischen Bauten in Deutschland.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die Kirche im frühen Mittelalter[Bearbeiten]

An der Stelle der heutigen Kirche stand eine ältere St.-Pauls-Kirche, von der jedoch bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1960/61 unmittelbar nördlich der Kirche keine Baureste festgestellt wurden. Somit muss offenbleiben, wann und von wem sie gegründet wurde. Teilweise wird ihre Einrichtung noch auf Bonifatius zurückgeführt. Sicher ist, dass der Chronist Hogel in seinem Bericht eine Blasiuskapelle nennt, die an dieser Stelle für Vögte im Jahre 524 erbaut worden sein soll. 708 soll ein Benediktinerkloster, vielleicht sogar auch mit Nonnen, namens St.Paul gegründet worden sein. 836 ließ Erzbischof Otgar von Mainz (826–847) die Gebeine des hl. Severus von Ravenna nach Erfurt in das Benediktinerinnenkloster St. Paul, ein altum monasterium, überführen. Im 9. Jh. hatte die Kirche vermutlich zwei Patrozinien: St. Paul und St. Severus. Nach unsicherer Überlieferung wurde 935 an dem Kloster ein Kollegiatstift gegründet.

Der romanische Kirchenbau[Bearbeiten]

Danach ist erst 1079/80 wieder von der Severikirche die Rede. Bei der Eroberung der Stadt Erfurt durch Heinrich IV. wurden die Kirchen mitsamt den Leuten, die sich in diese geflüchtet hatten, angesteckt. Nach dem Brand riss man die „Hohes Münster“ genannte Kirche ab und errichtete sie neu, aber in kleinerer Form an demselben Ort.

1121 wird das Kanonikerstift an der St. Severikirche erstmals urkundlich genannt. Es gab damit auf dem Domberg ein zweites Kollegiatstift neben St. Marien, das wohl ebenfalls schon fast 200 Jahre existierte. Gleichzeitig bestand auf dem mons Severi noch das Nonnenkloster weiter, das wohl die gleiche Kirche benutzte. Als dritte Einrichtung an dieser Stelle hatte Erzbischof Adalbert von Mainz (1109–1137) vor 1123 eine bischöfliche Residenz, das „Krummhaus“ östlich der Severikirche, errichten lassen. Als nun der Platz zunehmend knapp wurde, siedelte Adalbert das Benediktinernonnenkloster St. Paul 1123 auf den Cyriaksberg um. 1142 wurden Severikirche und Stift, Bischofsburg und das Peterskloster auf dem Petersberg durch einen Brand zerstört. Erstere wurden anschließend angeblich bis 1148 neu errichtet oder – weitaus wahrscheinlicher – lediglich repariert. Trotz dieses miesen Zustandes wurde die Kirche noch im selben Jahr neu geweiht.

Der Grundriss der Romanik ist im heutigen Bau noch ablesbar. Es handelte sich um eine dreischiffige Basilika mit zwei Querhäusern und zwei Chören, der Ostchor war – wie auch bei der Peterskirche und St. Marien – von zwei Osttürmen flankiert. Die beiden Chöre setzten offensichtlich ältere Tradition fort, die auch durch das Doppelpatrozinium zum Ausdruck kommen.

Der hochgotische Neubau[Bearbeiten]

Zeichnung von 1890

1238 ist in einer Ablassurkunde von einem Plan für einen Neubau die Rede, der dann aber erst in den 1270er Jahren begonnen wurde. Die Quellen beschreiben, dass die Kirche „eine Ruine zu werden droht(e)“ bzw. gar tatsächlich eingestürzt sei. Die urkundliche Überlieferung für den Bau ist außerordentlich günstig, da zahlreiche Ablässe gewährt worden sind, die uns über den Baufortschritt berichten. Diese Ablässe deuten auch darauf hin, dass bekannt war, dass der Neubau besonders eindrucksvoll werden sollte. 1308 wurde der neue Hochaltar geweiht, damals waren zumindest die Ostteile, der Chor und das östliche Querhaus, fertiggestellt. 1327 soll das Langhaus, fünf Jahre später die gesamte Kirche weitgehend fertiggestellt gewesen sein. Einige Nachrichten beziehen sich schon wieder auf erste Reparaturen nach einem Blitzeinschlag (1327), bei dem auch mehrere Menschen getötet wurden, was darauf schließen lässt, dass die Kirche zu dieser Zeit bereits wieder benutzt wurde. Mehr oder wenig vollendet war die Kirche wahrscheinlich erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts, da in den 1360er Jahren eine ganze Reihe von Altären gestiftet worden sind. Die große Zahl der Altars- und Vikarienstiftungen, sowie die Stiftung weithin bekannter hochgotischer Skulpturen, weist auf den wirtschaftlichen Aufschwung Erfurts in dieser Zeit hin. Letztendlich erfolgte der Abschluss der Einwölbung erst um 1370. In den 1370er und 1380er Jahren kam es mehrfach zu teilweise auch handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen beiden Kapiteln um die zwischen 1358 und 1863 an der Südseite errichtete eingeschossige, zweijochige Blasiuskapelle und den Grenzverlauf zwischen beiden Kirchen, die erst 1387 gütlich beigelegt werden konnten. Die Kapelle, die mit ihren Strebepfeilern auf das Gelände der Marienkirche übergriff, sollte umgebaut werden, und die Grenze zwischen den beiden Kirchen sollte mit Grenzsteinen, auch auf der Kapelle, markiert werden, was noch vor 1429 erfolgte.

Geschaffen wurde ein fünfschiffiges, vierjochiges Langhaus von fast quadratischer Form mit zwei Querschiffen im Osten und Westen. Somit wurde die Grundrissgliederung des romanischen Baus weitgehend beibehalten, möglicherweise sogar die alten Fundamente benutzt. Man fügte jedoch im Norden und Süden ein zweites Seitenschiff an, wodurch die gesamte Kirche die Breite der Querhäuser erhielt, die damit nicht mehr nach außen hervortraten. Die Gewölbe aus der Zeit um 1370 scheinen auf den ersten Blick gleich hoch zu sein, wodurch der Bau sehr einheitlich wirkt. Hier hat man auf romanischem Grundriss in hochgotischer Zeit einen für diese Zeit äußerst ungewöhnlichen Kirchenbau errichtet, der eigentlich erst viel später, mit den spätgotischen Hallenbauten des 15. Jahrhunderts in Mode kam. Die zweijochige und zweigeschossige Marienkapelle an der Nordseite wurde wohl gleichzeitig mit der Kirche und dem Portalvorbau des Hauptportals geschaffen (Maria mit Kind 1360/70).

Spätgotische Umbauten[Bearbeiten]

Eine wesentliche Zäsur in der Geschichte und Baugeschichte der Kirche stellt der verheerende Stadtbrand vom 19. Juni 1472 dar, bei dem auch St. Severi stark betroffen war. Beschädigt oder zerstört waren die Glockentürme, Glocken, Orgeln, die gesamte Bedachung, der Westchor mit Kreuzgang und Teile der Gewölbe. Bis um 1500 wurden die Brandschäden behoben und einige Neubauten wie Sakristei und Kapitelsaal errichtet. Aus dieser Zeit stammen das riesige, das ganze Schiff überdeckende Walmdach (1472/73) und die heutige Gestalt des östlichen Abschlusses mit Dreiturmgruppe.

Die im Grundriss quadratischen Chorseitentürme stammen ursprünglich aus hochgotischer Zeit, doch wurden sie bis auf die unteren Geschosse vernichtet und danach neu aufgebaut, wobei sie 1495 ihre heutige Gestalt mit schlanken Turmhelmen erhielten. Der erhöhte Mittelturm mit dem Glockengeschoss wurde wohl ebenfalls erst zu dieser Zeit hinzugefügt, der Spitzhelm ist auf 1494 datiert. Der Westchor wurde zusammen mit den Anschlüssen für den Kreuzgang niedergelegt, und an seiner Stelle entstand bis 1495 ein zweigeschossiger Anbau mit Kreuzkapelle.

Die Klausuranlagen[Bearbeiten]

In veröffentlichten Urkunden wird zweimal, 1317 und 1363, ein Kreuzgang erwähnt, doch wird heute meist davon ausgegangen, dass die gotische Severikirche nie eine voll ausgebildete Klausur besessen hatte. Platz hierfür hätte eigentlich nur an der Nordseite bestanden, doch sind dort nirgends Spuren nachweisbar, und es gibt auch keine Hinweise auf den Abbruch eines Kreuzganges oder einer Klausuranlage. Als Kapitelsaal (locus capitularis) diente wohl ein Raum in der Kirche selbst. 1386 tagte das Kapitel nachweislich dort, im folgenden Jahr wird der Ort sogar beschrieben als Raum in den Ostjochen der nördlichen Seitenschiffe unmittelbar westlich des nördlichen Querhausarms. Die Chorherren zogen zum Gottesdienst und den Kapitelsitzungen durch das Hauptportal an der Nordseite ein, als Laienportal diente der heutige Haupteingang im Süden.

Nach dem Brand von 1472 wurde ein ambitus an der Westseite der Kirche und vor der Südwestecke erbaut, vielleicht auch nur ein älterer Zustand ohne tiefgreifende Veränderungen wiederhergestellt. 1485 wurden eine neue Sakristei (1818 abgebrochen) und ein Kapitelsaal an der Nordseite der Kirche errichtet, zehn Jahre später war ein neuer Kreuzgang fertiggestellt.

Die Kirche und das Stift in der Neuzeit[Bearbeiten]

1582 bis 1584 wirkte Valentin Leucht (1550–1619), Buchautor, später kaiserlicher Hofpfalzgraf und Bücherkommissar, hier als Pfarrer.

1633 wurde die Severikirche von schwedischen Truppen besetzt und anschließend den Protestanten übergeben, die den Innenraum durch Abbruch eines Altars und Verlegung der Kanzel veränderten. Schon 1635 wurde die Kirche jedoch den Katholiken zurückgegeben und die Änderungen rückgängig gemacht. In den 1670er Jahren erhielt die Kirche einen neuen barocken Hochaltar.

Wie das Marienstift war auch das Severistift im Zuge der Säkularisierung 1803 aufgehoben worden. Die Kirche wurde 1813/1814 von der französischen Besatzung zeitweise als Lazarett genutzt, insbesondere wegen des grassierenden "Nervenfiebers" (Flecktyphus und Typhus). Die vielen Toten entsorgte man während der Belagerung von Erfurt in benachbarten Kellern und unterirdischen Gängen. 1811, zur Zeit von Napoleons „Kaiserlicher Domäne“ Erfurt, war die Kirche auf dessen Veranlassung im Erfurter Intelligenzblatt zum Verkauf auf Abriss ausgeschrieben worden.[1] Es fand sich kein Käufer, so blieb die Kirche erhalten.

1834 begann die Restaurierung der Marienkapelle, 1845 die Gesamtinstandsetzung der Severikirche. Die Ausmalungen aus dieser Zeit wurden 1928/29 schon wieder beseitigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche kaum in Mitleidenschaft gezogen. In den 1970er und frühen 1980er Jahren erfolgten eine erneute Dachsanierung und eine komplette Innenrestaurierung, der sich 1993 bis 1995 die Restaurierung des südwestlichen Kreuzganges anschloss.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel der Severikirche wurde 1930 von Johannes Klais (Bonn) in dem Barockgehäuse der Wender-Orgel von 1714 erbaut. Das Instrument hat Kegelladen und elektropneumatische Ton- sowie Registertrakturen.

I Hauptwerk C–g3
1. Nachthorn-Gedackt 16'
2. Principal 8'
3. Rohrflöte 8'
4. Salicional 8'
5. Prästant 4'
6. Zartflöte 4'
7. Quinte 22/3'
8. Blockflöte 2'
9. Mixtur IV
10. Trompete 8'
II Positiv C–g3
11. Holzflöte 8'
12. Quintadena 8'
13. Singend Principal 4'
14. Schwiegel 2'
15. Terz 13/5'
16. Nassat 11/3'
17. Cymbel III-IV
18. Krummhorn 8'
III Schwellwerk C–g3
19. Geigenprincipal 8'
20. Gemshorn 8'
21. Oktave 4'
22. Querflöte 4'
23. Waldflöte 2'
24. Nachthorn 1'
25. Progressiv III-IV
26. Trompette harmonique 8'
Tremulant
Pedal C–f1
27. Principalbaß (c1-f1 aus Nr. 29) 16'
28. Subbaß (= Nr. 1) 16'
29. Oktave 8'
30. Bassflöte (= Nr. 3) 8'
31. Choralbaß (C-f0 aus Nr. 29) 4'
32. Flachflöte (C-f0 aus Nr.29) 2'
33. Bombarde (c1-f1 aus Nr. 10) 16'
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
    • Suboktavkoppeln: II/I, III/I, III/III,III/P
    • Superoktavkoppeln: III/I, III/II, III/III
  • Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Registerschweller.

Glocken[Bearbeiten]

In den Türmen hängt ein großes Geläut mit teilweise historischen Glocken. Die klangvolle Osanna von 1474 ist die größte im Geläut. Die Vincentia goss Gerhard van Wou. Die Alte Martha wurde im Jahre 1987 restauriert.

Hauptgeläut[Bearbeiten]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Schlagton
(HT-1/16)
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Turm
 
1 Osanna 1474 Claus von Mühlhausen ais0 +7 1.840 ≈4.500 Mitte
2 Vincentia 1497 Gerhard van Wou h0 +9 1.630 ≈3.000 Süd
3 Alte Martha 1475 Claus von Mühlhausen dis1 +6 Mitte
4 Neue Martha 1962 Franz Schilling, Apolda fis1 +13 1.060 Nord
5 Anna 1987 Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei gis1 Nord

Silbergeläut[Bearbeiten]

Die drei kleinsten Glocken werden als Silberglocken bezeichnet und zählen nicht zum Hauptgeläut:

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Schlagton
 
Turm
 
6 Christkönig 1962 Franz Schilling, Apolda d2 Nord
7 Maria e2
8 Michael fis2

Der Severisarkophag[Bearbeiten]

Sarkophag des heiligen Severus

836 wurden die Gebeine des hl. Severus durch den Mainzer Erzbischof Otger von Ravenna zunächst nach Mainz, dann nach Erfurt überführt. Hier waren sie vermutlich im Westteil eines Vorgängerbaues der Kirche beigesetzt und verehrt worden. Mit dem Neubau der Kirche wurde auch eine Neugestaltung des Grabmals notwendig, das weiterhin an zentraler Stelle, vermutlich nahe dem Westchor aufgestellt war. Bei dem Brand 1472 ist der Westchor stark zerstört worden, anschließend hat man das Grabmal zerlegt und die Seitenplatten anderweitig aufgestellt. Die originale Deckplatte wurde nach 1472 als Aufsatz für den Severusaltar im südlichen Querhausarm verwendet. Erst 1948 wurden die Teile wieder zusammengefügt und an dieser Stelle aufgestellt, 1982 kam ein Abguss der Deckplatte hinzu.

Der Sarkophag zählt zu den künstlerisch bedeutendsten Ausstattungsstücken der Severikirche. Die vier Reliefplatten der Umfassungswände entstanden zwischen etwa 1360 und 1370 und werden einem Meister des Severi-Sarkophags zugeschrieben. Auf den nahezu vollplastischen Hochreliefs werden Szenen aus dem Leben und Wirken des Heiligen Severus und die Anbetung der Heiligen Drei Könige nach einem Vorbild in der Nürnberger Lorenzkirche von 1360 dargestellt. Es wurde auch vermutet, dass die einzelnen Teile erst einige Zeit nach ihrer Entstehung zu einer Tumba vereinigt worden sind und zuvor einzeln oder in anderem Zusammenhang, vielleicht als Teile eines Lettners mit Ambo, im Kirchenraum standen.

Bonifatiuskapelle[Bearbeiten]

Die katholische Bonifatiuskapelle ist ein quadratischer, in Teilen noch romanischer Turm, der ursprünglich vielleicht zur erzbischöflichen Burg gehörte. Möglicherweise schon im 14. Jahrhundert wurde er bei der Einsetzung des Maßwerkfensters an der Westseite zur Kapelle umgebaut. Das Walmdach mit Dachreiter stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Bedeutungsgeschichte[Bearbeiten]

Das St.-Severi-Stift geht auf eine Kirche namens St. Paul aus dem 8./9. Jahrhundert zurück. Die Reliquien, die 836 unter Erzbischof Otgar von Mainz nach Erfurt kamen, waren von so hoher Bedeutung, dass das Stift in „St. Severi“ umbenannt wurde. Aus der Zeit danach ist bekannt, dass bereits vor 1080 ein rechtlich selbständiges Chorherrenstift bestanden haben soll. St. Severi war im 11./12. Jahrhundert eine der ältesten Kirchen und Klerikergemeinschaft. Jedoch war sie nicht die bedeutendste, sondern stand immer hinter St. Marien (in Zeugenlisten von Urkunden wurde sie immer nach St. Marien aufgeführt). Dennoch bildete nicht nur St. Marien eine Verwaltungseinheit, sondern auch St. Severi wurde ebenfalls als ein Archidiakonat bezeichnet. Besonders hervorzuheben für den Status St. Severis sind die verwaltungstechnischen Funktionen, die ihm über den erzbischöflichen Grundbesitz zufielen. Somit war das Stift für das Bistum eine Art Fronhof. In unzähligen umliegenden Ortschaften hatte das St.-Severi-Stift Grundbesitz. Ein Schutzbrief aus dem Jahre 1335 des Kaiser Ludwig dem Baiern bestätigt alle Güter. In einem Privilegium aus dem Jahre 1348 des Kaisers Carl IV. d.d. Wittenberg werden diese dem Stift ebenfalls bestätigt. Diese Grundbesitze befanden sich unter anderem im Landkreis Erfurt, Kreis Weissensee, Kreis Eckartsberga, Großherzogtum Weimar, Großherzogtum Gotha, Herzogtum Sachsen-Meiningen und Fürstentum Schwarzburg.

Das vermeintliche Nonnenkloster basiert auf einer Verwechslung mit dem Nonnenkloster Altmünster zu Mainz. Tatsächlich gab es vor der Erbauung des Krummhauses im Jahre 1123 ein Nonnenkloster auf dem Cyriaxberg; dieses musste in den Südwesten Erfurts verlegt werden. Spätere Nennungen eines Nonnenklosters können daher nicht in Verbindung mit dem St.-Severi-Stift gebracht werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brückner, Margarethe und Ernst Haetge, Lisa Schürenberg und Alfred Overmann: Die Severikirche, Burg 1929
  • Buchner, Otto: Der Severi-Sarkophag zu Erfurt und sein Künstler, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 24, Erfurt 1903, S. 137–157
  • Buchner, Otto: Der Severi-Sarkophag zu Erfurt und sein Künstler samt Übersetzung der Vita und Translatio Sancti Severi des Priesters Liutolf, Erfurt 1903.
  • Die Stadt Erfurt, Dom. Severikirche. Peterskloster. Zitadelle, bearb. von Karl Becker
  • Forberg, H. H. / Lucke, G.: Die Severikirche zu Erfurt. Schnell Kunstführer Nr. 20.672 (Regensburg 1997)
  • Gockel, Michael: Die deutschen Königspfalzen: Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters. Bd.2 Thüringen, Göttingen 2000. S. 102- 148
  • Hanftmann, B.: Zur Baugeschichte der Stiftskirche Beatae Mariae Virginis (Dom) und der Severi-Stiftskirche in Erfurt, (Jahrbücher der Königlichen Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt), Erfurt 1913
  • Lehmann, Edgar: Dom und Severikirche zu Erfurt, 1. Aufl., Leipzig 1988
  • Lehmann, Edgar / Schubert, Ernst: Dom und Severikirche zu Erfurt (Leipzig 1988)
  • Lucke, Rolf-Günther / Forberg, Hans-Heinrich: Die Severikirche zu Erfurt (Das christliche Denkmal), München/Regensburg 1993
  • Mertens, Claus: Die Severikirche zu Erfurt (Große Baudenkmäler Heft 27), o.O. 1957
  • Mertens, Claus: Die St. Severikirche zu Erfurt (Das Christliche Denkmal, Heft 27), Berlin 1974 (7., überarbeitete Auflage)
  • Mertens, Claus: Die Severi-Kirche zu Erfurt (Das christliche Denkmal 27), überarb. Aufl., Berlin 1979
  • Passarge, Walter; „Dom und Severikirche zu Erfurt“, in: Deutsche Kunst, Ludwig Roselins (Hrsg.), Bd. II, Bremen/ Berlin 1936
  • Franz Peter Schilling: Erfurter Glocken - Die Glocken des Domes, der Severikirche und des Petersklosters zu Erfurt. Mit Geleitworten von Weihbischof Joseph Freusberg und Weihbischof Hugo Aufderbeck (zugleich Doppelheft 72-73 der Reihe Das christliche Denkmal). Berlin 1968[2]
  • Schubert, Ernst / Lehmann, Edgar: Dom und Severikirche Erfurt, Stuttgart 1988
  • Stuhr, Michael: Severisarkophag, in: Die Parler und der Schöne Stil, II, S. 564
  • Tettau, Wilhelm von: Geschichtliche Darstellung des Gebietes der Stadt Erfurt und der Besitzungen der dortigen Stiftungen, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 13, Erfurt 1887, S. 154- 165
  • Wäß, Helga: „Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Band 2: Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts“, Bristol u. a. 2006, Zum Severisarkophag siehe: Katalog-Nrn. 255, 256 auf S. 285–291 (2-spaltig) / Band 1, Quelleneditionen zum Hl. Severus: S. 485–489. ISBN 3-86504-159-0
  • Werner, Matthias: Die Gründungstradition des Erfurter Petersklosters, Sigmaringen 1973, S. 105- 113

Quellen[Bearbeiten]

  • Overmann, Alfred: Urkundenbuch der Erfurter Stifter und Klöster, Magdeburg 1926- 1934, Regesten: Nr. 258, Nr. 447.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Oergel: Universität und Akademie zu Erfurt unter der Fremdherrschaft 1806-1814. Jahrbücher der Königlichen Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Neue Folge, Heft XXXI, Erfurt 1905. S. 255.
  2. http://d-nb.info/458836087

Weblinks[Bearbeiten]

50.97613111.022561Koordinaten: 50° 58′ 34″ N, 11° 1′ 21″ O

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Dieser Artikel wurde am 3. April 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.