Maschinenbau Kiel

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AIDAdiva am 24. April 2007 in Kiel

Die Maschinenbau Kiel (MaK) war ein traditionsreicher Hersteller von Schiffsdieselmotoren, Diesellokomotiven, Dieseltriebwagen und Kettenfahrzeugen, der in den 1990er Jahren in mehrere Einzelunternehmen aufgespaltet wurde. Nach der Übernahme der Schiffsmotoren-Sparte durch die Caterpillar Inc. in die 100%ige Tochtergesellschaft Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG bestimmt Caterpillar mit rund 80 % das heutige Gesicht der ehemaligen MaK, die im Volksmund immer noch als solche bezeichnet wird und ein bedeutender Arbeitgeber in der Region Kiel ist.

Chronik[Bearbeiten]

Diesellokomotive MaK G 320 B ex mit Museumszug
Diesellokomotive G 1206 in Moers
Akku-Triebwagen der Alsternordbahn

Das Unternehmen wurde am 25. Mai 1948 als Aktiengesellschaft gegründet. Es umfasste mehrere Betriebe der ehemaligen Deutsche Werke AG. Nach einem längeren Rechtsstreit mit MAN wurde das Kürzel 1954 von MAK in MaK geändert. In den 1950er und 1960er Jahren wurden bei der MaK die sogenannten MaK-Stangenlokomotiven gefertigt, die bei zahlreichen Privatbahnen in Deutschland die Dampflokomotiven ablösten.

1959 wurde die Firma nach einer ersten Krise von der zur Hugo Stinnes GmbH gehörenden Bremer Atlas GmbH übernommen und in eine GmbH umgewandelt. 1964 wurde die MaK mitsamt der Muttergesellschaft von Krupp übernommen und firmierte als Atlas-MaK Maschinenbau GmbH. Infolge einer Umstrukturierung 1971 firmierte sie dann als Krupp-MaK Maschinenbau GmbH.

1992 wurde die Herstellung von Lokomotiven mit anderen Unternehmen des Konzerns als Krupp Locomotives zusammengefasst, 1994 an Siemens verkauft und in Siemens Schienenfahrzeugtechnik (SFT) umbenannt. Diese Tochter wurde am 1. Oktober 1998 von Siemens an die Vossloh AG verkauft, in Vossloh Schienenfahrzeugtechnik (VSFT) umbenannt und firmiert seit 23. April 2004 als Vossloh Locomotives GmbH. Die Vossloh-Lokomotiven aus Kiel tragen das Kürzel MaK in der Fahrzeug-Typenbezeichnung.

Die Baumaschinenproduktion firmiert mittlerweile als ATLAS TEREX GmbH.

1990 wurde der Bau von Panzern an die RHEINMETALL-Landsysteme abgegeben. Die ehemalige Systemtechnik gehört inzwischen zur Rheinmetall. In Kiel verblieb lediglich der Bau von Prototypen, der mit der Entwicklung und dem Firmensitz auf dem ehemaligen Hell-Gelände in Kiel-Suchsdorf eine neue Heimat fand.

Die Sparte der Schiffsdieselmotoren, seit 1920 von MaK bzw. den Vorgängerunternehmen hergestellt, wurde 1997 von der Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG, einer 100%igen Tochtergesellschaft von Caterpillar Inc., übernommen. Die Produktion von Mittelschnellläufern mit dem MaK-Logo findet seither mit steigenden Umsätzen und Stückzahlen statt. Ein prestigeträchtiges Projekt der jüngsten Zeit war die Ausstattung des Kreuzfahrtschiffs AIDAdiva mit vier Motoren des Typs MaK 9 M 43 C. Das Schiff wurde im April 2007 medienwirksam in Hamburg getauft und wird bis 2013 das sechste Schwesterschiff bekommen.

1983 entstand MaK DATA SYSTEM als Profit Center der Krupp MaK für externe IT-Dienstleistungen. Seit 1995 gehört die MaK DATA SYSTEM Kiel GmbH als selbstständiges Unternehmen zum international tätigen Systemhaus Consist International World Group. In seinem Firmennamen sowie im Unternehmenslogo führte der IT-Spezialist für Integrations- und Individuallösungen MaK DATA SYSTEM die Abkürzung MaK fort. Seit Januar 2008 führt MaK DATA SYSTEM den Namen Consist Software Solutions GmbH und zeigt damit nach 13 Jahren nun auch im Firmennamen die Zugehörigkeit zur Consist World Group.

2006 wurde die Gießerei der Caterpillar-Motorenwerke und ehemalige MaK-Gießerei an die SHW Casting Technologies GmbH, eine Gießereigruppe, veräußert und firmierte seitdem unter dem Namen Gießerei Kiel GmbH (GK). Die zur inzwischen insolventen SHW-CT-Gruppe gehörende GK wurde im Sommer 2013 in wesentlichen Teilen in die Caterpillar Castings Kiel GmbH (CCK) überführt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lokomotiven der MaK – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Binder: Erster Motorblock mit CCK-Zeichen. In: Täglicher Hafenbericht vom 13. August 2013, S. 4