Massenstückgut

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Hafenarbeiter bei der Verladung von Papierrollen in Hallstavik, Schweden - 1962
Beladung einer Barge mit Sackgut auf dem Schatt al-Arab - 1958
Hafenarbeiter an einem New YorkerDock beim Laden von Maissirup auf einen Leichter auf dem Hudson River. Foto von Lewis Hine, ca. 1912

Unter Massenstückgut (engl. Breakbulk) versteht man im Grunde eine Mischform zwischen Massengut und Stückgut, nämlich Stückgüter, die in großen Mengen verladen werden. Beispiele dafür sind Sackgüter, Palettenware, Stahlerzeugnisse (Träger, Bleche, Coils, Draht, …), Forstprodukte (Baumstämme/Logs, Bruchholz, Schnittholz, Zellulose, Papierrollen, …)

Sackgut[Bearbeiten]

Als Sackgut bezeichnet man alle Güter die in Säcken transportiert werden, wobei es sich um sehr unterschiedliche Produkte handeln kann. – Man kann die Waren in mehrere Gruppen einteilen:

In Abhängigkeit vom Inhalt kann die Verpackung - also der Sack selbst - aus unterschiedlichem Material bestehen z. B. aus Stoff, Jute, Papier oder Kunststoff.

Während heute in der Handels- und Seeschifffahrt Sackgut fast ausschließlich an der Quelle d. h. am Entstehungsort, beim Hersteller, Befrachter oder Spediteur fachgerecht in Container gestaut und verladen wird, war früher die Be- und Entladung eines Frachtschiffes sehr viel aufwändiger. – Der Platz auf dem das Sackgut gestaut werden sollte, musste vor Ladungsbeginn sorgfältig vorbereitet werden. Sauber gereinigt und trocken war eine der Grundvoraussetzungen. Außerdem musste entsprechendes Garnier (2 bis 3 Lagen trockene Bretter, Matten, Sackleinen etc) gelegt werden. Sackgut wurde längsschiff liegend gestaut und bei voller Raumnutzung möglichst bis unter die Decksbalken.

Besonderes Augenmerk hatte der Ladungsoffizier außerdem auf eine fachgerechte Stauung, Separation und Verteilung von Sackgut mit unterschiedlichen Eigenschaften zu legen. – Hier einige Beispiele:

  • Fischmehl, stark riechend daher nie mit empfindlichen Gütern zusammen zu stauen. – Außerdem wegen Neigung zur Selbstentzündung nur in trockenen, gut belüfteten Laderäumen bei tägliche durchzuführenden Kontrollmessungen. - Bei der Stauung zusätzliche Gräben anlegen und nicht bis unter Deck stauen um eine optimale Lüftung zu gewährleisten.
  • Kaffee, wertvolle, besonders geruchs- und feuchtigkeitsempfindliche Ladung die nach Möglichkeit in saubere Verschlussräume separat gestaut werden sollte.
  • Pfeffer, stark riechend, nicht mit geruchs- und feuchtigkeitsempfindlicher Ladung zusammen zu stauen. Immer für beste Lüftung sorgen auch da sonst die Ware verdirbt.
  • Zement, Papiersäcke besonders empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit, hohes Garnier. – Wegen Beschädigung der Säcke nicht zusammen stauen mit Maschinenteilen, Langeisen und dergl.
  • Sackgut welches Chemikalien gleich welcher Art enthält, stets weiträumig separieren, vor Feuchtigkeit schützen und nicht mit Sackgut aus Naturprodukten im gleichen Deck oder Schiffsunterraum stauen.

Zu beachten waren ferner die unterschiedlichen Staumaße der einzelnen Ladungsgüter. – Konkret, wie viel Platz/Raum musste der Ladungsoffizier für eine neue zu ladende Partie Sackgut vorsehen. – Als Beispiel, für eine Tonne geschälter Erdnüsse waren ca. 1,8 m³ Raum frei zu halten, für eine Tonne ungeschälter Erdnüsse dagegen ca. 3,0 m³.

Bis ca. Mitte der 1960er Jahre war außerdem der Transport von Post in Säcken üblich. Diese wurden auf Schiffen im Liniendienst häufig in eigenen Verschlussräumen oder kleineren Luken separat geladen.

Der Transport von Sackgut wurde früher mit Sackkarren durchgeführt, später auf Paletten gestapelt mit Gabelstaplern. - Die Be- und Entladung mittels Ladestroppen aus Tauwerk (siehe Foto) oder per Palette. - Netzbrooken wurden bei Postgut verwendet, wobei jeweils mit 2 Tallyleuten und Tallybuch gearbeitet wurde (1 Mann von Land, 1 Mann von der Besatzung an Bord).

Literatur[Bearbeiten]

  • Voss, Buchholz, Willms - Ladungsdienst - Teil 1 und 2, Seefahrtschule der Freien Hansestadt Bremen, Ausgabe 1962.