Massive Ordnance Penetrator

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
MOP beim Testabwurf

Die GBU-57A/B Massive Ordnance Penetrator (MOP; englisch für schwerer Bomben-Eindringkörper) ist eine präzisionsgelenkte bunkerbrechende Bombe mit sehr hoher Durchschlagskraft. Sie wird aktuell von den US-amerikanischen Konzernen Boeing und Northrop Grumman entwickelt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Eine MOP im Waffenschacht einer B-2 (beides Attrappen)

Die MOP wurde nach dem Irakkrieg konzipiert, um auch tief eingegrabene, massive und gehärtete Bunkeranlagen, sogenannte „Hard and Deep Buried Targets“ (HDBTs), mit einem einzigen Treffer zerstören zu können. So konnten auch die stärksten bunkerbrechenden Bomben, BLU-109 und BLU-116, einige irakische Bunker nicht auf Anhieb ausschalten, sodass man gezwungen war, mehrere Angriffe auf dasselbe Ziel zu fliegen. Das Programm, dessen Existenz 2006 noch bestritten wurde, wird von der Defense Threat Reduction Agency (DTRA) finanziert. Die Offenlegung des Programms fand im Oktober 2007 statt, als in offiziellen Budgetplänen 300 Millionen US-Dollar für die Entwicklung der MOP gefordert wurden. Diese Anfrage umfasst auch die Integration der Waffe in die Northrop B-2, wofür rund 88 Mio. US-Dollar veranschlagt sind. Alle Arbeiten werden von Boeings Phantom Works-Abteilung durchgeführt. Northrop Grumman erhielt im September 2007 einen Auftrag über 2,5 Mio. US-Dollar um eine nicht genannte Anzahl B-2-Bomber für den Einsatz der MOP zu modifizieren. Im Oktober 2009 erhielt der Rüstungskonzern McDonnell Douglas vom Pentagon den Auftrag, B-2-Bomber so umzurüsten, dass sie die Bombe transportieren können. Das Vertragsvolumen beläuft sich dabei auf 50 Millionen US-Dollar. Ein Auftrag zur Produktion von acht MOP-Bomben im August 2011 markiert den Beginn der Produktion und der Indienststellung, wobei der Stückpreis bei 3,5 Millionen US-Dollar liegt.[1]

Technik[Bearbeiten]

Die MOP bezieht ihr Penetrationspotenzial hauptsächlich aus ihrem äußerst hohen Gewicht von 13,6 Tonnen und damit der kinetischen Energie beim Aufprall. Sie soll damit eine bis zu zehnmal größere Durchschlagskraft besitzen als die aktuell verfügbaren Waffen.

Durch ihr hohes Gewicht ist die Auswahl an Trägerflugzeugen jedoch stark limitiert, so dass nur schwere Bomber wie die Rockwell B-1B, Northrop B-2 und Boeing B-52 die Bombe einsetzen können. Aktuell ist als Träger jedoch nur die B-2 vorgesehen. Zur Steuerung wird ein gekoppeltes und störresistentes GPS/INS-System verwendet. Die Lenkung und Stabilisierung erfolgt mit vier ausklappbaren Gitterflossen am Heck.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Gewicht: 13.600 kg
  • Sprengkopf: 2.700 kg High Explosive (HE)
  • Länge: 6 m
  • Durchmesser: 0,8 m
  • Steuerung: GPS, INS
  • Durchschlagskraft (vermutet):

Strategische Bedeutung[Bearbeiten]

Zuletzt seit Zuspitzung der Krise um das iranische Atomprogramm und der damit verbundenen Gefahr eines Angriffs auf die Atomanlagen des Irans haben besonders potente bunkerbrechende Waffen im Arsenal der US-Streitkräfte große Bedeutung gewonnen. Viele der Anlagen zur Urananreicherung liegen mehrere Meter unter der Erde, geschützt von massiven Gesteinsschichten oder Stahlbeton. So kann die Anlage in Fordo bei Ghom lediglich mit dem MOP zerstört werden.[3] Dadurch wären allein die Vereinigten Staaten in der Lage, diese Anlage aus der Luft zu zerstören.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. strategypage.com – Biggest Bunker Buster Ever Is In Production
  2. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJohn Pike: Massive Ordnance Penetrator (MOP) Direct Strike Hard Target Weapon / Big BLU. GlobalSecurity.org, 24. Oktober 2007, abgerufen am 19. April 2009 (englisch).
  3. Iran: Ohne die US-Luftwaffe kann Israel wenig ausrichten ZEIT ONLINE, abgerufen am 13. August 2012
  4. Atomkonflikt: Israel erwägt Militärschlag gegen Iran vor November ZEIT ONLINE, abgerufen am 13. August 2012