Mastitis

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Dieser Artikel behandelt die Brustdrüsenentzündung des Menschen, für die gleichnamige Erkrankung bei Haustieren siehe Mastitis (Haustiere)
Klassifikation nach ICD-10
N61 Entzündliche Krankheiten der Mamma (Brustdrüse)
O91 Infektionen der Mamma (Brustdrüse) im Zusammenhang mit der Gestation
P39.0 Infektiöse Mastitis beim Neugeborenen
P83.4 Nichtinfektiöse Mastitis beim Neugeborenen
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Mastitis (syn. Mastadenitis) ist eine meist bakterielle Entzündung der weiblichen, selten der männlichen Brustdrüse bzw. Milchdrüse (griech. Mastos). In der Regel findet man eine Mastitis bei stillenden Müttern (Mastitis puerperalis), häufig etwa in der zweiten Woche nach der Geburt. Eine Mastitis außerhalb des Wochenbettes ist selten (sog. Mastitis non puerperalis). Bei einer Mastitis ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich, damit die Ursache der Entzündung festgestellt und ggf. eine Fortentwicklung zum reifen Abszess vermieden werden kann. Bei einer Mastitis außerhalb des Wochenbettes ist zudem nach Abklingen der Entzündung der Ausschluss eines Malignoms wichtig.

Symptome[Bearbeiten]

  • Fieber
  • Schmerzen, in der Regel einseitig (70 %) im Bereich der Brustwarze
  • Überwärmung einer Brust
  • Rötung einer Brust
  • bei Abszess-Bildung fluktuierende und tastbare Schwellung
  • Schwellung der Achsel-Lymphknoten
  • verändertes Milchsekret
  • Zellzahlerhöhung in der Milch

Pathologie[Bearbeiten]

Bei der bakteriellen Mastitis findet sich histologisch eine phlegmonöse oder abszedierte Entzündung mit diffusen granulozytären Infiltraten des Brustdrüsengewebes. Bei längeren chronischen Entzündungen überwiegt ein lymphoplasmazelluläres Infiltrat. Die Ausbreitung der Entzündung erfolgt in der Regel über Lymphgefäße (interstitielle Mastitis), seltener über die Milchgänge (intrakanalikulär, sog. parenchymatöse Mastitis).

Eine tuberkulöse Mastitis zeigt typische verkäsende Granulome.

Mastitis puerperalis[Bearbeiten]

ausschließlich in der Laktationszeit

Ätiologie[Bearbeiten]

Die Eintrittspforten von Erregern bei der Mastitis von stillenden Müttern sind in der Regel kleine Hautverletzungen (sog. Rhagaden) der Brustwarze mit Sekundärinfektion dieser Verletzungen durch typische Hautkeime. Außerdem wird ein Sekretstau für die Infektion mitverantwortlich gemacht.

Erreger[Bearbeiten]

In der Regel finden sich beim Menschen typische Haut- bzw. Mundkeime:

Therapie[Bearbeiten]

Ein Abstillen, unterstützt von Prolaktin-Hemmern (Dopaminagonisten, z.B. Bromocriptin), ist nach aktueller Studienlage nur noch in Ausnahmefällen erforderlich und bewirkt in der Regel sogar eher eine Verschleppung des Krankheitsverlaufs.[1] Eine konservative Therapie mit Antibiotika ist indiziert (z.B. Oxacillin). Eine Infektionsgefahr für das gestillte Kind ist hierbei nicht anzunehmen. Nach derzeitigem Forschungsstand klingen die Symptome unter Antibiotika-Gabe effektiver ab als unter reiner Bettruhe.[2]

Reife Abszesse müssen in der Regel chirurgisch inzisiert und drainiert oder punktiert und mit antibiotischer Lösung gespült werden.

Mastitis non puerperalis[Bearbeiten]

Ätiologie[Bearbeiten]

Ursächlich wird bei dieser Mastitis ein Sekretstau angenommen mit Sekundärinfektion durch Keime.

Differentialdiagnose und weitere Diagnostik[Bearbeiten]

Wichtig ist, dass bei einer Mastitis non puerperalis ein Malignom nach Abheilung der Entzündung ausgeschlossen wird (Mammakarzinom, Paget-Karzinom, inflammatorisches Mammakarzinom).

Prädisponierende Faktoren[Bearbeiten]

Erreger[Bearbeiten]

Folgende Erreger finden sich bei der bakteriellen Mastitis:

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie ist im Prinzip dieselbe wie bei der Mastitis puerperalis.

Periduktale Mastitis[Bearbeiten]

Ätiologie[Bearbeiten]

Die periduktale Mastitis, auch plasmazelluläre bzw. granulomatöse Mastitis genannt, ist eine abakterielle und chronische Mastitis, die durch einen Sekretverhalt ausgelöst wird. Durch den Sekretverhalt kommt es zur Ektasie der Milchgänge mit übertreten des Sekretes in das umgebende Gewebe mit daraus resultierender Entzündungsreaktion. Betroffen sind vor allem Frauen mittleren Alters. Wichtig ist der Ausschluss eines Malignoms.

Symptome[Bearbeiten]

Es findet sich in der Regel eine schmerzhafte Verhärtung im Bereich der Brustwarze mit Ausfluss.

Pathologie[Bearbeiten]

In der Histologie finden sich lymphoplasmazelluläre Infiltrate und Gangektasien der Milchgänge. Außerdem finden sich Granulome, Fett-speichernde Makrophagen (sog. Lipophagen), Epitheloid- und Riesenzellen.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. „Abstillen ist ein Kunstfehler“ (PDF; 169 kB), Medical Tribune 04/2006 (abgerufen am 22. Juni 2012)
  2. Jahanfar S, Ng CJ, Teng CL. Antibiotics for mastitis in breastfeeding women. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 2. Art. No.: CD005458. doi:10.1002/14651858.CD005458.pub3 Zusammenfassung (in englischer Sprache)
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