Furunkel

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Klassifikation nach ICD-10
L02 Hautabszess, Furunkel und Karbunkel
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Furunkel

Ein Furunkel (von lateinisch furunculus ‚kleiner Dieb‘) ist eine tiefe, schmerzhafte Entzündung des Haarbalgs und des umliegenden Gewebes, die meist durch Staphylokokken (Staphylococcus aureus) oder eine Mischflora entsteht.

Durch Gewebsuntergang (Nekrose) und zentrale Einschmelzung (Eiter) entsteht ein „Pfropf“, der die Hautoberfläche durchbrechen und sich somit spontan entleeren kann. Die Abheilung erfolgt unter Narbenbildung.

Die Entzündung des umliegenden Gewebes bewirkt die Schmerzhaftigkeit des Bereichs.

Lokalisation[Bearbeiten]

Haarbalgentzündungen können an jeder Stelle der behaarten Haut auftreten. Erst wenn sich die Entzündung auf den gesamten Haarbalg und das umliegende Gewebe ausbreitet, spricht man von einem Furunkel. Schmelzen mehrere Furunkel zusammen, führt dies zu einem sehr schmerzhaften, großflächigen Karbunkel.

Sehr gefährlich sind Furunkelbildungen im Gesichtsbereich, da der Plexus pterygoidus in der tiefen Gesichtsregion zwischen den Kaumuskeln sowohl mit den Venen des Gesichts als auch mit dem Sinus cavernosus im Schädelinneren in Verbindung steht. Ebenso kann die Vena angularis über die Venen der Augenhöhle mit diesem kommunizieren. Die Entzündung kann sich langsam an den Venen entlang bis ins Gehirn ausbreiten und zu lebensbedrohenden Gehirnentzündungen oder Hirnvenenthrombosen führen.

Furunkel treten spontan und meist ohne erkennbare Ursachen einzeln oder gehäuft auf. Jedoch können auch Hauterkrankungen wie der Impetigo und Sycosis sowie Metastasen bei eitrigen Erkrankungen anderer Organe und einer dadurch entstehenden Septikämie Ursachen der Furunkelbildung sein. Bei schubweisem Auftreten wird von Furunkulose gesprochen. Besonders Diabetiker und Nierenkranke sind anfälliger für Furunkel. Weitere Ursachen sind zu eng anliegende, scheuernde Kleidung oder eine unzureichende Desinfektion nach einer Rasur.

Therapie[Bearbeiten]

Ein Furunkel sollte operativ aufgeschnitten werden, um durch die entstehende Druckentlastung dem weiteren Vordringen der Erreger in das umliegende Gewebe entgegenzuwirken. Beim „unreifen“ Furunkel kann durch Auftragen gefäßerweiternder Salben in günstigen Fällen eine Heilung eintreten, ansonsten kann die Reifung des Furunkels und damit die Zeit bis zur operativen Behandlung beschleunigt werden. Antibiotika können dabei helfen, die Gewebszerstörung zu minimieren.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist bei chronischem Auftreten ein Therapieversuch mit Autovakzinen, eine Art Impfung mit dem individuellen Krankheitserreger.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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