Max Helas

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Max Friedrich Helas, auch Friedrich Max Helas, (* 29. September 1875 in Dresden; † 12. August 1949 ebenda) war ein deutscher Kunstmaler und Restaurator.

Leben[Bearbeiten]

Grab der Familie Helas auf dem Friedhof in Dresden-Striesen

Max Helas studierte von 1902 bis 1907 an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Dresden. Zu seinen Lehrer zählten Carl Bantzer, Richard Müller und Otto Gussmann. Seine erste größere künstlerische Aufgabe wurde 1907 der Auftrag zur künstlerischen Ausgestaltung des Gemeindehaussaales der Striesener Versöhnungskirche. Er griff dafür auf moderne Stile wie Jugendstil und Expressionismus zurück und setzte diese mit ausdrucksstarker Farbigkeit um. Dabei war er deutlich progressiver als zum Beispiel sein Lehrer Otto Gussmann, der fast zeitgleich mit der künstlerischen Ausgestaltung des Versöhnungskirchenraumes beschäftigt war: „Die Ausmalung [Helas’] nimmt aber nicht nur künstlerisch eine herausragende Stellung ein, es ist auch bemerkenswert, dass Max Helas bezüglich des angewandten Farbsystems neue Wege ging und die damals noch relativ jungen Mineralfarben für die Arbeiten nutzte“, so Denkmalpfleger Winfried Werner.[1] Da seine Arbeit für gut befunden wurde, erhielt er im Anschluss den Auftrag, die Ausmalung der Sakristeien und zugehörigen Fenster sowie der Treppenhäuser zu entwerfen. Ausgeführt wurden die Arbeiten zum Teil von Helas selbst, zum Teil aber auch von Hofdekorationsmaler Julius Schulz und seiner Werkstatt. Helas überwachte in allen Fällen die Ausführung der Arbeit.

Die Ausmalung des Gemeindehaussaales wurde während der Renovierung der gesamten Kirche von 1956 bis 1958 mit Leimfarbe überstrichen, was Fritz Löffler 1957 in einem Brief als Verlust einer „ausgezeichnete[n] Ausgestaltung“ beklagte.[2] Von 2004 bis 2005 wurden die Wandmalereien unter der Leitung von Kristine Wischniowski, einer Enkelin von Max Helas, wiederhergestellt bzw. rekonstruiert.

Im Jahr 1907 entwarf Helas die „gute, moderne“[3] Ausmalung der neuen Kirche in Lichtenberg, die bis 1908 ausgeführt wurde. Nach Ende des Ersten Weltkriegs ging Helas 1921 nach Wien, wo er bis 1924 als Assistent für Ornamentik an der dortigen Technischen Hochschule wirkte. Er schuf zu dieser Zeit den Eisernen Vorhang des Schlosstheaters Schönbrunn und malte eine Kirche in Wiener Neustadt aus. Zurück in Dresden widmete er sich in der Folge zunehmend der Kirchenrestaurierung, die er als Fotoamateur zum Teil auch fotografisch begleitete. Im Jahr 1928 restaurierte er unter der Leitung von Woldemar Kandler die Innenausmalung der Meißner Frauenkirche und war später unter Otto Rometsch an der Restaurierung der Annenkirchenausmalung beteiligt.

Helas verstarb 1949 in Dresden und wurde auf dem Striesener Friedhof beigesetzt. In den Jahren 1986 und 1988 erwarb die Deutsche Fotothek aus seinem Nachlass 175 Glasnegative mit Fotografien von Restaurierungsentwürfen, aber auch Privataufnahmen von Familie und Bekannten.[4] Andere Teile des Nachlasses befinden sich im Besitz des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen.

Familie[Bearbeiten]

Helas war mit Ida Krämer verheiratet, die ihm unter anderem für die figürlichen Ausmalungen der Versöhnungskirche Modell saß. Der Ehe entstammen die Kinder Reiner, Johanna und die spätere Kunsthandwerkerin Hildegard Helas. Im Jahr 1914 kam Sohn Helmar Helas (1914–1981) zur Welt, der später unter anderem als Glasmaler bekannt wurde. Helmar Helas’ Sohn Volker Helas ist Denkmalpfleger und Sachbuchautor, seine Tochter Kristine Wischniowski-Helas Bildhauerin, Malerin und Restauratorin, deren Sohn Christoph Wischniowski ist Maler, Grafiker und Illustrator.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Winfried Werner: Die Versöhnungskirche in Dresden-Striesen. Geschichte, Bedeutung und Erhaltung eines herausragenden Werkes der Reformbaukunst in Sachsen. In: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz (Hrsg.): 100 Jahre Versöhnungskirche Dresden-Striesen. Festschrift. Sandstein, Dresden 2009, S. 27.
  2. Fritz Löffler an Heinz Röcke, Brief vom 11. Juli 1957. Zit. nach Winfried Werner: Die Versöhnungskirche in Dresden-Striesen. Geschichte, Bedeutung und Erhaltung eines herausragenden Werkes der Reformbaukunst in Sachsen. In: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz (Hrsg.): 100 Jahre Versöhnungskirche Dresden-Striesen. Festschrift. Sandstein, Dresden 2009, S. 31.
  3. Cornelius Gurlitt (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Band 35: Amtshauptmannschaft Kamenz (Land). C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1912, S. 140.
  4. Vgl. slub-dresden.de