Mel Tillis

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Mel Tillis (2007)

Mel Tillis (* 8. August 1932 als Lonnie Melvin Tillis in Tampa, Florida) ist ein US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter, der in den 1960er und 1970er Jahren Chart-Erfolge feiern konnte und mehrere Klassiker der Country-Musik komponierte. Sein Markenzeichen ist ein sehr ausgeprägtes Stottern, das sich aber beim Singen nicht bemerkbar macht.

Anfänge[Bearbeiten]

Mel Tillis wuchs in Pahokee, Florida auf. Im Alter von drei Jahren begann er zu stottern. Als Ursache wird eine Malaria-Erkrankung oder der Kontakt zu einem stotternden Nachbarjungen angenommen. Sein Handicap sollte ihn sein Leben lang begleiten und sogar zu seinem Markenzeichen werden (seine Autobiografie nannte er "Stutterin' Boy", sein Privatflugzeug "Stutter One", eine Langspielplatte bekam den Titel "M-M-Mel").

Schon in frühen Jahren begann er Gitarre und Violine zu spielen. In der Schulband war er Schlagzeuger. Obwohl unverkennbar hochtalentiert, entschied er sich zunächst zu einer Laufbahn als Football-Spieler. Der Versuch, bei der US-Airforce eine Pilotenausbildung zu erhalten, scheiterte an seinem Sprachfehler. Er blieb aber bei der Luftwaffe und leistete seinen Wehrdienst in Okinawa, Japan ab. 1955 studierte er kurzzeitig an einem College und schlug sich anschließend mit Gelegenheitsjobs durch. 1956 tauchte er mit einigen selbstgeschrieben Songs in Nashville auf, konnte aber in der dortigen Country-Szene zunächst nicht Fuß fassen und kehrte nach Florida zurück.

Karriere[Bearbeiten]

Ein erster wichtiger Karriereschritt gelang ihm 1957, als Webb Pierce mit seinem Song I'm Tired Platz Drei der Country-Charts erreichte. Durch den Erfolg ermutigt siedelte er endgültig mit seiner schwangeren Frau nach Nashville über. Beim Columbia-Label erhielt er den ersehnten Schallplattenvertrag. Seine erste Single war kein Erfolg, aber mit dem von ihm komponierten Song der B-Seite, Honky Tonk Song, schaffte Webb Pierce Platz Eins. Tillis war erstmals 1958 mit The Violet And A Rose in den Charts vertreten. Auch in den folgenden Jahre konnte er sich mehrfach im mittleren Bereich der Country-Hitparade platzieren. Web Pierce dagegen, der nach wie vor sehr gerne Mel-Tillis-Songs einspielte, war damit eindeutig erfolgreicher. Auch andere wie George Morgan oder Ray Price erzielten mit seinen Songs Hits. Mitte der 1960er war er Co-Autor des Bobby Bare Klassikers Detroit City.

1966 wechselte Mel Tillis zum Kapp-Label. Hier konnte er mit Stateside, Life Turned Her That Way und Goodbye Wheeling gleich mehrfach in die Top-20 vordringen. 1969 schrieb er einen weiteren Klassiker, Ruby, Don’t Take Your Love To Town, mit dem Kenny Rogers einen Welthit hatte. Die 1970er Jahre wurden zu seiner erfolgreichsten Dekade. Nach mehreren Top-10-Erfolgen gelang ihm 1972 mit I Ain’t Never sein erster Nummer-1-Hit. Bis Ende des Jahrzehnts folgten fünf weitere Top-Hits und etliche Top-10-Platzierungen. Außerdem trat er in mehreren Filmen auf. 1976 wurde er in die Nashville Songwriters Hall of Fame gewählt und wurde CMA "Entertainer des Jahres".

In den 1980er Jahren ließen seine Erfolge allmählich nach. 1981 machte er mit einigen Duetts mit Nancy Sinatra noch einmal auf sich aufmerksam. Trotz häufiger Labelwechsel blieben Chart-Platzierungen aus. Andere hatten mit seinen Songs weiterhin Top-Hits. Ab Mitte der 1980er Jahre knüpfte seine Tochter Pam Tillis fast nahtlos an seine Erfolge auf. Bemerkenswert sind auch seine Leistungen als Geschäftsmann und Investor. Er ist an mehreren Musik-Verlagen beteiligt. 1998 wurde er Ehrenvorsitzender der "Stuttering Foundation of America".

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1962 – Heart Over Mind (Columbia)
  • 1966 – Stateside (Kapp)
  • 1967 – Life Turned Her That Way (Kapp)
  • 1967 – Mr. Mel (Kapp)
  • 1968 – Let Me Talk To You (Kapp)
  • 1968 – Something Special (Kapp)
  • 1969 – Who's Julie (Kapp)
  • 1969 – Mel Tillis Sings Old Faithful
  • 1970 – She'll Be Hanging 'Round Somewhere
  • 1970 – One More Time (MGM)
  • 1971 – The Arms Of A Fool (MGM)
  • 1971 – Live At The Sam Houston Coliseum (MGM)
  • 1971 – Living & Learning/Take My Hand (MGM)
  • 1972 – Would You Want The World To End? (MGM)
  • 1972 – I Ain't Never/Neon Rose (MGM)
  • 1973 – Mel Tillis & The Statesiders On Stage (MGM)
  • 1973 – Sawmill (MGM)
  • 1974 – Let's Go All The Way Tonight (MGM)
  • 1974 – Stomp Them Grapes (MGM)
  • 1975 – Best Way I Know How (MGM)
  • 1975 – M-M-Mel (MGM)
  • 1976 – Love Revival (MCA)
  • 1977 – Heart Healer (MCA)
  • 1977 – Love's Troubled Waters (MCA)
  • 1978 – I Believe In You (MCA)
  • 1979 – Are You Sincere (MCA)
  • 1979 – Mr. Entertainer (MCA)
  • 1979 – Me And Peppe (Electra)
  • 1980 – Your Body Is An Outlaw (Electra)
  • 1980 – Southern Rain (Electra)
  • 1981 – Mel & Nancy (Electra)
  • 1982 – It's A Long Way To Daytona (Electra)

Weblinks[Bearbeiten]