Methämoglobinämie

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Redaktion Medizin
Klassifikation nach ICD-10
D74.- Methämoglobinämie
D74.0 Angeborene Methämoglobinämie
D74.8 Sonstige Methämoglobinämien
D74.9 Methämoglobinämie, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Unter Methämoglobinämie versteht man in der Medizin eine erhöhte Konzentration von Methämoglobin (Met-Hb) im Blut. Das in den roten Blutkörperchen vorhandene Hämoglobin, das dem Sauerstofftransport dient, wird dabei in das funktionsunfähige Methämoglobin umgewandelt (oxidiert, siehe Methämoglobin) und steht damit nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung.

Symptomatik[Bearbeiten]

Chronische Methämoglobinämien verlaufen oft klinisch stumm. Bei akut auftretendem Verlauf kommt es früh zu Kopfschmerz, Müdigkeit, Luftnot und Lethargie. Ab einer Met-Hb-Konzentration von mehr als zehn Prozent des Gesamthämoglobins kommt es zur Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut) mit Zyanose (Blauverfärbung der Haut und der Schleimhäute). Das Blut bekommt eine braunrote Farbe. Bei über vierzig Prozent kommt es zu Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, beschleunigter Herztätigkeit, Atemnot und Somnolenz (Benommenheit, Schläfrigkeit). Eine Konzentration von mehr als 70 bis 80 Prozent führt zum Tode.

Ursachen[Bearbeiten]

Neben einem erblichen Defekt des Hämoglobins (Hämoglobin-M-Krankheit) oder einem erblichen Enzymdefekt (Cytochrom b5-Reduktase-Mangel) ist vor allem die Aufnahme bestimmter Substanzen, die zu einer Oxidation des Hämoglobins führen, Ursache für die Methämoglobinämie (toxische Methämoglobinämie). Zu oxidierenden Substanzen zählen einige Medikamente (Phenacetin, Chinin, Lidocain, Prilocain, Metoclopramid, Nitroglycerin, Sulfonamide u. a.), Stickoxide, aromatische Nitro- und Aminoverbindungen (Poppers, Herbizide) und andere. Für Säuglinge bestehen Gefahren durch den Genuss von Trinkwasser oder Gemüse mit zu hohen Nitratwerten. Zahlreiche Gifte führen zu einer Methämoglobinämie, darunter sind:

  • Anilinfarbstoffe
  • Antipyrin
  • Chlorate
  • Insektizide
  • Natrium-Nitroprussid
  • Natrium-Thiocyanat
  • Nitrite
  • Nitrobenzol
  • Nitrobenzole
  • Nitroglycerin
  • Phenacetin
  • Sulfamethoxazol
  • Sulfonamide[1]

Diagnose[Bearbeiten]

Bei Verdacht einer Methämoglobinämie kann ein Tropfen venösen Patientenblutes auf ein Filterpapier gegeben werden. Da sich das Methämoglobin nicht durch den Luftsauerstoff reduzieren lässt, bleibt es braun, während sich Normales Hämoglobin durch Sauerstoffaufnahme von der Raumluft rot färbt. Es wird in diesem sehr einfachen Test in der Regel ein Tropfen normalen Blutes neben dem Patientenblut aufgetropft um einen direkten Vergleich zu haben. Im Blutausstrich fallen Heinz-Innenkörper in den Erythrozyten auf, welche das histologische Korrelat des Methämoglobins darstellen, da sich die Methämoglobinmoleküle sozusagen im Erythrozyten "verklumpen" entstehen diese Präzipitate. Im Labor kann eine Methämoglobinämie im EDTA-Blut oder Heparin-Blut nachgewiesen werden.[2]

Behandlung[Bearbeiten]

Bei toxischer Methämoglobinämie muss die auslösende Substanz abgesetzt werden. Gegebenenfalls können Methylenblau, Toluidinblau oder Ascorbinsäure verabreicht werden. Bei erblichen Ursachen ist keine Behandlung möglich.


Literatur[Bearbeiten]

  • Rehman HU: Methemoglobinemia. West J Med. 2001 Sep;175(3):193-6. Review. PMID 11527852
  • M. Moos et al: Schwere Methämoglobinämie - Diagnostik, Therapie und Pathophysiologie am Beispiel eines Falles. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2009; 44: 328-334

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Thomas: Labor und Diagnose: Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik. TH-Books-Verl.-Ges., Frankfurt, M. 2008, ISBN 9783980521567 3980521567.
  2. Lothar Thomas: Labor und Diagnose: Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik. TH-Books-Verl.-Ges., Frankfurt, M. 2008, ISBN 9783980521567 3980521567.

Weblinks[Bearbeiten]

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