Militärfahrrad

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Ordonnanzräder 05 der Schweizer Armee
Deutsche Radfahrkompanie in Lettland, Anfang Juli 1941
Bersaglieri mit Klapprädern während des Ersten Weltkriegs
Modernes Mountainbike-Klapprad für Fallschirmspringer

Als Militärfahrräder bezeichnet man Fahrräder, die von Streitkräften zur Erfüllung ihrer Aufgaben verwendet werden. Fahrräder werden gerne eingesetzt, weil sie im Gegensatz zu Pferden oder motorisierten Fahrzeugen eine nahezu lautlose Fortbewegung ermöglichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Einführung der ersten Fahrräder beim Militär erfolgte am Ende des 19. Jahrhunderts. In Europa wurden zunächst Melder und später vorwiegend Kavallerie- und Infanterietruppen mit Fahrrädern ausgerüstet und in sogenannten Radfahrtruppen zusammengefasst. Im Ersten Weltkrieg erreichten deutsche Radfahrtruppen ihre weiteste Verbreitung. Es wurden 36 Radfahrerkompanien, eine Kavallerie-Radfahrerabteilung, 10 Reservekompanien und 17 Ersatztrupps aufgestellt. Die italienischen Bersaglieri erhielten bereits Klappräder. Im Zweiten Weltkrieg waren vereinzelt britische Fallschirmjäger mit Klapprädern ausgerüstet. Zu Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Fahrräder aus Betreibung der Truppe wegen zunehmender Treibstoffknappheit militärisch eingesetzt. Verschiedene Armeen hatten militärische Dienstfahrräder bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Die Schweizer Armee setzte bis 2003 noch drei Radfahrerregimenter (Rdf Rgt) ein.

Technik[Bearbeiten]

Die Technik von Militärfahrrädern zeigt je nach Anwendungsbereich Unterschiede zu vergleichbaren Zivilmodellen. Einigen Entwicklungen der Fahrradtechnik wie dem Zyklometer und der Trommelbremse mit Rücktritt wird militärischer Ursprung nachgesagt.

  • Truppenfahräder sind in der Regel stabile Sicherheitsniederräder mit militärischer Kennzeichnung und speziellen Halterungen.
  • Melderäder älterer Bauweise waren oft normale Straßenfahrräder (Herren-Tourenrad) mit dem jeweiligen Stand der Technik. Für Neubeschaffung von Melderfahrrädern werden moderne Bauarten wie Mountainbikes bevorzugt.
  • Klappräder wurden ab etwa 1914 von italienischen Bersaglieri eingesetzt. Technisch entsprachen diese Räder weitgehend normalen Sicherheitsrädern aus dieser Zeit. Diverse Klappradkonstruktionen, die von Fallschirmjägern im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden, hatten in der Regel kleine Räder. Moderne Konstruktionen basieren auf Mountainbikes und sind als Klapprad ausgeführt (s. Bild).

Prinzipiell wird bei Militärfahrrädern bewährte Großserientechnik verwendet. Es wird großer Wert auf Stabilität gelegt, deshalb sind diese Räder vergleichsweise schwer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Laurent Mirouze: Infanteristen des Ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8.
  • Rolf Leiser u. a.: Hundert Jahre Radfahrer-Truppe, 1891–1991. Bundesamt für mechanisierte und leichte Truppen, Bern 1991.
  • Robert Gubler: Schweizerische Militärradfahrer 1891–1993. Verlag NZZ, 1991, 309 S., ISBN 3-85823-393-5
  • Ekström, Gert; Husberg, Ola (2001): Älskade cykel. 1. Auflage, Bokförlaget Prisma, ISBN 91-518-3906-7.
  • Tony Hadland, John Pinkerton: It’s in the bag! Birmingham 1996, ISBN 0-9507431-8-6.
  • Gunnar Fehlau: Das Modul-Bike. Faltbare Fahrräder. Edition Moby Dick. Delius Klasing, Bielefeld 1997, ISBN 3-89595-113-7.

Weblinks[Bearbeiten]