Mirko Bonné

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Mirko Bonné 2013

Mirko Bonné (* 1965 in Tegernsee) ist ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Mirko Bonné zog mit seinen Eltern 1975 von Oberbayern nach Hamburg, besuchte dort das Hansa-Gymnasium und machte sein Abitur 1986 am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht, ehe er Zivildienst in der Krankenpflege leistete und u. a. als Buchhandelsgehilfe, Altenpflegehelfer und Taxifahrer arbeitete. Seit Beginn der Neunzigerjahre ist Bonné Journalist und zugleich als Lyriker, Romancier und Übersetzer tätig. In seinen von Keats, Trakl und Eich geprägten Gedichten werden auf vielseitige Weise lyrische Formen tradiert, die Bonnés vorrangige Themen Landschaft, Lebendigkeit und Erinnerung beschreiben und begrifflich hinterfragen. In seiner Prosa beschäftigt sich Bonné immer wieder mit Mechanismen des Verdrängens. Wie die in Romanen dargestellten Shackleton und Camus müssen sich alle Hauptfiguren Bonnés ihrer eigenen Herkunft erst versichern. In Aufsätzen, Reisejournalen und literarischen Besprechungen im Feuilleton reflektiert Bonné seine Ansätze. Auslandsreisen führten ihn nach Südamerika, Russland, China, in die USA, den Iran und die Antarktis. Zu den von ihm übertragenen Autoren zählen Anderson, Dickinson, Keats, Cummings, Creeley, Yeats und Ghérasim Luca. Gedichte, Essays und Artikel zur Literatur wurden in Anthologien (Der Große Conrady. Das Buch deutscher Gedichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart u. a.), Literaturzeitschriften (Bella triste u. a.) und Zeitungen (FAZ u. a.) veröffentlicht. Mirko Bonné ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und lebt in Hamburg.

Einzeltitel[Bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • John Keats: Werke und Briefe. Phillip Reclam jun., Stuttgart 1995.
  • E. E. Cummings: 39 Alphabetisch. Gedichte. Urs Engeler Editor, Weil am Rhein 2001.
  • Terry McDonagh: Kiltimagh. Ausgewählte Gedichte. Blaupause Books, Hamburg 2001.
  • Ghérasim Luca: Das Körperecho. Gedichte. Urs Engeler Editor, Weil am Rhein 2004.
  • William Butler Yeats: Die Gedichte (mit M. Beyer, G. Falkner, N. Hummelt (Hrsg.), C. Schuenke). Luchterhand, München 2005.
  • Samuel Beckett: Six Poèmes / Sechs Gedichte. Wolfenbütteler Übersetzergespräche, Wolfenbüttel 2006.
  • Robert Creeley: Alles, was es für immer bedeutet. Gedichte. Jung und Jung, Salzburg und Wien 2006.
  • Rutger Kopland: Dank sei den Dingen. Ausgewählte Gedichte 1966 – 2006 (mit Hendrik Rost), Carl Hanser, München 2008.
  • Emma Lew: Nesselgesang. Gedichte. Yedermann, München 2008.
  • Sherwood Anderson: Winesburg, Ohio. Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-89561-232-9.
  • Emily Dickinson: Liebesgedichte. Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-010747-8

Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften[Bearbeiten]

  • Dunkle Deutung des Vogelflugs. Essay. In: Bella triste Nr. 24, 2009.
  • Das verwundete Herz. Essay. In: Quart Nr. 18, 2011.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2001 Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Lyrik-Wettbewerb „Literarischer März“
  • 2002 Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt
  • 2004 Förderungspreis zum Kunstpreis Berlin
  • 2007 New York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds
  • 2008 Prix Relay du Roman d’Evasion
  • 2008 Förderpreis des Ernst-Meister-Preises für Lyrik
  • 2009 Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Longlist) mit Wie wir verschwinden
  • 2010 Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für das bisherige Gesamtwerk. Aus der Begründung: „Mit seltener Nachdenklichkeit sowie mit einem geradezu existentialistischen Ernst handeln die Bücher Bonnés von den großen Fragen des menschlichen Lebens wie Treue und Verrat, Selbstentwurf und Scheitern. Bonnés hohe literarische Könnerschaft zeigt sich vor allem in der stilsicheren Leichtigkeit und Anschaulichkeit, durch die seine ernsten Anliegen in berührende Texte umgesetzt werden.“
  • 2010 Writer-in-Residence Rio de Janeiro
  • 2012 Writer-in-Residence Shanghai
  • 2013 Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Shortlist) mit Nie mehr Nacht
  • 2014 / 2015 Artist-in-Residence des Projekts zu Klimawandel und Literatur Weather Stations[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mirko Bonné – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. „Verdrängte Schuld“, Rezension von Ursula März im Deutschlandradio Kultur vom 5. August 2013, abgerufen 6. August 2013
  2. "Weather Stations"