Deutscher Buchpreis
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Der Deutsche Buchpreis (dbp) zeichnet seit 2005 jährlich den „besten Roman deutscher Sprache“ aus. Gestiftet wurde er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, unterstützt von den Partnern 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse (seit 2008), Florian und Gabriele Langenscheidt (bis 2007), Paschen & Companie (seit 2008), Spiegel-Verlag (bis 2007), der Frankfurter Buchmesse und der Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk kooperieren mit dem Börsenverein. Der Autor des Siegertitels erhält 25.000 Euro, die fünf anderen Finalisten je 2.500 Euro.
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[Bearbeiten] Idee
Die Auszeichnung verwirklicht für den deutschsprachigen Raum einen hochrangigen Literaturpreis, vergleichbar mit dem Prix Goncourt oder dem Man Booker Prize. Anders als beim Deutschen Bücherpreis und dessen Nachfolger, dem Preis der Leipziger Buchmesse, werden neben dem Hauptpreisträger fünf weitere Romane als Finalisten in besonderer Weise hervorgehoben. Entsprechend ausgestattet ist die Dotierung.
Das Auswahlverfahren zieht sich, begleitet von ausführlichen Medienberichten, über mehrere Monate hin. So wird für die rund 20 Titel eine erhöhte Publizität erreicht.
[Bearbeiten] Auswahlverfahren
Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben sich mit jeweils maximal zwei Titeln aus ihrer Produktion, die im Zeitraum von Oktober des Vorjahres bis September des Vergabejahres erschienen sein müssen. Die Akademie Deutscher Buchpreis, der neben dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien neun bis zehn Vertreter der Buch- und Medienbranche angehören, wählt die jährlich wechselnde Jury. Diese besteht aus zwei Schriftstellern, vier Journalisten und einem literarischen Buchhändler.
Die Jury sichtet alle Einsendungen und stellt eine rund 20 Titel umfassende Longlist zusammen, die im August des Preisvergabejahres veröffentlicht wird. Aus dieser Auswahl ermitteln die Juroren sechs Finalisten, die sie im September veröffentlichen, die sogenannte Shortlist. Am Montag vor der Frankfurter Buchmesse im Oktober wird der preisgekrönte Roman im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben.
[Bearbeiten] Kritik
2008 entwickelte sich eine Debatte über den Sinn des Preises und dessen Modalitäten.[1] Mehrere Schriftsteller kritisierten eine willkürliche Auswahl nach „außerliterarischen“ Kriterien [2] sowie die Anwesenheitspflicht der Nominierten. Dem entgegengehalten wurde eine Notwendigkeit zur Popularisierung von qualitativ anspruchsvoller Literatur.
Der Journalist Wolfram Schütte sprach dagegen in Übereinstimmung mit Monika Maron dem Preis ab, ein Buchpreis zu sein. Vielmehr handele es sich um einen Marketingpreis, der „vor allem den bestsellersüchtigen Buchhandelsketten“ nütze. Dabei verlöre man die weltweit einmalige Qualität des deutschsprachigen Verlagswesens aus dem Blick, da hier die meiste Weltliteratur übersetzt worden sei.[3]
[Bearbeiten] Nominierungen und Preisträger
[Bearbeiten] 2008
- Hauptpreis:
- Der Turm von Uwe Tellkamp
- Finalisten:
- Die Abschaffung der Arten von Dietmar Dath
- Das dunkle Schiff von Sherko Fatah
- Treffen sich zwei von Iris Hanika
- Nach Hause schwimmen von Rolf Lappert
- Adam und Evelyn von Ingo Schulze
- Longlist (ohne Shortlist):
- Hundert Tage von Lukas Bärfuss
- Kaltenburg von Marcel Beyer
- Taxi von Karen Duve
- Kollateralschaden von Olga Flor
- Die Winter im Süden von Norbert Gstrein
- Die morawische Nacht von Peter Handke (Peter Handke verzichtete zugunsten der anderen Gelisteten auf die Nominierung)[4]
- Der Vogel, der spazieren ging von Martin Kluger
- Die Verdächtige von Judith Kuckart
- Willkommen neue Träume von Norbert Niemann
- Ob wir wollen oder nicht von Karl-Heinz Ott
- Ludwigshöhe von Hans Pleschinski
- Halbschatten von Uwe Timm
- Ein liebender Mann von Martin Walser
- Liebesbrand von Feridun Zaimoglu
[Bearbeiten] Jury 2008
- Christoph Bartmann, Leiter der Abteilung Kultur und Information in der Zentrale des Goethe-Instituts in München, Literaturkritiker
- Martin Ebel, Literaturredakteur in Zürich (Tages-Anzeiger)
- Meike Feßmann, Germanistin und Literaturkritikerin in Berlin
- Jens Jessen, Feuilletonchef (Die Zeit)
- Manfred Keiper, Buchhändler in Rostock
- Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg
- Michael Schmitt, Literaturkritiker
[Bearbeiten] 2007
- Hauptpreis:
- Finalisten:
- Das bin doch ich von Thomas Glavinic
- Abendland von Michael Köhlmeier
- Böse Schafe von Katja Lange-Müller
- Der Mond und das Mädchen von Martin Mosebach
- Wallner beginnt zu fliegen von Thomas von Steinaecker
- Longlist (ohne Shortlist):
- Eine kurze Geschichte vom Glück von Thommie Bayer
- Lichte Stoffe von Larissa Boehning
- Hochzeit in Jerusalem von Lena Gorelik
- Über Nacht von Sabine Gruber
- Eine sehr kleine Frau von Peter Henisch
- Pazifik Exil von Michael Lentz
- Heimweg von Harald Martenstein
- Laura oder die Tücken der Kunst von Pierangelo Maset
- Don Juan de la Mancha von Robert Menasse
- Roula Rouge von Mathias Nolte
- abwesend von Gregor Sander
- Komm, gehen wir von Arnold Stadler
- Die Träumer von Peter Truschner
- Beste Jahre von John von Düffel
[Bearbeiten] Jury 2007
- Christian Döring, Lektor und Kritiker, Paris
- Karl-Markus Gauß, Autor und Herausgeber
- Felicitas von Lovenberg, Feuilletonredakteurin (FAZ)
- Ijoma Mangold, Literaturredakteur (SZ)
- Rudolf Müller, Buchhändler, Düsseldorf
- Mathias Schreiber, Kulturredakteur (Der Spiegel)
- Hajo Steinert, Literaturredakteur (Deutschlandfunk)
[Bearbeiten] 2006
- Hauptpreis:
- Finalisten:
- Woraus wir gemacht sind von Thomas Hettche
- Neue Leben von Ingo Schulze
- Wie der Soldat das Grammofon repariert von Saša Stanišić
- Der Weltensammler von Ilija Trojanow
- Angstblüte von Martin Walser
- Longlist (ohne Shortlist):
- Reise zum Mittelpunkt des Herzens von Ludwig Fels
- Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer
- Das Wetter vor 15 Jahren von Wolf Haas
- Die Süße des Lebens von Paulus Hochgatterer
- Johanna von Felicitas Hoppe
- Vierzig Rosen von Thomas Hürlimann
- Die Gehilfin von Martin Kluger
- Kaiserstraße von Judith Kuckart
- Consummatus von Sibylle Lewitscharoff
- Ohrenberg oder der Weg dorthin von Steffen Popp
- Hau von Bernd Schroeder
- An einem Tag wie diesem von Peter Stamm
- Ein dickes Fell von Heinrich Steinfest
- Leyla von Feridun Zaimoglu
- Maurice mit Huhn von Matthias Zschokke
[Bearbeiten] Jury 2006
- John von Düffel, Schriftsteller und Dramaturg
- Volker Hage, Kulturredakteur (Der Spiegel)
- Elmar Krekeler, Literaturredakteur (Die literarische Welt)
- Terézia Mora, Schriftstellerin und Übersetzerin
- Pia Reinacher, Literaturdozentin an den Unis in Basel, Fribourg und Zürich
- Stephan Samtleben, Buchhändler in Hamburg
- Denis Scheck, Literaturkritiker (Druckfrisch)
[Bearbeiten] 2005
- Hauptpreis:
- Es geht uns gut von Arno Geiger
- Finalisten:
- Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann
- 42 von Thomas Lehr
- Dunkle Gesellschaft von Gert Loschütz
- So sind wir von Gila Lustiger
- Und ich schüttelte einen Liebling von Friederike Mayröcker
- Longlist (ohne Shortlist):
- Das Geschäftsjahr 1968/69 von Bernd Cailloux
- Spiele von Ulrike Draesner
- Das Fest der Steine von Franzobel
- Die Liebesblödigkeit von Wilhelm Genazino
- Gezeichnet: Franz Klett von Egon Gramer
- Vanitas oder Hofstätters Begierden von Evelyn Grill
- Die schwangere Madonna von Peter Henisch
- Steilküste von Jochen Missfeldt
- Die geheimen Stunden der Nacht von Hanns-Josef Ortheil
- Die Haushälterin von Jens Petersen
- Herr der Hörner von Matthias Politycki
- Schwarzweißroman von Marion Poschmann
- Menschenflug von Hans-Ulrich Treichel
- Berliner Verhältnisse von Raul Zelik
[Bearbeiten] Jury 2005
- Verena Auffermann, Autorin und Kritikerin
- Klaus Bittner, Buchhändler in Köln
- Volker Hage, Kulturredakteur (Der Spiegel)
- Wolfgang Herles, Schriftsteller und Kulturredakteur (aspekte)
- Bodo Kirchhoff, Schriftsteller
- Armin Thurnher, Publizist, Wien
- Juli Zeh, Schriftstellerin
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ „Forum: Was taugt die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2008?“ FAZ, 17. September 2008
- ↑ Daniel Kehlmann: „Entwürdigendes Spektakel“, FAS, 21. September 2008
- ↑ Wolfram Schütte: „Kritik(er) und der "Deutsche Buchpreis". Zur Verkaufsförderung von deutschsprachiger Literatur“, Titel - Kulturmagazin, 29. September 2008
- ↑ Börsenblatt 09/2008

