Deutscher Buchpreis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Deutsche Buchpreis (dbp) zeichnet seit 2005 jährlich den „besten Roman deutscher Sprache“ aus. Gestiftet wurde er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, unterstützt von den Partnern 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse (seit 2008), Florian und Gabriele Langenscheidt (bis 2007), Paschen & Companie (seit 2008), Spiegel-Verlag (bis 2007), der Frankfurter Buchmesse und der Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk kooperieren mit dem Börsenverein. Der Autor des Siegertitels erhält 25.000 Euro, die fünf anderen Finalisten je 2.500 Euro.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Idee

Die Auszeichnung verwirklicht für den deutschsprachigen Raum einen hochrangigen Literaturpreis, vergleichbar mit dem Prix Goncourt oder dem Man Booker Prize. Anders als beim Deutschen Bücherpreis und dessen Nachfolger, dem Preis der Leipziger Buchmesse, werden neben dem Hauptpreisträger fünf weitere Romane als Finalisten in besonderer Weise hervorgehoben. Entsprechend ausgestattet ist die Dotierung.

Das Auswahlverfahren zieht sich, begleitet von ausführlichen Medienberichten, über mehrere Monate hin. So wird für die rund 20 Titel eine erhöhte Publizität erreicht.

[Bearbeiten] Auswahlverfahren

Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben sich mit jeweils maximal zwei Titeln aus ihrer Produktion, die im Zeitraum von Oktober des Vorjahres bis September des Vergabejahres erschienen sein müssen. Die Akademie Deutscher Buchpreis, der neben dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien neun bis zehn Vertreter der Buch- und Medienbranche angehören, wählt die jährlich wechselnde Jury. Diese besteht aus zwei Schriftstellern, vier Journalisten und einem literarischen Buchhändler.

Die Jury sichtet alle Einsendungen und stellt eine rund 20 Titel umfassende Longlist zusammen, die im August des Preisvergabejahres veröffentlicht wird. Aus dieser Auswahl ermitteln die Juroren sechs Finalisten, die sie im September veröffentlichen, die sogenannte Shortlist. Am Montag vor der Frankfurter Buchmesse im Oktober wird der preisgekrönte Roman im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben.

[Bearbeiten] Kritik

2008 entwickelte sich eine Debatte über den Sinn des Preises und dessen Modalitäten.[1] Mehrere Schriftsteller kritisierten eine willkürliche Auswahl nach „außerliterarischen“ Kriterien [2] sowie die Anwesenheitspflicht der Nominierten. Dem entgegengehalten wurde eine Notwendigkeit zur Popularisierung von qualitativ anspruchsvoller Literatur.

Der Journalist Wolfram Schütte sprach dagegen in Übereinstimmung mit Monika Maron dem Preis ab, ein Buchpreis zu sein. Vielmehr handele es sich um einen Marketingpreis, der „vor allem den bestsellersüchtigen Buchhandelsketten“ nütze. Dabei verlöre man die weltweit einmalige Qualität des deutschsprachigen Verlagswesens aus dem Blick, da hier die meiste Weltliteratur übersetzt worden sei.[3]

[Bearbeiten] Nominierungen und Preisträger

[Bearbeiten] 2008

[Bearbeiten] Jury 2008

  • Christoph Bartmann, Leiter der Abteilung Kultur und Information in der Zentrale des Goethe-Instituts in München, Literaturkritiker
  • Martin Ebel, Literaturredakteur in Zürich (Tages-Anzeiger)
  • Meike Feßmann, Germanistin und Literaturkritikerin in Berlin
  • Jens Jessen, Feuilletonchef (Die Zeit)
  • Manfred Keiper, Buchhändler in Rostock
  • Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg
  • Michael Schmitt, Literaturkritiker

[Bearbeiten] 2007

[Bearbeiten] Jury 2007

[Bearbeiten] 2006

[Bearbeiten] Jury 2006

[Bearbeiten] 2005

[Bearbeiten] Jury 2005

[Bearbeiten] Quellen

  1. „Forum: Was taugt die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2008?“ FAZ, 17. September 2008
  2. Daniel Kehlmann: „Entwürdigendes Spektakel“, FAS, 21. September 2008
  3. Wolfram Schütte: „Kritik(er) und der "Deutsche Buchpreis". Zur Verkaufsförderung von deutschsprachiger Literatur“, Titel - Kulturmagazin, 29. September 2008
  4. Börsenblatt 09/2008

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
Andere Sprachen