Georg Trakl

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Georg Trakl
Georg Trakl
Eingangstür von Trakls Geburtshaus in Salzburg

Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) war ein österreichischer Dichter des Expressionismus mit starken Einflüssen des Symbolismus. Eine eindeutige literaturhistorische Positionierung seiner poetischen Werke innerhalb der Literatur des 20. Jahrhunderts ist aber kaum möglich.[1]

Georg Trakl - Gedichte, Erstausgabe 1913 im Kurt Wolff Verlag

Leben[Bearbeiten]

Georg Trakl wuchs als fünftes von sieben Geschwistern, darunter ein älter Halbbruder, in Salzburg auf.[2] Die Familie gehörte dem gehobenen Bürgertum an. Der Vater, Tobias Trakl, besaß eine Eisenhandlung. Die Mutter Maria Catharina, welche tschechischer Abstammung war, hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihren Kindern und war drogenabhängig. Nach außen hin führte sie das Leben einer normalen Bürgersfrau.[3]

Georg Trakl verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Salzburg, wo er zusammen mit seinen Geschwistern von einer französischen Gouvernante aufgezogen wurde. Die Gouvernante, Marie Boring, stand 14 Jahre lang im Dienst der Familie und spielte für die Kinder eine wichtige Rolle als Mutterersatz. Sie war strenggläubige Katholikin und brachte den Kindern die französische Sprache bei, ferner las sie mit ihnen häufig französische Literatur und Magazine. Zu dieser Zeit kommt Trakl erstmals mit französischer Literatur in Kontakt, die noch sein späteres Gesamtwerk prägte. Vor allem Einflüsse von Arthur Rimbaud und Charles Baudelaire sind in Trakls literarischem Schaffen deutlich zu erkennen.[4]

Zu seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester Margarethe, genannt Gretl, entwickelte sich eine innige Beziehung. Trakl sah in ihr ein Abbild seiner selbst. Der Lyriker nahm an vielen Stellen seiner Gedichte auf seine Schwester Bezug. In vielen Biographien wird auch eine inzestuöse Beziehung vermutet. In Trakls Gedichten wird Margarethe Trakl als Fremdlingin und Jünglingin bezeichnet. Eine inzestuöse Beziehung wird im Gedicht Blutschuld angedeutet:[5]

Es dräut die Nacht am Lager unsrer Küsse.
Es flüstert wo: Wer nimmt von euch die Schuld?
Noch bebend von verruchter Wollust Süße.
Wir beten: Verzeih uns, Maria, in deiner Huld.

Von 1897 bis 1905 besuchte er das humanistische Staatsgymnasium in Salzburg. Er galt als schlechter Schüler (unzureichende Leistungen in Mathematik, Latein und Griechisch) und musste 1901 die 4. Gymnasialstufe wiederholen. Trakls erste literarische Versuche erfolgten um 1904, als er sich dem Salzburger Dichterzirkel „Apollo“, später umbenannt in „Minerva“, anschloss.

Nachdem er 1905 erneut das Klassenziel nicht erreicht hatte, beendete er seine Schullaufbahn ohne Matura. In diese Zeit fielen auch Trakls erste Experimente mit Drogen (Chloroform, Morphium, Opium, Veronal, Alkohol). Im September 1905 begann er ein dreijähriges Praktikum in der Salzburger Apotheke „Zum weißen Engel“ in der Linzergasse. Durch diese Anstellung war es für ihn leicht, an Rauschmittel zu kommen.

Ende März 1906 wurde Trakls Theaterstück "Totentag", im September 1906 "Fata Morgana" im Salzburger Stadttheater uraufgeführt. Die beiden Einakter fanden aber wenig Anklang, weshalb der Dichter sie bald darauf vernichtete. Im selben Jahr erscheint auch die Prosa "Traumland. Eine Episode" in der Salzburger Volkszeitung. Trakl fiel damals um 1907 wegen der Misserfolge in eine erste Schaffenskrise, welche zu stärkerem Drogenkonsum führte. Am 26. Februar 1908 wurde mit "Das Morgenlied" das erste Gedicht Trakls in der Salzburger Volkszeitung veröffentlicht. Im selben Jahr schloss er das Apothekerpraktikum ab und begann am 5. Oktober in Wien Pharmazie zu studieren. Seine Schwester Gretl beginnt parallel dazu das Klavierstudium an der Wiener Musikakademie. Es folgten weitere Veröffentlichungen, nun auch außerhalb Salzburgs. So erschienen beispielsweise "Andacht", "Vollendung" und "Einer Vorübergehenden" im Neuen Wiener Journal.[6]

Nach dem Tod des Vaters 1910 geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Trakl graduierte dennoch als Magister der Pharmazie und trat kurz danach als Einjährig-Freiwilliger in den Militärdienst bei einer Sanitätsabteilung in Wien ein. Zu dieser Zeit verfiel Trakl immer mehr in Depression und Drogenexzesse. Damals gelang ihm jedoch auch ein dichterischer Durchbruch in eine reifere, schwermütige Lyrik, die sein Werk ab diesem Zeitpunkt charakterisieren sollte. Nach dem Ende seines Militärjahres versuchte er als Apotheker Fuß zu fassen, was ihm jedoch nie richtig gelang, ihn 1911 aber nach Innsbruck führte. Durch seinen Jugendfreund Erhard Buschbeck lernte Trakl dort 1912 auch seinen großen Förderer Ludwig von Ficker kennen, in dessen renommierter Halbmonatszeitschrift Der Brenner seine Gedichte von nun an regelmäßig veröffentlicht wurden. Außerdem entwickelten sich Bekanntschaften zu einigen wichtigen Personen der österreichischen Literatur- und Künstlerszene, darunter Karl Kraus, Adolf Loos und Oskar Kokoschka.

Trakl litt zunehmend unter Angst und Depression. Zeitweise hatte er nahezu panische Angst vor fremden Menschen, wohl auch mitbedingt durch Alkohol- und Drogenkonsum, und lebte in Zuständen zwischen Euphorie und Betäubung.

1912 bekam Georg Trakl eine Stelle als Militärmedikamentenbeamter in Wien, die er jedoch nach einigen Wochen wieder aufgab. Auf der Suche nach einer geeigneteren Stelle und Verlegern für seine Gedichte pendelte er in der Folgezeit zwischen Salzburg, Wien und Innsbruck. Nachdem 1913 sein Manuskript Gedichte vom Leipziger Kurt Wolff Verlag veröffentlicht worden war, reiste Trakl mit Kraus, Loos und Ficker nach Venedig und hielt Ende des Jahres seine erste und einzige öffentliche Lesung in Innsbruck. Trotz seiner literarischen Erfolge sprach der Dichter von einer „Kette von Krankheit und Verzweiflung“, die sein Leben heimsuche. Im März 1914 reiste Trakl zu seiner erkrankten Schwester Margarethe, die in jenen Tagen eine Fehlgeburt erlitt, nach Berlin. Dort lernte er auch Else Lasker-Schüler kennen, die seiner Schwester ebenfalls Beistand leistete. Wieder in Innsbruck, arbeitete Trakl weiter an seinem zweiten Gedichtband, Sebastian im Traum, den er selbst noch auf den Weg zur Veröffentlichung brachte.

Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Trakl wurde als Militärapotheker ins Heer einberufen. Trakl erlebte die Schlacht bei Grodek mit. Dabei hatte er fast einhundert Schwerverwundete unter schlechten Bedingungen allein und ohne zureichendes Material zu versorgen. Zwei Tage und zwei Nächte arbeitete er in dem Lazarett, das später in der Presse als eine der „Todesgruben von Galizien“ bezeichnet wurde. Trakl hatte keine Möglichkeit, den Sterbenden zu Hilfe zu kommen, was ihn in Verzweiflung stürzte. Nach dem Zeugnis seiner Vorgesetzten waren eine halbe Stunde vor der Schlacht dreizehn Ruthenen auf Bäumen vor dem Zelt gehängt worden. Trakl erlitt daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Im gleichnamigen Gedicht Grodek verarbeitete Trakl wenige Tage vor seinem Tod am 3. November 1914 seine Kriegserfahrung.[7] Nach Theo Buck beschwört Trakls letztes Gedicht „die grellen Umrisse einer Abendlandschaft als Totenlandschaft“.[8]

Krakauer Militärhospital, Ulica Wrocławska (Breslauer Straße) 12 mit Gedenktafel

Trakl wurde vom Versuch, sich zu erschießen, durch Kameraden abgehalten und nach einem Fluchtversuch wurde er zur Beobachtung seines Geisteszustandes in ein Krakauer Militärhospital eingewiesen. Am Abend des 3. November 1914 starb er dort nach Einnahme einer Überdosis Kokain an Herzstillstand. Ob es sich dabei um einen Unfall oder um Suizid handelte, ist ungeklärt. Der Gedichtband Sebastian im Traum erschien im Frühjahr 1915 postum.

Georg Trakl wurde zunächst auf dem Krakauer Friedhof Rakowicki begraben. Sein Offiziersbursche, der Bergarbeiter und Salinenbedienstete Mathias Roth (1882–1965), war der Einzige, der bei seinem Begräbnis anwesend war. 1925 wurde Georg Trakl jedoch auf Wunsch von Ludwig von Ficker auf den Mühlauer Friedhof bei Innsbruck überführt.

Werk[Bearbeiten]

An Mauern hin, Faksimile der Handschrift Georg Trakls

Trakl veröffentlichte schon 1908 und 1909 erste Gedichte, Anfragen beim Albert Langen Verlag wurden allerdings auch nach mehrfacher Überarbeitung der Werke abgelehnt.[3] In seiner Bedeutung erkannt wurde er erst von Ludwig von Ficker, in dessen Zeitschrift Der Brenner er von 1912 bis 1915, zuletzt postum, regelmäßig veröffentlichen konnte. 1913 erschien im Kurt Wolff Verlag die Sammlung Gedichte in der Reihe Der jüngste Tag (Band 7/8) und 1915 postum, aber noch von Trakl selbst zusammengestellt, sein Gedichtzyklus Sebastian im Traum.[1] Nur wenige andere Gedichte und Prosaarbeiten Trakls wurden zu seinen Lebzeiten veröffentlicht. Neben einer frühen Sammlung von Gedichten aus dem Jahr 1909 (sog. „Sammlung 1909“, ohne Titel), für die Trakl keinen Verleger hatte finden können und die er später verwarf, finden sich im Nachlass ein reicher Schatz von unveröffentlichten Gedichten, alternative Fassungen veröffentlichter Gedichte sowie einige wenige Dramenfragmente und Aphorismen.

Im Werk Trakls überwiegen die Stimmung und die Farben des Herbstes, dunkle Bilder des Abends und der Nacht, des Sterbens, des Todes und des Vergehens. Zwar sind die Gedichte reich an biblisch-religiösen Bezügen, und vielen eignet eine kontemplative Offenheit zur Transzendenz, doch nur selten bricht das Licht der Erlösung in das Dunkel. Die häufige Farbsymbolik diente anfangs der Beschreibung realer Dinge, später waren die Farben (meist Blau – in etwa 52 Prozent aller Gedichte, dann Rot und Braun) oft als eigenständige Metaphern verselbständigt (etwa: Schwermut blaut im Schoß der Fraun (aus: Anblick)). Als Gedichte, die das Genie des Dichters widerspiegeln und exemplarisch die Ideen ihrer Epoche zum Ausdruck bringen, nahm Wulf Segebrecht folgende Werke Trakls in seiner Anthologie auf: Verfall, Verklärter Herbst, De profundis, In den Nachmittag geflüstert, Kaspar Hauser Lied, Gesang des Abgeschiedenen, Ein Winterabend, Der Herbst des Einsamen und Grodek.[9]

Trakls Schaffen lässt sich in vier Phasen untergliedern:

Die erste Phase bezieht sich auf seine Jungwerke, welche durch zwei Einflüsse stark geprägt wurden, zum einen Nietzsche und die Strömungen des Jugendstils und zum anderen der Symbolismus. In den Werken dieser Zeit scheinen noch französische Vorbilder (Baudelaire, Rimbaud, Verlaine) durch die teils rhetorischen Gesten, aus der lyrischen Tradition übernommen, wie Beispielsweise in „Dämmerung“ wo er seine Verse als „kranke Blumen der Schwermut“ bezeichnet was ein Hinweis auf Baudelaire's „Les Fleurs du Mal“ ist.

In der zweiten Schaffensphase (ca. 1909–1912)[3] ist der expressionistische Reihungsstil, den er selbst charakterisiert als „meine bildhafte Manier, die in vier Strophenzeilen vier einzelne Bildteile zu einem einzigen Eindruck zusammenschmiedet“ (Brief an Erhard Buschbeck vom Juli 1910, Dichtungen und Briefe, Band I, S. 478) oder in der dritten Strophe des Gedichtes Der Gewitterabend (Gedichte, 1913)

Laut zerspringt der Weiherspiegel.
Möven schreien am Fensterrahmen.
Feuerreiter sprengt vom Hügel.
Und zerschellt im Tann zu Flammen.

Dieser optisch-akustische Gesamteindruck eines Gewitters wird durch eine Reihung von Bildern sowie der Synästhesie hervorgerufen. Für Trakl entscheidend ist nicht die Abfolge der Einzelereignisse, sondern vielmehr der hervorgerufene komplexe Gesamteindruck.[3]

Seine späteren Werke (ca.1912–1914) liegen in seiner dritten Phase, welche durch die hohe poetische Suggestivität der Bilder eine großen semantischen Offenheit erzeugt. Dieser hermetisch-abstrakte Stil und das Bestreben Eindeutiges zu verunklaren, bildet einen Individualistil, der regelmäßig eine inhaltliche Interpretation erschwert, zu welcher die Texte gleichsam auffordern, sodass eine eindeutige literarhistorische Zuordnung nicht möglich ist.[1] Den aus seiner zweiten Phase markanten Reihungsstil nimmt er nun etwas zurück um das lyrische Ich partial in finale Handlungsabläufe und Entdeckungen einzuführen.

Die letzte Phase von 1914 bis zu seinem Ableben beinhaltet viele seiner postum veröffentlichten Werke. Sie ist geprägt durch seine Kriegserfahrung und einen archaisch-apokalyptischen Tenor wie beispielsweise in den Werken Im Osten, Klage und Grodek.

Beim Betrachten dieser vier Schaffensphasen Trakls lässt sich feststellen, dass sie als Resultat eines Prozesses fließend ineinander übergleiten und nicht abrupt enden. Doch auch der Perfektionszwang Trakls zögerte eine Veröffentlichungen hinaus, wodurch dieser Phasenübergang entstand, so beschrieb Kleefeld in Achtzig Gedichte: „Unablässig feilte er an den Gedichten, oft über Jahre hinweg; er arbeitete sie um, variierte einzelne Zeilen, versucht neue Bildkonstellationen; er zieht mehrere Strophen zu einer zusammen, entwickelt aus einer Gedichtstrophe ein eigenständiges Gedicht.“[3]

Trakls Gedichte sind in der germanistischen Forschung sehr unterschiedlich gedeutet worden. Umstritten ist, inwieweit sich Trakls Drogenkonsum auf Form und Inhalt seiner Gedichte ausgewirkt hat. Auch wenn Trakl Drogenabhängigkeit in seinen Gedichten nicht direkt thematisiert hat, zeigen einige Gedichte Anspielungen auf Sucht und Wahnvorstellungen.

Rezeption[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Kurt Wolff Verlag Leipzig, Gedenktafel
  • Der Traklpark in Innsbruck ist eine kleine Grünfläche am Inn, ein Ort, den Georg Trakl häufig aufsuchte. Mit sinnbildlichem Bezug zu diesem Raum veröffentlichte Mirko Bonné im Jahr 2012 seinen Gedichtband Traklpark.[10][11]

Kritik[Bearbeiten]

Georg Trakl erntete mit seinen geistvollen Gedichten (...) reichen Applaus, wenngleich seine Vorlese-Art besser für einen intimen Zirkel als für einen größeren Saal paßt und die zuweilen übergroße Gedämpftheit des Vortrages manches untergehen ließ.
(Innsbrucker illustrierte Neuste Nachrichten 14. Dezember 1913, S. 5)[3]

(...) so ist diese Vermutung insofern stimmig , als Georg Trakl neben Ernst Stadler, Georg Heym, Gottfried Benn, August Stramm und Alfred Lichtenstein, Else Lasker-Schüler und Alfred Wolfenstein nicht nur als (...) einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts überhaupt gelten kann.
(
Das lyrische Schaffen: Textanalyse und Interpretation zu Georg Trakl. (Königs Erläuterungen Spezial). 2011.)[3]

Schriften[Bearbeiten]

  • Das Morgenlied. Salzburger Volkszeitung, 26. Februar 1908.[3]
  • Andacht; Vollendung. Einer Vorübergehenden. Neues Wiener Journal, Wien 1909.[3]
  • Sammlung 1909. (Sammlung, ohne offiziellen Titel), 1909 - nicht erschienen.[1]
  • Heiterer Frühling im Ruf. Vorstadt im Föhn. Der Brenner, Innsbruck 1912.[3]
  • Gedichte. (Der Jüngste Tag Band 7/8). Sammlung. K. Wolff, Leipzig Juli 1913.[3]
  • Sebastian im Traum. Sammlung. K. Wolff, Leipzig Frühjahr 1915. (postum)[3]
  • Klage. Grodek. (Brenner-Jahrbuch). Der Brenner, Innsbruck 1915. (postum)[3]
  • Walther Killy, Hans Szklenar (Hrsg.): Dichtungen und Briefe. historisch-kritische Ausgabe. 2 Bände, Otto Müller, Salzburg 1969. (2. Auflage. 1987)
  • Eberhard Sauermann, Hermann Zwerschina (Hrsg.): Sämtliche Werke und Briefwechsel. Innsbrucker Ausgabe. historisch-kritische Ausgabe mit Faksimiles der handschriftlichen Texte Trakls. 6 Bände und 2 Supplementbände (Reprints der Erstausgaben von 1913 und 1915), Stroemfeld / Roter Stern, Basel/ Frankfurt 1995 ff. (bisher Bände I, II, III, IV.1/2 und Reprints der Erstausgaben von 1913 und 1915 als Supplemente erschienen)
  • Das dichterische Werk.(dtv 6001 bzw. 12496). dtv, München 1972. (Diese Taschenbuchausgabe enthält das gesamte dichterische Werk Trakls in der Textfassung und Anordnung der historisch-kritischen Ausgabe von Killy/Szklenar, zu ausgewählten Gedichten den kritischen Apparat und eine Zeittafel. Briefe sind hier nicht enthalten)
  • Hans-Georg Kemper, Frank Rainer Max (Hrsg.): Werke, Entwürfe, Briefe. Reclam, Stuttgart 1984. (bibliographisch ergänzte Ausgabe 1995 (Universal-Bibliothek 8251) (Diese Taschenbuchausgabe beruht auf der historisch-kritischen Ausgabe von Killy/Szklenar. Sie enthält die von Trakl selbst redigierten Gedichtbände, die Veröffentlichungen in Der Brenner 1914/15 und eine Auswahl aus dem Nachlass, den Entwürfen und Briefen. Im Anhang findet sich neben dem Apparat und einigen Daten zu Leben und Werk Trakls ein Nachwort Kempers und eine Auswahl-Bibliographie.))

Vertonungen[Bearbeiten]

  • Gerhard Bollmann: Der Herbst des Einsamen.Im Frühling.Menschheit. UA Januar 1989 Wien (mit Hubertus Reim [Bariton])
  • Cesar Bresgen: Kantate von der Unruhe des Menschen (1953) für Sopran- und Tenor-Solo, gemischten Chor, Männerchor und Orchester. Texte von Georg Trakl, aus dem Buch Hiob und von Cesar Bresgen
  • Friedhelm Döhl: Der Abend / Die Nacht (1977/79) für Flöte und Violoncello
  • Eden weint im Grab (Dark Metal-Band): Der Herbst des Einsamen (Eine Dekomposition der Lyrik Georg Trakls) (Album, nach zwölf Gedichten)[12]
  • Hanns Eisler: Herbst Nr. 1 aus: Zwei Lieder für eine hohe Stimme und Klavier (1918). Immer wieder nahst du, Melancholie (1920). Im Frühling Nr. 2 aus: Zwei Lieder für Gesang und Klavier (1920). Rondell Nr. 2 aus: Zwei Lieder für Gesang und Klavier (1920).
  • Harald Genzmer: Verklärter Herbst (1956) für 4-stimmigen Männerchor
  • Hans Werner Henze:
  • Apollo et Hyazinthus (1948/49). Improvisationen für Cembalo, Altstimme und 8 Soloinstrumente (nach dem Gedicht Im Park)
  • Sebastian im Traum (2004) für Orchester. UA 22. Dezember 2005 Amsterdam (Concertgebouw-Orchester, Dirigent: Mariss Jansons)
  • Drei Liebeslieder (1960) für Altstimme und Orchester. UA 12. Mai 1962 Genf (Schweizerisches Tonkünstlerfest; Lucienne Devalier [Alt], Orchestre de la Suisse Romande, Dirigent: Jean Meylan)
  • Fünf Lieder (1992/2006) für Altstimme und Orchester. UA 29. November 1993 Lausanne (Théâtre de Beaulieu; Cornelia Kallisch [Alt], Orchestre de la Suisse Romande, Dirigent: Armin Jordan)
  • Elegie (1958) für Mezzosopran und 4 Instrumente
  • Ensemble-Buch II (1992/94) für Mezzosopran und 10 Instrumente
  • Trakl-Lieder I (1993) für Tenor und Klavier. UA 1. Dezember 1998 Köln (Philharmonie; Christoph Prégardien [Tenor], Siegfried Mauser [Klavier])
  • Schweigen und Kindheit (1996). Sechs Lieder für Tenor und Klavier. UA 3. Dezember 1996 München (Sebastian Leebmann [Tenor], Siegfried Mauser [Klavier])
  • Armin Knab: Brot und Wein für 4-stimmigen Frauenchor
2. Verklärter Herbst („Gewaltig endet so das Jahr…“) – 3. Ein Winterabend („Wenn der Schnee ans Fenster fällt…“)
  • Traum des Bösen (1993) für Bläsertrio
  • spektral (2003). Elfsätziger Zyklus nach Farbsymbolen aus verschiedenen Gedichten Trakls[13]
  • Johannes X. Schachtner: Miniaturen nach Georg Trakl (2007/2010) für Violine und Klavier. UA April 2007, München / Erstaufnahme BR (2013) (Julia Galic, [Violine] Silke Avenhaus, [Klavier])
  • Enjott Schneider: Trakl-Träume (1987). Meditationen für Singstimme und Klavier. UA 1. Januar 1988 Lindau (Christian Schmidt [Bass], Benno Scharpf [Klavier])
  • Wolfgang-Andreas Schultz:
  • Vier Lieder (1969/1986) für Tenor und Klavier
  • Zwei Nachtstücke (1972/1992) für Solo-Flöte, dreistimmigen Frauenchor (oder drei Frauenstimmen), Harfe, Klavier, Celesta und Streichorchester
  • Variationen über ein Abendlied (1985) Liederzyklus für Sopran und Klavier. Texte von Joseph von Eichendorff, Nikolaus Lenau, Georg Trakl und aus dem Matthäusevangelium
  • Variationen über Thema von Händel (1987). Liederzyklus für Mezzosopran und Klavier. Texte von Nikolaus Lenau, Georg Trakl, Stefan George und Reiner Kunze
  • Abendländisches Lied (1988/89). Fantasie und Fuge für Englischhorn und Orchester. UA 24. April 1990 Ulm (Johannes Schwill [Englischhorn], Philharmonisches Orchester Ulm, Dirigent: Mathias Husmann)
  • Rondel (2006) für Gesang und Gitarre
  • Geistliche Dämmerung für Singstimme und Orgel
  • Trakl-Lieder (op. 3; 1984) für Sopran und 7 Instrumente. UA 1985 Nürnberg (Meistersinger-Konservatorium; Dorothea Kästner [Sopran], Studierende des Konservatoriums)
1. Die schöne Stadt („Alte Plätze sonnig schweigen…“) – 2. Frühling der Seele („Blumen blau und weiß verstreut…“)
  • Vier Lieder (op. 89; 2007) für Sopran und Klavier. UA 24. März 2011 Erlangen (Redoutensaal; Rebecca Broberg [Sopran], Lilian Gern [Klavier])
1. Abendmuse („Ans Blumenfenster wieder kehrt des Kirchturms Schatten…“) – 2. Im Dunkel („Es schweigt die Seele den blauen Frühling…“) – 3. Der Gewitterabend („O die roten Abendstunden!…“) – 4. Abendlied („Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn…“)
  • Streichquartett Nr. 2 (1979/80) mit Klarinette und Mezzosopran. UA 1980 Paris (Radio France)
Vokalsätze: 2. Melancholie – 4. Der Schlaf – 5. In Venedig
  • Trakl-Fragmente (1983/84) für Mezzosopran und Klavier. UA 10. Februar 1984 Hamburg (Liat Himmelheber, Peter Stamm [Klavier])
1. Kindheit – 2. Ein Kreuz ragt – 3. Geburt – 4. Im Frühling – 5. Nachtwandlung, Tod und Seele – 6. Da der Tag hinsank – 7. Es kehret der Heimatlose zurück – 8. Münch… – 9. Im Frühling – 10. Nächtliche Buchen – 11. Schneeige Nacht
  • Fassung für Mezzosopran und 14 Instrumente: Nachtwandlung (1983/84). UA 17. Februar 1986 Paris (Centre Pompidou; Liat Himmelheber, Ensemble 2e2m [Champigny], Dirigent: Fharad Mechkat)
  • Grodek (1991) für Bariton, Klarinette, Horn, Fagott und Streicher (1.1.1.1.1). UA 29. September 1991 Berlin (Georg Christoph Biller [Bariton], Scharoun Ensemble, Dirigent: Friedrich Goldmann)
  • Drei Lieder nach Georg Trakl (Salzburg 1987) für Mezzosopran, Bassetthorn und Gitarre (I: Seele des Lebens, II: Ballade, III: Schwesters Garten)
  • Nachtlied (Salzburg 2007) für vierstimmigen gemischten Chor a cappella
  • Sechs Lieder nach Gedichten von Georg Trakl (op. 14, 1917–21), Gesang und Kammerensemble (1. „Die Sonne“, 2. „Abendland I“, 3. „Abendland II“, 4. „Abendland III“, 5. „Nachts“, 6. „Gesang einer gefangnen Amsel“)

Verfilmungen[Bearbeiten]

Die junge Magd, szenische Versionen nach dem Liederzyklus von Paul Hindemith u. a. mit dem Schauspieler William Mang als Trakl und der Sängerin Trudeliese Schmidt als Trakls Schwester. TV-Sendung des Saarländischen Rundfunks 1987. Regie: Hans Emmerling, Produzent: Peter Rocholl. 2011 wurde Trakls Leben mit Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden erneut verfilmt, Lars Eidinger spielt darin die Hauptrolle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Barth: Georg Trakl. Essay. Zum Gedächtnis seines fünfzigsten Geburtstages am 3. Februar 1937. 2001, ISBN 3-89086-737-5.
  • Otto Basil: Georg Trakl. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt. 18. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-499-50106-6. (Nachdr. d. Ausg. Reinbek 1965)
  • Hartmut Cellbrot: Trakls dichterisches Feld. Rombach Verlag, Freiburg i. Br. 2003, ISBN 3-7930-9353-0.
  • Das lyrische Schaffen: Textanalyse und Interpretation zu Georg Trakl. (Königs Erläuterungen Spezial). 1. Auflage. C. Bange Verlag, Hollfeld 2011, ISBN 978-3-8044-3061-7.
  • Alfred Doppler: Die Lyrik Georg Trakls. Wien u. a. 1992.
  • Erinnerung an Georg Trakl. Otto Müller, Salzburg.
  • H. Esselborn: Georg Trakl. Die Krise der Erlebnislyrik. Böhlau Verlag, Köln 1981.
  • Franz Fühmann: Vor Feuerschlünden. Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht. Hinstorff, Rostock 1982, ISBN 3-356-00869-2.
  • Francesco Gagliardi: L'azzurro dell'anima. Morlacchi Editore, Perugia 2007.
  • Harald Hartung (Hrsg.): Gedichte und Interpretationen. Band 5: Vom Naturalismus bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Reclam-Verlag, 2011, ISBN 978-3-15-007894-5.
  • Martin Heidegger: Die Sprache im Gedicht. Eine Erörterung von Georg Trakls Gedicht. In: ders.: Unterwegs zur Sprache. Neske, Pfullingen 1959. (Neuausgabe: 14. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-91085-8)
  • [Artikel] Georg Trakl. Heinz Ludwig Arnold: Kindlers Literatur Lexikon. 3., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 16. 18 Bde. Metzler, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, S. 403F. Biogramm, Werkartikel zu Georg Trakl von Peter Schünemann / Marion Bönnighausen.
  • Rüdiger Görner: Georg Trakl. Dichter im Jahrzehnt der Extreme. Zsolnay, Wien 2014.
  • Franz Kain: In Grodek kam der Abendstern. Bibliothek der Provinz, Weitra 1996, ISBN 3-85252-058-4.
  • Helmut Schinagl: Die dunklen Flöten des Herbstes. Der Lebensroman des Dichters Georg Trakl. Graz 1971.
  • Hilde Schmölzer: Dunkle Liebe eines wilden Geschlechts. Georg und Margarethe Trakl. Narr, Francke, Attempto Verlag, Tübingen 2013, ISBN 978-3-7720-8489-8.
  • Annemarie Schwarzenbach: Georg Trakl. (1931). In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv. 23/2004, S. 47–81.
  • Tadeusz Sławek: Kim jesteśmy? Fragmenty do poezji Georga Trakla. Wstęp Zbigniew Kadłubek (Wer sind wir? Ausschnitte zur Lyrik von Georg Trakl. Mit einem Vorwort von Zbigniew Kadłubek). Uniwersytet Śląski, Katowice 2011, ISBN 978-83-61061-69-4.
  • Ingrid Strohschneider-Kohrs: Fast schon jenseits der Welt. Georg Trakls Gedicht »Klage«. Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2010, ISBN 978-3-938743-93-5.
  • Hans Weichselbaum: Georg Trakl. Eine Biographie mit Bildern, Texten und Dokumenten. Salzburg 1994, ISBN 3-7013-0889-6.
  • Mirko Bonné und Tom Schulz (Hrsg.): Trakl und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal. Mit einem Geleitwort von Hans Weichselbaum. Stiftung Lyrik Kabinett, München 2014, ISBN 978 3 938776 36 0

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Georg Trakl – Quellen und Volltexte
 Commons: Georg Trakl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d [Artikel] Georg Trakl. Heinz Ludwig Arnold: Kindlers Literatur Lexikon. 3., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 16. 18 Bde. Metzler, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, S. 403F. Biogramm, Werkartikel zu Georg Trakl von Peter Schünemann / Marion Bönnighausen.
  2. http://www.georgtrakl.de/georg-trakl-biographie.html
  3. a b c d e f g h i j k l m Bernd Matzkowski: Textanalyse und Interpretation zu Georg Trakl, Das lyrische Schaffen. Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen. (= Königs Erläuterungen Spezial). Bange, Hollfeld 2011, ISBN 978-3-8044-3061-7.
  4. http://www.georgtrakl.de/georg-trakl-biographie.html
  5. Walther Killy, Hans Szklenar (Hrsg.): Georg Trakl: Dichtungen und Briefe. historisch-kritische Ausgabe. 2 Bände, Otto Müller, Salzburg 1969. (2. Auflage. 1987)
  6. http://www.literaturnische.de/Trakl/material/material-f.htm
  7. http://www.textkritik.de/trakl/images/trakl_grodek.jpg
  8. Theo Buck: Georg Trakl, Grodek (1914). In: Theo Buck: Streifzüge durch die Poesie. Von Klopstock bis Celan. Gedichte und Interpretationen. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2010, ISBN 978-3-412-20533-1, S. 213–222.
  9. Wulf Segebrecht (Hrsg.): Das deutsche Gedicht. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. S. Fischer, Frankfurt 2005, ISBN 3-10-074440-3, S. 364–369.
  10. Mirko Bonné: Traklpark. Gedichte. Schöffling&Co, Frankfurt am Main 2012.
  11. http://mirko-bonne.de/bucher/lyrik/
  12. http://www.wintersolitude.de/edenweintimgrab/Band.htm
  13. spektral (2003). homepage Jörg-Peter Mittmann auf www.ensemblehorizonte.de